Ausgabe 
10.8.1916 Erstes Blatt
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Nr. 186

Erster vlatt

Der GfetaKr Lvzei-rr

erschein tätlich, cncher Sonntags. Berlage«: viermal wöckenri^ch SletzenerKmullienblätter; z»v ewralFv öche n t l.lkeir- b Mißt ien Urcis Gießen (Dienstag und Freüag); zroeimal monall. Laue- iBrhchaMcheLeitfrgHen Fenisprech - Anschlüße: lürdie SchetitteitmiqttZ Verlag,GeschLdrsfteaeöL Adresse lür Dvaiuuach- richten: Lr^LigerStiessSN. Ammhme von Anzeige« lür die Äigesnmnmer bis zum Avend vorher.

166. Jahrgang

Donnerstag. 10. August M

Gietzener Anzeiger

Senerül-Akzetzer skr Oherheffe«

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Rotation stend «nb Dertog der Vrnhl'schen Unrv.-Vuch- ujta Steiitarnderei N. Lange. Schriftleitrmg. Seschästsftelle und Druckerei: §chulftr.7. BeckImtlichin'Gießen'

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Günstige Lage im Westen. Rene russische Angriffe abgeschlagen.

heftige Rämpfe um Görz.

(WTB.) Großes Hauptauartier. 9. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die gestern berichteten Angriffeder Engländer und Franzosen nördlich der Somme gegen die ganze Front vom Foureaurivalde bis zur Somme sind ge­brochen. Die Engländer liehen zehn Offiziere, drei­hundertvierund siebzig Mann an unverwundeten Gefangenen in unserer Hand und bähten sechs Maschinen­gewehre ein. Sie hatten schwere blutige V e r l u st e. Ebenso scheiterte ein heute nacht auf der Linie Ovillers Bazentin-le-Petit vorgetragener starker englischer Angriff.

Rechts der Maas griffen erhebliche französische Kräfte mehrmals im Thiaunwnt- und Fleurhabschnitt, am Chapitve- und Bergwalde an. Mit schwersten Ver­lusten muhte der Gegner unserem Feuer und an ver­schiedenen Stellen unseren Bajonetten weichen. Die Zahl ber in unsere Hand gefallenen Gefangenen ist auf rund drei- himdertundfünfzig Mann gestiegen.

Ergebnis der Luftkämpfe im Juli:

Deutscher Verlust:

Im Lustkampf.17 Flugzeuge

Durch Abschuh von der Erde . 1 Flugzeug

Vermnßt. 1 Flugzeug

tat ganzen 19 Flugzeuge Französische und englische Verluste:

Im Luftkampf.59 Flugzeuge

Dura; Ab schuh von der Erde . 15 Flugzeuge Durch unfreiwillige Landun­gen innerhalb unserer Linien .... 6 Flugzeuge

Bei Landungen zwecks Aus- N

setzen von Spionen . . 1 Flugzeug

__ ,_, tat ganzen 81 Flugzeuge,

von denen 48 in unserem Besitz sind.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Geueralseldmarschalls von Hindenburg.

An der Nordküste von Kurland fügten wir heute früh durch unser Feuer einer gröberen Zahl feindlicher Torpedo­boote, Dampfer und Segler schweren Schaden zu und ver­trieben sie dadurch.

Russische Nebergangsversuche östlich von.Friedrichstadt wurkttn vereitelt, gröhere Patrouillen zwischen Wieszniew- und Naroczsee abgewiesen.

.. Srrwetfch- und Schtscharaftont verschärften sich

dre Artlklenetampfe; feindliche Angriffe in der Gegend von Skrobowa sind gescheitert.

Mit sehr starken Kräften nahmen die Russen ihre An- grrfft am Stochod wreder auf. Zu vielen Malen sind ihre Lmgriffswellen südlich von Stobychlva. am Stochodbogen östlich von Kowel und nördlich von Kisielin im Artillerie-. Infanterie- und Maschinengewehrfeuer wieder zurückgeflutet Zn schwerem Nahkampfe mit dem an Zahl weit C0e Seinö blieben unsere Truppen bei Kuchary und Porskaiolka (nordöstlich der Bahn Kowel Luck) Sieger.

. Die Kämpf« westlich von Luck sind zu unJ jer«n Gunsten entschieden. Durch entschlossenen Gegenangriff osterrenAsch-ungarischer Truppen sind vcr- Teile der Aellung östlich von Szelwo.» restlos wieder gewonnen; dreihundertfunfzig Gefangene lind eingebracht und mehrere Maschinengewehre erbeutet °

Front des Feldmarschalleutnants Erzherzog Karl.

ilt Wn Z-locze gemachten Gefangenen

W;Ä lf ncunhundertsechsund-

sechz'g Mann gestiegen.

..Südlich des Dnjestr sind die verbündeten Truppen über die Linie NizniowOttynia zurückgenommen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Neuer Luftschjffangriff auf England.

Berlin 9.Aug <WTB. Aottlich.) Mebrere uiiserer Urarineluftschiffgeschwader haben in der Nacht vom 8. zum 9.August England erneut angegrif­fen und Marinestutzpuiiktc der Ostküste und Industrie­ll^" von militärischer Bedeutung in den Küstengraf- schnstm von Norch-Numüerland herunter bis nach Storfolk "vsgieb!» mit Sprengbomben schwersten Kalibers und mit Brandbomben belegt. Der Erfolg ivar an allen Stet- icn hervorragend und koiiiite bei Dev pkibältNismäßin hellenNachtdElich beobachtet lvcrden So ÄninS uni) Benzolfabnkeu bet Middlesbo'rough sehr starke Erplo- swnenund grof;e Brände, in den Hafenanlagen von Hüll und Hartlepool und Den Werftaulagen am Tyne sehr nute Svrens- und Brandwirkungen festgestellt. Auch in den In­

dustrie- und Werftanlagen bei Kings Lynn wurde starke Wirkung erzielt. Sämtliche Luftschiffe sind trotz der heftigen Gegenwirkung durch Scheinwerfer, Abwehrbatterien unD Seestreitkrüfte unbeschädigt zurückgLkehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Eine ganz vorzügliche Botschaft über den Stand der Kämpfe an unserer Westfront bringt uils der neueste deutsche Tagesbericht. Große englisch-französische Angriffe nördlich der Son.rine sind unter schweren Verlusten der Gegner zu- samniengebrochen, und auch rechts der Maas, wo die Fran­zosen offenbar unser deutsches Heer von dem nördlichen Frontstück an der Somme in all diesen Tagen hatten ab­lenken wollen, erlitt der Feind nur eine heftige Niederlage. Unsere Mauer im Westen steht gut. Doch es ist keine Mauer; die wäre nur ein schweres, totes Gebilde, während unsere Front vom besten strategischen Geist geleitet ist und in ihren Gliedern ständig sich, erneuernde Kraft entfaftet. Das sind reme Augenblickserfolge, die wir jetzt irn Westen erkämpfen, Aber es sind die herrlichen Ergebnisse unablässiger Vor­arbeit, sorgsamen WägenS und Handelns der Leitung, und wenn unsere Feldgrauen keine Uebermcuscheu sind, so sind sie doch upter glänzender Schulung und Ausbildung muti-- beseelte und siegesbewußte Kämpfer geworden. Ein guter Geist regiert unsere Mannschaften. Unsere Erfolge aber leiten sich hauptsächlich aus dem deutschen ,,System" her. Gleich­zeitig mit den neuen deutschen Siegen wird uns amtlich das Ergebnis der Lustkämpfe im Juli mitgeteilt. Ein ganz üoerraschendes,. stolzes Ergebnis, vor. dem wir froh be­wundernd die Hände falten! Hier entfallen uns alle Grübeleien über Gründe und Ursachen; wir wissen nur, auf unserer Seite eine staunenswerte Ueberlegenhcit an Technik, Mut and Kcmipfeifer liegt. Und vielleicht sind es gerade diese Fliegererfolge, die 'es junserer Heeres­leitung ermöglichen, durch geschickte Taktik und Vertei­lung der Kruste die Vorstöße der zahlenmäßig überlegenen

Leinde inrmrP'r k;.-.

Feinde immer wieder zurückzuwersen. Auch die Schwester- Flieger, unsere Luftschiffe, mehren ihren Ruhm

Waffe der ^ . HW - JKK W,...

Uort Tag zu Tag. Sie Huben aufs neue das östliche England auf- und heimgesucht und sind nach den besten Erfolgen ihrer Wurfgeschosse wohlbehalten zurückgekehrt.

Im Osten ist zweifellos vieles noch in der Vorberei­tung. Hochwichtig und erfreulich erscheint ?s, daß unser deutsches Zentruin in Wolhynien nach wie vor den Russen überlegen entgegen tritt. Diese wurden, wie Hindenburg mitteitt, westlich von Luck loiederum besiegt. Während süd­lich des Dnjestr die verbündeten Truppen in gesicherte Stellungen znrückgenommeu worden sind, schreitet: unsere Erfolge in der Bukowina fort. Der neueste russische Bericht (siehe 2. Blatt) schwelgt in der Hervorhebung und Ueber- trerbnng der südlich des Dnjestr erstrittenen Erfolge. Uns scheint aber, als wäre die rirssische Stoßkraft nicht allein dabei im Spiele, sondern als ließen die Führer der Ver­bündeten den Feind auch aus strategischen Gründen an dieser Stelle vorrücken, um ihn dann desto kräftiger packen zu können. Wir beherrschetr die Künste der Strategie nicht, aber wir wissen aus der Erfahrung der Hindenburgischen Feldzüge, wie viel davon abhängt, rechtzeitig ettie rück­wärtige Bew-egung auszuführen, urn sodanii Truppen- massen schnell zusammenzuballen Und den Gegner zu über­raschen. Darum meinen wir: die Diuge sind im Osten noch in der BorbereiUmg.

Daß unter diesen Verhältnissen den neuesten Vor­gängen an der italienischen Front keine allzu große Be­deutung beizulegen ist, läßt sich wohl begreifen. Sinö die, russischen Anstürme erledigt, so wird wohl auch Herr Ca- dorna vor Görz, dessen Brückenkopf er jetzt besetzt hält, wieder zurückgehen müssen.

Der öfterreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 9. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. August 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Front des Feldmarschalleutitants Erzherzog Karl.

Im Gdiiete des Caput in der B u k o w i n a wurde der Gegner gegm Norden zurückgeworftn. Am oberen Pruch gewannen Misere Truppen die Höhen von Worocha

Infolge der vorgestrigen Kämpfe wrrrden auch die bei Ottpnm fechtendeli Kräfte in eine westlich vorbereitete Stel­lung zurückgeführt. Die Gefechtstätigkeit in diesem Raume dauerte auch gestern den ganzen Tag über in umrerminderter Heftigkeit an.

Am Südflügel der Annee des Generals Graftii Bothmer schlugen k. und k. Regimenter starke Angrifft ab Die Zahl der sridlich von Zalofze eingebrachten Gefangenen )st auf 12 Ofstztere, 966 Mann gestiegeil.

Front des GeneralseldmarschallS voii Hindenburg

In Wo lhpnien wuchsen die Kämpfe erneut zu groß, ter Starte an. Sowohl bei der Armee des K.enerawbersteli

von Tersethansky, wo die Russen stellenweise durch Gegen-, angriffe geworfen wurden, als auch bei Kisielin und am Stochod-Dlie bei Kaszowka führte der Feind seine dicht­gegliederten Massen, darunter sibirische und Gardetrnppen, zum Angriff, vor. Er wurde überall, vielfach im Kampfe Mann gegen Mann, zurückgeworfen. Wie es bei der selbst­mörderischen Gefechtsführung des Gegners nicht anders möglich ist, bildet das Vorgelände unserer Stellungen ein großes Leichenfeld.

Südlich von Stobpckswa scheiterten wieder russische Nebergangsversuche.

I t a l i e n i s ch e^r Kriegsschauplatz.

Die heftigen Kämpfe im Raume von Görz dauern fort. Gestern nachmittag erreichten einzelne feindliche Ab­teilungen die Stadt. Am Monte San AUchele und bei San Martiiro wiesen unsere Truppen wiederholt Angriffe unter schwersten Verlusten der Italiener ab. Das Kgl. ungarische Seekesfehervarer Honved-Jnfanterie-Regiment Nr. 15 tat sich hierbei besonders hervor.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur See.

In der Nacht vom 8. auf den 9. belegte ein Seeflug^ zeuggeschwader eine feindliche Batterie an der Jsonzo-Mün- dung und die feindliche Sceflugstation Gorgo bei Grado sehr wirkungsvoll mit Bontbeu. Mehrere Volltreffer' wurden erzielt. Trotz heftigster Beschießung kehrten die Flugzeuge unversehrt zurück.

Flottenkommando.

Die italienische Offensive.

Wi e nj 9. Aug. (WTB.) Dje Kiäec,sbericbterst>atter der Blätter tnelten, bau die Italiener mit riesigen Verlusten an Toten und ungefähr 9000 unoerwnnbelen Gefangenen für die Zu­rücknahme bet am westlichen Jsonzo kämpfenden Trupperr von den durch die feindliche Artillerie vollkommen zerstörten Stellungen! zahlten. Dieses' kurze Stück unserer Stellung war ungefähr 15 Mo­nate unter schwierigsten Verhältnissen in vier großen italienischen Jsonzo-Ofsensiven und gegen verschiedene kleinere Borstöße helden­mütig verteidigt und ist nunnrehr freiwillig geräilmt worden, um unnützes Blutvergießeii zu vermeiden, umsomehr als dieses Stück Front Jtalierr von seinem Zerstörungswert an Görz lückst abhalten konnte. Die Militarkritiker der Wiener Blatter stellen fest, daß dem Aufgeben dieser Stellung keine weitreichende Bedeutung zukommt. Unsere Verteidigungslinie verlaust nunmehr vom Ostufer des Jsonzo bis unmittelbar vor die Stadt Görz, die ohnehnr stark zerschossen ist. Das gegenwärtige .Verteidigungssystem wind daher weder iir seiner Stärke, noch in der taktischen und sttategisehen Tätigkeit wesentlich beeinflußt.

Berlin, 10. Aug. Tie italienischen Operationen bei Görz werden, wie verschiedenen Morgenblättern aus Lu­gano berichtet wird, in den italienischen Blättern als große Siege gefeierr. Es fehlt jedoch nicht au Stimmen, die zur Vorsicht mahnen.'So gesteht, demBerliner Tageblatt" zufolge, ,,Secolo" ein, daß sich vom rein militärischen Standpunkte we­nig sagen lasse, da noch unbekannt sei, wie weit der Erfolg aus- genutzt w-erdeii könne. Die Ocsterreicher würden ohne Zivieifel ihre Stellungeii hinter Görz gründli 5 befestigt und ausgebaut haben. DerAvanti" macht, wie derBerliner Lokalanzei-' ga:' meldet, daraus aufmerksam, daß auch nach'der ettoaigen Einnahme von Görz den Jtalieiiern die größten Schwierigkeiten aut den Unwirtlichen Höhen des Karst bevorstehen würden.

Die Erfolge in den Karpathen.

5 . (WTB.) DerTemps" ist sehr erstaunt,

daß Generaloberst von K ö v e ß plötzlicki arr der russischen Front erschienen ist. Das^ Blatt schreibt: Unglücklicheimeise war General Le schl tzky genötigt, seinen Angriff aus den Südflügel der Armee Bothmer anszusetzen, um Köveß entgegenzutrcten, der durch das Pruchtal von den Karpathen herabsteigt. Köveß war jüngst noch m Lvermen. Wie hat er dort abkommen können? Das ist eilt Kapitel der Geschichte dieses' Krieges, das ;vir aus zahlreiche Grmiden noch nicht behandeln, ja nicht einmal berühren können.

Der englische Bericht über den Luftangriff.

London, 9. August. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Feindliche Luftschiffe besuchten heute früh die englis che Ostküste und die schottische Südost- küste. Sie gingen nicht weit landeinwärts und Mirsen eine An­zahl Bombeii ab. Sie wurden aii verschiedene Ortm durch Ab­wehrgeschütze vertrieben. Drei Frauen und ein .Kind wurden ge­tötet, 14 Personen verwundet. Es ist kein ntilitärifcf>er Schaden von Bedeutung angerichtet worden.

Berlin. 10. Auaust. Ueher die Wirkung des vor- letzten deutschen Luftangriffes auf England wird derVopischeu Zeitung" aus Kristiania gcineldet, daß in B'er^g>en an ge ko m mene .Da in ps er, die am vvrigcvr Montag und Dienstag im Hafen von Londvli lagen, den Kamps mit ansalien, der sich zwischen 'den deutschen Luftschisfen und bax euglisckien Batterien und Fliegern abspielte. Die Abwebrbatterien lvarens von den: .liigrisf völlig überrascht Ivoiden. Tic britisches Flieger waven vollständig machtlos. Die Bevöllerung wurde in einzejlnen Stadtteileii von einer Pairik ergriffen. Die Bahl der Toten und Verwundeten lvar außerordentlich groß. Ge- ' daude uiid Lager im Werte von vielen Millionen, lonröen nahe am Hafers vernichtet. Bei der Ausfahrt am Mittwoch sahen Die neutra­le ^chlfse drei große brennende Dampfer, die vock den .^lamniLn last ze.Mrl inatnk.