ftatften loorfn. 055 wurde einfach vor der Frsont »klärt, die Deut- scheu töten jeden Gefangenen, imb die Verbindung von der Heimat wurde stark kontrolliert N7td für die n<ttfo der Hermat eine beinahe lustige allgemeine Formel aufgefteltt. Es waren Mordrucke für Postkarten aus dcur Felde in der russischen Armee verbreitet, die an- "singen: „Wir haben eine große Schlacht gewonnen, es geht uns allen gut ..." Trotz der Muhe, die man sich auch besonders rn .'letzter Zeit mit der Verpflegung der Armee gab, scheint aber die Ansiclit, daß es einem in der russischen Armee gut gehe, doch eben .nur die ans den amtlichen Vordrucken maßgebende zu sein, denn vre Zahl der Ucberläuser, die immer in den letzten Monaten mehrere Hurrtxwt erreichte, hat etwa im Ostermonat, von dem mir dre Zahl bekannt ist, die bemerkenswerte Höhe von über 800 Mann allem! an der Front der HindenburgsäMr Armeen erreicht.
Es ist trotzdem schwer, aus dieser erstaunlichen Zahl allgemeine Schlüsse aus die russische Armee zu ziehen. Sre ist nach den großen Erschütterungen in mancl>em ihrer Teile von Zerrüttung kaum allzu fern gewesen, und sie fort sich immer wieder riber rappend schnell erholt. Sie hat schon in allen früheren Feldzügen des heür- qen Rußland Niederlagen und Niederlagen merkwiirdrg gut überstanden, und der russische Muschi k wird auch jetzt an greisen, fallen, sterben, wenn ifor die Kosaken vor treiben, „das illeine graue Breh, wie sie ihn nennen, wird noch einmal die Leichenhügel, die surcht- baren Leichenhügel vor imseren festen Linien türmen. Vielleicht bald, vielleicht viel spater, es wird ja nicht einmal von den russischen Führern abhäugen, sondern von dem Nachdruck, den die Verbündeten rtnen Notrufen und Befehlen geben., von englischem Geld, von französischem Werben, von italienischem Geschrei. Ich sehe die trostlosen grau blmren, ergebenen Angen des russischen Ueber- läufers an diesem strahlenden Maientag: „Wofür? Für Rußland? Kftschewv." Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
Aus Stndt und Caitö.
Gießen, 3. Juni 1916.
Erzeugung vsn Ersatzfuttermitteln.
Das Fehlen der Einfuhr von Krüstsuttermittelu in der Kriegs- zeir hat die ausreichende Erzeugung von Fleisch, Milch und Dritter ffir die menschliche Ernährung außerordentlich erschwert und aus die Notwendigkeit der Vermehrung der Krastsnttermittel hingewiesen. Ta die von der deutschen Landwirtschaft selbst erzeugten Futterstoffe, wie Kartoffeln, Rüben usw., die außerdem ffir die menschliche Ernährung dringend benötigt wurden, zu geringe Mengen von Eiweiß enthalten und daher mir zur vollen Ausnutzung kommen kötmen, tvenn Eiweiß in bestimmten Mengen zugesetzt nürd, waren Wissenschaft und Industrie bestrebt, eiweißhaltige Ersatzsuttermittel zu erzeugen, um so den Mangel ausländischer Krastffittermittel auszugleichen. Durch das von dem Leiter des Instituts für Gärungsgewerbe, Professor Delbrück, erffmdene Versahen, Futterl-efe herzustellen, ist die Erzeugung ausreichender Mengen eiweißhaltigen Futters ermöglicht worden. Während seit längerer Zeit eine Reihe kleinerer Anlagen zur Erzeugung von Futterhefe bereits im Betrieb ist, ist es dank der Unterstüwmg und der erheblichen Beihilfen des Reick,s mrd Preußens ermöglicht woroen, seit Beginn dieses Frühjahrs zehn große Anstalten in Betrieb zu setzen und zwar je zwei in Pommern und Westpreußen und je eine in Hannover, Sachsen, Elsaß-Lothringen, Anhall und Hamburg. ^
Auch für die Erzeugung von Strohkrastsutter find ansehnliche 'Mittel bereitgestellt worden, so daß die Herstellung van Stvohkrast- ' surter in den letzten ?7Lonaten eine sehr erhebliche Steigerung erfahren hat und im vergangenen Monat rund 120 000 Zentner, d. h. ungefähr die doppelte Röenge des vorhergehenden Mmrats der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werdwr konnte. Dem Strohkrastsutter muß eiweißhaltiges Futter zu gesetzt werden. Bisher wurde dazu der von getrockneter Bierhefe angesammelte Vorrat und außerdem das Mehl der entbftterten Lupine verwendet. Neuerdings liefern nun. wie der „Neue Politische Tagesdienst' berichtet, die Futterhesesabriken die ^forderlichen Mengen eiweißhaltigen Futters. Ihnen werden die vorhandenen Vorräte an Melasse zugeführt und es wird dort ein Erzeugnis ans Hefe und Strohkraftfutter hergestellt, das der La lidwirtschaft ein sehr wertvolles Futtermittel liefert. Infolge der günstigen Witterung dieses Frühjahres ist irn Gegensatz zu dem letzten Jahre auf tönen sehr guten Ertrag auch in Stroh zu rechnen, lvodurch für den nächsten Winter die Herstellung von Strohkrastsutter außerordentlich erleichtert wird. Mich in dieser Beziehung kann also mit voller Zuversicht dem nächsten Erntejahr entgegengesehen werden.
*
** Aerzke für Ostpreußen. In verschiedenen Kleiw- ftäfcten und ländlichen Ortschaften der Provinz Ostpreußen, in denen es an einer ausreichenden ärztlichen Versorgung der Bevölkerung zurzeit mangelt, finden zuziehende jüngere Aerzte lohnende Privatpraxis. Es besteht die Aussicht, ihnen in besonderen' Fallen Einkow.nrenszuschüsse zu gewahren, werrn sie die Verpflichtung übernehmen, die ärmere Bevölkerung, soweit sie nicht der Kmnkenversicherungspslicht unterliegt, unentgeltlich zu behandeln. Nähere Auskunft über die einschlägigen Verhältnisse erteilt der Regierung^ und Medizinalrat in jedem der drei Regierungsbezirke Königsberg, Gumbinnen und Allenstein.
** Sachgemäße Teebereitung zur Kriegszeit.
ist die Pflicht eines jeden Verbrauchers, während der Kriegszeit den ihm zu Gebote fteheliden Tee ganz auszunutzcn. Das geschieht entweder durch rnehrfaches Ausbrühen der ganzen oder durch ein- mahliges Aufbrüheu der zermahleneu Blätter (wie die Ausnutzung des Bohnenkaffees desto vollstäirdiger erfolgt, je seiner er gemahlen ist). Hierdurch wird es ermöglicht, aus der gleichen Menge Teeblätter die doppelte Menge Teegetränk herzustellen. Beim ersten Verfahren müssen die Abgüsse schnell nach einander hergestellt und am besten untereimurder gemichl werden; wenn der erste Ausguß stark ausgenutzt ist, muH inten für den zweiten Aufguß die Blätter des ersten mit einer geringen Menge frischer Teeblätter ergänzen, sonst bekommt der zweite Ausguß einen lveniger guten Geschmack als der erste. Beim zweiten Verfahren (einmaliger Ausguß) muß der Tee kurz vor dem Gebrauch mittels einer Mühle nach Art der Kaffeemühle so sein als möglich zermahlen werden. Man darf aber nur eine Mühle verwenden, die ausschließlich für Tee dient und nicht etwa vorher für Kaffee, Gewürz oder anderes gebraucht worden ist, da Tee bekanntlich sehr eMpsindlich ist und jeden fremden Ge- scchnack und Geruch sofort annimmft. Namentlich zur Heritellung größerer Teemengen ist die Zermahlung der Teeblätter sehr zu empfehlen UM zu vermeiden, daß Rückstände der Aufgüsse mrt in die Tasse kommen, muß besonders vom gemahlenen Tee der Abguß sehr vorsichtig erfolgen. Zweckmäßig ist die Benutzung eines aus feiner Gaze oder Mull selbsthergestellten Seihers oder Beutels, der Beutel muß so groß sein, daß die Teeblatter Vio des Jnnen- raums, falls sie völlig zerkleinert sind, Vs des Jnnenraumes aus- süllen. Im übrigen sind folgende Leitsätze zu beachten: Der Tee muß Mit der strengsten Reinlichkieft behandelt und zubereitet werden. Die zur Tee^ereitung dienenden Gefäße sind nach der Benutzung nur mit heißem Wasser auszuspülen und an der Luft zu trocknen. Der sogenannte „braune Ansatz" in den Teegeschirren darf nicht entfernt werden, besonders nicht bei Metallgefäßen, die nur zum Aufträgen, nickt aber zum Aufgießen des Tees zu benutzen sind, da die Teeblätter durch jede Berührung von irgendwelchem Metall leiden. Drei Gefäße sind erforderlich: eines, in dem nur das Wasser gekocht wird, eines zum Aufbrühen (Ziehenlafsen) und eines zum Aufträgen des TeeS. Der Tee muß mindestens sechs Minuten möglichst heiß gestellt und unter Verwendung von sprudelnd kochendem Wasser ziehen (nicht kochen). Wasser, das schon längere Zeit gekocht hat, gibt keinen wohlschmeckenden Tee. Bei der Bereitung eines zweiten Ausgusses kann der Tee 10 Minuten ziehen. Tee muß stet" in luftdicht verschlossenen Blech- oder Porzellamiefäßen trocken aufbewacht werden. Starken Temperaturnnterschieoen ausgesetzre Räume :rfoc Küchenp sind dafür nicht geeignet. Alle sür die Tee- l>erertun'g in Frage kommenden Geschirre und Gebrauchsgegenstände foften nur für Tee allein Verwendung finden und ausschließlich mit heißem Wasser gereinigt werden.
** T a > Verbot der Verarbeitung von Leinöl z u G kam, r i t t. Durch Vundesratsvevordnimg vom 1. Mai 1016 ist die V racbeiiung von Leinöl zu Glaserkitt verboten. Dem Kriegs- ausickuß. jür Oele und Fette sind Fälle bekannt geworden, wo
Fab^'kr:. d« BnndesvatSvervrdnmrg dadurch umgehen Nwllten, daß sie für die Herstellung von Kitt zwar nicht Leinöl, sondern! Leinölfirnis verwendeten. Es muß nachdrücklichst darauf hingewiesen werden, daß Leinölfirnis genau so Mt wte Leinöl zur Herstellung von Krtt nicht verwendet werden darf. Leinölfirnis ist nichts anderes als Leinöl und kann jeden Augenblick durch Zusatz geringer Prozente Trvckeumittet aus rohem Leinöl hergestellt werden. Der Kriegsausschuß wird in jedem Falle, wo eine Umgehung der Bundesrats Verordnung durchs die Verarbeftung von Leinölfirnis versucht werden sollte, die rücksichtsloseste Bestrafung des betreffenden Betriebsinhabers herbeizusühren wissen.
** Ein kleines Mittel zur Futter ve r mehruNg. Das eigentliche Problem unserer Ernalwungsproduktümspolftik ist jetzt die Vermehrung von Futtermitteln sür die verschiedeneir Tier- gatttmgen. Es hangelt sich dabei um eine Ausnutzung auch der lleinsten Mengen, die isoliert nutzlos sind, in geeigneter Zusammenfassung aber einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Ernährung! unseres Nutzviehs geben können. Schon im vorigen Jahre sind durch eine solche „SamMelpvlftik" die Küchenrückstände der Städte wohl überall für die Schweinefütterung nutzbar gemacht worden. Ungenutzt dagegen sind fast aberall die Rasenflächen der Kleingärten geblieben. Sie kämen namentlich als Futterunterlage für Ziegen- und Kauimlienzuchten in Betracht, die am Rande der Städte vielfach von den Kleinbauern, aber auch von kleinen ,Handwerkern, Arbeitern usw. gepflegt wird und deren Ausdehnung aus bekannten Gründen dringend wünschenswert ist. Es käme nur daraus an, die Verwerttrng dieses Grasschnittes in die Wege zu leften. Mancherorts holt sich der Milchlieserant von Zeit zu Zeit dieses Gartenheu für seine Ziegen ab, an den meisten Orlen aber kommt es nutzlos um. Es dürste Aufgabe der Städte oder der Ziegen- und Kaniuchenzuchtvereine sein, die Bereitwilligkeit der Gartenbesitzer M wecken und die regelmäßige Abholung in die Wege zu leiten.
"Bäckereien, die gewerbsmäßig Brot Herstellen, ist die Bereitung jeder Art von Kleingebäck, mit Ausnahme von Brötcheo und Zwieback verboten. Näheres siehe in einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteile.
KtrAlic^c Nachrichten
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 4. Juni, Exaudi.
G o t 1 e s d i e n st. In der §tadtkirche Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusqemeinde. Vorm. 9*/, Uhr: Pfarrasfistent Hoff,nann. Vorm. 11 Uhr: Kmderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Mittwoch, den 7. Juni, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Mahr. — In der Iohannerkikche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vorm. 9^ Uhr: Pfarrer A u s f e l d. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Joharmesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abeudmahlsfeiern werden gehalten für die Lukas- und Johannesgemeinde am 1. Pfingstferertag, für Matthäus- und Markusgemeinde am 2. Pfingstteiertng, jedesmal im Hauptgottesdienst. Anmeldungen hierzu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Kirchberg. Sonntag, den 4. Juni, vorm. 10 Uhr. (Heil. Abendmahl für Taubringen.) — Lollar. Mittwoch, den 7. Juni, abds. 9>L Uhr: Kriegsbelstunde. Dekan Guß mann.
I yU.t 'rt • M". st ,, l '>
katholische Gemeinde.
Gottesdien st. Samstag, den 3. In n i:
Nachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Abends 8V, Uhr: Bittandacht.
Sonntag, den 4. Juni, 6. Sonntag nach Ostern: Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. 7 Uhr: Hl. Messe. 6 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Meffe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht zum hl. Geist mit Segen. Nachm. 4V, Uhr: Juugfrauen-Konqregation. Nachm. 6 Uhr: Andacht zum hl. Aloisius. — Montag. Dienstag. Mittwoch, Donner-stag, Fr-ertag und Samstag, abends 8st, Uhr, ist Bittandacht.
Diaspora-Gottesdienst am 4. Juni: In Hungen 8 Uhr. In Lanbach 10 Uhr. In Sich § X A Uhr.
Spielplon des Srotzh. «urhauscheaters vad-Nauhem.
Sonntag, den 4. Juni: „Die spanische Fliege." Dionlag, den 5. Juni: „Im weißen Rößl." Mittwoch, den 7. Juni: „Die goldene Eva." Freitag, den 9. Juni: «Jugendfreunde." Samstag, den 10. Juni (Königl. Kurtheater Bad Ems): „Wie einst im Mai." Sonntag, den 11. Juni: „Die selige Exzellenz." Montag, den 12. Juni: „Der Juxbaron." ___
Spidplcm der vereinigten Frankfurter Ltadttheater.
Opernhaus.
Sonntag, den 4. Juni, abends 7*/, Uhr: „Das Heimchen am Herd." Vorher: Ouvertüre „Im Frühling" von Carl Goldmack. Montag, den 5. Juni, geschlossen. Dienstag, den 6. Juni, abends 7V, Uhr: Der Ring des Nibelungen. Vorabend: „Das Rheingold." Mittwoch, den 7. Juni, geschlossen. Donnerstag, den
8. Jnni, abends 7 Uhr: „Die Königin von Saba." Freilag. den
9. Juni, abends 7^ Uhr: „Die Kaiserin." Samstag, den 10. Juni,
abends 7'/, Uhr: „Der Barbier von Sevilla." Sonntag, den
11. Juni, abends 6 Uhr: Ter Ring des Nibelungen. 1. Tag: „Die Walküre." Montag, den 12. Juni, abends 5 Uhr: „Parsifal."
5chauspielhau§.
Sonntag, den 4. Juni, abends 7‘/ s kkhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Montag, den S. Juni, abends 7V, Uhr: „Des Meeres und der Liebe Wellen." Dienstag, den 6. Juni, abends 77, Uhr: „Der Strom." Mittivoch. den 7. Juni abends 7*/* Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Donnerstag, den 8. Juni, abends 77, Uhr: „Die Schöne vom Strande.". Freitag, dep9. Juni, geschlossen. Samstag, den 19. Juni, abends 1A Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Sonntag, den 11. Juni, abends 77. Uhr: Zum ersten Male: „Rausch." Drama in vier Akten von August
Strindberg. Montag, den 12. Juni, abends ?7, Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stocks
Börsen-Wochenbericht.
— Franksnrt a. M., 2. Jnni.
Im freien Verkehr der Börse herrsche zn Beginn der Berichtswoche wieder ein recht lebhaftes Treiben und die Kurse erfuhren ans säst allen Gebieten eine neue Answärtsbewegnng. Schion die glänzenden Erfolge unserer Verbündeten gegen die Italiener sorgten für eine gute StftmnNng. T-azn kamerc weiter die hohen Envarttrng'en, die mten allgemein auf das diesjährige Ernteergebnis setzt, desserk Bedeutung noch imler- strichen wurde durch die offiziösen Änslasffmgen über die letztjäl>rige Mißernte und die im Einschluß daran MM Ausdruck gebrachte Zuversicht, daß wir in wenigen Monaten auf flihlbar weiterer und freierer (drundlage der Ernährung ftdjm werden, falls die neug Ernte auch nur annähernd hält, was sie bisher verspricht. Die zahlreichen F r i e d e n s e r ö r t er n n g e n trugen natürlüh ebenfalls daM bei, neue Unternehmungslust <ni der Börse auskommen zu lassen. Neben sogenannten FriedenÄverten wie Bankaktien, Schiffahrtslverten, Kaliaktichi, Waggvnsabrikaktten und .Kolonial- werten, fanden auch wieder Rüstungsiverte erhöhte Beachtung, so daß sie sich von den Mickgängen der Vorwoche zum Teil erhalttu. Besondere Kauflnst erstreckte sich auf Montmipapirve, sotvvhl <mf die Aktien der rheinisch-westfälischen Industrie als auch auf vber- schl^fische Warte. Die ciesteigerbe UnternehmmcgSlust erhielt indes nach dem Feiertag dieser Woche einen merklichen Dämptfer durch die Nachricht, die Reichsvegierung beabsichtige Maßregeln, gegen Spekulationsausschreitungen ziu ergreifen, die unter anderem in erster Linie eine außerordentlich scharfe Erfoillwnq der Umsatzsteuer für Wien ans die Dauer des .Krieges in sich schließen. Aus säst allen (Gebieten tvcrt darmrshin stärkeres Angebot hervor, das llnlweise nur zu erheblich niedrigerem Kurse Auftmhimle! fand. ^Besonderem Truck pttterlagen M o n t a rr p a p i e r e, die I
wieder mehrere Prozent von ihrer jüngsten tnrntrar verwrerr,
imb einzelne Rü stungswerte tvie Rhein-Metall, Man scheid, Hirsch-Kupfer, Daimler, Beirz, FalwAeng Eisenach, .Hansa Lloyd und Kleper-Aktien. Elektrowerte erfuhren ebenfalls' Rückgänge um einige Prozent und von Ledevaktten waren namentlich Lldler nnd Oppenheimer angebvten und niedriger. Die Aktien) chemischer Fabriken konnten sich beffer beforupten anscheinend im (Zusammenhang mit den! Mitteilungerr über den Zusammenschluß in der chemischen Großindustrie. Besonderes Interesse zeigte sich sür Konftanzer. Holzverkohlung auf den günstigen Jahres-', abschluß und den Dividendenvonchlag von 15 Prozent. Schiffe fahrtsaktien waren ebenfalls narr nnwesenttich niedriger ebeicso Bankaktien. An lagewerte vetVelttten im Einllaw mit der Flüssigkeit am Geldmarkt in ziemlich fester Haltung Privat-Tisiionto 4^/, Prozent. __
\ Markte,
buchen, 3. Juni. Marktbericht. Acü dem hentigen Wochen,bgrkt kostete: Butter das Pffmd 1,90—0,00 Mk.: Hühnereier das Stück 20 Pfennig (böchstpr.); Käse 10 Pfennig, Kasematte 3 Pfennig das Stück: Welsche 0.00—0,00 Mk.;
Ochsenfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Kuhfleisch 2,00-0.00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,20-0,00 Mk., Hammelfleisch das Pffmd 1,80—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 5,70 Mk.: Zwiebeln das Pfund 00—00 Pfg.: Milch das Liter 30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-09 Pfg.; Spinat 20-00 Pfg. das Pfund, Kopfsalat 6-8 Pfg., Karotten 15-00 Pfg. das Päckchen, Lauch 5 bis 10 Pfennig das Stück, Rhabarber das Pfund 20 Pfg., Sellerie 10-30 Pfennig, Spargel 50-70 Pfg. das Pfund. Römisch Kohl 10-12 Pfg. das Päckchen. — Marktzett von 7 bis 1 Uhr.
Witterungsbericht.
(O e f f c n t l i ch e r Wetterdienst.)
Gießen, 30. Mir 1916.
Fast in dieser ganzen Berickckstvvche — 24. bis 30. Mai herrschte in unserem Bezirk unbeständiges Wetter vor. Sd geigte bie Wetterkarte am Mittwoch, den 24. Mai einen sehr mcregelmäßig ver- teilten Luftdruck: Tiesdruckwirbel und Kern von hohem Druck lagen urrre gelm äßig verteilt über dem Festland und riesen in den betreffenden O^egenden bei ihrem Zuge teils trübes, bald wieder arrshmterndes Wetter hervor. Am Donnerstag Neigte die Wetterkarte ein ruhigeoes Bild. Es lag im Nordosten ein ausgedehntes H-ochdrnckgoinet- während im Westen mrd Südwesten tiefer Truck lagerte. Die Ausläufer dieses Tiefdruckgebiets liehen in unserem Bezirk Mrs Gelritter schließen. In der Nacht vom Domrerstag zum Freftag kam es jedoch nur zu ganz- lokalen Gewitterenllädungen, während Regen- fälle weit verbreitet niedergingen. Am Freitag nachmittag dagegen! und in der Naclst von Freftag zu Samstag sagen über ganz West- ideutschiland starke Getvftter airf, mft zum Teil heftigen Regenfällen. Tie Temperrrturen waren seft Anfang der Woche ständig gestiegen. Sv betrug >das Dagesmittel tmt Dienstag, den 33. Nur -j- 12ch Grad, um am Bdfttwoch aus -s- 17,75 Grad, am Donnerstag sogar auf über 20 Grad zu steigen. Auch >die Nachttenrperaturen loaren relativ hoch (Gießen ft-15 Grad). Nach den Gewitterentladungen am Freftag trat dann wteder starke Abkühlung ein und zwar besvndders bei Tage. Während das Demperat u r u r ax ii num^ in Gießen, am Anfang der Derichtswoche, sehr hoch war (aut Freitag ft- 24 Grad) sank es nunmehr auf 18 Grad ant Samstag, 15 Grad am Sonntag, 14 Grad am Montag. Nach den Gewitterentladungen am Freftag und Samstag, heiterte sich das Wetter nicht aus, vielmehr herrschte auch noch am Sonntag und Böontag ttübes regnerisches Wetter, hervorgernefn durch Tiesdruckwirbel, die über unseren Bezirk nach Osten lsin abzogen. Bon Westen rückt nunmehr ein Hochdruckgebiet mrch dem FesllaNde hin vor, unter dessen Einfluß bereits heute mfttag Aufheiterung und Erwärnrung eintrat. Im hohen Norden lagert all-erdiugs ein Ttesdruckkenc, der uns aber voraussichtlich lim durch Rmcdwftbel beemsluffen wird. Wir dürfen daher noch mft unbeständigem, sedvch meist trockenem und später aufheiterndem Wetter rechnen.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen-
Juni
1916
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Höchste Temperatur a
m 1. b
iS 2. Jt
rnt
L916: -
- 20,2* 0.
Niedrigste „ Niederschlag 0,3 mm.
2 .
1916: + 9,2*0.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung
das Gesetz vom 24. Dezember 1915 über vorbereitende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinue betteffmd.
Nach 1 des genannten Gesetzes sind die nachstehenden Gesellschaften. die im Terttschen Reich ihren Sitz haben, — nämüch? Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften aus Aktien, Bergge- werkschlasten und andere Bergbau treibende Veveiuigimgen, tet'rtere sofern sie die Rechte juristischer Personell haben, Gesellschaften mit besckwänkter Haftung und eingettagene Genossenschaften —■ verpflichtet, fünfzig vom Huridert des in einem Kriegsgeschäftsjahr rezielten Mehrgewinns in eine zu bildende Sonderrücklage einzustellen. Tie gleiche Verpflichtung liegt nach § 6 des Gesetzes sellsckoften der vorbezeichneterc Art ob, die ihren Sitz im Reickfs- auslgnd haben, in Hessen aber einen GeftMtsbetrieb cmterhalten.
Demgemäß fordern wir nach 8 2 der zu dem Gesetz erlasse-neir Aussührungsbestimimmgert die vkwantwortlicheir Leiter der Gesellschaften, die in unseren Bezirken ilfren Sitz haben, auf, bis zum 1. Juli 19 16
1. die Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse nebst den Gewinn- und Berlusttechmmgen der fünf den Kriegsgeschästsj ähren vorängegaugenen Friedensgeschästsjahre^ mib der Kriegsgeschästs- jahre sowie die darauf bezüglichen Beschlüsse der Generalversammlungen,
2. eine Bevechanmg ihres Mehrgewimis einznreichen, und
3. die Bildung der gesetzlichst Sonderrücklage nachZnweisen, soweit sie nicht ohne weiteres airs 1>en ein gereichten Bilanzeil oder Jahresabschliissen genau ersichtlich ist.
Für diejenigen Kriegsgeschäftsjahre, für welche bis zum 1. Juli ds. Js. Abschlüsse noch nicht vor liegen, sind die vvrftebenben Verpflichtungen spätestens 4 Wochen nach Feststellung deS Abschlusses zu erfüllen.
Die verantwortlichen Leiter können zur Erfüllung dieser Ver- pslirhtunqen durch Geldstrafen bis M 500 Mark angc'halten Insoweit sich die GeschüstSberichte und Jahresabschlüsse der Frie- VensgeschästSjahre bereits bei den Mten des Vorsitzenden der Ver- anlagimgS.komn:iffion befinden, kann von ihrer nochmaligen Vorlage Abstand genommen werden.
Gießen. Buftbach, Oirünberg, Hungen, den 24. Mai 1916.
Die Vorsitzenden der Veranlagnngskommiisionen s. d. Finanzämter Gießet, Butzbach, Grünberg. Hungen.
I. V.: 12100
Berres. Flath. Menzel. Vtay.


