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Der Gtetzener Anzeiger
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Erster vlatt
vienstag, 6. März J9J7
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sämtlich in Gießen.
Die Antwort Oefterreich-Ungarnr an Amerika.
(DTB.) Großes Hauptquartier. 5. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei klarer Sicht war an vielen Stellen der Front die Gefechtstätigkeit gegen die Vortage gesteigert.
Nöwlich der Somme griffen die .Engl ü n d c r nach starkem Feuer südlich des St. Pierre-Vaast-Waldes an. Nach hartem Kampf blieb ein Grabenstück auf dem Wege Boucha- oesnes—Moislains in ihrer Hand. Im übrigen wurden sie zurückgeuwrfen.
Auf dem Oftufer der Maas nahmen unsere Truppen die französische Stellung am Eauri- eres-Walde i n 5.0 h M e t e r Breite im Sturm und wiesen nächtliche Gegenstöße ab. Auch au der Südostecke des Fosses- Waldes rmirde den Franzosen ein w i ch t i g e r G e l ä n d e- punktent rissen.
Reben den blutigen Verlusten, die durch unsere über die gewonnenen Linien vorgehenden Erkunder festgestellt wurden, büßte der Feind sechs Offiziere..") 7 2 Man u anGefangen e n . 1 i, Maschinengewehre und fünfund- zwanzigSchnelladege wehre an Beute ein.
In sehr zahlreichen Lustkämpfen verlor der Gegner gestern 18 Flugzeuge, acht durch Abschuß von der Erde. Unser Verlust beträgt vier Flugzeuge.
Auf dem
O e st l i ch e n Kriegsschauplätze
und an der
Mazedonischen Front blieb die Kampftätigkeit gering
Der Erste Generalauartiermeistcr L u d e n d o r f f.
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Ter Abeudbericht.
Berlin. 5. März, abends. (WTB. Amtlich.)
Zm Westen bei Schneefall.'im Osten bei strenger .Hält teine besonderen Ereignisse.
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_ Präsident Wilson hatte den Stein des Zerwürfnisse-
anfgehoben und gegen Deutschland schleudern wollen, abe da schlug die aush-olende Hand gegen die scharfe Kante de» Kongresses. Bckamrtlich hatte der Begünstiger der Entent stch rnit einer Botschaft an beide Häuser des Kongresses ge wandt und um die Ermächtigung nackige sucht. die Schis ß der amerikanischen Handelsflotte bewaffnen zu lassen uni
die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zum Schutz tun
Handelsgüterir und des Lebens der Bürger zu verwenden Verfassungsrechtliche Bedenken bewogen das Repräscntan tenhaus, dem Präsidenten nur die Bewaffnung von Han delsschifsen zuzugestehen. Der Senat, an den Wilson sicl numnehr wendete, hat ihm ebenfalls einen Strich durch di Rechnung gemacht. Die Finanzforderungen wurden ihn mit Ach und Kwach bewilligt, aber die Vollmachten zur Ein leitung des Kriegszustandes wurden ihm versagt. Acht Stun den hat der Senat am 2. März über diese Dinge verhandelt um sich sodann auf den 3. März zu vertagen. Auch au 3.März, also am Samstag, dem Tag. wo die Sessio i der beiden Häuser des Kongresse sendet, wurb das bezweckte Ergebnis nicht erzielt. Die Friedensfreund machten Obstruktion und sie erklärten zuletzt, daß sie Wilso, zwar imterstützeu würden, wenn der Kriegsfall eintretei sollte, daß sie aber die Vorschläge, die in dem vorgelegtei Gesetz enthalten sind, als zu weitgehend betrachten. Der alt Kongreß ist nunmehr erloschen. Nach der Verfassung hätte, die beiden parlamentarischen Häuser erst am 3. Dezembe 1917 zusanmienzutreten. Also will, so heißt es in den letzte, Meldungeri, Wilson es mit einer Sondertagung versuche, und den Senat sogleich wieder einberufen, um die Geschäfts ordnung abzuändern, damit die Minderheit nicht von neuen obstruieren tonne. Was daraus wird, steht dahin.
Mitten in derr Auseinandersetzungen der letzten Tag hat Wilson die Bombe des deutschen Bündnis-Angebotes a, Mexiko springen lassen. Er besaß die Kenntnis jenes Briefe- an den deutschen Gesandten in Mexiko schon längere Zeit hielt ihn aber bis zum letzten Augenblick zurück, um wirk lich in der Aufstachelung der amerikanischen Stifnmung gege, Deutschland einen „Bombeneffekt" zu machen. Dieser ist nur zwar ausgebliebcu. Das zu früh verratene Bündnisangebo verursacht gegenwärtig nur allgemeine Betrachtungen, wäh reitd die Wirkung auf Herrn Carranza, den mexikanische, Gebreter, noch nicht abzusehen ist. Der Haitptausschuß dtd deutschen Reichstages hat sich gestern über diese Angelegen hert weidlich ausgesprochen und dem Staatssekretär Zimmer mann, >der den Schritt der deutschen Regierung rechtfertigte Einerlei Schwierigkeiten gemacht. Jeder findet cs ganz n wir im Kriegsfall gegen Amerika um "ach einem neuen Bundesgenossen umsehen. Nur daß bii ,nichtige Botschaft so schmählich abgefangen, verraten uni unterdrückt werden konnte, das gab Bedenken aller Art, uni man rügt die Mängel der Organisation, das Fehlen walten k! r .:i or 1 ■!' 3m Übrigen war bei der Beurteilung de- oeutich-mexrkanischen Versuches der Gedanke maßgebend, das ■mtnoeltenö en bei dem Angebot nicht entstehe,
wnne. Dre Form der deutsck>err Anregung an Ecrrranza loa meltercht etwas unzart und undiplomatisch. Eine so groß! Staatsaktion war die Bundasgerrossenschaft jenes Landes von dem dre Zerttlngen in derr letzten Jahren immer nu unter der Ueberschrrft „Die Wirreir in Mernko^ berichte, konnten, wreuerclit gar nicht wert. Herr Carranza selbst is uns fernem Charakter und seiner Stellung und Macht naci rerchlrch unbek-nnt und — unzuverlässig. Er hack uns freilicl
große Vergnügen ''gemacht, bem Präsidenten Wilso, anzuraten, zur baldigen Beendigung des Krieges ein Aus fuhrverbot ^ür Kriegsmaterial zu erlassen. Sonst ist sei, Netzen und streben toahrscheinlich ein bißchen abenteuerlict, ,nnd es schmeckt nach Operettenpolrtik, diesen Kriegs- uni is--taaLslnann bei der Entscheidung deÄ Weltkrieges mit
wirken zu lassen. Wenn der Dollar rollt, wäre da vielleicht manches Nützliche zu machen, und Deutschland braucht es sich wirklich nicht zu versagen, jede Stütze und jedes, auch das bescheidenste Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Könnten wir die kriegerischen Stämme der Sioux-Indianer, wenn sie heute noch die große Rolle spielten wie vor Zeiten, dazu veranlassen, sich mit den Kriegsfarben zu bemalen und den Präsidenten Wilson ein wenig zu schrecken — warum nicht auch? Aber die Zeiten sind leider dahin. Vielleicht bleibt es über dem Atlantischen Ozean überhaupt ruhig, und das wäre, falls Japan nicht den Mut zum Eingreisen besitzt, für uns wohl das allerbeste.
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Ter österreichisch.ungarischen Tagesbericht.
Wien, 5. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. März 1917.
O e st 1 i ch e r und s ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz.
Nichts zu melden.
I t a l i c n i s ch c r K r i e g s s ch a u p l a tz.
An der kü fte n l ä nd i sche n Front war das Artillerie- und Min-enn-erferfeuer nach Aufheiterung des Wetters wieder lebhafter. Abends beschoß die italienische Artillerie C o n st a n j e r i c a besonders heftig. Nächst Doljc bei To l - mein stießen Patrouillen des Infanterie-Regiments Nr. 37 bis in einen rückwärtigen Laufgraben des Feindes vor, überwältigten die Besatzung und brachten ohne eigenen Verlust 19 Gefangene zurück. An der Tiroler O st f r o n t griffen die Italiener nördlich des San Pelegrino-Tales gegen E hm a di E o st übe t l a an. Nach wechselvollem Kamps gelang es ihnen, eine Vorstellung in Besitz zu nehmen. Der Kampf ist noch nicht allgeschlossen.
Der Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs v. H ö f c r, Feldmarschalleutnant.
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Achtzehn feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Berlin, 5. März, iWTB. Das klare Wetter ant Sonntag führte auf der ganzen SSeft front zn lebhafter Flieger tätigte ir. Tie englischen Flieger waren besonders rege in Flandern und im Artois, unsere Flieger waren mit großem Erfolge vor Arras und über der S o m m c tätig. In zahlreichen erbitterten Luftkämp- sen zwangen sie hier nickt weniger alz zwölf feirHliche Flugzeuge zrir Erde: weitere sechs Flugzeuge verlor der Gegner an anderen Fronten, eins davon durch das ,veuer unserer Abwehrgeschütze.
Bizeieldwebel M anschott schoß nördlich von Verdun seinen achten Gegner, einen Caudron-Doppeldecker ab und nachmittags desselben Tages einen stündlichen Fesselballon, dep südlich des Belleville-Mckens brennend abstürztc.
Im Olten wurde der Bahnlos von Molodcczno mit über 500 Kilogram in Bomben belegt. Einschläge im Ziel wurden einwandfrei beobachtet.
An der mazedonischen Front griff ein deutsches Ge sckwadcr feindliche M u nition slager nördlich von S a l o n i k an. Es wurden mehrere Brände und eine Explosion sestge- Itellt. Einer unserer Flughäftn wurde von zwölf feindlichen Flugzeugen olmc jeden Erfolg mit Bomben angegriffen.
feindlicher Flieger über Straßburg.
3 t r n f? 6 u r g , 5. März. (WTB. Nichtamtlich, ) Gestern kurz nach 10 Uhr abends warf ein feindlicher aus östlicher Richtung kommender Flieger vier Boniben auf das Rheinhafen gebiet ab. Durch den Luftdruck wurden einige Fenster der näberliegenden Gebäude eingedrückt, sonst aber kein Schaden angerichtet.
Tic Ausdehnung der englischen Front im Westen.
A m st e r d a m , 5. März. sWTB.) Wie das „Allgemein Handelsblad" aus London meldet, wurde in der englischen Presse bemerkt, daß in dem britischen Heer es berich t vom Samstag von britischen Truppen bei Rotze gesprochen wurde. Man sieht dies als einen Beweis dafür an, daß die britische Front neuerdings ausgedehnt wurde.
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Ter bulgarische Bericht
vom 5. März.
M n z e d o n i s ch e Front: In der Gegend von Bitolia und Moglena vereinzeltes Artillerie- und Mincnwerserseuer. Zm Wardartalc schwaches Artilleriefeuer und lebhafte Tätigkeit in der Luft. An der Struma zeitweiliges Artillerieftuer und nnbederi- tenbe Patrouillen gefccktc. R u m ä n i s ck e, F tont: O östlich und westlich von Tuleoa Infanterie- und Maschinengewehrs" er zwischen Posten bei Mahmud.e Eine russische Jnsartterieabteilung versuchte sich ans dem Eise unfern Posten zu nähern, wurde aver durch Feuer zersttenr und vertrieben.
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Die Antwort Gesterreich-Ungarns atf Mmrrifa.
Wien, 5. März. (WTB. Nichtamtl.) Ter Minister des Acutzern übergab dem Botschafter der Bereinigten Staatem Ame ritäs Aida eine Denkschrift, in der zunächst der schritt weisen Außerkraftsetzung der Regeln des Völkerrechts für den Seekrieg durch Englarw ausführlich gedacht wird. Dabei wird darauf hingewiesen, daß gerade der Präsident der Bereinigten Staaten Amerikas in Worten, die in der Geschichte des Völkerrechts sortleben werden, dargetan l)at, daß die von England unter dcni Namen ..Blockade" erhängte Sperre über die Küsten der Nordsee in grellstem Widerspruch zn den hergebrachten und durch interimtionalc Verträge sestgelegten Normen des Blockade- und Seerechtes stehe. Auch Italien schloß sich dem Beispiel Eng lands an uitb erklärte die Küsten feines Gegners ftir blochiert. Erst nach mehr als Atbci Ialwen sind die Mittelmächte dazu überaegangen, Gleiches mft Gleichem zn vergelten, um die gebieterische Pflicht gegen ihre Völker zu erfüllen und der Freiheit der Meere schließlich zum Siede zu verhelfen.
Tie Erklärungen, die sic am 31. Januar dieses Jahres erließen, richten sich nur scheinbar wider die Rechte der Neutralen: in Wahrheit dienen sie der Wiederherstellung dieser Rechte. Tie Tauchboote, welck>e Englan.ds Kckiste umkreisen, künden, daß der Tag nicht mehr fern ist, da die Flaggen aller Staaten in dem Glanz der neu errungenen Freiheit f r i c d l i ch über den Meeren wehen w e r den Die österreichisck>-nngarische Regierung inäff. inerter daraus hin, daß sic sich in dem Notenivachsel. über die Fälle „Ancona irnd Persia" Vorbehalten hatte, die schwierigen völkcrrcchtlicheit
Fragen, die nnt dem Uirterseebootkrieg zusamnrenhängen, zu einem späteren Zeitpunkt zur Erörterung zu bringen. Bei der jetzigen Erörterung dieser Fragen wird sie von dem Wunsche geleitet, der amerikanischen Regierung darzutun, daß sie an der von ihr ftüher erteilten Zusicherung festhält und durch Klärung jener wichtigsten ans dem Unterseebootkrieg sich ergebenden Fragen, Mißverständnissen zwischen der Monarchie und der amerikanischen Union vorzubeugen. Der Kern der gmczen Materie bildet die Sorge für die Sicherheit der Personen an Bord vor der Vernichtung feindlicher Handelsschiffe.
Dem Grundsatz, daß bei der Ausübung des Rechts der Vernichtung feindlicher Handelsschiffe der Verlust an Menschenleben möglichst vermieden werden soll, kann der Kriegführende nur durch vorhergehende Warnung gerecht werden, sei es dnnh Warnung des zu versenkenden Falwreuges selbst, durch Warnung vor der Ausfahrt des Schiffes oder schließlich durch eine allgemeine für alle in Betracht kommenden feindlichen Schiften bestimmte Warnung.^ Warnungslose Vernichtung ist rndesscn Mlässig, wenn das Schiff flieht oder Widerstand leistet, oder ivenn es im Dienste der Krieg- führimg steht oder auch Waffen führt, um Feindseligkeiten irgend-, welcher Art zu begehen. Im ganzen Verlaufe des Krieges haben die österreichisch-ungarischen Kriegsschifte nicht ein einziges feindliches Handelssä.iff ohne .vorherige, wenn auch generelle Warnung ver- nid ter. Den Grundsätzen der Menschftchkeit entspricht es besser, die Personen durch eine rechtzeitig erlassene Warmmg von der Benutzung gefährdeter Schifte abzuhalten, als ihre Rettung auf See dem blinden „Ungefähr" anbeimzustellen. Die k. und k. Regierung har sich nickft davon überzeugen können, daß Angehörige neutraler Staaten das Nechr darauf besitzen, auf feindlichen Schiften unbehelligt zu reisen. Der Grundsatz, daß die Neutralen auch in Kriegsbeilen we Vorteile der Meeresfreiheit genießen, gilt nur für neutral^ Ochiffe irnd nicht jüx neutrale Personen 'an Bord feindlicher Schifte, denn die iri eg führenden sind berechtigt, den seindliä.-en Schisfsverichr zn unterbinden und dürfen, wenn sie im Vciitz der crsorderliä cn Kriegsmittel sind, den seindlich-en Handelsschissen das Befatwcn der See bei sonstiger sofortiger Vernichtung untersagen.
Die Neutralen haben nur darauf Anspruch, daß ihnen der Krieg- führende das an den Feind gerichtete Verbot rechtzeittg bekanntgibt. damit sie vermeiden können, ihre Personen und ihr Eigentum» feindlichen Schissen anzuvertrauen. Eine Bestreitung der Mchtig- keft dieser Ausführung wird darauf hinauslaufen, daß Neutrale siä< in die militärisäwn Operationen der Kriegführenden einmengen urrd sich sogar zum Richter darüber aufwerfen können, welche KriegS- mfttel gegen den Feind in Anwendung gebracht werden dürfen. Niemals ist auch nur der leiseste Zweitel darüber wach geworhen, daß neutrale Staatsangehörige allen Schaden selbst zu tragen haben, den sie dadurch erleiden, daß sie zu Lande ein Gebiet betreten, wo kriegerische Operationen statftinden. i§s liegt kein Grund vor, für den Seekrieg eine andere Norm gelten zu lc^sen, zumal die zweite Friedenskonfcrenz^den Wunsch geäußert hat, die Mächte mochten zur Zeit, da der Seekrieg eine veTTtragsmähige Regelung gefunden haben werde, das für den Landkrieg geltende Recht soweit als möglich auf den Seekrieg anwenden. Die k. und k. Regierung darf fest- stellen, daß sic mit bn Bundesregierung' im Wesen eines Sinnes ist. Sie n ürd> cs begrüßen, wenn sich das Washingtoner Kabinett geneigt fühle, sie in ihrem von wärmster Menschenfteundlicbkeit getragenen Bestreben, amerikanische Bürger vor Gefährdung aus See zu bewahren, durch Belehrung mrd Warnung seiner Schutzbefohlenen zu unterstützen. Die Bewaffnung von Handelsschiffen, auch nur zur Verteidigung gegen die Ausübung des Beuterechtes, ist im modernen Völkerrecht nicht begründet. Ein Kriegsschiff ist verpflichtet, einem feindlichen Handelsfahrzcug in friedlicher Form, zu begegnen, es anznhaltcn, mit dem Kapitän in Verkehr zu treten, die Bordpapierc zn prüfen, ein Protokoll urrd gegebenenfalls ein! Inventarverzeichnis auf-»nehmen. Dies setzt als Verständnis voraus, daß das Kriegsschift volle Gewißheit darüber besitzt, daß ihm das Handelsschiff seinerseits friedlich begegnet. Kein Ltaat kann die Pflichten der Menschlichkeit gegen die berufenen Verteidiger des Vaterlandes niedriger einsäüitzen als die Pflichten gegen die Angehörigen fremder Mächte. \
Oesterreich Ungarn lat auch in dieser Frage an seiner Zusage festgelaltim: Die Neutralen sind rechtzeitig davor ginvarnl irerden, ihre Person und Habe einem bewasftieten Schiff anzu-> vertrauen. Die angekündigte Maßvahmc wurde nicht sogleich uns Werk gesetzt, sondern Aufschub erteilt und endlich sind die k. n. k. Kriegsschiffe angerviesen, seilst bei bewaffneten feindlichen Han- delsschiffeil auf Warnung und Rettung der Personen an Bord be- daä'r zu sein. Tie Angabe, die bewaffneten britischen Dampfer ..Sacene" und „Welsh Packnee" seien von österreichisch-ungari^ scheu Tauchbooten ohne Warnung versenkt nwrden, bea'uht auf einem Irrtum. Die l. u. k. Kriegsschiffe waren hier überbaiipt nicht beteiligt. Ucbrigens darf bemerkt werden, daß die österreichisch- ungarischen Tauchboote nur in der Adria und im Mitteln m e er operieren und daß daher eine Beeinträchitigung amerika- nischu'r Interessen durch f. H. t. Kriegsschiffe kaum zu besorgen ist. Die Absperrung des in der Erklärung bezeichneten Seegebiets soll die Fein.de einenr Frieden gefügig machpir, der die Geivähr deiß Dauer in sich trägt. Das ,mit der Msperrrrng der Westniäckite an- gcstrcbte Ziel lvürde am schnellsten und sichersten erreicht werden, wenn in jenen Hcercsteilen kein einziges Menschenleben verlorer ging und keines in Gefahr geriete. Die früher van der k. u. k. Rv gicrung gegeberre Zusicherung ist lveder aufgebtvben noch ein ge. schränkt norden. D>ch k. u. t. Regierung lech den größten Wert dar- auf, durch Wort und Tat,zu bekräftigen, daß ihr in gleicher Weise die 0'rmrdsätze der Menschlichkeit voranieicchten, ivie das GVebct der 'Achttmg vor den Interessen der neutralen Völker.
Der Hauptausschutz des Reichstags und das BündniS- angebot <\n Mexiko.
B erlin , 5. März. chWTB., Nichtamtl.) Der H a n p t a u s - schuß des Reichstages setzte heute seine am SaniStag abgebrochenen Erörteinngen über auslvarttge Angelegenheiten bei diw Beratung des Etats des Auswärtigen Amis fort. Ein sozial- denwkratischer Abgeordneter ging ails die Instruktion an den dait schien Gesandten in Mexiko ein und inachte Einlvcndnngcn gegen diesen /Schritt geltend. Der Staatssekretär des Auswärtigen A m t s gab eine längere Darstellung der mit der Jnshrnktton verfolgtem ARsichtcu. Daß wir uns ftir den Fall eines Krieges mit Amerika nach einem Bundesgenossen umgeselwn. hätten, sei eine natürliche und berechftche Vorsorge. Er bedauere es auch nichst, daß durch die ainen5nüsä>e Veröffentlichung die Instruktion mich in JatAin bekannt geNwrden sei. Für die Beförderung der Instruktion sei der sich-wste Weg gewählt worden, der zur Zeit zur Berftrgung gestanden IkiIh'. Wie die Amerikaner in dcm Besitz des Tezckes gekommen seien, der mit ganz gebetnrer Ehiffte nach Washington gegangen ist. darüber fehle uns noch alle. Kennttlis. Daß die Instruktion in amdrikmnsche Hchlde gejaUcn ist.


