wrever in London.
-L-s-n-do A, 6. April. (WTB.) As qu i th ist nach London zuruckgekehirt.
b. Aprll. (WTB. Nichtamtlich.) MeldiMg des «PJw 01 Bureaus. 1lnterHaus. Asquith erklärte, das; sKC^g tegtra mg mit der Prüfung der Zahl bei bereits aufgebrachten ‘ontb lmfer dem gegenwärtigen System noch erreichbaren' Rekruten vescvafttgt sei. ^rie erwäge, luie viele Rekruten noch nötig sein wurden und werbe ihre Entscheidung vor Ostern mitteilen.
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Ein großes norwegisches Kohlenlager.
Kristiania, 6. April. (WTB.) Ein norwegisches Konsortium sicherte dein Vernehmen nach die großen amerika- nischen Kohlenlager bei der Advent-Bay auf Spitz- b er gen, und der noriv-egischen Spitzbergen-Kohlenkom- pagnre bei Green Harbour für Norwegen' Sein Aktienkapital beträgt 10 Millionen Kronen. Man meint, daß Norwegen dadurch von ausländischer Kohle unabhängig wird.
Aus Griechenland.
Athen, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräsi- dent Skuludis hat gleichzeitig den englischen, französischen und italienischen Gescnidten in längerer Audienz empfangen. Es verlautet, die Entente wünsche weitere Zugeständnisse von Griechenland ihren mazedonischen Militärbezirken gegenüber. — Die ganze Presse betont die Not- wendlgkeit, dre Entente z u r mil i t är i s ch e n R ä u m u n g Salonikis zu zwingen, um ein Lustbombardement der Stadt m vermeiden. Sie erkennt zum größten Teil an, daß die Entente, falls sie nicht fyiercruf einginge, eine schwere moralische und politische Verantwortung übernähme.
Ein deutscher Bazar in Milwaukee.
Berlin, 5. April. Bon privater Seite wird uns über ernen deutschen Bazar in Milwaukee mitgeteilt: Der große deutsche Kriegsbazar iu Milwaukee, Wisconsin. zugunsten 'des deutsä)- osterrnchEAarischen Hilfsfonds, wird einen Reinertrag v o n beinahe einer Million Mark aufweisen. Der Bazar für den man rnr „Deutsch.-Mheii" Amerikas seit Monaten mit Liebe urrd Aufopferung vorgearbeitet hat, datierte nur fünf Tage 'Xae Leistung ist daher umso anerkeTmenswerter, als sie vcvchält-- nlsinaßrg sogar das Ergebnis des zweiwöckigeu Bazars in New
über'trifft Die Besucherzahl bezifferte sich auf 155 000. ~ te Milwaukee'er deutsche Zeitung. „Germauw-Herold" stiftete lur me Verlosung eine neuerbaute VUla nebst Grmidstück Auch E Perfmrnl des Deutschen Theaters beteiligte sich aktiv an dar Veranstaltung.
die Frage des Vorsitzenden, ob es sich um ein oeul,chcs Torpedo handle, tagte Canters, er dürfe keine SchlM'e ziehen, da auf den Stucken kein Merkzeichm gestanden habe. Schwartzkopff-Torpedos ,eten an ^>apan, Holland, Griechenland, Spanien und einige süd- amerikamscke Staaten geliefert worden. Er glaube bestimmt, daß dg „Tubantia" von einem Schwartzkopfs-Torpedo getroffen worden sti, über deinen Herkunft er aber nichts mjrtteilen könne. Er habe u?.^Zb.ns vom. Marine-Departement erfahren, daß wiederum ein Stuck Metall m einem Boote gefunden worden ist; auch habe er 90 Hort, daß aus dem Wkdden ein bronzenes Torpedo gefunden wurde. Beides werde untersucht werden. Aus der chemischen Untersuchung sei hervorgegangen, daß das gefundene Metall mit den Schwartzkopft--rc>rpedos, wie sie von der Marine benutzt werden genau übereinstimme.
Die englische Willkür zur See.
L 0 n d 0 n 6 April. (WTB.) Die (Aussührnngen Lord Robert Eecils im Unter Hause über die jüngste Order in Council zur L 0 nboner f e klara tio n lauten: Den Hauptgegenstand der Order bildet dre Erklärung, daß der Begriff der fortgesetzten m r sollst' ^lusbehming nicht nur aus die unbedingte, sondern auch auf die bedingte Bannware Anwendung findet, ebenso auf die Blockade Ms einziger Unterschied in der Behandlung der unbedingten und bedingten Banmvarc bleibt bestehen, daß bedingte oaimmare nur besch lagnghmbar und verurteilbar ist, wenn sft für du Streitkräfte des Feindes oder für den Gebrauch der feindlichen Regierung bestimmt ist, während unbedingte Bannware dem gleichen Schick,al unterworfen ist, wenn sie für einen Teil des feindlichen Gebietes bestimmt ist. Bei Durchführung der Maßnahme im gegenwärtigen Stadium des Krieges ist eine Unter- s che ibiin g ztmschm deii beiden Arten Konterbande unwesent- l ich, da ja im Grunde alle Güter, die nach dem Gebiete unserer ireindc ge,andt werden, unnrittelbar oder mittelbar zum Nutzen
London, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuterjche Bureau ^ meldet zu der Versenkung des Dampfers iVai n J i ^er Dampfer wurde gestern abend von einem deutschen U-Boot torpediert. 50 Mann der Besatzung sind umgekommcm neun wurden gelanoet.
Ein Brand im deutschen Internierungslager in Tokio.
Berlin, 6. Llpril. (Priv.-Tel.) Das ..Bert. Tnnphr'
Brandes ist unbekannt.
Der Seekrieg.
Zum Untergang der „Tubantia".
fAsf ® * f ‘rl b K W (WTB. Nichtamtlich.) Gestern be-
scplftigte sich der Schrftahrtsrat mit dem Untergang der „Bub antra' Der Sitzung wohnten unter anderem bei der Hauptinspektor der Schiffart, Mulle, der Direktor des Lloyds Wil
«wV" Sachverständiger loar der Chef des Torpedo dien st es, Canters. anwesend Aus dem Zeugenveihör er- 8Ä oesonvcwen neuen Tatsachen. Canters teilte mit-
^i der^ Untersuchung der Kups^rsLcke, die in einem Boote der st>^Ä^^sunden worden seien, habe sich herausgestellt, daß sie zweifellos von der Luftkaumrer eines Torpedos herrühren. "'
^ Strertkrafte verwendet werden und daher in gleickier Weise der Beichlagnahme unterliegen, ob sie mm bedingte oder unbedingte Konterbande sind. Tie Regierung beabsichtigt, in amtlicher Form eine v 0 l lstandigeListe der Bannwarenartikel zii veropcutlichcn, tn welcher sowohl die unbedingten wie bedingten Bannwaren zusammen gedruckt werden, so daß 'sich alle neutralen Kausleute über deren Zugehörigkeit zu der Zeinen oder anderen Kategorie unterrichteil können. Ties wird geschehen, sobald einige Erweiterungen der Banngutliste, über welche eine Entscheidung schwebt gemacht [ik .. ^t ie Ergänzung der Order bildet eine Erläuterimg gewisser, Umstande die die Vermutung erwecken, daß aufgebrachte Güdr eiue feindliche Beittmmnng haben. Insbesondere wird darin aus ge fuhrt, daß die erwähnte Vermutung besteht, wenn die Waren an eme Person m emem neattralen Lande konsiganert sind, von der schon früher bekannt war, daß sie Bannwaren an den Feind gesandt hat. "
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Avril. lWTB, Nichtamtlich.) „Ver. lmgske Ti.deude bcnchtct aus BerMn.' Passagiere des n o r w c g i - schen Dampfer „Nidelven^. der von England ankam. be- die S p c r r u n g d e s e n g l i s ch e n K a n a l z jetzt effektiv sei: nur zu gennsten i-otund«n und Tagen werde die Durchfahrt gestattet.
Malmö, 6 Avril. 0WTB. Nichtamtlich.) Der schwebi- !che od:oncr „Alf , von Strömstad mit Grubenholz für Eng- worden^^^^' l /* beschlagnahmt und südwärts geschleppt
ou London, 6. 9lpril. (WTB.) Nach einem Telegramm ans , l rt ber Tanrpfer „Clan Campbell" aus Glasgow im Mrttelmeer von einem U-Boot versenkt worden. TieManTv- schaft unirde gerettet.
London 6. April. (WTB.) Lloyds meldet ans Havrc^ ■Agc ^noegrsche Dampfer ..Baus- ist torpediert Mordend Vier Mann tverden vernrißt.
Ter eirglische Danipstr „Be rwindvale" (5243 Bvntto- rogistertonnen) wurde versenkt.
L,^nd o^n , 6. April.^W. B.) Nach einer Meldung von Lloyds
Ans» britische Dampfer „Zent" (3890 Tonnen) v e'r
Auf lenkt wurden. Die Besatzung wurde gelandet.
Die Rede de§ Reichskanzlers.
Berlin, 6. April. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kar, er hat den Reichskanzler telegraphisch herzlich zu den kraftvollen Worten beglückwünscht, mit denen er im Reichstage von neuem unsere Stellung zur Vergangenheit und Zukunft dargelegt hat.
r..- ^ * e n ' 0- ApsU- (WTB.) Die Blätter würdigen die Aus- n z l e r s als ein Zeugnis von mächtiger geschichtlicher Bedeutung, weck darin die Umrisse des zukünftigen Friedens wie des neuen Europas gezeichnet und Grundlinien len* Neuordnung gezogen werden, welck-e von den Zen- werbm en ^ ^ ßmn mxt Ü}ten 9etreu€It Verbündeten geschaffen
aen ^ reü) t : ^bst die höchsten Erwartun--
Erklärungen des Reichskanzlers geknüpft wur- b nZ'J™ b s 5 worben Die Wor.e von Bethmann Hollweg
rlf- t r r+ ben 0 ® CI ?. “nerschütterlicher Entschlossen- ^ b ^ ^ber,lcht und des tiefften Vertrauens in die Zukunft.
bchrt aus: Die Rede des Reichskanzlers ist ,chon an sich em Ereignis, das die Welt vor einen den letzten Abschmitt des mörderischen Krieges stellt. ^T.Vlatt ermnert an dre Friedensrede vom Dezember, welche verhöhnt, als em Zeicheii von Schwächte gedeutet und von Asanith lichkecken beantwortet sei, und erklärt, der Reichskanzler haoe- auch durch ferne gestrige Rede dem Frieden nutzen ändert werden ^ ^^mnung, sondern nur das Verfahren sei ge-
Tagblatt" erklärt: Wenn unsere Gegner ehrlichEn Rat zugänglich wären, könnte man ihnen nur saOgen, nsp ^ Reichskanzlers ebenso ernst nehmen sollten,
55 4 - Dies hätte wenigstens die eine giite &r$ e ' -Zß ben . bisherigen schrecklichen Opftrn an Gut und V^ul Nicht noch wertere gehäuft werden müßten.
rnr rv lVL /# ' -Z n Wt bie 5 ^lkennenden Worte des Reichskanzlers bin ^^er,re KHgsleistwngen hervor und drückt
hT> ä «nj? Q 11 ! ^ $ bcm Reichskanzler beschieden sein möge, die ,chonen Zukunftsplane zu verwirklichen, welck-e er in seiner gestrigen Rede ent,pickelt habe. '
^ ct ,^us:Dan Asguithschen Programm!
i(n ' BroöTamm
ynto "o?bFlsche Volksblatt" sagt: Grundsätzlich und bestimmt, ^ Reichskanzlers waren, bilden sie die ^ Kriege, denn sie künden den hpn ®^ r? ?rn die und eröffnen der ganzen Welt
den Ausblick auf eine neue Epoche der Menschheit.
/dftwil (WTB. Nichtamtlich.) In der Rede Kärrespnnd^?^ Reichskanzlers imterstreicht der Berlmer SÄÄ ^L''^5 UC uZuricherZeitnng" als am bedeutsam,ten deu deutlich gehaltenen Umriß der deutschen Kriegs-
^ £ an ^ Ier b l c Grundlinien feftliegte, ans denen er zu rirrebenvverHandlungen bereit wäre. Die Aeußerungen der Gegenpartei tvürden zwar zunächst wohl " - ' ^ ~
F>Ti^ Im x sjrÄSf 1 ^ babe Das Blatt sagt: Rück- StM- Übliche mgeti aB ^ 00^01 Grundton den
Ä feste Zuversicht, dast
Wt nvch erreicht werden soll, auch erreicht
werden wich — Das „Luzern er Vaterland" betont den durchs alle .Kanzlerreden gehe, die sich durch Darstellung, ohne prmrkvollen Flitter und ohne blendende Phrasen ausgezeichnet hätten. Das Batcr- land" sagt: Man hatte stets den Eftüamch so
Romantische Erinnerungen.
- Remlwld Steig, bei unermüdliche Forscher zur Quellentunde .RPuanttk, läßt seinen ftüheren Beröfsentlichmigeii lott-en ern bn Cotta erscheinendes neues Buch über „Clemeus Brentano und vre Brüder Grimm" folgen, das sich wiederum neues Brrefinaterral auszeichnet. worin die Gestalten, Interessen und Schauplätze der Welt der Romantik
Berliner Ausent-
mu^es von. 1609 bis 1811 hat Brentmw auch Heinrich von .ülerst kennen gelernt und er entwirft Wilhelm Grinrm van ihm dre folgende -Schilderung: „Unsere Tischgesellschaft hat sich rAt ^rvermehrt Der Poet Kleist, derr Müller einmat totgesagft nnd nachdem er ihn hier wieder besucht urrd daraus aufs Land einer» plötzlich mystisch verschwundenen ankündigt, ist fiFch und gesund unser Mitesser, ein untersetzter Zweiund-- dreißiger mit ernem erlebten runden, stumpfen Kops, geniischt- ?Ergt,„ kmdergut, arm und fest. Bon seinen Arbeiteii habe ich P* u ^Fi lItem Vergnügen, die zwei ersten Akte
K^^^brsvleles KMhchen von Heilbronn und die Erzählung Kohlbaas, woriii vieles sehr hart, vieles aber ganz ungemein Ehrend und vortrefflich gedichtet ist, es macht Ihnen ' gewiß Klugen. W^Mich aber bei der Sache ängstigt, ist, daß er sehr arbeitet." Kleist kommt, wie man sieht, in Brentarws Nrteck ganz^ gut weg, aber zuweilen konnte der Dichiter auch alle schleusen fernes, ungezügelten Spottes öffnen, und Zerrbilder die lustig und derb genug aus Mallem Z? er Z Elchen ist Chami 1 s o geworden, üder den Clemens KF2 r- : "^ T lttvßen Verwunderung und Gelächter ist Chamisso Euzzenmaul, vor drei Wochen hier herumyegangen,' hat <1b,chied genommen und ist in Moniteur als prosesseur suplementarr zu Napolvonville verkündet woroon . . Ich ver
gesse den Kerl nimmermehr, er hat mich Montags 12 Uhr, als wir von Lchedes gingen, auf der Gasse umarmt und mir seinen mit Bratensauce grundierten, mit Tabaks öl ausgemalten und- mit gefrormem strii-kendem Atem pesirnißten Schmrrrbart wie ein nasse-. . . . Vogelnest mit zerguetschten Eiern aufs Maul gedrückt."
cm-rr^ 0 Mberung war nun freilich der tteuherzige
Wilbelm Grrmm ilicht fähig, aber ein guter Beobachter war auch L- und an Schalkhaftigkeit uiw .Käitik hat es ihm nicht gefehlt Das beweist z. B dw Schilderung, die er von dem Norweger Steffens, dem bekannten Genossen der deutschen Romantiker cn ^ n ii-r ''¥5 rst entweder übermäßig gut und nreint es dann auch, küßt ferne Freunde, drückt ihnen die Fäuste blau, daß es nicht zu sagen; . dann tobt er wieder unmäßig uiid jedes Glas Wern entbindet rinmer mehr einen bösen Geist in ihm, der notwendig toben mutz Er chat eine ganz uninäßigc Eitelkeit, rvomit er feben Gegensdmid aufspleßt, daß man iiickst mehr darüber reden Grwim in Gesellschaft Brentanos 1809 in Berlin, wellte sah er sich, die Menschen, denen er begegnete, recht scharf an. An S chl e i erma ch e r stellte er mit Verwunde- runs stst, daß es Nicht möglich sei, ein ordentliches Gespräch mit ihm zustande zu bringen. 9luch Henriette Herz, die damals rn der schöngeistigen imd literarischen Gesellschaft Berlins eine so grosze Rolle spielte, b^kam Wilhelm damals mehrinals zu sehen rl ^^nnt, daß ihr schöner Kopf und ihr verständiges Wesen ihm schon auffiel und gefiel, ehe er wußte, wer sie war „Wie sie aber aufftand, b u^ ck: ganz erschrocken und wenn ich aufrichtig sein soll, muß noch dieses sagen: eine Frau, ganz unab-
yanrNF von ihrem Geist ünd ihrer Bildung, macht einen srail- lrch^n Eindruck, dieser aber fehlt der Herz gmiz und gar, ich sage auch, nicht oamit, daß sie unweiblich wäre, oder etwa irtit Gelehr- famtfit dränge, was sie nicht tut, und ich glaube auch, daß Äslänncr nur diesen Mangel fühlen.
Die Beziehungen der Brüder Grimm
mannigfache Wandlungen durchgemacht. Immer blieb ja B r e n - Da n 0 ein völlig unberechenbarer, und wie auch aus diesen Briefen rockst crtenichar wird, ein echtes Zigeunerblut. In Berlin HE «' Gr-rmm ergötzlich geschildert hat, in einem
völligen Bohemien-ZusiWide, und nickst anders war es, als ihn ^^aler^ 1834 in München besuchte. In seiner Ttube lag alles recht durcheinander nnd in seiner Schlafkamm'er daneben wars noch ärger. . . . Möbel waren gar keine da, nur 0^/^?o^wode, woraus die Schubladen genommen waren, die Erde lagm, und eiii paar Stühle. Er selbst saß in einem messet, altes grob von Tannenholz gemacht: sein Arbeitstisch
^"hobelte Dielen mit ein paar Füßen, Tisckst Stühle, «Ähubladen starchen in der Stube herum, alles lag voller Bücher, Papierrollen, Kupferstiche, gedruckten nnd nngedruckten Papi^s. ctu alter Koffer 11 t der Ecke mit schinutziger Wäsche, die halb hevmrshang: sein brauner LlusgehÜberrock und sein Hut lagen • mt L*V te •1 era ^ c Eegte, und wenn er monatelang nicht aus- ging, blreben fte gewiß so an Ort und Stelle liegen. Die nächste cLVbbuna des Platzes, wo er saß, war mir verstreutem Tabak oder TabaAasche, bedeckt. nnD doch l-atte er noch nebni sich an der Wand ein Salzsaßch^en hangen, in das er die Pfeifen ansleerte und reinigte. Tre Stube sah aus, als ioenn sie ihr Lebtag nicht aus-- geftzt wm-dcn w«e. ahn er satz recht behaglich da, imd um die unoronNng, den Treck urrd Staub bekümmerte er sich sehr wenig."
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Vanderveldes Erinnerungen an die yserschlacht.
Kriegsettn-mrungeii belgischer Staatsmämicr nnd Diplomaten stehen augenblicklich tn Frankreich! und (Ärgland hoch im Kurse mrd ° hat sich türm auch bet felamtc Minister S\S jut Vetoffentlrchmrg eines Menr»lr«ibiuchstück«s entschlossen, das ,ich mit seman Erlebnissen ,n der Yserschlacht beschä tigt iri(d in ^.Londoner Monatsschrift „Nineteenth Century and aftE.^ scheint^ Ms Vartdervelde anl 15. Oktober von Dünkirchen nach Fnrnes fuhr, wo sich das königliche Hanptguartier befand, tw er den Eindruck, als. sei es mll der Nervenkrast der bel- gischen Bevölkerung, des belgrscheri Heeres zu Ende. Zur Zilrück- ^6ung des Weges brauchte sein Kraftwagen volle zwei Stunden obwohl Dirnkirafjm von Fnrnes nur 20 .Kilometer entfernt ist- Ltraßeii und Felher waren mit Flüchtlingen bedeckt, die sich und
zu Brentano haben
Besitztümer Frankreich in Sicherheit brachten^ ovhl bOOOO Meirichen zogen da erschöpft, verbittert, dem Zu- am menbrechen nahe, an dem Wagen des^ sozialistischen Ministers ~ a rL b(rit ^^ teren Eindruck des Bildes steigerte, waren zahlreiche Soldaten dre aus Anttverpen flüchtend, tellweise waffenlos, fast ohne Ausrüsturigsgegenstände, die sie rücks'ichtslos in den Straßengraben geschleudert hatten, übernächtig und disziplinlos her Grenze zustrebten und dort erst durch französische Gendarmen gebracht werden mußten. Tie Stimmung in Fnrnes ^ auf bn r^abrt entrollt Iwtte: aus s-'^^Platz des Ortes traf Bandervelde deii Brüsseler Groß- industtiellen Paul Lippens, der seit Ausbruck des .Krieges als Freiwilliger dem- belgischen Heere cutgehörte nnd neun Monate pater siel; Lrppens ioar gärtzlich entmutigt und rief Bandervelde chnewend ?.ust „Wemr unser Heer in seinem jetziaeii Zustande Tingen^zu^ Widerstand leistet, so geht es nicht mit rechten
Die folgenden^ Tage waren für die Truppen König Alberts Er diesen Umstandeii die härtesten, die sie im Weltkriege überhaupt durchlebt habeil. Der Verlust von Antwerpen hatte ihre ^-.oral untergraben, ihr Zutrauen in die Zukunft erschüttert: dabei versagte bte Intendantur gänzlich, Verstärkungen von sraitzösischer oder englischer Lette blieben aus, und so sckicn eine gänzliche Zer- noch eine Frage der Zeit. Wenn überhaupt Widerstand geleistet wurde, so lag das in der sttategisch überaus ^
günstigen Stellung, die,das belgische Heer zwischen Dirmuiden und ? mtCr hem Yserkanal eiirgenommen hatte: aber auch diese ^ begann rn der Nacht vom 22. zum 23. Oktober zu wan- >2,! Tervaet-e erstürmten und den U ebergang
Äke Yseruser erzwangeii. Alles schien verloren, als J fHhln ^ Oktober etn englisches Geschwader vor der belgi-
VarllervStellungen unter Feuer nah^i. Bandervelde befand sichi damals gerade nt Nieuport und zwar
hinter den belgischen Feldbatterieen, die, hinter dichten Verhauen TJZ U Z n - Zwergen versteckt der Deutschen Artlllerie anttEet^ sstl- ern Teil der Bediemutgsmamischaft Hatte
sich schlafen gelegt, aß oder rasrerte sich Der Minister hatte nn Basse Kaffee genommen imd trat nun ms Freie. ,^r Geschützdonner tvar lebhafter geworden nrtd nZ bemühte ich nllch, unter 'deii Detonatio-
JZIc uns herum stattsanden. das trockene Gebell der
ber Mörser hmter uns, deren ??/$ {[' übsr , hmwegsansten, das Krachen der Schrap-
mlls zu unterscheiden, deren gelbliche Rauckchälle uns an mn Feuerwerk tim hellerlichten Tage erinnerten. Plötzlich setzte in dumpscrer Donnn ern: wie das Brüllen eines Löwen der semc lungenschwacheren Genossen übertönl: drunten ^ Egen See englische Schiffe beran- ^S^n die feindlichen Linien eröffnet^ rwki Kilometer weit von uns entfernt, wie wir zehn Meter hinter unseren Batterien standen, aber ihre schweren derartig laut, daß jeder widere Laut nebeu Eure ganze Stunde lang sahen lvir sie meilen- wett landeinwärts schießen und den deutsckeii Vormarsch in dieser ^rotz dieser Hllse gelang es den französischen Elk^F^.^rAbniiral Ronachl im Verein mit den bel- ^ ^.bersten Maiser nur schwer, dem deutschen Ansturm standzuhalten: Nieuport mit seinem Brückenkopf spar noch
ttittmo ^ Ur t f °r Ä lo& .Ü d > belgische .Hee?^
lettung am 25 Oktober, ihre letzte Verteidigungslinie durch Her-
stellung eines werten U ebc rschwemmu n gs geb ie- seroeich und dem Damm der nach Nieuport sühr^iden Eisenbchn zu sscherm Zwei junge Pionierosfiziere, -Edtleute Thys uno Ulmo, brachen in der Nacht zum 28 ?Äl besttnrmten innen alten Schleusenwärter durch Geld und Aus-
* ux Hilfeleistung und arbeiteten mit ^Sen zehn Mamr drei Tage lang zwischen der belgischen und ^bflime an der .Herstellung des Ueberschwem- Jtzte die Nut ein, so öffneten sie die Schleusen, der Einttitt ber Ebbe schlossen sie sie, um das bereits eingedrungeire Wasser am Abflreßen »» verhindern. A,uf diese Weise begann das Gelände vor den belgischen Stellungen allmählich feucht zu werden: nach enugen Tagen dehnte sich vor der sechs Kunden langen Front eine vier bis fünf Kilometer brelle künstliche Lagune, die neunzig bw emhunderlztoanzig Zentimeter lief war und jedes weitere Vordringeii der deutschen Truppen immöglich machte, da der Boden von kleinen Wasserläuferi dur<Uchnitten wurde und vor- ruckende Lruppen dabei hineingeraten und zugrunde gehen konntm. Um 30. F^ober tobte der Kampf noch einmal auf dem linken Flügel m der Mttc der belgischen Stellung in ganzer Heftigkeit deutsche Truppen er reicht eii den Balchdamm und drangeii in Racmvcapelle ein; die belgische Misstetlung drohte, durchbrochen zu tverden : da machte die Flut wrd das damit verbundene Steigen der UeberschtoemMung jede weitere Kampftätigkeit unmöglich uiid die .Schlacht nmßtc abgebrochen werden. Am selben Tage trafen die ersten franzüsischcu Verstärkungen ein und am Abend konnte Bandervelde auf dem Vtarktplatz von Furnes einer Parade einwobnen, mit der König Albert den soeben eiiigetroffenen General ^«ffre ,ui seinem Hauptquartier svlllkommen hieß.


