Ausgabe 
28.2.1917 Zweites Blatt
Seite
2
 
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Amtlicher Teil.

Vaterländischer Hilfsdienst.

Aufforderung des Kriegsantts zur freiwilligen Meldung ge­mäß 8 7 Absatz 2 des Gesetzes über den Vaterländischen Hilfsdienst.

Eine nachdrückliche Zörderung der Binnen- Wffahrt ist unbedingt erforderlich!

Diesem Zweck müssen die Kräfte, die ans Grund des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst zur Verfügung stehen, in erster Linie dienstbar gemacht werden. Tie Betätigung folgender Berufs stände in der Binnenschiffahrt, soweit sie nicht in derselben oder in anderen wichtigen Betrieben der Kriegswirtschaft bereits tätig sind, ist dringend erwünscht:

Alle in Schifsahrts- und Hofenbetrieben erfahrenen Personen des Innen- und Außendienstes, wie:

(Geschäftsinhaber, kaufmännische und technische Geschäftsführer und Angestellte, Schiffs experten, Kapitäne, Schiffsfüh'rer, Steuerleute, Motorbeotfühver und Maschinisten, Bergrmgsfach- leute. Fischer, Herz-er, Pötzer, Terner, Matrosen, Schiffer, SchisfsmascknnLstcn, Sckffffsköche und Aufwartepersonal, Kanal-, Schleusen-, Brücken- .und F-ährpersvnal, Treideldienstbeamte, Psardelreiber, lKanalschiffahrts-), Umschlag-, Lagerhaus- und Kai schuppen beamte, Verwalter, Aufseher, Vorarbeiter (Scheuen- leute, Stauer, Zähler) und Arbeiter, Kranenführer für elek­trischen und Tampfbetrreb, einschl. Hoch- und Schiebebahnen, Elevatorenführer, Scknebeüühnenführer.

Alle m fsdienstpflichtigen, die zur Beschäftigung in den ge­nannten Berufen geeignet ,md bereit sind, werden hiermit zur baldigen freiwilligen Meldung für die Binnenschiffahrt dringend aufgefordert.

Tie Meldung uirter Beifügung von Zeugnissen und Be­fähigungsnachweisen sind an das für den Wohnsitz des Hilfsdienst- pflichtigen örtlich zuständige Bezirkskommando bis 3. März 1917 zu richten.

Kriegsamtstelle Frankfurt a. M.

Bekanntmachung

Da die Nachmusterung der Dien st unbrauchbaren ange­ordnet ist, werden a l l e am 8. September 1870 uno später geborenen Wehrpflichtigen, die als dauerno untauglich (D. II.) oder Dauernd kriegs u n brauchbar" (d. ku.) oderdauernd garnison- und arbeite verwendungs u n fähig" (d. g. u. a. v. u.) ausgemustert worden sind, einerlei, ob sie diese.Entscheidung im Frieden oder während des Krieges erhalten haben, hiermit 'ausgefordert, sich umgehend, spätestens bits zum 3. März 1917 zur Stammrolle zu melden und zwar:

a) die Ersatz-Reservisten und die im Frieden gedienten Mann­schaften aus dem Kreise Gießen beim Hauptmeldeamt in Gietzen, Landgrafenstraße 6, Zimmer Nr. 13,

b) alle übrigen bei der Bürgermeisterei des Aufenthaltsorts, die­jenigen aus Gießen im alten Rathaus, Marktplatz Nr. 14.

Die Meldung hat mündlich unter Vorlage der Militär­papiere zu erfolgen. Marschunfähige haben die Meldung durch An­gehörige bewirken zu lassen.

Zur Meldung sind verpflichtet sämtliche im Kreise Gietzen sich aufhaltenden Wehrpflichtigen, die als dauernd untauglich usw. aus­gemustert sind, einerlei von welcher Ersatzkommission oder von wel­chem Bezirkskommando sie die Entscheidung erhalten haben.

Wer sich über seine Meldepflicht im Zweifel ist, hat sich bei seinem zuständigen Bezirksseldwebel bezw. bei der Bürgermeisterei zu erkundigen.

Wer nach der Anmeldung seinen Wohnsitz wechselt, hat dies sofort unter Angabe seiner neuen Adresse derjenigen Stelle anzju- zeigen, bei der er sich zur Stammrolle gemädet hat; ebenso haS in dem neuen Aufenthaltsort Anmeldung zur Stammrolle zu er­folgen.

Unterlassung der Meldung wird nach den Kriegsgesetzen bestraft.

Gießen, den 27. Februar 1917.

Die Ersatzkommission des Kreises Gießen.

Der Militär Vorsitzende: Der Zivilvorsitzende:

Naumann. Hemmerde.

B e t r.: Nachmusterung der Dtenstunbrauchbaren.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und an die Grotzh Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Obige Bekanntmachung wollen Sie alsbald zur allgemeinen Kenntnis geben.

Die Personalangaben der sich Meldenden wollen Sie in eine Liste nach dem Muster der Landsturmrolle aufnehmen und diese spätestens bis zum 5. März, vormittags, an mich einsenden. Zu b) der Bekanntmachung wird bemerkt:

Bei Entgegennahme der Anmeldungen ist durch Beftagen der sich Meldenden festzustellen, wegen welcher Fehler die Ausmusterung seinerzeit erfolgte. In SpalteBemerkungen" ist diesbezüglicher Eintrag aufzunehmen, auch in den Fällen, wo die MilitärpapievS mit dem VermerkNicht mehr zu kontrollieren" versehen sind.

Ueber die dauernd untauglichen Mannschaften, die während desKrieges eingestellt waren und als dauernd untauglich wieder entlassen worden sind, sind nähere Angaben über die Dienstzeiten

erforderlich, zum Beispiel: Eingestellt vom ..... bis.beim

., entlassen am.wegen ... (Krankheit, als Renten­empfänger usw.).

Von den in Frage Kommenden müssen diejenigen Personen, die in der Kriegsindustrie tätig sind, unter Angabe des Arbeitsgebers in der Stammrolle besonders kenntlich gemacht werden, ebenso die in öffentlichen Diensten stehenden Beamten, letztere unter Angabe ihrer Anstellungsbehörde.

Sie vwllen dafür besorgt sein, daß alle anmeldungspilichtigen Personen in die Stammrolle ausgenommen werden.

Zur Feststellung der Zahl der zur Nachmusterung Heranzu­ziehenden ist es notwendig, daß die Stammrollen bis zu dem oben­genannten Zeitpunkt hier eingegangen sind, ich empfehle daher, das Erforderliche sofort zu veranlassen.

Gießen, den 27. Februar 1917.

Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommiffion des Kreises Gießen.

I. V.: H em m er de.

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Die Holzversteigerung vom 27. lfd. Mts. ist genehmigt.

Ausgabe der Abfuhrscheme bei der zuständigen Zahlstelle, Holzüberweisung und erster Fahrtag: Freitag, S.Märzl.J. Gietzen, den 27. Februar 1917.

Grotzh. Oberförsterei Schiffenberg. 1664 B

Trautwein.

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