Ausgabe 
15.8.1916 Erstes Blatt
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Takuan alrTltfdJ, nach Tfcorbat in Richtung Ahktatte, zurück, besetzte diese Ortschaft, sowie den nördlich davon gelegenen Hügel. Im, Gebiete nördlich von Bitlis war ans einer Strecke von 30 Kilo- Metern nichts vom Fmnd zu merken. Feindliche Kavallerie, dm nördlich von Musch rrrf Dorse Firavy an getroffen wurde. wurde in uördlick>er Richtung ans Kunkum ziurückgetrieben nnd lieh einige (befangene in mrseren Händen. Im Zentrum! wurden kleine über- raschende Angriffe des Feindes abgeschlagen. Im Zentrum und auf dem linken Flügel zeitweilig aussetzende Airtillerietätigkeit. In Zusammenstößen unserer Erkundungs - Abteilungen mit denxn des Feindes -machten die unsrigen einige Gef cm gm e tma erbeuteten BoMdeir und Gelvehre.

Bon den anderen Fronten nichts Neues.

Bon der mazedonischen Front.

Sofia, 13. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabs.

Nach dem vergeblicher: Angriff am 10. August gegen unsere vor geschoberten Stellungen westlich des Doiran- s e e s beschränkte sich der Feind in den beiden letzten Tagen darauf, diese selben Stellungen mit geringer Heftigkeit als früher mit Geschützen zu beschießen. Bewegungen der Infanterictrnppcn wurden nicht beobachtet. Au der übrigen Front schwaches Artilleriefeuer und Gefechte zwischen Pa­trouillen.

* Die Haltung Griechenlands.

Bern, 14. Aug. (WTB.) DerTemps" gibt eine amt­liche Mitteilung der griechischen Regierung wieder, die er als Dementi gegenüber der Nachricht von neuert Forde­rungen der' Verbandsmächte an Griechen­land anffaßt. Darin heißt es: Die griechische Regierung beschränkt sich darauf, die gemäß ihrem Programm vom 21. Juni übernomrnenen Verpflichtungen loyal ausznfüh- ren. Sie harrdelt dabei in voller Uebereinstimmung mit den Athener Vertretern der Verbandsmächte. Diese halten sich ihrerseits streng in deri Grenzen des Programms. Ihre häufigen Unterhaltungen mit dem Ministerpräsidenten Zai- m i s haben keinen anderen Zweck, als eine vollständige Aus- mhrung der bei der Bildung des neuen Kabiuetts übernom­menen Verpflichtungen zu gewährleisten.

Mittistcrrat in Wien und Budapest.

Wien, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Vor­sitz des Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, fand heute vormittag und nachmittag ein Mini st er rat statt, an dem sämtliche Mitglieder des Kabinetts teilnahmen.

Budapest, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Tis za fand heute nachmittag im Palais des Ministerpräsidiums ein Minister- ? t statt, an welchen! sämtliche hier weilenden Mitglieder - -c Regierung, auch der Minister a latere Baron Roszner teilnahmen.

Der Zar in Ezernowitz.

Berlin, 14. Aug. (Priv.-Tel.) DieVosfische Zeitung" meldet aus Wien vom 13. August: Nach, einer Meldung aus Czernowitz weilte dort in den letzten Tagen eine sehr hochgestellte russische Persönlichkeit, permutlich der Z ar. Der ' 'Wölkerung war geboten, 24 Stunden laug in den Häusern . u bleiben und überall die Fenster zU verhüllen. Gin dichtes Spalier von Soldaten besetzte mehrere Straßen und Plätze. Man hörte vielfach Hurra! rufen. Am nächsten Tage begab sich die Persönlichkeit mit Gefolge in geschlossenen Auto­mobilen zur -russischen Front im Süden der Bukowina.

England nnd die holländische Schiffahrt.

Rotterdam, 14. Aua. (WTB. Nichtamtlich) TerNieuwe Mtrerdamsche Courant" mewet aus London, daß die dortige niederländische Handelskammer aus Ersuchen, der Handelskammern in Vlaardingen, dem Haag, Katwhk und Betzen .eine Bittschrift an Grey richtete, in der sie ans die Schwierige feiten hinwies, die infolge der Anhaltung der Fischereifahrzeuge) dem niederländischen Fischereibetrieb und verwandten Industrie­zweigen entstanden seien. Gegen 30 000 Personen seien in diesen Betrieben tätig und nunmehr der Verarmung preisgegeben. Das Auftreten der britischen Behörden habe in den Niederlanden einen ungünstigen Eindruck gemacht. Die Handelskammer ersucht Grey, dieser wichtigen Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Kämpfe in Afrika.

London, 14. Aug (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Tie verschiedenen Streikkräfte des' Generals SMuts begannen am 5. August gleichzeitig den Vormarsch gegen die Hauptmacht des Feindes, der seit seiner am Lurigurafluß am 24. Juni "rlittenen Niederlage starke Stellungen in den Bergen von N gu tu besetzte. Es entwickelten sich, hartnäckige Kämpfe, die mit der. Mederlage des Feindes bei Matamondon unb Techungo ntbigten. Der Feind wird verfolgt. Seme Verluste sind ziemlich, schwer, die unsrcgen leicht.

London, 12. 2lug. (WDB. Nichtamtlich^Daily Chronicle" meldet nach dem BlattSouth Africa", daß General Smuts in Deutscb-Ostafrika an einem schweren Anfall von Malaria er­krank t sei. General Botha hat sich deshalb nach Deutsch-Ostaftika

begeben.

verSaralong"-zalk

Berlin,

schreibt:

14. Aug. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung"

Dem Reichstag ist heute ein Weißbuch über denBara- l o n a" - F a l l zugegangen. Das Weißbuch enthält die diesen Fall betreffenden amtlichen Schriftstücke, nämlich:

I. Denksckirift der deutsck>en Regierung über die Ennordung der Besatzung eines deutscher Unterseebootes' durch den Kommandanten des britisckZen HilfskreuzersBaralong" vom 28. November 1915. Anlage 1 bis 5 zur Denkschrift, enthaltend Zeugenaussagen in eng­lischer Sprache nebst deutscher Uebersetzung.

II Antwort der britischen Regierung vom 14. Dezember 1915, nebst deutscher Uebersetzung. i

III. Erwiderrmg der deutschen Regierung vom 10. Januar

IV. Antwort der britischen Regierung vom 25. Februar 1916, nebst deut)cher Uebersetzung.

V. Schlußwort der deutschen Negierung.

Das Schlußwort lautet:

Die deutsche Reaierung hatte in ihrer Erwiderung auf die Er­klärungen der brrttschen Regierung zu der deutschen Denkschrift über denBaralong"-^all dom l0. Januar ds. Is. den Standpuntt ein­genommen, daß es für sie rm Hinblick auf die e m p ö r e n d e H a l - tu . n .9 &J r Regierung nicht möglich sei, weiter

rnrt rhr über dresen Fall zu verhandeln; sie hatte zu gleicher Zeit an- tgekündrgt, daß sie nunmehr selbst die der Herausforderung entspre­chenden Bergeltungsmaß regeln tveffen werde.

In ihrer letzten Antwort glaubt hie britische Regierung über den Mord, den der Kapitän nnd die Mannschaft derBaralong" an der wehrlosen Mannschaft eines >derckschen Unterseebootes be­gangen haben, mit denl bloßen Hinweis ans die Unzuverlässig­keit der Aussagen eines Zeugen, dessen Namen sie nicht einmal angibt, hin'weggehen zu können: dagegen stützt sie firfj, für die non ihr mit demBaralong' -Fall in Zusammenhang gebrachten drei Fälle angeblicher, von deutschen ^eestreükräften begangenes Grausamkeiten lediglich- auf haltlose Bel-auptungen, ohne dafür irgend welches Material beizubringen. Tie deutsche Regierung' kann rnefc Behaupttmgen auf Grund per eidlichen Ausfallen und dienstlichen Meldungen der zur Sache vernommenen Ziugcu nur nnt Entrüstung zurückweisen Was aber denBaralong"-Fall e^trr>ck, so maß nochmals nctt aller Schärf« daraus hingewiesen

werden, daß sich die britische Regieriung trotz des ihr mit­geteilten Materials geweigert hat, seDst zur Untersuchung einzuleiten; Hamit hat sie anerkannt, daß sie es' nicht wagen! kann, den Fall vor eilt Gericht der eigenen Standesgenossen dep Beschuldigten zu bringen.

The deutsche Regierung hat sich hiernach ihrer Ankündigung entsprechend genötigt gesehen, die Ahndung des ungesühnten Verbrechens selbst in die Hand zu nehmeir. Eine Vergel­tung der Untaten britischer Seeleute imBaralong"-Fall mit Maßnahmen gleicher Art, etwa durch Erschießung britischer Kriegs­gefangenen, l-at sie selbstverständlich abgelehnt. i'Lber die deut­schen Luftschiffe Mrden das englische Volk davon über­zeugt haben, daß Deutschland in der Lage ist, die von den Offi­zieren und Mannschaften derBaralong" begangenen Straftaten nicht ungesühnt zu lassen. Wenn ftüher die unvermeidliche Ge­fährdung der Zivrlbevölkerungj bei Verlveudung der deutschen Zeppe­line für militärische Zwecke besondere Berücksichtigung fand, so konnten angesichts des ,,Baralonch -Mordes solche Rücksichten nicht mehr durchgreifen: England gegenüber wird seitdem die Waffe des Luftschiffes innerhalb der Grenzen des Völ­kerrechts rücksichtslos ausgenutzt. Bei jedem Luft­schiff, das .auf London oder auf andere verteidigte oder Anlagen militärischen Charakters enthaltende englische Städte seine zer- stövenden Bomben abwirft,, soll England sich desBaralong"-Falles erinnern.

Dazu schreibt uns unser Berliner Mitarbeiter:

Die Androhung des deutschen Baralong-Wcißbüches Rücksichtsloser Gebrauch der Luftschiffwaffe wird in Eng­land selbstverständlich einen wahren Orkan heuchlerischre Entrüstung anslösen. Und selbstverständlich wird dabei ge­flissentlich übersehen nnd unterschlagen, daß Deutschland ausdrücklich erklärt hat, innerhalb der Grenzen des Völkerrechts zu bleiben. Der Schlußakte der Haager Friedenskonferenz vom 29. Juli 1899 waren mehrere Er­klärungen (Dektaratione n)angefügt, in der ersten heißt es:

vertragschließenden Mächte sind dahin übeveingekommen, daß das Werfen von Geschossen und Sprengstoffen aus Luft­schiffen oder aus anderen ähnlichen neuen Wegen, für die Dauer von fünf Jahren verboten ist. Diese Erklärung ist für die ver­tragsschließenden Mächte nur bindend iml FE eines .Krieges zwischen zwei oder mehreren von 'ihnen."

Diese Erklärung wurde von allen Mächten, Deutschland an der Spitze, unterzeichnet. Nur G r o ß b r i t a n ie n schloß sich ans. Damals hat dre englische Regierung noch geglaubt, sie habe in bombenabwerfenden Luftschiffen oder Ballons eine Waffe gegen eine Kontinentalmacht. Als dann die Frage bei der ztveiten Kriegskonferenz 1907 wieder verhandelt wurde, erklärten Deutschland und Frankreichs, sie wollten, wenn eine Groß­macht eben England sich ansschließe, von einer Beschränkung des Luftkrieges nichts wissen. Zwei Jahre später, 1909, begann der.Aufstieg der Zeppelin­technik, die geradezu märchenhafte Entwicklung der deutschen Luftschiffwasfe, und drüben fraßen Neid und Wut den maßgebenden Politikern das Herz ab. Der Pfeil, den Eng­land gespitzt hatte, lag plötzlich aus der deutschen Armbrust nnd mußte im Kriegsfälle $egen England fliegen. Als im August 1914 die Zeppeline über Antwerpen erschienen und ihre Bomben abwarfen, beteiligte sich England sofort eil­fertig an dem belgischen Protest bei den neutralen Mäch­ten. Wie ans einen: Munde behaupteten sämtliche Londoner Blätter, das Wersen von Bomben ans Luftschiffen sei eine Verletzung der Beschlüsse der Haager Friedenskonferenz, und Millionen Leser, die das Protokoll von: Haag nicht im Bücherschränke haben, glaubten es willig. Selbstverständlich machte man sich schon rvährenb der Belagerung von Ant­werpen in London allerlei Gedanken über die Möglichkeit, daß Deutschland seinen Luftkrieg bald auch auf England ansdehnen iverde. Und um dem zuvorznkommen, erössnete inan den-genseldzng über die migebliche Völkerrechts- Widrigkeit.

Ver 5eekrieg.

Der Untergang des englischen TorpedojügcrsLassoo".

Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 13. August, vormittags, im englischen Kanal den englischen ZerstörerLassoo" versenkt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

(In eftcem Teil der Auflage wiederholt.)

London, 14. Aug. (WDB. Nichtamtlich.) Meldung dos Rcu- terschen Buremts. Me Adrniralität teilt mit, daß der bri ti- s ch e ZerstörerL a s s o o" am 13. Llugust auf der Höhe der holländisck-Ar Küste entweder durch eine Mine oder ein Torpedo zum Sinken gebracht morden ist. Ein Offtzier und ein Mämr wurdeuj verwundet. Zwei Offiziere und vier Münn werden vermißt.

*

Berlin, 14. Aug. (WTB. Amtl.) Eines unserer Untersee­boote hat im englischen Kanal in der Zeit vom 2. bis 10. August 7 englische und drei srauzösische Segelfahrzeuge sowie 3 eng­lische und 2 sranzüfische Dampfer versenkt.

Der Chef des Admiralftabs der Marine.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

London, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der bri­tische DampferF. Tobartt' (801 Tonnen) wurde ver­senkt. Vier Mann der Besatzung sind nmgekommen. Me Besatzungen der norwegische-: DampserCredo" (728 Ton­nen) undDora" (1052 Tmrnen), die bei Barfleur ver­senkt wurden, wtnrden gestern in Le Havre gelandet. Der dänische DampferDanevang" (1247 Tonnen) wurde versenkt.

London, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Lloydtelegramm aus Gen:l-a wurde oer SchonerNep­tun" von einem österreichischen Unterseeboot versenkt. Me Besatzung glaubt, daß bet dieser Gelegenheit noch zwei andere italienische Segler versenkt wurden. ^

London, 14. Aug. (WTB. Nichtmntlich.) Lloyds mel­det, daß der französische SchonerSaint Gaetan", der italienische Segler ,^F n a" und der italienische Dampfer N e r e l s" (?) versenkt wurden .

Kopenhagen, 14. Aug. (WTB. Mchtanrtlich.) Mel­dung des Ritzauschen Bureaus. Hier ein getroffenen Nach­richten zufolge ist der dänische DampferJv a r" gestern vor Genna von eirrem Unterseeboot versenkt worden. Die Mannschaft ivurde gerettet.

Abg. v. tzeydebrand über den Weltkrieg.

Frankfurt a. M., 14. August. (WTB.) Im Aufträge des Bürgevausschusses für vaterlä:rdische Veranstaltungen sprach heute lheute abend Reichst und LarMog-sabgsvrdneter von Hetzde- v^rand uitd der Lasa vor mejhr als 3000 Personen in: großes ^aale des Zoologischen Gartens über Welt kriegsfrage u., Regierungsrat Konietzko betonte in einer einleiteirden Ansprache, daß der Bürgerausschuß eine sich aus Vertretern aller bürgerlichen Parteiini^ und verschiedener vaterländischer Vereine zusanimeu'- setzende selbständige lokale Frairksurter Organisation sei, welche sich jür die vom unabhängigen Ausschuß (Professor Dietrich Schäfer) nach Maßgabe der nribitärischeL Lage ersprießlichsten und,

erstrebl'nswertesü.i Friedeuszüle cinsetze. Herr von Heyden bcano führte in einer einstüüdigen Rode u. a. aus, daß er dick Auffassung der Reichsleitung in ber U-Bootftage achte und die Be­iden tujng einer ,Verwickl-ung mit den Vereinigten Staaten vonl Amerika nicht unterschüst, gleichwohl müsse aber l-ervorgehobeni' nserden, daß EnFand der Feircd sei, durch welchen die feindlichs Allianz zusammengel-alten werde. Er sage nicht, daß man dasl letzte englische Schiff in den Grund bohren sollte: die Eiilsickst Eng­lands würde es dazu nicht konmten lassen. A be r En glanch müsse der Brotkorb höher gehängt werden, so hoch, daß es ihn nicht mehr erreichen könne. Ueber- gehend zu den Friedensforderungen hob der Redner hervor, daß man nicht allein nach dem Osten blicken solle, sondern auck? nach dem Westen. Im Osten dürfe man, wenn es irgend möglich sei> die baltischen Stammesgeirossen nicht vergessen, noch weniger als fofie Phlen. In seinen Bemerkungen zur inneren Lage unter-, strich der Redner die Einigkeit im Deutschtum, sowie das feste Zu­sammenhalten bei Lösung all der Riesensragen wirtschaftlicher- ftitanzieller und kultureller Natur in der Zeit nach denr Kriegei Das preußische Wahlrecht dürfe nicht den Kerp der Neu­orientierung bilden, wie er sich überhaupt dagegen ausspreckio, diet dem Aufbau des preußischen Staates entsprechende Eigenart des preußischen Wahlrechtes aufzugeben. Die Eigenart der einzelstaat- lick-eu Organismen dürfe nicht geopfert werden, da sie kulturell und wirtschaftlich, ja aiuh jetzt draußen auf dem Schlachtfelde aneifete und an sporne zu fruchtbarer Tätigkeit. Die Schlußaussührmigenj des Redners waren dcw Sozialdemokratie gewidmet. Der Begriff national und antinational föimc nicht als zusammenge- flossen gelter:,,so lange die Sozialdemokratie die Verbrüderung des Proletariats der garrzen Welt anstrebe. Die Rede klang m:s inj den Mflchrrruf: Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an!

Ums Um Reiche.

Neutrale im rheinisch-westfälischen Industriegebiet.

Berlin, 14. 2lug. (WTB. Nichtamtlich.) Me Milt- tärattachös der neutralen Staaten haben sich zu einer längeren Informationsreise in das rheinisch- westfälische Industriegebiet begeben.

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Dre s den, 14. Aug. (WTB.) Der König hat dem! Kaiser telegraphisch seine Freude und Dank zugleich auch im Namen der sächsischen Armee über die Verleihung des Ordens Pour le mente an den General der Artillerie! v. Kirchbach ausgedrückt. Hierauf ist von dem Kaiser dem König folgendes Telegramm zugegangen:

Ich danke Dir herzlich fiir Deine Depesche. Es lvar mir eine wahre Herzensfreude, Deiare tapferen Lcrndeskindev und ihre wohlgemuten Führer =yu sprechet:, die Kum Teil gerade aüs dem Gefecht kamen. Ihre Sttmmung und Här­tung waren ebenso glänzend wie die Art, nrit der sie sich in aufopfernder und hingebender Tapferkeit erfolgreich gegen die feindliche Uebermacht geschlaget: haben. 5birchLach verdiente die Auszeichnung wohl. Auch Deine lieben Söhne zu begrüßen, rvar mir eine große Freude. Wilhelm.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 15. August 1916.

Merksätze für Landwirte.

Verkauft Euer Korn rächt vorzeitig:, behandelt es sorgfältig!, laßt es ausreifen, und beachtet dazu folgendes:

1. Erntet nicht vorzeitig ein. Das Korn ist erst dann aus gereist, menn es innen iveiß ist und kernen grünlüheir Kern enthält.

2. Fahrt nicht zu zeitig ein, laßt die Garben aus-^ trocknen. Weni:^ das Wette:' zum Einfahren zrmngt, nehmt die Garben nicht gleich auf dm Bodm, fonbem werft sie auf der Tenne oder unter Schuppen ab. TaduM-, daß Ihr sie dann nochmials onfa nehmen müßt, erhalten sie wieder Satft :md Lüftung und säuern nicht.

3. Drescht nicht zu früh! Das Kvrn trocknet am besten in seinen Spelzen und wird geschlossener und wohls>chm«cke7Ü>cL darin, als roenn es ausgedroschen auf dem Kornboden lagert. DaS Kvrn wird daun a::ch schwerer und für Euch wertvoller, wenn es seinen Feuchtigkeilsinhalt nur langsam!' verdampft.

4. Wenn Ihr gedrosä-m habt, lagert das Korn me höher als: Roggm und Weizen 10 Ztm., Hafer und Gerste 15 Ztm^ Schaufelt aber täglich um, bis es harttrockm geworden ist und wie gcivascl)ener Kies mm der Schaufel rinnt.

5. Erüstick: sackt das Kvrn nicht zu zeitig ein. Derm wenn.Ihr es ff: Säckar zur Mtühle bringt, liegt es^ auch dort in hohei: Stapeln und kann nochntals irts Schwitzen nitb ins Verderben kon:men; denn der Müller ka:m es nur in der Reihenfolge seinev Aufträge aufarbeitei:.

Kvrn wird leicht dumpstg, wenn es ohne Durchlüftung liegen bleibt. Es erwärmt sich zuerst, schüvitzt dabei, stockt an :md wird ungenießbar. Das Pferd nimmt angegangenen dumpstgen Hafer nicht an, der Mmsch Muß in der Not derartiges Kvrn leider essen. Älber, Ihr Landwirte, Ihr habt es in der Hand, ob Ihr Eure MitMenschm nicht geringer cursehen wollt als Eure Tier«! Bedenkt, daß Ihr mit gutem Körn zu gutem^ Brote Kraft und Freudigkeit im drutschm Volke zu erhalten helfm könnt, wenn Ihr Euer Korn ausveifen laßt, wenn Ihr es pfleglich behan-, del t und nicht zu zeitig abliefert, sonst müssen wir wieder wie rm Vorjahre dunftpffges Brot eilen. Rau, Müllermeifber.

*

** Amtlich> e Person alnach richten. In den Ruhe­stand versetzt wurde ani 5. Juli ds. Is. der Lehrer August W e cb zu Wimpfen a. B. auf sein Nachsuchen unter Anetkmmmg seiner laugjährig'M trmm Mcnste Mit Wirkung vom 16. Jul: 1916 an. Glcrch^eitig wurde ihm das Rrtterkveuz 2. .Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ernannt 'nmtbe am 12. August ds. Is. der Aktt:ariatsassiste::t bei dem Amts;7ericht Osthofen Wilhelm H e r r m a n n pm Mtuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Bingen und der Gerichtsschrechergehilfe Philipp Bauer ff: Groß-Ümstadt zum Aktuariatsassistenten bei dem Anrtsgerichit Osthofen, beide mit Wirkung vom 15. August 1916.. In den Ruhestand versetzt wurden die Weichenpeller.(Eisen­bahngehilfen) in der Hessisck>-Preußischen Effenbahngemeinschaft Lldam Lutz zu Worms und Johann Röder M Kreuznach, beide vom 1. September ds. Is. an.

** Militärische Ausbildung der Jugeud.- Anr Sonntag machte die hiesige Innaman.'nschaft einem in­folge des schwülen Wetters wohl anftvemgemdem, aber sehr ^ lohnenden Uebungstnarsch nach Treis. Um 91/4 mcpffchierten ' 80 Ipngmannen unter Führung von Prokurist Wenzel über das Forsthaus Hochivart durch den schönenFernewiald", an der Gansebnrg vorüber nach Großen-Buseck. Nach kurzer Rast oberhalb des Buseckertales führte der Weg über dem Climbacher Höhenrücken hinüber zum Lumbatal. Um 3 Uhr wurde ab gekocht. Der Zug führte dann um V26 Uhr die jugendliche Schar wieder der Heimat zu. Am Mittwoch abend 81/2 Uhr treten alle Mannschaften in dem Turrchallen des Nealgymnasiunts, am Samstag abend auf Oswalds- garten an.

** Kartoffelab gab e. Me der Stadt überwiesenen Kartoffeln werden von den Kartoffelhänblern bei Mengen unter- 25 Pfund für 7i/ 2 Psg, das Pfund, bei Mengen von 25 Pfund nnd mehr 7 Psg. das Pfund abgegeben. Die Ab­gabe von Kartoffeln darf nur gegen K a r t 0 f f e l n: a r k e n der Stadt Gießen, die für die laufende oder die nächste folgende Woche gültig sind, erfolgen. Die angegebenen' Preise sind nach der Marktlage zurzeit als a u g c ift c f f c it e Kartofselprei.se zu bezeichnen; das Fordern höherer,