Ausgabe 
22.8.1916 Zweites Blatt
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cm, um durch Al griff dem hart kcnnpienden, durch zwei .Kom­pagnien des Nassaui scheu Pionier-Bataillons Nr. 21 verstärkten Regiment Kaiser Wilhelm Entlastung zu bringen. Gegen 7 Uhr abends mar der Feind vor dem linken Flügel der 25. Infanterie- Division tut Rückzug?. Er würde von dem Jnfanterie-Regim<-nr -Nr. 116 und dem Üieserve-Infanterie-Negim-ent Nr. 28 verfolgt. .Unter dem Sciuijc dieser Infanterie machie die 1. Abteilung des Felda rtill-erie-Rrgim?nt Nr. 61 Stelttmgsw-eM-el nach den Höhen >2 Kilometer südwesilich 2lntoy. Erst am Morgen des 26. August wurde sie in ihre alle Stellung südöstlich Anioy zurückgenommen.

Die Naclit zürn 26. wurde von der Infanterie der 25. In­fanterie-Division bennnt, um die Verbände zu ordnen und sich einzugraben, da m;n mit einem feindlichen Acagrifs rechnen zu.

imÄnen glaubte.

eldartillerie blieb während der Nacht, durch

Infanterie geschü'-r. i '. i'ieen Stellungen westlich Villance, sowie nordwestlich und südioesuich Anlov.

Der erwartete Angriff des Feindes erfolgte weder in der Nacht, .noch am Morgen de - 2'6. August. Unter dem Eindruck des ungeüü- Men Angriffs, besonders der 49. Infanterie Brigade und des Ein­greifens der 16. Reserve-Division hatte der französische Führer die Äeb erzen gimg .gewonnen, d- die Deutschen weit überlegene Kräfte, in den Kampf geführt bitten. Ec glaubte auch, dass das preußische Gardekorps südöstlich Maisiin kämpfe: die litzengeschmückten Kragen 'des Leibgarde-Infanterie. Regiments hatten diesen Glauben ent­stehen lassen. Er verzichtete deshalb nicht nur auf den Angriff,

^ sondern sogar aus die Verteidigung und entschloß sich, den Rückzug in südlicher Richtung einzuleiten. Nach wie vor verhinderten aber in dem Waldgesände versteckte Nachhuten jede Aufklärung des Dra­goner-Regiments. Erb als am Bormiltag des 23. die 15. Reserve - Division Maissin und ü > Höhen nordwestlich des Dorfes genommen hatte und rückgängige Bewegungen beim Feinde beobachtet wurden, gewann man Marheit darüber, daß. die Franzosen keinen neuen Kampf ivaKu wollten, sondern ab zogen.

Tie Verfolgung wurde am frühen Nachmittag angetreten, und fcuxir von der 25. Infantcrie-Tivision in Richtung Sart-Jehon-

ville. Zahlreiche versprengte Franzosen wurden noch in dem Waldgeländc südlich Maissin angetrossen: Waffen und Aus-

rüstungsgegenstände waren vorn Feinde forrgeworfen worden und bedeckten' die Weg' und das Nebengel &ti>e. All das ivaren Zeichen dafür, daß die Opfer, di' der 22. 'August die 25. Infanterie-Division geloste: hatte nicht -w-ge blich gewesen waren, und daß die Division, durch ihren Heldentuütigen Angriff den ihr um das vierfache Über­legenen Feind völlig er:schlittert hatte. Die Division hatte in ihrem ersten Gefecht die Probe des Ernstfalles glänzend bestunden.

Jiircbc unb Schule.

r. Schotten, 19. Äug. Tie vierte gemeinschaftliche Konferenz

von Pfarrern und Lehrern der Bezirkslehreroereine Schotten und Gebern tagte am letzten Mittwoch nachmittag wiederum auf dem Lehrerheim. Zweck dieser gemeinschaftlichen Konferenzen ist zu­nächst eine ausführliche Besprechung des neuen Lehrplanes für den Religionsunterricht in oen Volksschulen. Diese Besprechung war bisher erfolgt ans der ersten Konferenz im April und dev zweiten im Mat. Von dieser zweiten Tagung sind noch an dieser Stelle die Leits ä'-.e des Lehrers Würz-Efthenrod zu dem neuen Lehrplan miUuresten. 'Vgl. Bericht in Nr. 89 desGießener An­zeigers".! Sie lauten: Der Religionsunterricht in seiner bis­herigen Gestalt ist mit schuld an denn Mißerfolg des Religions­unterrichts, es fehlten Konzentration und Anschauung. Ter Reli­gionsunterricht soll in allen, seinen Teilen ein znsantmen hängen des Ganzes bilden ü wzentraliow. Die Grundlage des ganzen llnter- richts ist die hib ifdvc Geschichte (Anschauung'. Besondere Grund- sätzL n" für dir biblische Geschichte und Kirchengeschichte: 1. Gutes Vorerzählen ist dm best: Art der Darbietung. 2. Eine Mvüerni- äerung «z. B. nach Art ZurDllms> ist abzulehnen. 3. Eine vor-i

reltgrosen Personen schafft religiöses Leben. 5. Die Hauptarbeit bei der psychologischen Vertiefung leistet gutes ^ Vorerzählen, b) für den Katechisnrus-Unterricht: Katechismus ist Lehre und

Bekenntnis. Als Lehre wächst er aus denr Grundstock der bibl'gchen Geschichte heraus. Da er auch Bekenntnis ist, erfordert er eine M- sondere Behandlung zu einer .Zeit, da die Kinder reih dafür imd. Wir fordern aber anschließenden und abschließenden Katechismus- unterrickr. Tie Hauptarbeit für die Einprägung im Religions­unterricht leistet eine eindrucksvolle Behandlung. (Gutes Vor- erzählen, sofortiges Nacherzählen, Ausschreiben der Sprüche, bib­lische Geschichten als Aussätze. Aus der letzten Tagung wuros nun eigentlich die Besprechung des Lehrplanes fortgesetzt, nachdem die bei der dritten Konferenz durch einen vortrefflichen Vortrag von Pros. Gunkel - Gießen, über die a l t testament l ichen Propheten, unterbrochen worden tvar. Lehrer Held -Schotten referierte über hie Verteilung des Stoffes an der vierklassigen Schule. An der sich anschließenden Aussprache beteiligten sich insbesondere Pfarrer R ü h l - Wingershausen, Kirchenrat Münch- Schotten, Pfarrer Winter- Ober-Lais, Lehrer K roll und Lehrer Held- schotten, Lehrer Würz- Eschenrod sowie der Vorsitzende der Versammlung, Lehrer L i n k - Rudingsheim. Die rege Ausspvache war sehr n?ert- voll, sie bewies aber auch, daß auch bei dem neuen Lehrpllan die Ansichten über Stoffverteilung vielfach noch weit auseinandergehen.

Die Besprechungen wurden 'ortgejetzt. voraussichtlich am 11. Oktober statt.

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Amtliche Bekanntittachungen der Stadt Gießen.

Gelänöe-Verpachtung der Stadt Metzen.

Montag, 28. August und Dienstag. 29. August findet die anderweile Verpachtung der in diesem Herbst leihfällig rverdenden Grundstücke der Stadt, des Stadt- erweilerungssonds, des städtischen Hospitals und der Plockischen Stistung statt und zwar:

a> Montag. 28. August, vormittags 9 Ubr de- ginnend, mit Zusammenkunft auf der Kaner- Allee au der Kreuzung mit der Wolsstr-rtze: etwa 90 Triebviertel zwischen Mittelweg und Baiser- Allee aus 6 Jahre, etwa! 90 Triebviertel daselbst, aus 3 Jahre. . ^092L

b) Montag, 28. August, nachmittags 3 Uhr be­ginnend. mit Zusammenkunft aus der Licher Straße am Eiieubabuübergang: etwa ,0 Grund­stücke in der Größe von etwa 300 um vor der Ziegen­zuchtstation auf 3 Jahre. 1 Garten von etwa 900 qm auf dem Nahrungsverg auf 6 Jahre. 4 Grundstücke von ie etwa 500 qm am Altenfeldweg und bei der städtischen Sandkaut auf 6 Jahre, es Dienstag, 29. August, vormittags 9 Ubr be ginnend, mit Zuiammcnkuu't aus dem Erd­kauterweg an der HeyliaenstaedL'schen Fabrik aus 6 Jahre: 3 Grundstücke am Ohlebergweg. 7 Grundstücke am Barresgraben, auf dem Aulweg und am Schlangenzahl, 1 Wiese am Wetzlarer Weg bei der früher Pasroe'sdien Besitzung, d» Dienstag, 29. August, nachmittags 3 Ubr be­ginnend, mit Zusammenkunft auf der Rodbeimer Straße am Schlachtdos am 6 Jahre: 7 Grab,rücke von 300400qm anrMohleichweg hinter dem Schlacht hoi. 1 eingefriedigler Garnen von über 200 qm am Hohle ich weg, 3 Grundstücke und 6 Wiesenstücke am Hohleichwcg an der Lahn. 3 Grundstücke von se 2300 qm hinter der Pukvermühle, 3 Grundstücke am Mrstmarer Weg. unweit der Gail's^hen Wall- spinnerer, 2 Grundstücke an der Kreisstraße nach Wißmar in der 2täbc der Militär-Badeanstalt. 1 Grundstück in der Schwarzlach bei dem Eisenbahn» Biadnkt, 1 Garte« an der Hinteren Ederstratze.

zel-polizeillche Anordnung.

Aus Grund der Slrtikel 36 und 43 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juni 1904 wird nach Anhörung der Stadtver- ordneren-Bersammlung und mit Genehmigung des Grotzh. Kreisamts Gießen vom 21. August 1918 für die Feldge­markung der Stad! Gießen angeordnet, dost iamtliche offenen und cingesriedigten bepflanzten Grundstücke von abends 10 Uhr bis morgens 8 Ubr geschlossen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern, verboten ist. Ausgenommen sind Flächen, die als Hausgärten dienen und mit dem Wohnhausbesttz unmittelbar verbunden find.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Diese Anordnung tritt mit dem 23 2lugust1916 in Ärast. Gießen, den 22. August 1916. 59948

Der Oberbürgermeister.

Keller.

Bekanntmachung

über den Berkehr mit Knochen. Rindersirßen und Hornschläuchen.

Im Anschluß an meine Bekanntmaäiung vom 7. d. M. bestimme ich auf Grund des 8 1 der Bundesratsverord- nung vom 13. April 1918 für den Bezirk der Stadt Gießen, daß Knochen. Rinderfühe und Hornschläuche (Peddiges, so­weit sie der Verarbeitung nicht schon in anderer Weise, insbesondere durch Abgabe an Händler oder Sammler, zugeiührt werden an die Firma Louis Notbenbcrger in Vließen, Neuenweg 22, abzuliefern sind. Für das Pfund werden drei Pfennige bezahlt. 599316

Gießen, den 21. August 1916.

Der Oberbürgermeister.

Keller.

Vekauntmachung.

Hiesige Landwirte, »vclche im laufenden Jahre Hütten» fruchte angebaut haben, werden aufgesordert. dreS unver­züglich auf den, Lebensmittelamt, Ostanlage 39, Zimmer Nr. 2, zu melden H005B

Gießen, den 2t August 1916.

Der Oberbürgermeister.

Keller,