Ausgabe 
10.3.1916 Erstes Blatt
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Senn t'x ttxxr immer jo und ist heute mehr ie: zum Kriegfuhren gehört Geld, Geld und

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schleimigen, wahr denn

nochmals Geld. Unb das Geld ist da" ist reichllch' vorhanden es muß nur heraus aus den Kästen und Schubladen Es gehört dem Reich: ja, aber nicht schenken sollt ihrs ihm, nein lechen, wie ihrs ja auch der Sparkasse verleiht, und Zinsen sollt ilM dafür bekommen, höhere wie sic dre Sparkasse gibt; und der Sparkasse ist's recht, wenn ihr jetzt nicht enere Ersparnisse zu ihr bringt, sondern sie dem Reich gebt, \a auch wenn ihr einen Teil dessen, inas ihr be, ihr schon stehen habt, abhebt, um es deni Reich zu geben Sie fordert euch sogar auf dazu und verzichtet auf Ein­haltung ihrer Kündigungsfristen.

. Nun denkt vielleicht manche:Ja, die Sparkasse, die ist mir sicher, die kenne ich und da kann ich jeden Tag hin und mir inein Geld wieder holen, aber das Mich? Was tue ich damit? Berlin ist weit und mit großen Leuten ist nicht gut Kirschen essen. Wenn mir da mit dem Geld w-as passiert, ist's hin." Vielleicht denkt manche so, hoffentlich nicht, denn es Ware sehr unüberlegt. Worauf berirht denn alle Sicher­heit von uns, unserem Erwerb, unseren Bairken und Spar­kassen? Doch nur auf dem Reich, das uns sichert. Ein Sprichwort sagt: wenn der Himmel einfällt, sind alle Spatzen tot! d. h. hier, wenn das Reich nichts mehr taugt/ nicht mehr sicher ist, dann sind wir alle gegessen, dann hat das Geld auf der Sparkasse oder gar im Sparstrumps auch keinen Wert mvlyt- Wenn aber, umgekehrt, die Sparkasse und der Sparstrumpf sicher sind, dann ist's das Reich noch tausendmal mel?r. Der Staatsbankrott müßte erst ba sein, ehe einem Gläubiger des Reichs auch imr 1 Psenuig ver- loreii gehen kann. Sieht's so bei uns aus? Bel uns, deren Heere fregreich auf drei Fronten in Feindesland stehen, bei uns, wo im Innern Industrie und Landwirtschaft blühen und dasVerdienen" eben groß geschrieben wird, wie man zu sagen pflegt! Auch in der Land wir t s cha s t ist eben viel Geld vorhanden, mutz bei den hohen Preisen und der Unmöglichkeit, es wieder wie sonst im Frieden in neuem Inventar, Vieh, Baulichkeiten usw. anzulegeu, viel Geld da sein; die Ausweise der ländlichen Sparkassen bestätigen es. So gebt's jetzt dem Reich und holt's euch im Frieden wieder, wenn's gilt, die Kriegsnotwirtschaft wieder in die normale Friedenswirtschaft umzuwandeln. Bis dahin laßt's euch Zinsen tragen vom Reich!

Ja, was sollen wir aber zeichnen, wieviel und auf welche Weise? Was und wieviel? Soviel ihr könnt! Und aus welche Weise? Da nehmt euch mal die Aufrufe zur Hand> die eben täglich in allen Zeitungen, auch den kleinsten, stehen, lest sie aufmerksam durch und laßt euch, tvas ihr nicht versteht, von der Sparkasse, vom Lehrer, vom Pfarrer, vom Arzt oder wem ihr sonst am meisten Vertrauen schenkt, erklären; sie werden's alle gerne tun. Wenn ihr mit Ver­wahren und Anslosen von Wertpapieren nichts zu tun haben wollt, gebt sie den Sparkassen zur Verwahrung, die das meist unentgeltlich besorgen. Oder zeichnet eine Reich sschuldbuchsorderung, bei der euch das Reich alle Mühe der Aufbewahrung und Kontrolle abnimmt und euch regelmäßig zu den Fälligkeitsterminen kostenlos eure Zinsen schickt. Es ist alles so bequem gemacht, daß jeder das Richtige für sich herausfinden kann. Und schon 100 Mark nimmt has Reich als kleinste Zahlung an, und viele Hunderte bringen auch eine Million zusammen. Also auf, ihr Frauen! Helft mit, daß das Ergebnis auch der vierten Anleihe ein Sieg wird und daß auch an diesem Siege das Land, die Landwirtschaft den Anteil hat, den das Vaterland von ihr erwarten darf.

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* Auszeichnung. Der Einjähr. Freiwillige Gefreite im 1. Nassauifchen Jns.-Regt. 37 Max S a l o m o it erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Sein älterer hat diese Aus­

zeichnung schon vor längerer Zeit erhalten.

** Der Fall von Vaux wurde gestern dürch Flaggen schmuck, Glockengeläute und Militürkon-ert gefeiert. Gemäß einem Abkommen mit der Stadt werden wir zur Erzielung einer einheitlicheren Beflagg ung je­weils auf unseren Sonderblättern davon Mitteilung machen, wenn das Beflaggen der öffentlichen Gebäude an­geordnet ist und bitten die Bürgerschaft, in solchen Fällen ebenfalls die Siegesfahnen wehen zu lassen.

** Kriegsanleihe. Nach Mitteilung von amtlicher Stelle ist beabsichtigt, die staatlichen Kassestellen, einschließ­lich der Untercrhebstellen anzuweisen, die Zins scheine der Reichsanleihen unp insbesondere der Kriegs­anleihen in Zahlung zu nehmen.

**DieVermißtenvonQuesnoy. In den letzten Tagen hat sich hier in Gießen die Nachricht verbreitet, wo­nach aus Kanada die Karte eines seit dem Kampfe bei Quesnoy vermißten Gießeners eingelaufen ist, auf der mitgeteilt wird, daß in dem gleichen Gefangenenlager sich Angehörige hessischer Regimenter befinden, die seit dem gleichen Tage vermißt werden. Wie wir soeben erfahren, hat derBezirksausschuß vom Roten Kreuz zur Ermitt­lung vermißter Deutscher" die Prüfung dieser Angelegen­heit übernommen.

**Oeffen1licheVersammlung. Am Donnerstag, den 16. Marz, abends 8y 2 Uhr, wird in der neuen Aula eine öffentliche Versammlung stattfinden, in der folgende Redner über die neue Kriegsanleihe sprechen werden: Oberbürgermeister Keller, Professor Dr. S k a l w e i t, Justizrat Landlagsabgeordneter Grü­newald und Geh. Kirchenrat Pros. D. Dr. Eck.

** Eine außerordentliche Konferenz der Ober­hessischen evangelischen Geistlichen fand gestern in der neuer! Aula der Universität unter dem Vorsitz von Geh. Ober- konsistvrialrat v. Petersen -Darmstadt statt, in . welcher der Direktor der Landeshypothekenbank. Geheimrat Bastian- Darm- stobt einen eingehenden Vortragüber Zweck und Dur chfüh - rung der neuen Kriegsanleihe hielt. Nach einer kurzen Schilderung der schlechten wirtsck>aftlichen Lage in den feindlichen Ländern wies er auf die durch das Blühen von Industrie und Landrvirtschaft geschaffene günstige wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes hin, der es bei sachkundiger Aufklärung der Bevölle rung ein Leichtes sei, dem Vaterland hinreichende Mittel zur sieg reichen Durchführung des Krieges zur Verfügung zu stellen. Betrug doch der R e i n z u w a chs der deutschen Sparkassen im Monat Januar ds. Js. 440 Millionen Mark, während sich die Gesamt­einlage im Jahre 1915 um 214 Milliarden Mark erhöht hat. In der an den mit großem Beifall aufgenonrmenen Vortrag sich anschließenden längeren Aussprache wurden noch manche das Thema berührende Einzelheiten von dem Vortragenden weiter aus­geführt rmd allseitige sachkundige Aufklärungen gegeben, welche die zahlreich Erschienenen instand setzen können, in den Gemeinden Oberhessens über die neue Kriegsanleihe, die ein ausgezeich­netes Anlagepapier sein wird, ansklärend wib für ihre freudige Aufnahme- fördernd zu wirken.

** Die Landes stelle für die Förderung des Goldmünzenaustauschs und verwandter vaterländischer Zwecke hat ein neues Flugblatt über die Möglichkeit des Ver­kaufs ausländischer Wertpapiere herausgegeben. Es geschah in der Erkenntnis, daß über diese Frage noch vielfach irrige Ansichten bestehen. Das Flugblatt legt dar, wie man durcb

Mlvisser auslandisck-sr Wertpapiere sich selbst und dem Saterland nützen kann. Man trägt dazu bei, deutsche Guthaben im Ausland zu schaffen, nwmit die deutsche Einfuhr teilweise Le zahlt werden kann. Der Vorteil für die Allgemeinheit liegt darin, Gold dafür verwendet und nicht ein angemessen m Die Hohe getriebener Preis für ausländische Zahlungsmittel aufbewendet werden muß. Der Vorteil l'ir den Verkäufer lieg:

° er jetzt für die ausländiscle Währung viel mehr er yalt als zur Friedenszeit, rvodurch sich ein KurSverlust ausgleichen nno in einen Verkaufsgewinn verwandeln kann. Mit dem j f* oiesen Wertpapieren kann man jetzt einen weiteren Vor teil sich sichern, indem man Kriegsanleihe oder Säiatzanweisungen zeichnet. Das Flugblatt ist durch Berrnittlung aller Banken und Banners. Sparkassen und Genossensck-aften von der Landesstellr zu bezieheis.

.. ** Konzert-Verein. Man schreibt uns: Das S 0 - !> cmJ oniert (Gesang und Cello-Solo) aru nächsten Sonntag l<2. März, erneuert unsere Bekanntschaft mit einer Künstlerin, die, als sie vor 2 Jahren zum erstenmal hier auftrat, die Herzen der Zuhörer im Sturm gewann. Die Kammersängerin Anna E r l er - S chna u d t aus München bewies, daß sie nicht nur mit ihrer prachtvollen Altstimme zu wirken, sondern auch jede ihrer Gaben hinreißend zu beleben verstand. Als Meisterin des Tones, der Technik, mui italischer und seelischer Gestaltungskraft lucht sie ihresgleichen und darf mit Fug und Recht als eine der ersten Altistinnen der Gegenwart bezeichnet werden. Lieder von Schubert, Schumann, Brahnis und Hugo Wolf stehen auf deni von ihr entworfenen Programm dos nächsten Sonntag?. Darunter befindet sich auch derErlkönig", der vor nunmehr k00 . Jahren im Winter 1815, dein damals 18jährigcn Schubert, in die Seele drang. Ein weiterer Glanzpunkt ist der herrlich' Zyklus Frauenliebe und Leben", eines der am schönsten ge­lungenen Schumannschen Gesangswerke. Ter Professor an der Wiener Hochschule, Paul Grümmer, wird den instru­mentalen TÄl übernehmen. Ter angesehene Violincello-Künstler ist ein in Frankfurt gern gesehener Gast. Er veranstaltete neulich dort eine Reihe Bachabende, bei denen er mit. Recht lebhaft gefeiert wurde. Dem Spiel Grümmers werden feines Kunstverständnis, Innerlichkeit mrd eine unvergleichliche Klangschönheit noch- gerühmt. Unter dem Bogen seines von Paganini stammenden Straduarius-Jnstrumentes unrd alles mehr Gesang und Aus­druck als technische Virtuosität. So urteilen seine .Kritiker und snennen ihn mit Vorliebe denneuen Casals". Professor Grümmer hat sich die große C-Tur-Solo- Suite von Bach, das KonzertstückT a n c r e d" von B r a n d t s - B u y s, einem be­liebten Cello-Komponisten, und drei klassische Stücke älterer Meister zmn Bortrag erwählt.

** I m Gieß ener Hausfrauenverein sprach gestern Pfarrer Landmann von Gettenau über die weibliche Dienstpflicht. Seine Ausführungen forderten als Inhalt der weiblichen Dienstpflicht die Vorbereitung des jungen Mädckuns auf den Hausfrauen- und Mutterberuf. Er befürwor ee ein Ge­setz, das analog den Bestimmungen über die Ausbildung des langen Handwerkers eine zweijährige Lehrzeit bei einer Hausfrau oder (im zlveiten Jahr) in einer H aus ha ltungs schule und eine Gehilfinnenzeit Vorsicht, deren erfolgreiche Benutzung durch staat­liche Prüfling nachziiweisen ist. (Gehilfinnen- und Meister­prüfung.) Nur Meisterinnen dürfen weibliche Lehrl'nae annehmen. Der Vortrag suchte darzutun, wie dieser Weg gangbar und mit wenig Kosten verknüpft sei, und wie er die Grundlage für alte häusliche und öffentliche Frauentätigkeit biegen müsse. Die sehr lebhafte Aussprache, die dem Vortrag folgte, bekundete, wie der Gedanke der weiblichen Dienstpflicht bereits Wurzel g, 'schlagen hat, aber auch, wie verschiedenartig man sich die Lösung des vor­liegenden Problems denkt.

** Herberge z.ur H eiinat. Die Zahl der Gäste, welche im Januar d. I. in der Herberge zur Heimat ein- gekehrt waren, betrug 532 (gegen 775 irrt Vorjahre und 1372 in 1913). Von diesen nahmen Unterkunft gegen Arbeits­leistung an: 50 (82 und 512). Die Zahl der Selbstzahler betrug 482 (693 und 860). Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im Januar 74 offene Stellen angemeldet, von denen 69 besetzt wurden und zwar durch 15 Hand­werker und und 54 ungelernte Arbeiter. Es ist auffällig, daß schon seit Monaten aus den Landorten und den Städten des Landkreises Gießen jjo gut wie keine Nachfragen nach Arbeitskräften in der Herberge Vorlagen. Man ist der An­sicht, daß dies auf die sich stärker eingebürgerte Gefangenen­beschäftigung zurückzuführen ist.

** Diebstahl. In der Nacht vom 9. auf 10. lf. Mts. wurden aus einem Keller 56 Zentner Eier-Briketts entwendet. Da diese Briketts nicht für jeden Ofen brauch­bar sind, ist es möglich, daß sie der Dieb nicht verwerten kann und zu verkaufen sucht. Anhaltspunkte nimmt die Kriminalabteilung Großh. Polizeiamts entgegen.

** Die Zahl der Postscheckkunden ist im Reichspost- gebiet Ende Februar 1916 aus 114 361 gestiegen. (Zugang im Monat Februar 1291). Auf den Postschecllechnungen wurden im Februar gebucht 2271 Millionen Mark Gutschriften und 2237 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2520 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtgnthaben der Postscheck- knnden betrug im Februar durchschnittlich 313 Millionen Mark. Im Ucberw isungsverkehc mit dem Auslande wurden 4,7 Millionen Mark umgesetzt.

Landkreis Gießen.

n. A 1 lend 0 rf a. d. Lda., 9. 'März. Der Streckenarbeiter Wilhelm Nachtigall wurde beim Eisenbahn-Regiment in Hanau zum Feldwebel befördert.

e. B e l l e rs h e i m , 10. März. In der 1. Volksschnlklasse zu Bellersheim rvurdeu vou den Schülern durch Veimiltlung des Lehrers Teiß eintausend Mark zur vierten Kriegsanleihe gezeichnet.

Kreis Lautcrbach.

Ll E n g e l r 0 d, 10. März. Gin schweres Opfer hat der Krieg in der Familie des Kreisstraßenwärlers Konrad Habicht hier gefordert. Don vier im Felde siebenden Söhnen haben drei den Heldentod erlitten, während der vierte bei den letzten Kämvsen um Derdun ebenfalls schwer verwundet wurde. Der eine Sohn fiel an der Seue seines in deni gleichen Kampfe verivuudeten Bruders.

Kreis Friedberg.

Q Bad-Nauheim. 10. März Der vor einigen Worden gemeldete große D i e b st a h l im Hotel Kaiser Hof hat sich aufgeklärt. Sämtliche gestohlenen Sachen für mehrere tausend Mark Konserven und sonstige Lebensmittel, sowie Holelwäsche nnd Familieufchmuck wurden in der Bebausnng des Kupferschmiedes Berg teils im Garten, tetls in der Werkilätte nnd int Schiveine- ftall vergraben unb versteckt anfgeinnden. 91nf bte Entdecknna des Diebes war eine größere Belohnung ansgesetzt, die der hiesiger' Polizei zuftillt.

Bntzbach, 10. Mäaz. Deni Reservisterr Emil Kellen­benz im Infanterie-Regiment Nr. 168, zurzeit Briefträger bei dem hiesigen Kaiserl. Postamt, wurde am 23. Februar 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kelleubenz rvar vor seinem Eintritt in

Militärdienst von Beruf Zlmmermann.

Hessen-Nassau.

sj Marburg, 10. März. Ein bisher aus einem Gutshof bei dem Dorfe Ilschhausen beschäftigter älterer fremder Mann tvurde im Felde erfroren aufgeftinoen. Wie in der Stadt- verordnetenversarnmlung von Oberbürgermeisier T r 0 j e mitgeteilt wurde, gedenkt man init Rücksicht aus die mißliche Lage des Hausbesitzerstandes nur eine Erhöhung der Einkommensteuer, vielleicht um 20 Prozent, in Vorschlag zu bringen.

--- Frankfurt a. M., 10. März. Eine größere Anzahl kriegsgefangener und leichtverwundeter Fran­zosen kam vorgestern hier an und wurde mit Straßenbahnzügen dem Städtischen Krankenhause zugeführt. Tie mit Stahlhelmen und feldgrauen Uniformen ausgerüsteten Franzosen kamen von Verdun. Sie waren, als sie während ihrer Fahrt durch die Kaiser--'

straße das reiche Straßenleben sahen, sehr verwundert, daß Frank­furt nochunversehrt" dasteht.

ko Von oer R h ö n , 10. März. Außergewöhnliche S ch it c e- 0 erhält nisse herrschen augenblicklich in der Rhön. In Hasselbach liegt der Schnee 15 cm hoch. Auf dem Weg zum Kreutberg sind es 25 30 und auf dem Kreuzberg beim Kloster gar 4050 em. Das Thermometer zeigte gestern früh aus dem Kreuzberg5 Grad Reaumur.

Märkte.

ko. Wiesbaden, 9. März. Vieh markt. Auftrieb:

242^ Rinder, darunter 23 Ochsen, tt» Bullen, 2(0 Kühe, 184 Kälber, 9 Scheue» 87 Schweine. Bei lebhaftem Handel und abermals an» ziehenden Preisen wurde der Auftrieb schnell geräumt.

ke. Wiesbaden, 9. März. Heu- und Strohmarkt. Ran notierte: Heil 8,40-9.20 Alk., Stroh (Krummslroh) 0,00 bis >,00 Mark. Alles per 50 Kilo. - Fruchtmarkt. Am Frucht- suavft war nichts ange'ahren.

ko. Frankfurt a. M. B i e h li 0 i m a r k t b e r i ch t vom 9. März. Auftrieb: 279 Rmder (bavnnter Ochsen 19, Bullen 2, Färser unb Kühe 258), Kälber 305, Schafe 57, Schweine 0. Preisnotieruns hat inckn stattgeilliiden.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. WetteraiiSilMeii in Hessen am -amstag, den 11. Dlä'rz 1816: UnbeNändia, zeitweift leichte Niedrrschlä'ge. etwas ivarmer.

Letzte Uachrlchten.

Zur Erstürmung der Panzerfeste Vaux.

Berlin, 10. März. Zur Erstürmung der Panzerfeste Daux heißt es imL0 kala nz ei ger": Fort Vuux war nächst dem Dorf Douaumont die stärkste Stütze der Ostfront des F^stungsrayons von Verdun. Es übernahm nach dem Falle der Feste Douarlmotit die Aufgabe der Verteidigung dieser Front, die heute auch aus der Wövre-Ebene bedroht wird. Die Einnahme von Douaumont erfährt durch die Eroberung von Vaux und den Einbruch in die Ostfront eine Vertiefung. Wir können nunmehr nicht nur ans der Ebene, sondern auch vom Norden, auf dem Plateau selbst, welches als Hauptverteidigung galt, die bisherige erfolg­reiche Arbeit sortsetzen. In derVoss. Ztg." schreibt ein militärischer Mitarbeiter: Die Bresche im Fortgürtel Verduns erweitert sich. Das deutsche Volk hat in all diesen Tagen im Gegensatz zu dem französischen seine Ruhe voll bewahrt. Wir wissen, daß wir Vertrauen haben können, und dieses Vertrauen wird uns bei allem, was jetzt noch folgt, werter begleiten. Die Blätter heben hervor, daß General v. Garetzky-Cornitz, unter dessen Befehl die rwei Posenschen Reserveregimenter Dorf nnd Feste Vanx stürm­ten, Märker ist.

Die Verjüngung des französischen Marineoffizierkorps.

Bern, 9.März. (WTB. Nichtamtlich.) Das neue Gesetz über die Verjüngung des französischen Marineoffi­zier ko rps ist in Kraft getreten Von den vorhandenen 15 Vize­admiralen treten sieben Kur Reserve über, darunter Bouö de La- peyräre.

DieTimes" über neue Handelspolitik.

London, 9. März. (WTB. Nicküamtlich.) Die ,,Times" schreibt in einem, Leitartikel, der Zeitpunkt für eine neue L> andelsPolitik sei jetzt gekommen. Der Feind bereite sich darauf vor, beim Friedensschlüsse seine angcsammelten Erzeug­nisse auf den Markt zu werfen, imd die Folge würde sein, daß die angestammten Industrien Englands und diejenigen, welche man in die Höhe zu bringen hoffe, ersticken würden. Es wäre zur Ver­hinderung der dealschm Einfuhr nicht ausreichend, die Reichs- verteidigungsakte bestehen zu lassen, denn die Waren lvürden dann durch nelttrale Länder kommen. Wenn geltend gemacht werde, daß England an die neutralen Läilder durch Handelsverträge gebunden sei, so könnten diese Verträge rückgängig geniacht werden. Nichts würde den Feind in eine größere Bestürzung versetzen/

Buudesratsbeschlüsse.

Berlin, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bnndesrats gelangten zur Annahme: Der (Ärt- wurf einer Bekanntmachung über gewerbliche Verarbeitung vont Roh harz; der Entwarn des Gesetzes, betreffend die mit den Post- und Telegraphengebühren zu erhebende außer­ordentliche Neichsabgabe; der Entwurf des Gesetzes zur Aen- derung des Reichs stempelgesetzes; der Antrag Braun- s ch w e i g s, betreffend die Anerkemrung der ReifezeuMisse der städti­schen Studienanstalt in Brannschweig als ausreichender Nachweis der wissenschaftlichen Vorbildmig im Sinne der Prufungsdov- schriften für Aerzte usw.; der Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend die Stellvertretung von Rechtsanwälten und die Be­schlußfähigkeit der Vorstände von Anwaltskanrmern; die Entwürfe des Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei, das Aus­wärtige Amt, das ReickMamt des Innern, die Verwaltung des Reichsgerichts, des Reichsmilitärgerichts, ldve Verwaltung der Kaiser­lichen Marine, die ReichsjnstizVerwaltung, das Reichskolonialamt, das Reichseisenbahnamt, den Rechnungshof, den Allgemeinen Pen- sionssonds, die Reichspost--' und Telegraphenverwaltung, die Reichs­druckerei, die Verwaltung der Reichseisenbahnen, die allgemeine Finanzverwaltung, das ReichAschatzamt; der Etat der Reichsschuld, sowie die Entwürfe von Gesetzen, betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats und des Haushaltsetats der Schutzgebiete.

Die Schaffung einer deutschen west-östlichen Schiffahrtsstraße.

Stuttgart, 9. Mär-. (Privattelegramm.) einer Sitzung des württembergischen Handelskammertags, an der Ver­treter sämtlicher württembcrgischer Handelskammern teilnahmen, wurde eine Erklärung einstimmig angenommen, in der der Reichs­kanzler ersticht wird, Schritte einzulÄten, um alsbald nach Frie- dcnsschluß unter Bei?eitsbellung von Reichsmitteln die Inangriff­nahme der Schaffung einer großen west östlichen Schiff­fahrtsstraße unter Einbeziehung Wiirttembergs sicherzu- stelleu. Im Rahmen dieser westöstlichen Wasferrinne möge der Reichskanzler folgende Pläne als Reichssache evklären: Kanali­sierung des Neckars bis Eßlingen, Kanalisierung der Donau bis Mm, Verbindung der Donau bei Ulm mit dem Bodensee über Riß Und Schlüssen, Verbindung vom Neckar zur Donau durch Nemf und Brenz. Außerdem nahm der Handelstag einsttmmig eine Erklärung an, die den Zusammenschluß der deut­schen Eisenbahnen mehr denn je als eine wirffchastliche Notwendigkeit auch im Interesse des Reiches etklärt.

Reise deutscher Reichstagsabgeordneten nach Sofia.

Berlin, 10. Mär-. Der nenernannte deutsche Gesandte in Sofia, Graf Oberndorf, trifft heute mittag mit dem Balkanzug hier ein. Seine Familie wird dem Gesandten erst in einigen Wochen folgen. Mitte April !vird eine Reihe deutscher Reichs- tagsabgeordneter aller Parteien eine Studien­reise nach Bulgarien unternehmen, der auch eine mehr­tägige Fahrt nach Mazedonien folgen soll.

Die angehaltenen Bilder von Liljefors.

Stockholm, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Gemälde Liljefors wurden, wie ergänzend gemeldet wird, in Kopenhagen von der Reederei des dänischen DampfersHellig Olav", der sie von Amerika brachte, angehalten.

Ein neues Lawineuunglück.

Innsbruck, 9. März. (WTB. Niäüamtlich.) Bei einem neuen Lawrnenimglück in S ü d t i r 0 l sind elf Personen tät­lich verunglückt, mehrere andere wurden mehr oder minder schwer verletzt.