Ausgabe 
8.1.1917 Erstes Blatt
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Kaiser Karl an Armee und Flotte.

Wien, 6. Jan. (WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird jgvneldtt :

Armee- und Flv t tenbe fehl!

Seine k. und k. apostolische Yöajestät geruhte folgenden Armee iund Flottenbefehl allergnädigst zu erlassen:

^LMldatcn! Ihr wißt, daß ich und die mir verbündeten Herrscher^ versucht haben, dem von der ganzen Welt herbeige­sehnten Frieden den Weg .zu bahnen. Die Entgegnung unserer Feirrde i,l nun da. Sie weisen, ohne überhaupt unsere Bedingungen hu lfenneu, die ihnen dargebotene Hand zurück.

Wieder geht, Waffeugefährteu, mein Ruf an Euch«:

Euer Sch,wert hat in den dreißig Kriegs monaten, die bald hinter uns liegen toerden, eine klare und deutliche Sprache geführt Euer Heldenmut und Euere Tapferkeit sollen auch! weiterhin das Wort behalten! Noch, ist der Opfer nicht genug. Neue müssen ge­brach,t werden. Auf unsere Feinde allein fällt alle Schuld. Gott ist quem Zeuge. Vier feindliche Königreiche wurden durch Euch und Euere tapferen Bundesgenossen zertrümmert, mächtige Festungen bezwungen, weite Strecken feindliche Bodens erobert. Trotz alle­dem tau schien die feindlicheil Machthaber ihren Völkern und ihren Armeen immer wieder die Hoffnung vor, daß sich, ihr Geschick doch noch wenden werde. Wohlan dem:, an Euch ist es, iveiter eiserne Abrechnung zu halten! Erfüllt von stolzem Vertrauen in nreine Wchrmmht, stehe ich an Eurer Spitze. Vor wärts mit Gott!

Gegeben zu Wien, den 5. Januar 1917.

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Ein Besuch des Grafen Czernin.

Berlin, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der österreichisch-ungarische Minister des Aeußern, Graf Czernin, ist heute zu einem zweitägigen Aufenthalt in Berlin eingetroffen. Wir begrüßen den österreichisck)- ungarischen Staatsmann aufs herzlichste in der deutschen Haupt­stadt. Als Graf Czeruin vor wenigen Wochen das hohe Amt über nahm, in das ihn das Vertrauen seines Kaisers und Königs berief wurde von allen Seiten ausgesprochen, daß die Lcjitung der aus­wärtigen Politik der verbündeten Monarchie in keine besseren Hände gelegt werden konnte. Graf Czernin weiß, daß ihm auch in Deutsch­land die lebhaftesten Sympathien und aufrichtigsten Wünsche für eine glückliche uird erfolgreiche Durchführung seiner großen Auf­gaben entgegenkommen. Die Besprechungen, die seinen Aufenthalt in Berlin aussülleu werden, bieten erwünschte Gelegenheit, in ver­bauter Aussprache alle Fragen zu erörtern!, die uns und unseren Verbündeten gemeinsam am Heiden liegen.

, Der Kaiser empfing gestern im Großen Hauptguar LLer den österreichisch-ungarischen Minister in Gegenwart des Staatssekretärs Zimmerinann in längerer Audienz und zeichnete den Grafen Czernin bei diesem Anlaß durch die Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Adler aus. Im Hauptquartier nahm Graf Czernin auch Gelegenheiten, mit dein Generalfeldmarschall von Hindenbnrg bekannt zu werden. Heute findet zu seinen Ehren ein Frühstück beim Reichskanzler statt. Zum Abend hat der österreichisch-ungarische Botschafter Prinz zu Hohenlohe Schilnngsfürst Einladungen ergehen lassen. Morgen leistet der österreichisch-ungarische Botschafter einer Einladung des Staats­sekretärs Zimmermann Fokgc.

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Zur Einnahme von Braila

Berlin, 6. Inn. (WTB. Nichtamtlich.) Die Schlacht inn den Besitz des südlichen Ufers des unteren Sereth wurde auf einer Front von 50 Kilometer Breite nach er­bittertem Ringen zugunsten der Verbündeten entschieden. Die Russen wurden geschlagen und verloren damit ihre stark ausgebaute, feldmäßig befestigte und seit Wochen vorberei­tete Basis auf dein südlichen Ufer des Sereth, von der aus sie nach der laut verkündeten Ansicht der Ententepresse ihre Gegenoffensive ansetzen wollten. Aus einer Breite von 15 Kilometern sinh die Verbündeten bis auf einige Dörser südlich Fundeni an die Sumpfniederungen und das Fluß­bett des unteren Sereth vorgedrungen. Die blutigen Ver­luste der geschlagenen russischen Verbände firtb schwer. Die Beute konnte, da die Kämpfe noch int Flusse sind, noch nicht genau festgestellt werden. Dank der hervorrag endet: Zu­sammenarbeit der Donauarmee und der Dobrudscha-Armee, die einen doppelseitigen Druck von Westen und Osten auf Braila ausübten, siel Ruuräniens bedeutendste Handelsstadt in die Hand der Verbündeten. In genau einem Monat haben die Truppen der Verbündeten unter fortwährenden erbitterten Kämpfen die Strecke von Bukarest nach Braila, annährend 200 Kilometer, zurückgelegt. Mit ihren bedeu­tenden leistungsfähigen Hafenaniagen, Speichern, Eleva­toren und Kranen bildet die 65 000 Einwohner zählende Donaustadt für die Verbündeten einen außerordentlich wich­tigen strategischen Stützpunkt. Dvnauschiffe können von dem Herzeii Deutschlands bis nach Braila Vordringen, während andererseits die russisch-runiänische Donauschiffahrt voll­kommen unterbunden ist. Der äußerste östliche Stützpunkt

der russifch-rumäilischen Serethstellung, Galatz .' liegt bereits unter dem Feuer unserer Geschütze. Gegen die Mitte der Serethstelluiig, bei Fundeni, sind die Truppen der Verbündeten in siegreichem Vorstoß, während die deutschen und ofterrerchisch-itnaarischen Verbände in den Hängen der Grenzkarpathen täglich bedrohlicher gegen den äußersten westlichen Stützpilntt der Serethlinie bei Focsani vorrückeri.

Der bulgarische Generalstab über die Säuberung der Dobrudscha.

S.ofia, 7. Jan. (WTB. Nichtanttlich.) GeneraLstabsberichk vom 6. Januar. *

^.^5 ^onische Front: An einigen Fr-onfftellen hefti- geves Attillerieseuer. An der ganzen Front, besonders im Wardar- Tale, ziemlich lebhatte Lufttätigkeit. Bei Gemgheli schossen wir ein leuMMics Flugzeug ab, dessen englischer Pilot gefangen wurde.

R u n i s che Front: In der Dobrudscha gingen die bul­garischen und deutschen Truppen, die dem Feinde westlich M a c i n folgten, gegenüber Braila über die Donau und besetzten die Stadt, m der auä> oeutsckw Kavallerie der Tonam^Armee cinzog. unsere in Richtung Bocarani operierenden Truppen schlugen den russischeii linken Flügel, besetzten in dem nordwestlichsten Zipfel her Dobrudscha einen ganzen Streifen festen Landes, eiuschließ- ' lrch der Hohe Byar .Hohe 86) und warfen die Russen aus das linke Donau-Ufer in Richtung (Galatz zurück. Wir machten neuer­dings 21 Offiziere, 200 Mann zu. Gefangenen und erbeuteten sieben Maschinengewehre. Heute ist infolgedessen die ganze Dobrud-

scha bis zum Donaudelta endgültig gesäubert und

vom rnmänüchen Joä, völlig befreit. Die verzweifelten Anstten- gnngen der Russen, m der zweiten Tezemberhälfte die nördliche Do- brr^vcha zu halten, sind unter dem mächtigen Truck der bulgari­schen deutschen imd türkischen Truppen mißglückt. Jetzt feiett die Bevöikerung der gesamten Dobrudscha mit Begeisterung die Wieder- erlangung der teuren Freiheit.

Am 15. Dezember begann die Offensive in der Dobrudscha gegen die Russen auf der Linie TschonluTopaln mr der Donau Am 18. Dezember drang unser tapferes Infanterie-Regiment Nr. 1l8 in Babadag ein, am 19. Dezember stießen die verbündeten Truppen wieder auf den Feind, der sich aus der mächtigen Linie Babaoag See Turkatza an der Donau festgesetzt hatte. Die hntte Ko.akendivisron vollsülirte dar Angriff gegen unseren Untat mtxbn aber von unserer durch Infanterie und Artillerie v^mtörkten Kävallern'diviswn blutig zurückgeschlagen Am 20. De- nmrde der (Regner an der gmrzen Front angegriffen. Die viert«» Lreslav-Divisüm drückte die Front des-Feindes tm Wjchnitt Bolabances Höhe 283 nördlich der Eerna ein. Der Versuch des Wkmdes, . - Flügel längs der Donau vorzurückcii

wurde lKUüfli VUn 21. Deyemlxn unternahm der Gegner ein«:

Gegenangriff gegen die vierte (Preslav) Division, doch nmrde eu blutig zurückgeschlagen. Zwei Mgriffe der Russen gegen, Misere durch Infanterie und Artillerie verstärkte Kavallerie wurden blutig z-urückgeschlagen und die Russen geznnlngen, sich auf der ganzen Front zurück zuziehe u. Am 23. Dezember besetzten unsere Einheiten Dulcea. Die Russell zogen sich auf die Stellung des Brücken­kopfes vvnWacin zurück, indem sie die Linie Höhe 90Höhe 161 Höhe 496Teilorrückensüdlich der Stadt Jsaccea («setzten. Am 24. Dezember ioarfen Unsere Truppen das Zentrum und den linken Flügel des Feindes zurück und besetzten die Stadt Jsaccea. Der Gegner, der den linken Flügel westlich von Jsaccea zurückunhm setzte uns verzweifelten Widerstand entgegen. Unser Vormarsch stieß in dieser bewaldeten, außerordentlich« unebenen und wege­losen Gegend auf große Schwierigkeiten. Die Ausstellung von Artillerie war sehr schwer. Der Feind unternahm hartnäckige Gegenangriffe gegen Unsere Kolonnen, die ohne Verbindung in den Wäldern waren, wurde aber überall blutig zurückgeschlagen. Am 30. Dezember durchbrach die vierte Division das Zentrum der! feindlichen Stellung, brach aus den nordöstlichen Ausläufern des Waldes hervor und wandte sich gegen die Höhe 197. Der Feind besetzte die stark befestigte, durch Drahtverhaue geschützte Stellung Höhe 90Höhe 101Höhe 364Lunkavitza.

Am 31. Dezember besetzten unsere Einheiten die Höhe 101 und deutsche Abteilungen die Höhe 90. Die Russen machten einen Gegenangriff, wurden jedoch« zurückgeschlagen. Am 1. J«anuar be­setzten unsere Truppen die Höhe 197 und Lunkavitza. Der Feind zog sich« auf seine letzte, gut befestigte Stellung Macin-Jijila-Höhe 108 zurück. Am^3. Januar durchbrach die vierte (Preslaw) Division die feindliche Stellung ,bei Jijila und eroberte diese Ortschaft nach« "hartnäckigem Bajonettkampf in den Straßen. Unsere Truppen und^ die Verbündeten deutschen und türkischer Truppen sind am 4. Januar in Macin ein gezogen. Der rechte russische Flügel zog sich, auf Braila zurück, der linke russische Flügel versuchte bei Vaoareni Widerstand zu leisten, wurde jedoch, von unseren tapferen Insanterie-Regimentern '35 und 36 zurückgeworsen. Vom 15. Dez. bis heute wurden in der Dobrudscha 37 Offiziere und etwa 6000 Mann gefangen, 16 Geschütze, 35 Maschinengewehre und anderes Kriegsmaterial erbeutet.

Die Anerkennung der bulgarischen Rechte.

Sofia, 6. Jan. (WTB.) Gegenüber irrigen Auslegun- en, die gewisse Bemerkungen des Ministerpräsidenten Ra- oslawow über die Anerkennung der bulga­rischen Rechte auf die jetzt okkupierten Gebiete auf seiten der Entente gefunden haben, wird ausdrücklich fest­gestellt, daß diese Anerkennmm der bulgarischen Rechte natürlich erfolgt ist vor dem Antritt Bulgariens in den gegenwärtigen Krieg. Damals machte die Entente Bul­garien, um es auf seine Seite zu ziehen, Versprechungen, die sich gerade auf diese Gebiete bezogen.

Der türkische Bericht.

5. Jan. (WTB.)

Amtlicher Heeres-

Konftantinopel bericht.

An der D.ig ris front wurde ein Angriff, der von sechs kindlichen Bataillonen gegen unsere Stellungen bei Jman Muha- med in der Nacht zum 3. Januar ausgesührt wurde, zurückgeschla­gen. Der Gegner erlitt große Verluste und flüchtete in seine Gräben.

An der persischen Front griff der Feind am 2. Januar morgens mit mehreren Bataillonen Infanterie und zwei Bataillo­nen Kavallette unsere Stellungen östlich von Hamadan an und wurde vollständig zurückgeschlagen. Er ließ hundert Tote auf dem Gelände zurück. Wir stellten den Abtransport vieler seiner Ver­wundeten auf seinen Rückzugslinien fest. Außer einer großen An­zahl von Gefangenen hatte der Feind einen Verlust von über 500 Toten. Unsere Verluste sind dagegen unbedeutend. Ein Angriff, den der Feind mit seiner Infanterie und Kavallerie gegen unsera Sicherungstruppen, die in der Umgegend von Sakiz lagen, unter­nahm, wurde mit für ihn schweren Verlusten abgeschlagen.

An der Kaukasus front versuchten drei feindliche Kompag- men einen Angriff auf unsere Stellung nordwestlich von Kighi, ffe wurden mit für sie bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen^ Konstantinopel 7. Jan. (WTB.) Amtlicher Biwicht. Irak-Front: Feueraustmlsch der Infanterie und Ar- trllerie.

V e r si siche Front: Eine aus drei Kavallerie-Eskadronen mit zwei Geschützen bestehende feindliche Streitmacht griff am 4. Januar unsere Vorposten westlich, von Hamadan an. Ter Angriff nnrrde abgeschlagen. Am gleichen Tage machten zwei Kavallerie-Re-gimenter Men Angriff auf unsere Truppen, die in der Umgebimg von Bidjar lagerten. Der Kampf dauerte den ganzen Tag an. Gegen Abend ttafen unsere Verstärkimgen ein und inachlten einen Angriff auf den linken feindlickren Flügel, wo­durch, der Kampf zu unseren Gimsten beendet wurde. Am folgenden Tage erneuerten unsere Truppen ihre Gegenangriffe imd ioarfen den Feind zurück, der in die Flucht geschlagen wurde. Die Verluste des Feindes sind beträchtlich, die unseren unbedeutend.

An den anderen Fronten nichts von Bedeutung.

Der Stellvettretende Oberbefehlshaber.

Die Entscheidung Griechenland».

London, 6. Jan. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet mis Athen vom 3. Januar: Die griechische Regierung er­klärt anläßlich der Nichtannahme der Ent>ercke-Note, daß sie »er Entarte nicht den Krieg erklären, sondeni sich den Zwangsinaßregeln unterwerfen werde, im Berttauert darauf, daß die Mächte schließlich einsehen werderr, daß die Blockade eine unverdiente Strafe für die Ereignisse am 1. Dezamber sei, die auf ein Mißverständnis zurückzirführen seien, da die Armee ohne Rüch'icht auf die Regiermrg beschlossen habe, sich der Auslieferung des Kriegsmaterials zu widersetzen. Was die Gefangenhaltmig der Veuiselisten betteffe, so sei der König zwar bereit, einige der (Ge­angenen zu begnadigen, die Verfassung verhindere ihn aber, sich in gerichtliche Vserfahren zu mischen, ehe Urteile gefällt seien. Nach der Ententediplomatie zu utteilen, sei die Lage nicht berlrhigcnd. Ter %on der Athener Presse sei sehr feindselig, während der Ein­guß der Blockade sich immer mehr fühlbar iNache. Tie Verteilung des Brotes, das aus einer Mischung von Weizen und Gerste her- gestellt werde, stehe unter strenger Aufsicht. Die Lebensmittel seieir außerordentlich teuer, so daß sie für die ärmeren Klaffen unerreich­bar seien.

Amsterdam, 6. Jan. (WTB.) DerMornvrg Post" wird aus Athen vom Mittwoch gemeldet, die griechische Regie­rung plane offenbar die eins oder die andere Wahnsinnstat. Dieses könne man aus verschiedenen Anzeichest entnehmen, namentlich dar­aus, daß die Reservisten heimlich zum Dienst eingefordert und da­von in Kenntnis gesetzt würden, daß sie sich bereit halten müssen, binnen einer Stunde nach Empfang der Verständigung sich bei ihrer Truppe zu meloen. Der Korrespondent derMorning Post" erfährt ferner, daß umfassende militärische Maßregeln namentlich mit Bezug auf die Artillerie, die Lebensmittelvorräte und die Muni­tion gettoffen werden.

Berlin, 8. Jan. Tie über Frankreich und England kom- wenden Nachrichten aus Athen lassen die dortige. Lage als bc- rnhiätter erscheinen. Am 4. abends fand in Piräus, wie tErschiedeue Blätter berichten, eine königstreue Kundgebung statt. Enr Zug begab sich unter Vorantragen von zwei großeil Bildern des Königs zu !dem voir französischen Mnrinesoldaten besetzten Rathaus. Tie Franzosen bereiteten sich zum Widerstand vor und gaben den: im Hafen liegenden französischen Kriegsschiff Zeichen. Es kam jedoch zu keinem Zusammenstoß.

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Die Konserenz in Rom.

Bern, 6. Jan. (WTB.)Messagero" schreibt:

Man dürfe iveder von Indiskretionen noch von osfi- ziösen Mitteilungen eine Anfllärnng über den Verlauf und das Ergebnis der Konferenz in Rom erivarten, die vielleicht die wichttgste aller Ente nie ton ferenze n sei.

lieber bie Gegenstände der Berarnng schreivt das Btatt: Der Viervcrvand hat auf die Note Wilsons und der anderen Neutralen rtoch nicht geantwortet. Der Gedanke liegt nahe, daß Liber die Llntwort ans dem römischen ^ivn- 9 re B beschossen werden wird. Ferner wird sicherlich die Lage Rumäniens und die der Entente in Mazedonien ans das Eingehendste besprochen werden. Die englische Mission, die gesteril von Athen in Rom cintraf, brachte den Entente- verttetern die letzten Neuigkeiten über die Lage und Stirn- Auf Grund dieser Nachrichten werden vielleicht endgültige Beschlüsse über die Haltung des Bier- b^bandes gegen die griechische Regierung gefaßt tverdeu. schließlich vermutetMessagero", man werde auch über die sA^errfften Fragen der Verpflegung, der Anleihen, der Wech)elkurse und des Tauchbootkrieges ausführlich verhan­deln und hoffentlich zu schlüssigen Abmachungen kommen.

Bern, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani". Die Vertreter des Vierverbandes versammelten sich um 10 Uhr morgens unter dem Vor­sitz Bosellis. Die Konferenz dauerte bis 1 Uhr nach­mittags. Um 31/2 Uhr fand eine weitere Sitzung statt.

Giornale d^Jtalia" zufolge traf Sarrail gestern abend in Rom ein. Briand besuchte ihn vormittags und verweilte eine Stunde bei. ihm. Sarrail begab sich um 10 Uhr zur Consulta.

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Eine Rede des englischen Minister» Henderson.

London, 7.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- teychen Bureaus. Minister Henderson, Mitglied des Kriegs­rates, erklätte im Verlaufe einer Unterredung mit dem Londoner Vertteter derNew York Tribüne", seine Ansicht über den Müi^ tarismus oder wemgstens dessen Ursache sei, daß die Armee nicht m der ihr gebührenden Stellung gehalten werde. Der Minister sagte: Die deutsche Militärmacht muß entiveder von der Regrerung, welche auf moralische Grundsätze angemessene Rücksicht nimmt wirksam kontrolliert werden, oder ihre Macht muß so geschwächt werden, daß sie aufhört gefährlich zu sein Der preußische Mlitarismus, fügte Henderson hinzu, wurde m dem Bestreben auf die Weltherrschaft organisiert, die durcl, ungeietzliche Amwendung der entsittlichften MUitärmacht erreicht werden ,ollte. Wenn jemand irgendwelchen Zweifel hegt, lasse man rhu lesen, was in Deuffchland über die Krügsziele im August 1914 geschrieben wurde und ihn damit vergleichen, w-as jetzt darüber ge- Es ist wahr, daß wir nicht länger davon hören, daß Leut) chland sich den Wieg tzu dem Platz an der Somie bahne, aber das war nicht die vorherrschende Sümmung zur Zeit der Kttegs- Taher unterwarf Deutschland weder seine große Mili­tärische Macht moralischen Beschränkimgen, iwch gebrauchte es sic

Ijn t L-iNire Wenn nicht, oder so lairge nicht ein vollständiger Eechiel der deutschen Gesinnung aufkommt, wüssen wir nicht nur eine Berichttgung des Irrtums der vergangenen Politik erzwingen, wndenr auch Sicherheit dafür schaffen, daß, sofern sie fottdauert, sie nicht mehr gefährlich sein wird. Wenn sie annehmen, wir könnten einen F-rreden auf der Grundlage des status auo ante bellum haben, vergessen sre, daß Deutschland, während es ihm mißglückte, seine Femde zu besiegen, es leine Verbündeten überwand. Deutschland hat Oesterreich, die Türkei und Bulgarien gänzlich seinen! Willen unter- worsen, das Mittel e uropa wurde eine politi sche Ta t- a ch e Was das Verhältnis zwischen Deutschland und seinen Ver­bündeten anbelangt, ist es unmöglich, zu dem statuS quo zurückzu- rehrcn und das allein würde es unmöglich machen, im Bethältnis zwischen Deutschland und seinen Feinben den status guo ante bellum anzuuehmeM WDc können nicht eine so starke und in einer so Ä n ~ stehende Militärmacht ertragen, wie sie durch Dcutichland, Oesterreich, die Türkei und Bulgarien, unter Deutsch­lands Aussicht wirksam verbunden, dargestellt werden würde.

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Die dritte englische Kriegsanleihe.

London, 6. Jan. (WTB. Nichtlnutlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. DieTimes" gibt Einzelheiten über .. ^ r ^ \ e Kri e g sa nleih e, bereu Bettcrg unbe­schränkt sein wird. Es wird danrtt bezweckt, neues Geld aufzutteiben und die 1916 mtfgenommene schwebende Schuld zu konsolidieren. Die Zeichner der letzten Kriegsanleihe von (900 Millionen, die Besitzer der 5proz.' SchLtzobligationen von 335 Millionen, der Oproz. Schatz obligatio neu von 169 Millionen und der Schatzwechsel von 110 Millionen Pfund Sterling iverden ihre Änlagen konvertieren können. Die neue Anleihe wird das größte Fincrnzunternehmen seine: Art sein. Seit Beginn des Krieges hat England drei Will Pfund fiir Kriegszwecke ausgeliehen.

Wilson und die deutschen FriedeuSbedingungen.

Be r l i n, 7. Jan. (WTB.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt unter dem Titel: Die wirkliche Sachlage. Aus einer Begründuna des Grafen Andrassy, deren Wottlaut uns nicht twrliegt, nnrd in der Presse mehrfach geschlossen, daß die deutschen Fric- densbedingungen dem PräftdentaißD i l s v n bekauntgegeben nrorden seien. Die Kölnisck-e Volkszeitüng" schreibt dazu eine Meldung nieder, nach der die Mitteilung unserer Friedensbe- dingungeu an den Präsidenten Wilson tatsächlich erfolgt sei. Das Blatt ist falsch mltecrichtet. Die rvirkliche Sachlage ergibt sick aus unserer Mtwortnote aus die amerikanische Anregung.

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Ein Feftmahk für den znrückgekehrten amerikanischen Botschafter in Berlin.

Berlin, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei einem Festmahl der amerikanischen Handelskammer in Berlin sprach der Staats­sekretär des Innern, Dr. .Heilfferich, über «die Beziehungeiv Mischen Amerika und Deutschland. Die amerikanischen Miuflcute, die hier eine zweite Heimat gefunden und ihr in der Kricgszeit viel Gutes erwiesen hätten, hätten das deutsche Volk vorher in friedlichem Schassen kemren gelernt und den Aufstieg der deutschen Vvllswirtschaft miterlebt. Gleichzeitig und im Austausch der Güter seieir Deuffchland mW Nordamerika groß getvorden. Von 1903 bis 1913 sei Deutschlands .Handel mit den Vereinigten Staaten von! 1400 auf 2425 Millionen Mark gestiegen. Aus ihrer Kenntnis her ­aus seien die Zuhörer gesäit gegen die Mvase von den! deuffchen oder preußischen Militarismus. Der Staatssekretär wies aus Deutschlands Lage inmitten kriegerischer Nachbarn hin und nannte als bleibendes Denk in al von deren Vernichtungs­wut den Rhein und seine engere Heimat, die schöne Pfalz. Damit solche Prüfungen nicht wicderkehttcn, mußte Deuffchlaiw seine Volkskraft planmMg zur Landesvetteidigung organisieren.' Was Frankreichs Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit Pazefismns gewesen, Denffchlands Beharren bei der zweijährigen Militaris­mus? Bor dem Kriege hielt Frankreich aus jede Million Eiinvolmer rund 20 000, Deuffchland nur 12 300 Mann unter den Waffen. Deutschlands Ausgaben für Heer und Flotte seien, aus den Mpf der Bevölkerung berechnet, weit hinter denen Englands und Frank­reichs zurückgeblieben. Zeige nicht der Krieg der Mittelmächte geg^nr eine gewaltige Uebermacht, daß Deutschland berechtigt gewesen märe, seine. Stteitmacht auf den Zwei- und Dreimächte-Siandard zu brin­gen? ?lber dieses übermilitaristische Prinzip sei in England erfun­den, das die halbe Erde und die ganze See beanspruche. Die Aus­gaben stir Friedcnswerke in Dentschland, fast eine Milliarde Mark 1913 für die soziale Versicherung, soviel wie die lausenden Ausgaben für Heer und Flotte und b U Milliarden für das Schulwesen, zeigten, worauf sich das Sinnen und Trachten der Deutschen richte. Der Redner brach ab, um nicht <m dem neutralen Tiscl-e den Eindruck