Br. M
Drittes Blatt
166. Jahrgang
mit Ausn ah me des Sonntags.
^Otetzese» Ki»i«e,br8tter" werden dem „Jln^eiflcr' viermal wöchentlich beigsiegt, das J tluH Mdt fSr den Xvets • Ajetzen" zweimal »Setentbich. Die ..L«>d«irtjchaftUchen Leit- fta-T»^^ erjchetnen monalttch zweimal.
siehener Anzeiger
KeWeeÄ-MzeiW' fm Ktzechchen
Zainstag, 16. September 1916
Notation«dri»ck und Berlaq der Brühllche» Univerfilüts - Buch- »md Steindruckerei.
N. Lange, Gießen.
Schrfitlsitnng.Geschättsstellett.Druckeret: Schul» straße7.SZeschLltSstellc u.Vcrlaq:EEü1.Schrift- leitungr «^»^112. Adresse sür Drahtnachrichten.' Anzeiger Gießen.
H
Vas neue Wirtschaftsabkommen mit der Schweiz.
Der dieser Tage bekannt gewordene vierte Nentrnlib'its- bericht des schweizerischen Bundesrats enthält rwch keine Angaben Wer das neue Wirtschaftsabkonrmen mit Deutschland. Dieses Abkommen steht kn.rz vor dem Abschluß und soll noch iit dieser Woche veröffentlicht werden'. Mrr eine kleine Stelle in dem jWgsten Nentralitätsbericht wsist andeu-tungsweise crttf das Abkoinmeir hin, nmnlich der
K us, der die Ltnsfiuhr von Zuchtvieh betrifft. Diese Aus- war im Jtzmi Und Ulli fast vollständig gesperrt und erst Ende Angiust im Austausch für Waren ivieder gestattet. Der große Mndviehbestand, der den des Wahres 19 U um 172000 Stück übersteigt, gestattet die Ausfuhr einer bestimm- len Anzahl von Tieren ohne BeeintviWtigung der Inlands- Versorgung. Fit dieser ?krsfuhr des schweizerischen lieber- schnsses Ivan Zuchtvieh, habeit'tvir de n Schlüssel zU der g l i'i ck - j i cde n Lö su n fj des deutsch-sschtotez.erischeir Problems. Man fand diesen Schlüssel, aber er öffnete die Tür zu größeren Möglichkeiten. Als die Schweiz jene Abmach im gen mit der Entente einging, die die Gründung der S. S. S. zur Folge hatte, hatte sie das Recht, auzuuehmen, es werde ihr gestaltet sein, eine gewisse Menge von Waren, die sie über Frankreich bezog, zu Komvensationszwecken an Deirtschlarrd kveiterziw rven. Niemand zweifelte daran, daß die an sich geringe jener Waren während des ganzen Krieges zu diesem zur Derfllgung stehen werde, und darauf gestützt, hat schlaud der Schweiz Kompensatiotrswirren geliefert, da auch in Berlin diese Auffassung herrschte. Allein die Schweiz Var leider nicht imstande, entsprechend den Lieferungen Deutschlands ihren Verpflichtungen nachzUkommen, da die Entente die Ausfuhr nicht gestattete. So kam es, daß Deutschland der Schweiz Waren irrt Werte von etwa 17 Millionen Keferte, für die die Schweizer die Kompensation schuldig Weitert mußten. Darauf erfolgte die deutsche Note, die den Schweizer Bnndesrat veranlaßte, in Paris das Aeusierste zu versuchen, um die notwendigen Zufuhren aus Frankreich Au erhalten. Das Resultat ist bekannt. Die Entente setzte der Schweiz unter allerlei schönen Versichernngeir der Shmpathie das Messer an die Kehle: „Führst du weiter aus, so sperren wir dir alles!" Was galten noch die alten Verträge, die der Schweiz freie Zufuhr verbürgten? Macht geht vor Recht, und die ScPveiz lies Gefahr, das Opfer dieses bekannten Grundsatzes des Vierverbandss zu werden. In dieser furchtbaren Zange wandte sich die Schweiz wieder an Deutschland und dieses ging bereitwillig auf die Berner Verhandlungen ein. Die erste Schwierigkeit, die ans tent Wege zu räum eit war, bestand darin, daß Deutschland erklärte, Kohlen und Eisen -war nicht als Kourpensationswaren ansehen zu wollen, an diesem Standpunkt aber nur solange festhalten zu fömtert, als der vereinbarte Austausch von jenen anderen Waren vor sich gehe, die man seinerzeit zu diesem Zwecke ausgolvählt hatte. Daoaufmußten die Schweizer erwidern, daß sie einfach nicht imstande seien, jene Abmachung zu halben, daß sie aber alles aufbieten wollen, den Ausfall auf anderem Wege zu decken. Mit anderen Worten: Der Ausfall der von der Entente gelieferten Waren für die deutsch-schweizerische Kompensation müsse aus der eigenen schweizerischen Produktion ersetzt werden. Diese eigene Produktion — und darin bestand die zweite große Schwierigkeit der Verhandlungen — kann aber, auch wettn man alles erdenkliche zusammerrcechnet, kaum soviel fein, als die Schweiz von Deutschland erhält. Hätten die deutschen Unterhändler am Grundsatz der gleichen Werte festgehalten, so wäre man wohl nie zu einem glücklichen Ende gekommen. Wie man sich nun geholfen hat und wie beide Teile nach Möglichkeit befriedigt
wurden, das wird das neue Abkommen, das in diesen Tagen veriözssentlicht werden !v>ird, genau auftveiseu. Die Schweizer, das hat sich bei den Verhandlungen wieder gezeigt, sind ein hartes Geschlecht, das sich nicht gerne etwas vergibk. Znitt Bitteit sind sie von allersher zu stolz gewesen. Aber sie haben itt ihrem mchrechten Sinn dem Deutschen Reiche das Zeugnis nicht verweigert, daß es im Gegensatz zu der niederträchtigen und feigen Art der Entente bei der ganzen Kompensations- frage vornehm und großzügig handelt. Es hat der Schweiz trotz der Streitfragen fortlaufend täglich 10000 Tonnen Kohlen ohne jegliche Kompensation geordert und diese Kohlen in seinen eigenen Wagen geliefert, während der Vierverband deri Schweizern nicht sinmal gestattet, ihre in Arne- rika gekauften Waren iit ihren eigenen Wagen abholert zu lassen. Deutschland hat sachlich und freundschaftlich verhaw delt, die Entente hat immer wieder versucht, durch falsche und verzerrte Darstellung der Verhältnisse das Schwetzer Volk feindlich zu beeinflussen. Wer iit diesem gröißten Kriege ehrlich ficht und wer mit Lüge und Verleumdung lampst, das haben die Schweizer in ihrer neuesten Notlage deutlich erkannt. Und auch diese Erkenntnis wird ein wertvoller (te- winn der letzten Verhandlungen seilt.
<sterichtssaal.
rz. Leipzig, 14. Sept. Mi t d ein Begriff des Beamt c n v e r g e 1) ens hatte sich das Reichsgericht zu beschäftigen in einer Sache gegen den Oberposlschafsner Karl Scheid, der vom Landgericht Gießen ant .30. Juni wegen Amtsvergehens (Unterschlagung im Amte) nach 8 350 St. G. B. zu 9 Monatett (tefmtgnis fK'rurtci£t lvordeir ist. .Zwei Mitangeklagte, die gleichfalls verurteilt lvordeit sind, tomnden für die Revisiousvertente lang nicht mehr in Frage, da sie sich bei dent gegen sie ergangenen, Urteil zufrieden gegeben haben. Ter Angeklagte hatte in seine.- Eigenschaft als Oberpostschaffner auf dem Bähnhof die Verladung der Postpakete in die Postwagen der Eisenbahnzüge unter sich Wie ihm zur Last gelegt worden ist, l>at er wnschiedene, ihm iit seiner Eigenschaft als Beamten onvertrante Pakete unterschlagen oder imbsingterweifi geöffnet und eines Teils ihres Inhalts) beraubt. Es handelt sich dabei nur Päckchen mit Kakaopulver, Tafeln Schokolade, Tabak und Zigarettenpapier. Abzüglich der Päckchen Tabak I>atte er zwar zu seiner Verteidigung behauptet, diese habe er aus dem Bahnsteig gefunden: dtos ist ihm jedoch nicht geglaubt worden. Auch eine Notlage I>at das Gericht nicht für vorliegend erachtet. Obwohl es sich nur um Nahrungs- oder Genuß wittel im Werte von etiva 5 Mark liaudelte, bat das Gericht doch nicht eine leichte _ Übertretung im Stmtc des § 370 Ziffer 5 St. G. B. für vorliegend erachtet, sondern ein Vergehn im Amte nach 8 350. Ueber diese Auffassung beschwerte sich der Angeklagte in seiner Revision, die er gegen das Urteil eingelegt tette. Die Feststellungen. so meinte er, seien ividerspructevolt und reichten nicht aus, wn die Auitahme eines Beamtenvergehens zu rechtfertigen. Zn Unrecht sei unberücksichtigt geblieben, daß es sich lediglich um Ncchrungs- oder Genußmittet im Werte von nur 5 Mark und zum alsbaldigen Verbrauch liaudelte. Ta Diebstahl oder Unterschlagung derartiger (tegenstände .gemäß 8 370, Ziff. 5 St. G. B. als Uebertretnng nur mit (teldstrafe oder Haft bedroht ist/ so sei er durch die Nickttanwendnng dsthes Paragraphen benachteiligt. Aitch rügte er, es sei zn Unreckit nnberiicksichtigt geblieben, daß er ans Not gehandelt t>abe. Das Reichsgericht hielt indessen keine der Rügen für begründet: der Angeklagte sei Beamter im Sinne des (Heftes geivesen und sei desl>atb mit Neckst ohtoj Rücksicht aus die Menge und den Wert der nnterschlageiten Gegenstände wegen Unterschlagung iin Amte verurteilt wordeit.
Tlirchlrche Nachriehte«.
Evangelische Gemeinde.
S o n n t a g, d e n l 7. S e v t e m b e r, 13. nach Trinitatis.
Gottesdienst. Inder Stadtlirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus
der Markuögenteiiwe. Vorin. 9‘/ a Uhr : Pfarrer M a h r. Beichte und heil. Abendinahl für RiatthänS- und MarknSgeineinde. Anmeldung vorher bei dent Pfarrer jeder Geitteinde erbeten. Vorin. 11V« ltf)r: Milttärgottekdiensl. Nachm. L Uhr: Kinderkirche iür die MatthänSgemeinde. Pfarrer Nt a h r. — In der Johannerkirche. Vorin. 8 Uhr: Pfarrer A u L f e l d. Zugleich Christenlehre für die Netlkonfirntierten auS der IohaniteSge»netnde. Dorm. Uhr: Pfarrer B e ch t o l S h e i m c r. Vorm. 1L Uhr: Ktnderkirche für die LukaSaemeinde. Pfarrer B e ch t o lS h e im er. — Mtttwocl), dert 20. Septentber, abends 8 Uhr: KriegSbetstunde. Pfärrer B e ch t o l S h e i m e r. Sonntag, delt 24. September, findet im HauptgotteSdienft Beichte und heil. Abendinahl für die Lukas« tind IohaltlteSgelneiitde genteittfain statt. Anmeldungen vorher bei dent Pfarrer jeder Gemeinde .erbctett. An bcmfclbeit Tage tvird in beiden Kirchen eine Kollekte für die evangelische Beivegtlllg iit Oesterreich erhoben werden.
Kirchberg: Sonntag, deit 17. Sept., vorin. 10 Uhr. 11 Uhr: Christenlehre sür die männliche Jugend. — Mainzlar: Soniitag, dert 17. Sept., nachm. 1'/, Uhr. Dfiltivoch, de»t 20. Sept., abcitbf 9 Uhr: Krtegöbetstnnde. Dekali Guß m a tt n.
fr-.i - -- -—' w fct. U'lfti Ulfe:
ttathollsche Gemeinde.
G o t t e 3 d i e n st. Sa iit Stag, bc it 16. September:
Nachm, b Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zitr heil. Beichte. S o tt tt t a o, b c it 17. Sept., 14. Sonntag n a ch P f t,t fl ft c n.
Vorm. 6'/, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. Vtefte. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militär- gotteödteltst. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre, darauf fakranteittalische BrliderschaftS-Andacht. - Dienstag und Freitag, abends 8*/, Uhr, ist Kriegsbittandacht.
Diaspora-GotteSdienst am 17. Sept.: In Hunacn 8 Uhr. In Ltch 9* Uhr.
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Kauft and Wissenschaft.
— Tie Uraufführung eines Traumspiels. Aus Dresden wird uns geschrieben: Das Alberttheater brachte an Stelle des von der Zensur verbotenen Dramas „Der Sohn" von Hasenclever Paul Franks .phantastisches Stück „Ter Mandarin" zur Uraufführung. Der Wümer Paul Frank, der begabte Verfasser und Mitverfasser geschickter Lustspiele, hat in diesen „sieben Bildern aus einer anderen Welt" Kühnes gewagt. Aber er hat doch nur trotz einigen gut geschauten Bildern eine leere Szenenneihe eines literarischen Varicteketckst! geschri-eben. Der Mandarin — es könnte auch irgend sine andere fftgur aus irgend einer anderen Welt" sein — ist sin Dämon mit überweltlichen Kräften, ein Mephisto, der sich iit den Dienst großer Liebeshelden stellt, um Ihnen jede begehrte Frau augenblicklich zu verschaffen. Dieselben Dienste, die er sinst Ton Juan und Casanova erwies, widmet er jetzt dem modernen Lebemann, dem neurasthenischen jungen Frsihenn von Storni. (£r ment ihm gnt, bis der junge Herr seiner überdrüssig wird, bis er den mühelosen Genuß, dieses „Glück ohne Kampf" zu ver- abscheueit beginnt. Älber er ist dem Diener verfallen. Es gelingt chm nicht, sich aus seiner Mackst zu befrsien, aus signer K^rast zu handeln, nnd er bricht verzwsifelt zusammen — um im '3mit* teufe aus seinem Traum zu erwachen. Paul Frank verdirbt sich s««e nicht temperamentlose Bildersolge mit diesem Schluß, der dtsie Lozenen und Kämpfe zu Halluzinatiorren eines Nervenkranken macht. Er verdirbt sich ssine Szenen auch damit, daß er die Mhchoanalhse Freuds bemüht. Das Ganze blsibt sin vages, sinnloses Spiel, das unsicher zwischen Groteske, Tragödie, Tragü- vomödte schwankt. Es ist schade um der gsistteichen Beziehungen Witten, d-te öfters ausblitzen und die geschickte Theatermackie beleben. — Dte Ausführung unter Lichos Regie traf eine traumlwste phantoisische Stimmung ausgezeichnet. Die Hauptrolle des nervenkranken Frsiherrn spielte Hans Steiner mit Takt und Temperament. Er trug den freundlichen Erfolg dieser Uraufführung. A. G.
Eine Versteigerung alter Urkunden in Stockholm. Wie aus Stockholm berichtet wird, findet am 16. September dort sine Versteigerung seltener Urkunden und Harrdschsiften statt, die sich insgsiantt über die Zsit von beinahe steten Jahrhunderten erstrecken. Das älteste Stück der Sammlung ist sine päpstliche, Bulle aus dem Jahre 1233, sins der schönsten trnd wohl auch toftbarsten, sine BibelHandschrift aus dem 15. Jahr- huntert, die 76 prachtvoll ausgeführte Initialen mit goldenen mtb farbigen Miniaturmalereien enthält. Ferner enthält das Ver- sletOeimngsverzsichnis einen Ehevertrag aus dem J-ahre 1339, sinen ongttstten Königsbrief mit einem Mlde der Königin Elisabech, eine P»«M»lle ibalienische Doktornrkunde aus dem Jahre 1629 und sine des Ordens von Oliva mit oen Unterschsiften von 55 Ordensvatern. Eine besoirdere Abteilung der Verstetgenmg tewen 1 / Autogramme, darunter solche von den sächsischen Königen Eguft I. und Auguft II., und von Herzog Ludwig dem Reichen von zöayern (aus dein Jahve 1471), ferner auch sin paar Autogramme
aus der (tegenwart, so sin Brief des norwegischen Tondichters Edlvard Grieg und eine Handscliirift des norwegisckun Marchen- sainmlers Asbjörnsen.
~ r Ter Läusekäfig. Der Läusekäsig ist sine durchaus ernstliast zu nehmende Erfindung: es handelt sich dabei um sine kleine Vorrichtung, die dazu gedient l>at, das letzte Glied den Kette zu sichern, durch die der Nachweis erbrackst ivurde, daß der Erreger des Flecktyphus wirklich die Rickettsia Prowazeki ist, dte sttocba-Linta als den Krankl-sitserreger angesprochen liat. Von diesem Läusevifig und ssiner Anwendung berichtet der Hamburger Forscher Pwf. Martin Mayer in den bei Julius Springer in Berlin er scheinen dort „Natimvissenschafteir" in einem Lüissatze, der die letzten Ergebnisse der experimentellen Flecktyphusfvrschung zusammenfaßt. Nachdem es Rocha-Lima und dem inzwischen oer- stdrbenen Forscher von Prowazick gelungen war, in den Läufen der Flecktyphttskramken die kleinen Erreger attfzufindett, war cs noch nötig, zur völligen Sicherstellung nachzuweisen, daß gsimide Läuse, dte das Blut Flecktyphuskranker sinsaugen, sich dabei infizieren. Die Technik zu.diesen Versuchen hat die Forsck-erin H. Sikvra vom Hamburger Tropeninstitut ausgoarbsitet. Sie baute nämlich zum Ansetzen der Bersuchsläuseaufklappbare Kästchen aus Galalith- platten, die mit fsinster Müllergaze zum DurchsteckMt bekleidet sind und wie sin Armbaitd Migeschnaklt werden können. Bet der Beobachtung der Läuse in diesen Läusekäfigen hat mmi nun die Bestätigung finden köirnen, daß gesunde Läuse durch das Blut Flecktyphuskranker die Rickettsien erwerben. Es zsigte sich, daß die Läufe mintesteas zwsimal täglich Menschenblut saugen müssen, wälirend das Blut der Meerschwsinck-<n, Mäuse, Kaninchen und anderer gebräuchlicher Versuchstiere sür sie fast unverdaulich ist. Ter Läusebiß verursacht nur sehr wenig oder gar keine Schmerzen und mir bei wemgen Leuten treten lsichte Hautentzündungen als Folge auf. Man kann hundert Läuse in sinem Käfig ohne wsiteres selbst bei .Andern ansetzen. Ta nach ettva sechs Tagen junae. Larven aus den abgelegten Eiern ausschllipfen, nrüssen diese alle vier Tage enffernt imd in Käfige mit entsprechend engeren Maschen gelegt Inerten. ^Nochu-LiMa nahm nun gesunde Läufe aus Hamburg, also einer slcckfteterfrsien Gegend, nach Polen mit, um sie ant Fleckfieberkranken saugen zu lassen. Er tonnte bsi solchen Läusen dann die erfolgte Infektion sestftellen, während Läuse aus der glsichen Gruppe, die nur bsi Gesurrten oder mr anderen Krankhsiteg Leidenden gesogen hatten, frsi von den Parasiten blieben. Es stettte sich firner heraus, daß die Entwickelung der Rickettsien in der Laus von .der Ternperattrr abhängig ist. So lange Mochw-Lima die zweimal tägttch gefütterten Lchrse bsi etwa 23 Grad hielt, fand er sin .Wrvevchten, bei einer Temperatur von 32 &oab aber entwickelten sie fich regelmäßig.
Eine interessante Karthago-Erinnerung. Ern wertvoner Karthago-Firnd wurde, wie das „Svenska Dag- diad" berichtet, item Provinzialmufeum in Oevebro in Schweden überwiesen. Es ist ein ttedenksdsin, dessen Borderssite oerschietene Brlder und Ornamente zsigt. In dem oberen Tsil sind zivsi Per- sonerr in Hochrettes dargesbsilt, in reich gefalteten Gewändenr, die
für die ältere chsistlrche Zsit typisch sind. Disse Gruppe ist von emer ttcfin Lerste umrahmt, die mit Ranken und Blättern ver- zrert ist. Darunter befinden sich zwei schwebende Engel, die sinen großen Lorbcerkrarrz über eine m tiefer Nische stellende. (testalt finken Leider ist der mrtere Tsil des Steines stark beschädigt Die Entdeckung imirte rm Jahre 1862 von einem schwedisckien L-ecosflzrer gemacht, der aus etner Expedition nach Tunis und Karthago kam. Hier wurde bei einer Ausgrabung in den stturnen Karttegos, 400 Meter von der alten Zitadelle entfernt, der Gc- denkstern gefimden. A
m /7 ^ie' sehen die Vögel ihre Schmuckfarben? Nach den btshengen Ergebnissen der Untersuchungen über den Farbensinn der Vögel sehen die Tagvögel die Welt der Farben unge säte so, wie lmr, wem: lvir rursere Augen mit rot-gelben Gläsern de- wafinen Diese Erscheinung wird durch rote und gelbe Oelkugeln verursacht, die in der Vogelnetzhaut siitgelggert find. Hieraus geht tervor, daß z. B. die blauen und violetten Vögel sich für Vögel von grauen und schwarzen nicht abteben. Auf Grund dieser Tat- fache sucht« Hans Henning an den Vögeln des Frankfurter Zoolo- gtschen Garteits seststelleir, itee die Vögel sigentlich die Schmuck- färben ihrer eigenen Gattungsgenossen sehen. Wie der Forsckter lster über in ter Naturwissenschoftl. Mochenschsift tesichtet, setzte er sich sine eng anschließende rötlich-gelte Brille auf, um die entzelueu Arten zu bettackst-en. Die Ergebnisse dieser osiginellen Untersuchung find ebeitso tnterefsmrt wie ütemasckMid. Unter d«m lebtest gefärbten Papageien zsigte fich, daß die Schmuckfarben siniger Art eine Aus- bcssernng erfuhren, rnteiM sich entweder die Wirkung aller vor- hmidenen Farbe stsigerte, oder aber gegenüber dem Nachlassen einiger Farben andere sich in solchem Maße besserteit, daß der Gesamt cmbnuf äußerst farbenprächtig war. Besonders das Not wird leuchtender nnd sindringlicher, und die Unterschiede ssiner Tönung beben fich ausgeprägter vonsinaitder ab. Dagegen nehmen die Farbtöne die ins Graue hinsinrücken, sine stumpfe Wsichheit an. So erschsint der kl sin e blau-s chtva rze Hyazinttera mittelgrau. Weniger lebhaft gefärbte Arten verlier«: natlirlich mtf diese Weife in oft starkenr Maße. So sieht ter sonst präckitige Diamantfasait durch da-: Bogel- ange verhältnismäßig farblos aus. DaS Schiklern ter Farben aber geht nirgends verloren. Es erschsint oft weniger getönt, aber sein Glanz blsibt unverändert. Bsi den exosisckst-n Vögel» zeigte sich, daß disienigen, denen man durch die rötlich^gekte Bsikle jenes An' rocht auf Schmnckfarbe absprecheit mußte, bsi Verwendung siner etwas gsiberen Brikto wieder tetttlickies Schimickgefieter zeigten. So gewinnt das Schmnckgofieter sine eutschsidende Bcdeuttmg für die Erckemrwtg der simiunt Art. Je nachlteM im Auge testinmtter Vogelart simge rote oder gelbe Oelkligelchen in Wirksamfsit treten, ersck>sinlen die sigemm Artgenossen entweder grundsätzlich in Schmuckgefieder oder grmtdsätzlich grau. Dem nach diemnt dte Jgr- ben des Gefieders den Vögeln nicht mrr als Schmuck, smrtern auch, um gegenfsitig ihre Arten zu erkennen WWrend die ästtetische Schmuckfrrrte durchaus nicht in allen MÄert imxfbm ist, vermag man die Erkennungsfarbe bsi allen Arten und Excmpsaren festzu- stellen.


