Nr. 302 Zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntage.
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fbb. Jahrgang
General-Anzeiger für Gberhejjen
Zamstag, 23. Dezember Mb
Zwillingsrundornck und Ver!a^: Brüht'scheUnwersnätS-'^llch-u.St :;n dtzei.
R. Lange, Gießen.
Lchriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei
Schul strafe 7. Geschäf sslelleu. Bering Schristleilung: 112.
Allschrift für Draht.rachrlchtenrAnzeigerLiereir.
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Die Sprache der Lichter.
Uns wird geschrieben:
fJ: Sprache drr Lichter — fast so alt Ivie die
Me nfckb n leibst. Vom ersten vorn Feuetttern auf trockenes Ntoos rwergesprungenen funken führt ihr Weg bis zur modernen elektri-
^ -0 0 nIanlpe rrnd »um farbig blendenden Glühlicktervlallrt.
nL3?L die durch alle Zeitalter, über alle Stufen
der (vesckrchte dlrrch alle Kulürrepochen führt in der Ueberliefe rung, m Büchern, aus Bildern rnrd in der Wirklichkeit der vms Mrs erlebten Uage. Eine Geschichte des Lichtes, die mit dem (teuersten: |um> bat geriebenen hölzern begönne, die Zeiten der rnem- Uird Pechsackeln erzählte, vorn ersten Petroleumlämpchen berichtete ümfr schließlich die mit 0ki3 und Elektrizität aus gestaltete Neuzeck paradieren ließe, märe sowohl technisch mie lfistorisch ein Sw tu ment von keineswegs zu imterschähendern. allseitigem Jnter- ksie. ^Ern besonderes Kapitel aber ergibt die Sprackw des Lichtes bpr Kriegszeit, eine Sprache, die nicht minder einprägsam ist, als tue der Litfaßsäulen imd der Schaufenster im Kriege. Und da jeyt die neue Verordnung über Kohlenersparnis und Verkehrsbe- schränlung den wirksamsten Mschuitt in der Geschichte der Kriegs- lrchbersprache gebracht I>at, erscheint es nicht unangebracht, auch dieses besckxioene Symbol der Zeit prüfend zu überblicken.
Bis zum August 1914 rvar Berlin — wie jede moderne Weltstadt — eine Lichtstadt im wahrsten Sinne des Wortes, wenn es auch nicht wie Paris eingebildet genug war, sich ein Mvnopol auf diese Be Zeichnung znzusprechen. Nichtsdestoweniger waren Linden, Friedrichstrase, Leipziger Platz usw. ebenso strafende Lichterzeilen ,wie die Boulevards an der Seine. Denn so lange Friede herrschte, hatte die Welt keinen Grund und kellie Zieit, ihr Antlitz zu verbergen oder auch nur zu beschatten. Dies unter der Erde, über! deren Aspl?altdecke das rmermüdliche Lürmkvnzett der rollenden Räder, der klappernden Hufe und schleifenden Schritte erbrauste, tief unter der Erde arbeiteten die Motoren, wanden und kreuzten: sich die Kabel, und die dünnen Drähte trugen den enügen Kraftstrom wie Millionenadern eines komplizierten Netzes weiter, bis tzu all den Lichtguellen, die die Stadt in Tageshelle tauchten.
Jede Stadt hatte ihre — den Besonderheiten der Reklame entsprechenden charakteristischen Lichtbilder. In Berlin waren das Charakteristischste die „Manvlr-Kreise", die so hoch über den Giebeln der Häuser blitzartig entflammenden und verschwindenden Leucht kreise, zwischen deren Gefunkel eine nicht minder blendende Rieft »schrift den Rauchern gute Ratschlage gab. Sie waren volkstümlich, diese Ringe, so volkstümlich, datz^ sie in feststehende Redewendungen übergingen, daß man denjenigen „manoli" nannte, den man als übergeschnappt bezeichnen wollte.
_ Bald nach Kriegsbeginn setzten dann die Beränderimgen oder- besser Beschränkungen ein. Die kostspielige Lichtreklame, die sich unter den neuen iBerhältnissen als überflüssig und zu wenig lohneird erwies, verschwand rrach und nach, und als erstes erlosch das Charakteristischste, die zuckenden Ringe über der Weidendammer Brücke und am Potsdamer Platz machten ihrem Spiel ein Ende. Mit zunehmender Kriegsdauer nahm auch die Bescheidenheit der Lichtreklame zu, bis die Dächer nicht mehr in einer roten, gelben, grünen, blauen, violetten und weißen Lohe erschimrnerten, sondern sich unter den Nachthimmel duckten, wie dies Vor 1 oder 2 Jahrzehnten üblich war.
Dabei blieb cs aber dann bei uns mehr als zwei Kriegsjahre lang. Für das Sicherheit-»- und Unabhängigkeitsgefühl unserer Feinde war die Lichterspvache beträchtlich weniger günstig. Unsere Zeppeline ließen an der Seine und an der Themse auch die nicht überflüssigen jLichter auslöschen, und je öfter sie kamen, desto dichteres ’imb ausgebreiteter es Dunkel brachten sie über Feindes- larch. Und immer mehr wußte die Sprache der Lichter zu et* zählen. Sie berichtete von der Verdunkelung Venedigs und schließlich auch von dem Dunkel in und über Bukarest, denn die neuen Feinde wurden .nicht weniger gezwungen, ihr Haupt zu verhüllen, als die alten.
Aber nicht nur Bedrohungen, auch Eroberungen tun sich durch die Lichter kund: Wenn heute in Bnkärest die Laternen wieder sorglos und mit ungefärbten Gläsern brennen können, so ist dres in der Lichtersprache nichts anderes, als der Siegesbericht — der Einnahme von Bukarest. ...
Nunmehr, nach 2 1 /« Kriegsjahren, tritt auch bei uns eine radikalere Verdunkelung ein. Die nur zu Reklanrezwecken eingeschalteten Lichter der Läden und öffentlichen Lokale sind nicht mehr. Aber sie sind nicht der Furcht vor feindlichen Angriffen zum Opfer gefallen. Wir selbst haben sie verlöscht, rrnserem System siügend. das lautet: nicht aus Not sparen, sondern sparen, damit keine stkot eiutritt. Wir laben Kohlen, wir haben Arbeitskräfte —> wir haben Licht in Hülle und Fülle. Aber wir verzichten auch auf diesem Gebiete auf das, was nur Luxus ist. Wir haben nach nne vor mehr Lickst als genug, mehr als Lonoon, Paris und Venedig MsarnmengenoUlmen. Der Anblick unserer abendlichen Straßen, die auch jetzt nur Um eine geringfügige SckZattierung weniges hell sind als sonst, zeigt nach wie vor die Ueberlegenheit unserer) Organisation, zeigt nach wie vor, daß wrr da^irn .cngestört sind, daß lvir keine Gardinen und keine sorgfältig fugenlos gemach- Len Fensterläden brauchen, um unser Licht zu verbergen.
Wir haben einige Lampen ausgelöscht, ans eigenem Antrieb, aus eigenem Ermessen.
llrtb wer am Weihnachtsabend durch die Straßen Berlins wandern wird, wird hinter den Hellen Fenstern den milden Kerzrn- glanz der Weihnachtsbäume erblicken. In Paris, London und Venedig wird man dritter sorgfältig herabgezogenen Gardinen um den Weihnachtstisch sitzen: bei uns aber dürfen die Weihnachts- lichber nach lvre vor ruhig weithin ius Freie leuchten.
Und das ist nicht die schlechteste Aeußerung unserer Lichtersprache! . . .
Zur Hrage der rumänischen Getreidevorräte.
Die bekannte englische Zeitschrist „The Spectator" schrieb am 2. Dezember 1916 im Zusammenliang mit der immer schwieriger »verdenden englisckren Nahrungsmittelversorgung: „Der große Lebensmittel organisator muß den. Erdball „anskämmen", um Nahrmrgsmitteloorräte zu erhalten." Eine eigentümliche Jlronie des Schicksals will es, daß in dem Augnblicke^in welchem den Aus- hunaerern De'ntschlands diese unangenehm« isitnation ihrer eignes Versorgung zur peinlichsten Gowißheit wird, wir, die mau aushungern wollte, in den Besitz einer der fruchtbarsten Getreide- distrrkte Europas gelangt sind.
Allein, nichts wäre verfehlter, als die wirtschaftlichen Wirkungen der Eroberung der Walachei auf unsere Nahrungsmitteloersor- gung allzu optimistisch einzuschätzen. Die Ziffern über die Getrerde- vorvate, welche Rumänien am 1. Juli 1916 besaß (1600 000 Tonnen, sowie diejenigen über die diesjährige Ernte (4 400 000 Toni- tten) könnten aber leicht zu einem solchen Opllmrsmus führen, wenn man sie so himrüminL, wie sie auf dem Papier stehen. Diese Ziffern legen freilich, besonders ftir die allgemeine Orientierung, ein wichtiges Zeugnis für die Fruchtbarkeit der von uns besetzten feindlichen Gebiete ab, aber eine andere Frage ist es, ob wiv hieraus unmittelbare Schlüsse auf die Weiterentwickelung unserer Getterdeversorgii.ia im Kriege ziehen dürfen. Noch wissen wir nicht, welcher Teil denn um einen solchen kann es sich nur bandeln! von den genannten Julibeständen noch übrig
und wieviel von diesem Teile in unsere .Hände gefallen ist oder noch fallen wird. Was aber die jetzige Ernte angeht, so ist ebenfalls zu bedenken, daß wir bisher nur einen Teil Rumäniens, wenn auch den fruchtbarsten, erobert haben, daß nicht unerhebliche Bestände von den Rumänen und vor allen: von den Rüssen vernichtet sein werden und daß das rumänische Heer sicherlich einen starken Verbrauch aufgewiesen hat, der einen besonderen Abzug von den Be-* ständen bedeutet. Alle diese Momente sind vorläusig noch zumindest „Ilnsicherheitsfaktoren", welche jede Berechnung auf Grund von früheren Beständen Und Ernteermittelungen als theoretisch erscheinen lassen. Erst, wenn wir wissen, was wir tatsächlich an Getrerde- Vvrräten in Rumänien in Händen halten, kann eine sichere Beurteilung der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Postens unserer Getteideversorgung vvrgenommen werden.
Selbst aber, ivenn jene Bestände so reichlich sind, wie wir hoffen, bleibt zu bedenken, daß auch die Air so rderun gen an jene Bestände im Wachsen sind. Auch unsere Verbündeten benötigen Brotgetreide, wo es nur beschafft werden kann. (Immerhin nxwden roir vielleicht in der Lage sein, unsere Futternrittelversorgung etwas zu steigern und dadurch den Fett- -rnangel zu lindern. Tenn werur von einzelnen Seiten gefragt wardeu ist, ob wir nicht durch höhere Ausmahlung des Brot- getreides^ (bis zu 97 o/ 0 ) mehr Brot erzeugen könnten, so ist diese Frage leider deshalb zu verneinen, toeil wir die Kleie unbedingt für unsere Viehzucht, zumindest bis zum nächsten Frühjahr, benötigen. Um so wichtiger wäre es, wenn wir durch die rumänischen Bestände unsere Futtermittel vor rate ioährend des Winters etwas ausbessern könnten:
Tie hier gemachten Bemerkungen sollen nicht unsere große Freude über die Bedeutung des eroberten Rumäniens für unsere Ernährung, welche ja auch in feindlichen Blättern unumwunden anerkannt wurde, herabmindern. Sie sotten mrr einem unge-i rechtfertigten Optimismus Vorbeugen. Nicht nur wir, sondern mich gottlob unsere Feinde, aber auch die Neutralen, ja selbst Korrrkmirmern der Welt wie Oie Vereinigten Staaten von Amerika stehen unter dem Zeichen einer Teuerung, mekfte noch lange nicht behoben werden wird. Auch die Engländer gaben sich seit langem iimner wieder der Hoffnung hin, daß es mit dev Teuerung irr ihrem Lande wieder einmal besser werden könnte. Bald waren es Riesenernterr in Nord-Llurerika, bald die in Australien lagernder! Vorräte, bald die von der Regierrrng geä-arterteft Schiffe, welche Erleichterung bringen sollten. Alle diese Hvff- nyngen sind regelmäßig fehlgeschlagen. Heute kostet Weizen in Errgland bis zu 410 Mark, die Tonne gegen 260 Mark in Berlin und gleichzeitig sind alle übrigen Nahrungsmittel einer gewaltigen Preissteigerung unterworfen. Auch Mais kostet heute in England ca. 300 Mk. die Tonne, ca. 150 °/o me ln als im Frieden. England aber hat urrs gegenüber den Nachteil, daß es sich bezüglich seiner dtahrnngsrnittel auf andere verlassen muß, während wir zwar kncchpe Vorräte haben, aber zumindest wisserr, w a S wir haben: wir haben ferner seit nunmehr zwei Jahren Organisationen, welche die Verteilung unserer Vorräte über das ganze Jahr und an jede berechtigte Person im Deutschen Reiche vornehmen.
England steht mit seinen neuesten Maßnahmen zur stärkeren Ausmahlung des Getreides, Bestandsaufnahmen und dergleichen organisatorisch erst dort, wo wir zu Ende des Jahres 19 14 standen. Ob es England gelingen wird, die Organisatton rasch und wirksam Wetter auszubttden, muß sehr ftaglich erscheinen, vor allem wett jetzt in England alle Lebensrntttel von der Teuerung erfaßt sind. Wtt stehen jedoch dank unserer frük^ettigen Organisation auf einer sicheren, werrn auch schmalen Basis. Gerade deshalb aber ist zwar jeder Pessimismus unangebracht, aber ein allzu großer Optimismus gegcmüber diesem oder jenem erfreulichen Ereignis in unserer Kriegsernährnng könnte uns anderersetts allzu leicht von der bewährten Bahn größter Vorsicht in unseren Berechnungen abbringen. Gerade aber England gegenüber, loelches in alle seine Berechnungen die immer erfolgreicher wirkenden Taten unserer tapferen "U-Boote als den größten Unsicherhettsfaktor einzustellen hat, ist die Sicherheit dessen. n>as wir haben, unser größter Vorteil. Zur Erhalturrg dieser Sicherbett aber ist, so lange der Krieg währt, immer eines erforderlich: daß »vir ohne Ueberschätzung mit größter Vorsicht. Strenge und Sparsamkeit unseren Wirtschaftsplan im Kriege nach denjenigen Vorräten bemessen, welche nur tatsächlich haben.
Aus Stuvt und Land.
Gießen. 23. Dezember 1916.
** Pers ona. lna. chr'ichten. Der Groß her zog hat am 20. Dezember l. I. dem Pfarrverwalter Heinrich Weber in Wendelsheim die evangelische Pfarrstelle zu Groß-Felda übertragen. — Der Großherzo^ hat am 13. Dezember d. I. dem Vortragenden Rat im Königlich preußischen Ministers urn der öffentlichen Arbeiten Gel)eimen Oberregrerungsrat Wilhelm W e l ck e r in Berlin den Charakter als Wirklicher Geheinrer OberregierungSrat verliehep. — Jü den Ruhestand wurden versetzt: der Rangiermeister Johannes Gundermann zu Wvrin und der Bahnwärter Mathias L e i ß - ler zu Worms^Psiffligheim, beide in der Hessisch-Preußv- schen Eisenbahngemeinschaft, vom 1. Januar 1917 au.
**DerhiesigeOrtsgewerbeverein richtet mit dem 1. Januar 1917 für seine Mitglieder und deren Angehörigen eine Beratungsstelle für soziale Angelegenheiten, Steuerfragen usw. ein. Die Beratungen, die unentgeltlich erfolgen, sollen vor allem das Gebiet der Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung umfassen, außerdem die K r i e. g s v e r s o r g u n g (Kriegswitwen- urrd Waisen- aeld, Kricgselterngeld, einmalige Zuwendungen usw.) sowie Löhnungsfragen, Unterstützung der Angehörigctt der Kriegsteilnehmer, Kriegswochenhilfe usw. Weiter steht die Beratungsstelle in S t e u c r f r a g e n, sowie sonstigen geschäftlichen Angelegenheiten (Aufstellung der Lohnnachweise, Anmeldung von Betriebsunfällen usw.) zur Verfügung. Die S p r e ch ft u n d e n der Beratungsstelle finden Mittwochs und Sonntags von 1—2 Uhr im Gewerbehaus, Kirchstraße, statt. Mit der Leitung der Beratungsstelle wurde Berufsgenossenschaftssekretär H. Kirchner dahier betraut.
** O b e r he s s i s ch e r K u n ft v e r c i n. Die gegenwärtige Ausstellung verbleibt noch bis zum 31. d. M. und ist geöffnet morgen Sonntag und am 2. Feiertag von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen, an den näckiftsolgenden Tagen von 11 bis 1 Uhr. Verkauft wurde noch von Paul Ehren- berg, München, ein Oelgemülde: „Vor der Jagd".
** E i n Freiballotr trieb gestern morgen gegen r/z12 Uhr in erheblicher Höhe über unsere Stadt in der Rrch- tttng nach Marburg.
** Weihnachtsfeier im Gur ui sonlazarett. Auch im alten (tzarnisonlazarett in der Braugasse Hutten sich gestern abend die Leitung des Reserve-Lazaretts I, das Pflege nnd Bnrean Personal, Berlvn'.rdete und Kranke bei
strahlendem Lichterbanm zu einer Weihnackttsfeier und Bescherung zuscrrmnengesundeu, die bei reicher Abwechslung stimmungsvoll und yarnronisch verlies und allen Beteürgteu einen genußreichen ?lbend verschaffte. Mit ergreifenden Worten trug Herr Pfarrer Schwabe dem Zeitgeiste Rechnung und wies unter anderem auch besonders auf vie rege, segensreiche Tätigkeit des Roten Kreuzes hin. Wie in anderen Lazarettetr war es auch: hier dank der reicheu Zuwendungen rurö Bemühungen des Zweigvereins vom Roten Kreuz Gießen und seines verdienten Vorsitzenden Herrn Landgerichtsrat Wiener möglich, einen jeden mit Geschenken zu bedenken und ihm eine Freude zu bereiten.
** Die Aufführung der K l e i n k i n d e r s ch u l e unter Mitwirkung von Fräulein Mina Körner, Vlusit- lehrerin, und ihren Schülerinnen hat am Dienstag, 19. Dez,., so großen Beifall gefunden, daß sie auf Wunsch des Publikums nott)mals am 26. Dezember, nachrnittags 3 Uhr, im Katholischen Vereinshaus wiederholt wird.
** Gedenket der Vögel auch während der Kriegszeit! Eine treue Gehilftnschar ist die Vogelwelt dem Landmann und dem Gärtner, und schon aus diesem Grunde bedarf sie des Schutzes, dem aber eine ganz besondere Aufmerksamkeit im Winter zu widmen ist. Eine Winterfütterung ist dringend geboten, namentlich dann, wenn Stämme, 9lefte und Zweige von einer Eisrinde überzogen sind und die insektenfressenden Vögel ihr Futter, die in der Rinde verborgenen Insekten und die Larven und Eier, nicht erreichen können. Im allgemeinen bedürfen die Vögel der künstlichen Fütterung nur bei und nach gewissem Witterungswechsel, so besonders bei eintretendem Wirbelschnee, Rauhreif und Glatteis. Dann aber genügen infolge des außerordentlichen raschen Stoffwechsels unserer Kleinvögel oft wenige Stunden der Entbehrung, um große Massen von Meisen, Baumläufern, Kleibern, Spechten, Goldhähnchen u. a. m. zu vernichten. In Anbetracht der Wichtigkeit der nächstjährigen Ernte, zu deren Gedeihen auch die Vogelwelt beiträgt, sei deshalb jeder Vogelfteund gebeten, sich des Vogelschutzes durch Gewährung von Futter in der Winterzeit auzunehmen.
** I m Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34, wird über die Feiertage ein auserwähltes Festprogramm gespielt. Ab heute bis 1. Feiettag Stuart Webbs in seinem neuesten sensatronellen Detektivabenteuer in 4 Allen „Die Reise ins I c n s e i t s". In der Hauptrolle der so beliebte Kinodarsteller Ernst Reicher. Dazu ein auserlesenes Beiprogramm. Ab 2. Feiettag bis Freitag, 29. DeM.: Henny Porten, der gefeierte Liebling des Publi- kurns: „Das wandernde Licht" in 4 Akten, nach einer Novelle von Ernst Wttdenbruch. D<tzu das sehr gute Beiprogramm.
Kreis Schotten.
** Groß-Eichen, 23. Dez. Heinrich Bär, Maschinenschlosser in der 1. Maschinengewebr-Mmpagnie, Regiment 28, Besitzer des Eisernen Kreuzes, wurde bei schweren Kämpfen nrtt der Hessischen Tapserkeitsmedattle ausgezeichnet und zum Gefretten befördert.
Hessen-Nassav.
g. Fulda, 22. Dez. Der 17jährige HÄf^vangierer Arnold aus dem Naksibardorse Marbach geriet gestern ans dem hiesiges Personenbähnhose insvlge eigener Unvorsichtigkett zwischen die Puffer zweier zusammen stoßender Eisenbahnwagen. Er erlitt schwere innere urrd äußere Verletzungen, die nackr kurzer Zeit seinen Tod in dem Landkranken bau ft herbeifühtten. — Zum Feueranzünden in dem Ofen der Gepäckabftttigung des Bahnhofs benutzte der Bahnarbeiter Kranz gestern nnoott'rchtigerweift Spiritus. Ter Inhalt der Kanne explvdiettc und dft Flarnnren ergriffen seine Kleider. Mit schweren Brandwunden wurde er in das hiesige Krankenhaus überführt.
rpielplan der Gietzener Stadttteatek».
Direktion: Hermann Steingoetter.
Freitag, den 29. Dezember, abends 8 Uhr. (außer ?lbonne- ment), bei kleinen Preisen: Lndwig Thoma-Abend: „Tie kleinen Verwandten." Hierauf: „Ticküers Ehrentag." Znm Schluß: „Braut chau.E Ende 10^ Uhr- Sonntag, den 31. Dezember (Silvester), nachmittags 3'/, Uhr, bei Volkspreisen: Kinder-Vorstellung : „Das Märchen vom Daumenlutscher* oder „Wunderbare Erlebnisie des kleinen Konrad inr Lande Trrpstrill.* Ende gegen Uhr. Montag, den 1. Januar 1917 (Neujahrs, nachmittags 3*/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Der Brrrsche des Herrn Oberst.* Ende gegen 57 4 Uhr. Abends 77, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt): „Robert und Bertram* oder „Tie luftigen) Vagabunden." Ende 10K Uhr. — In Vorbereitung: »Was Ihr wollt.* — ,Ros, Berndl." - „Könige."
Spielplan der vereinigten Sraitffurter Staötlhearer.
Opernhaus.
Sonntag, den 34. Dezember, geschlossen. Montag, den 2b. Dezember, nachmittags 3 Ubr: „Max' und Lieselchens Weihnachts«
reise." Abends 6'j. Uhr: „Carmen." Dienstag, den 26. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr: „Max' und Lieselchens Weihnachtsreise.* Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: ^Die Schneider von Schönau * Komische Oper in 3 3lllen. Btnsik von Jan Brandts-Bups. Mittwoch, den 27. Dezbr., nachmittags 3'/, Uhr: „Max' und Lftselchen, WeihnachtSreise." Abends 7 Uhr: „Das DreimäderlhauS.* Donnerstag, den 28. Dezeinber, nachmittags 3 1 /, Uhr: „Mar' und Lieselchens Weihnachtsreise.* Abends 7 Uhr: „Violetta." Freitag, den 89. Dez., abenos ft'/, Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg.* Sanrslag, den 30. Dezeinber, nachmittags 3'/, Uhr: „'Max' und Lieselchens Weihnachtsreise.* Abends 7 Uhr: „Die Fledermaus." Sonutag. den 31. Dezeinber, nachmittags 3'/, Uhr: „Max' und Lieselchens Weihnachtsreise." Abends 7 Uhr: „Der Schneider von Schönau/ Montag, den 1. Januar, nachmittags 3 Uhr: „Max' und Lieselchens WeihnachtSretse.* Abends 6\', Uhr: „Tannhäuser/ Schauspielhaus.
Sonntag, den 24. Dezeinber. geschlossen. Montag, den 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr: „Liliom." Abends 7' , Uhr: Zum erNen Male: „Könige." Ein Schauspiel in 3 Auszügen voir Hans Müller. Dienstag, d»n 26. Dez, nachmittags 3 l / t Uhr „Alt- Frankfurt." Abends 7*/, Uhr: Zum ersten Male: „Wienerrnnen.* Lustspiel in 3 Akten von Herinanir Bahr. Alittwoch, den 37. De:., abends V/, Uhr: „Wienerinnen.* Donnerstag, den 88. Dezember, abends 7 Uhr: „Wilhelm Tell.* Freitag, ' den 29. Dezember,
abends 7 Uhr: „Viel Lärm um Nichts.* SanrSlag. den 30. Der abends 6'/, Uhr: „Peer Gpnt.* Sonntag, den 31. Dezember, nach ittags 3U, Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends 7'/. Uhr: „Wienerrmien." Alontag, den 1. Januar, nachinittag« 3 Uhr .Glaube und Kein,ai Abends 6V, Uhr: „Peer Gynt.*
Märkte.
Wietzen, 33. Dez. Marktbericht. Auf dem bellt, Wochenmarkt kostete: Butter da§ Pfund 0,00—0,00 Mk.- Hüb
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