Ausgabe 
29.6.1916 Erstes Blatt
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erfahren haben. Auf dem Felde der Ehre starb der als Krankenträger ansgebiwete Musketier Karl Still von hier Es ist

dieses das 68. Opfer, das der tz>egenwärtrgc Krieg anG-efallenen Städchen fordert, während noch Mann als vermißt

vns unserem ___ _ ..

gemeldet sind. Von diesen- haben fünf Mann rn der letzten Z-ert auv der Gefangenschaft in Rußland, England und Mgerien ihren AngeWeigen geschrieben.

Stsrkenburg und Rheinhessen.

Bensheim a. d. B.. 88. Juni. Einen: Gesuch des Odeuwaldklubs au die Militärbehörde um Aufhebung der Sperre über die A u s s i ch t s t ü r m e des O d e n w a l d e s wurde statt- aegeben.

Eberstadt b. Darmstadt, 29. Juni. Der hier feinen Lebensabend zubringende Generalleutnant Friedrich Metzler feierte gestern mit seiner Gattin das Goldene Hochzeitsfest. Der greise Jubilar, der den Feldzug 1870/71 als Hauptmann im Großh. Hess. Jnft-Rgt. 118 mitmachte, trat bereits 1894 in den Ruhestand.

Kreis Wetzlar. -

ra> Wetzlar, 29. Juni. Der hiesige Verschönerunqsverein bat zugunsten eines neuen Aussichtsturmes aus der Stoppel- bergskuppe bereits ein Vaukapital von 3200 Mk. gesanimelt. Mit Recht soll aber in erster Linie dem nahen Kalsmunt eine besondere Fürsorge gewidmet werden.

ra. Aus d e m Kreise Wetzlar', 29. Juni. Eine lohnende Einnahme erzielen zurzeit viele Kreisgemeinden aus ihren Eichen schäl mal dun gen. Trug man sich doch vor dem Kriege viel fach mit dem Gedanken, die Lohwaldungen ganz auszugeben. In folge der amerikanischen Gerbstoffeinftihr wurden die Preise für einheimische Lohe derart gedrückt, daß die Gemeinden kaum die Werbungskosten herausbekamen. Im Jahre 1914 wurden beispiels weise für den Zentner Lohe kaum 3 Mk. gezahlt und heute ist der Breis auf 18 bis 13 Mk. gestiegen, ja die sogenannte Glanzrinde kostet sogar 15 Mark.

Hessen Nassau.

die Straße legte, da mm jeden Augenblick den Absturz des .Kin­des erwartete. Da stürmte Im entschlossen der Landfturnrmmm Ellenberger ins Haus, kletterte aus dem Dachfenster das Dach hinab und holte unter größter, eigener Lebensgefahr den Jungen am Schopf zu sich herauf. In atemloser Spannung hatte die Menge bis dahin den Vorgang beobachtet, dann aber begrüßte sie, als das schwierige Retttmgswerk vollbracht war, den todes­mutigen Soldaten mit begeisterttn Bvavos r r r r

-- Frankfurt a. M., 28. Juni. An den Anschlagsäulen prangt seit heute ein vom K. und K. Milrtärgouverneur in Eetinje erlassener Steckbrief gegen dengewesenen montenegrinischen Kriegsminister Radomir Vesovic, 46 Jahre alt, rc. rc., zuletzt in montenegrinischer Generalsuniform...* und gegen fünf andere Träger des Namens Vesovic.

= Ober-Ursel, 29.Juni. Zur Steuerung der Lebens- Mittelnot in der Stadt bewilligte die Stadtverordnetenversammlung die Mittel zur Einrichtung eines Kriegs speisehauses in den Räumen des Ratskellers. Es> können jedesmals bis zu 200 Personen gespeist werden. !Für jede Portton, die zu 20 Pfg. verab- olgt wird, gewährt Ine Stabt einen Zuschuß von 2 Psennrgen.

X. Hanau, 28. Juni. In den Kreisyaushaltsplan des Land­kreises Hanau für das Rechnungsjahr 1916 lind diesmal 2000 .Du. zur Förderung des Anbaues von fett - und ölhaltigen Pflanzen (Flachs, Hanf, Raps- eingestellt worden.

Fulda, 29. Juni. Nach einem Vortrag des Vorsitzenden des Bundes der Viehhändler Deutschlands, D a n i e l - Koblenz, wurde hier ein V i e h h ä n d l e r v e r e i n für die Kreise Fulda, Gersfeld, Hersseld und Sunfeld gegründet. Den Vorsitz übernahm Viehhändler Jakob B l u m e n t h a l - Fulda. Dem Verein traten bisher etwa 100 Personen bei. . _

-- Kassel, 29. Juni. Aus Veranlassung der Staatsanwalt­schaft wurde an der holländischen Grenze der Leiter mehrerer

Jubelfeier des Roten Kreuzes.

= Frankfurt a. M., 28. Juni. Der Frankfurter Verein vom Roten Kreuz f&erte heute im Bürgersaal des Rathauses sein aoldenes Jubiläum durcl) eine akademische Feier, zu der die Spitzen Sn staatlichen und städttschen Behörden und die Vertreter zahl­reicher dem Verein verwandter Körperschaften sich eingefunden hatten Auch die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nahm an -dem Festakt teil. Die Festrede hielt Scmitätsrat Dr. Vohsen über die Geschichte des während des Bruderkrieges 1866 eitt standenen Vereins. Dem Vereine wurden sodann zahlreiche Glück­wünsche übermittelt. Oberpräsident Heng stenb er g sprach), für daS preußische Zentralkomitee vom Roten Kreuz und die ffencn- > assäuischen Provirtzialvereine, OberbürgermeisterSch ä fe r-Tarm stadt für das Deutsche Zentralkomitee und den Hessischerl Landes verein. Die Stadt Frankfurt ließ dem Verein die städtische Plakette überreichen. Chovgeiärrge feldgrauer verwundeter Soldaten gaben der Feier einen würdigen Rahmen.

js Marburg, 29. Jmn. Am nächsten Montag Wird hier der al thistorische Kir schen^arkt, der immer ein Festtag für die Landjugend Oberheffens ist, abgchalten. Tie .He u e r n t e wird auch in der hiesigen Gegend durch fast täglich sich einstellende s,Regengüsse ganz empfindlich' gestört. So zogen im Laufe des heutigen Tages wieder mehrere Gewitter über das Lahntal. , Am letzten Sonntag, an dem einigermaßen sonniges Wetter herrschte, sah man viele Lanbieute von der Erlaubnis, Erntearbeiten ver­richten zu dürfen, Gebrauch machen.

Frankfurt a. M., 28. Fuui. Eine wackere Ta wn! brachte heute mittag der Landsturm mann Ellen b-ergev vom hiesigen Lsudsturmbatoillou. Aus einem Dachfenster der Gronauersttvße sturste ein fünfjähriger Junge ab. Er besaß noch

schwebte. Sein Geschrei lockte eine riesige Menschenmasse herbei, die sofort alle verfügbaren Matratzen aus der Nachbarschaft auf

ter großen Verlusten des Feindes berichten können. Die Lage ffi daher heute derart, daß auf dem wolhynischeu .Kriegeam »rpfatz un sere Gegenosserrsive von Schritt zu Schritt vorwärls schrer.ei. m

Der Mlkowina und in Südgalizien das Vordringen des^ r^eindc

holländischer Serrenlos-Schwindelqesellschasten, Gustav W ich man n- Amsterdam, verhaftet. Wichmann hat in Holland, Oberhessen und

Kurhessen ungezählte Personen betrogen ....,

g. Eschwege a. d. Werra, 28. Junr. Von der hessischen Brandversicherungsanstalt brauchten im abgelaufenen Kriegsjahre 1915 etwa rund 800 000 Mk. an Brandentschadigungen weniger gezahlt zu werden als wie im Jahre 1914.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 30. Juni

Wechselnd bewölkt, meist l orten, tagsüber etwas wärmer.

1916

Letzte RachnGeu.

Zum Jahrestag der Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares.

B-udapest, 28. Juni. (WTB. Nrchtamtttch.) ZumJach res- t a qe der Ermordung des Erzherzr»gs Franz Fer­dinand weht eine Trauerfahne vom Fttst des, Mgevrdneten- hauses. In der Sitzung ergriff Ministerpräsident Graf T i s z a das Wort zu Mitteilungen über die Krregswge und sagte, er habe in der letzten Sitzung der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die gegenüber der russisck/en Offensive getroffenen Maßnahmen sich bald sichtbar machen würden.und daß dre ungünstigen Ereig­nisse eine vorübergehende Episode sein würden. Diese Hoffnung, sagte Tisza, Hube fick) auf dem wslhpnischen Kriegsschauplätze m vollstem Maße verwirklicht. Die /Verstärkungen, dm wir mll) ^ deutsche Bundesgenossen aufs schnellste an die gefährdeten Punkte gesandt haben, haben ihre Wickmrg LÄibt. .Heute befinden, wtt uns in einer S-chritt für Schritt v o rw-ärts gehenden G e g e n o f f em s iw e, w-s-bei wir emau bedeutenden Teil der von den Rufseii besetzteil Gebiete wieder eroberten. (Beifall.) Auf dem bukvwinischen Krieg-ss^auhklatze ist diese nickt so schnell ein getreten. Unsere. Armee mutzte angesichts der überlegenen Kräfte des Feindes den Rückmarsch siirsietzen. Dns hatte leider zur Folge, daß bedeutende Teile der BuLowrna ru Fern­deshände geraten sind. Der Rückmarsch erfolgte m voller Ordnung. Unsere Armee hält auch heute festgefügt und intakt rn voller Kamps-

L v-ch-n«

der letzten drei bis vier Tage bereits statt vom. Fort schrei tsr der russischen Offensive, von der Znrückweisimg russischer Angriffe im

cuifgehälten ist und das Kräfteverhältnis auch an dieser Front um zu unseren Gunsten verschiebt. Daher Meinte der Minrsterprajidenl, daß kein Grund vorliege, von der in seiner jüngsten Erklärung ausgedrückten Hoffnung irgend etwas zurückzunehuren, oder irgeno ettvas an seinem Standpunkt zu ändern, so daß er auch sernerhin mit unerschütterlichem Berttanen aus den Erfolg der Zukunst ent­gegensehe. Auf die Bemerkungen Rakovzkys wegen der Sicherheit Siebenbürgens, sagte Tisza, er verweise darauf, daß unf^e Armee in voller Schlagfertigkeit in starken Stellungen stehe und daß das Kräsieverhältnis si>ö zu unseren Gunsten Ludere. Mehr als das könne ei'.r ernster Mensch im Welt­kriege nicht sagen.. Jedermann könne hieraus seine Folgerungen! ziehen. Auf die Frage nach der Höhe der Vettuf-e erwÄerte Tisza, aller Wahrscheinlichkeit nach könne man mit Recht behauvten, daß die Verluste des Feindes rmsere Verluste bedeutend übersteigen. Die dcutfch-ttirkische Freundscha/t.

Kon sta n 1 i nopel, 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die in Äon stautirropel ammsenden türkischen Abgeordneten hiel­ten gestern eine Berfammlung ab, um die Mitteilungen jener ifyrcr Kollegen entgegenzunehmen, die den deutschen Reichstagsabgeord^ treten einen Besuch abgestattet hatteti. Abgeordnetir Saläh Dsimd- schoz Bep sprach über die in Deutschland herrschenden Oßiühle der Fretmdschaft für die Türkei. Abgeordneter Hassan Riza Pasckia schilderte die Vollkommenheit der Organisation in Deutschland und gab der Ueberzeugimg dlusdruck, daß Teutschkand noch lange deti Krieg siegreich fortsetzen könne. Abgeordneter Scyd-Bey legte die in Deutschland gemachten Fortschritte dar. Die Bersamwlungi faßte den Beschluß, einen interparlamentarischen Aus­schuß einzufetzen, der die Aufgabe haben^ wird, die türkisch-deut­schen Beziehungen enger zu gestatten. Die Abgeordneten werden demnächst wieder eine Versammlung abhalten.

Der Hungerkrirg gegen die Schweiz.

Zürich, 29. Juni. Das Teust rungtz-gesp-en st schwebt in den letzten Lagen der gesamten Schweizer Presse vor. Außer­ordentliche Maßnahmen werden angeraten, um den drohenden Hmrger zu verhüten. Die Furcht vor der Aushungerung durch einen verschärften Wirtschaftskrieg und durch die Aussicht auf einen dritten Winterfeldzug ist allgemein. Maßnahmen, wie die in Deutschland getroffenen, sogar eine LebensmitteldMatur, werden vorgeschlagen.

Die Ententefreunde in Griechenlnnd.

Athen, 29. Juni. Großes Anffehen erregt die Berhaf-^ tung eines höheren Telegraphenbe-amten, der be­zichtigt wird, den Inhalt chiffrierter Depeschen an die Entente verraten zu haben. Ferner wurde eine große Anzahl von U nt cr­oss izieren und Matrosen der Kriegsmarrne verhaftet. Offiziell wird angegeben, sie hätten geheime Konventikel abgehal­ten, um eine Erhöhung ihrer Löhne zu verlcürgen. Diese Angabe! . f«det aber keinen Glauben. Die Machenschaften der Vierverbands- frenrcke bereiten der Regierung große Sorge. .So fanden,kürzlich in einer Kirche in Athen ungualifizierbare Szenen statt. Es sollte ein schon fett einigen Tagen geräuschvoll angekündigtes T^teun^ für die durch die Türken und Bulgarenermordeten" Griechen abgehalten werden. Dazu waren hauptsächlich Flüchtlinge aus der Türkei und Bulgarien eingeladen. Man sah voraus, daß nrtt diesem Gottesdienst ein anderer Zweck verfolgt werde, und die Polizei traf dementsprechend ihre Vorsichtsmaßnahmen. Die Benizelisten! behaupten, ein Redner habe sich bei diesem Anlaß bemüht, zu be­weisen, daß die El^feinde die Türken und Bulgaren seien und, habe diese Argumente historisch entwickelt. Es kam zu einer Rauferei in der Kirche. Vier Personen wurden verletzt und die Bersammlmrg scAießlich unter argen Szenen von der Polizei aus­einandergetrieben.

Die Pest in Aegypten.

Amsterdam, 29. Juni. England hat Wer verschiedene Teile Aegyptens wegen der Ausbreitung der Pest die Sperre -verhängt und die dortigen Truppen isoliert. Auch in Tunis und 'Marokko greife die Pest werter um sich.

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Kapitalien 337772.1? Stammgut­haben 6250.

Reservefonds .^4570.44 Znwei- sung a. dem Reinge­winn für

1914^179.29 4749.73 Per Rein­gewinn 1257.18

350029.08

Gewinn- nnd Berlustrechnnng.

jt

Soll.

An Zinsen von ausgenommen. Kapitalien 13284.57 AnVerwaltungs kosten

An sonstigen Ausgaben An Abschreiben auf Mobilien An Reingewinn

673.28

607.14

1.95

1257.18

15824.12

Jt

Haben.

Per Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 15824.12

Per Nachlässe von aufgekauf­ten Güterkauf­geldern

Per sonstige Einnahmen

Per Mehrwert der Wertpapiere nach dem letzten Kurs v.25.Juli 1914

15824.12

Watzenborn-Steinberg, den 26. Juni 1916.

Der Vorstand:

Leicht. Kling. Happel.

4730

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