Ausgabe 
21.2.1916 Erstes Blatt
Seite
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Ligen bestehenden Abteilungen »erjagt; sie erlitten beträchtliche

ttatafe.

An der Ka u kasu s fr o n t nichts von Dedcutung.

An den Dardanellen schossen ein feindlicher Kreuzer und Torpedoboote auf der Höhe vor den Meerengen, am 15. und am 16. Februar einige Granaten ab. Sie zogen dann auf die Er­widerung unserer Batterien zurück. Drei feindliche Fing .enge, die die. Meerenge überflogen, wurden durch unser Feuer vertrieben.

Kvnftantinvpel, 20. Febr. (WTB^ Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellen- frvnt warf ein feindliches Panzerschiff, das sich in den Küsten gewässern von Iwbros befand, einige unwirk­same Geschosse auf Teke Burnu. Von den übrigen Fronten keine Nachricht von Bedeutung.

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Neue Gewalttätigkeiten der Entente.

Athen, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Alliierten verhafteten die feind- lichen Konsuln auf der Insel Chios.

Athen, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Renterschen Bureaus. Amtlich Eine Abteilung der Alli­ierten hat die kleine Insel Othoni bei Korfu beseht.

General Sarrail in Athen.

Athen, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. General Sarrail wird nächste Woche hier eintreffen und vom König empfangen werden.

Die Haltung Griechenlands.

Berlin, 21. Febr. Der nach Griechenland entsandte Sonderberichterstatter desBert. Tagebl ", Emil Ludwig, meldet aus Athen: Mit herrlicher Resignation trägt, wie Skuludis in seiner letzten Rede sich ausdrückte, die gebemii* tagte Nation alle Anschläge auf ihre Souveränität, Werl das Leid bei einer andewn, nichtneutvalen Politik noch .igwßer wäre. Diesen Gedanken muß man bei aller Sym­pathie für Griechenland festhalten, wenn man erwägt, daß der Anschluß an die Zentralmächte die Ernährung des von drei Seiten blockierten Landes sehr er­schweren würde Trotzdem wird ein solcher Anschluß von der öffentlichen Meinung nicht mehr grundsätzlich ab gelehnt. Zum unerschütterlichen Köuig stehlt die ganze Armee. Der König zeigt sich überall öffentlich, ebenso die Königin mit !den Prinzen, wie jüngst bei einem großen Kinderfest im Freien. Die Lage wird durch die Erwartung einer deutsch-bulgarischen Offensive gegen Salo­niki bestimmt. Die Hotels sind von Spionen, Agenten Äwd Schiebern erfüllt und der englische Gesandte mißbraucht seine Macht, das Land hungern zu lassen, beinahe täglich ,$u Erpressungen. Er und eine Kommission in Malta ent­scheiden selbständig, was Griechenland braucht. Sie setzen das neutrale Land tatsächlich auf eine Wochenration, bei deren Ausbleiben Deik: des .Hinterlandes ohne Brot sind.

Bern, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Niko­laus von Griechenland hat an denTemps" einen Brief gerichtet, in dem er die bisherige Politik der Regierung eingehend verteidigt und sagt, daß Griechenland neutral bleiben werde, mber auch mit deutlicher Offenheit über die Erniedrigungen und das Unrecht klagt, das Griechenland erleiden mußte. Als gegen die nationale <Kre der Griechen gehend weift der Prinz den in der Ententepresse erhobenen Borwurf gegen die Treue und Auf­richtigkeit der Erklärungen Griechenlands zurück. Nichts könne das Nativnalgefühl mehr kränken, als am Herrscherwort und der sprichwörtlichen Gastlichkeit Griechenlands zu zweifeln. Bei dem iHinweis auf das Drängen der Entente, zwecks Erhaltung des Gleichgewichts auf dem Balkan einzugreifen, fragt der Prinz: Wärediesesbessererhaltenworden,wennwirge- schlagen und vernichtet wären? Ist aber dieses Gleich­gewicht der «Entente immer so teuer gewesen, ihr, die im gegebenen Augenblick einen Druck auf uns und den eigenen Verbündeten, Serbien, arusgeübt hat, damit sie gebrochen wüuden zum Nutzen Bulgariens?

Aus Rumänien.

Bukarest, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung legte der Kammer einen Gesetzentwurf vor, durch welchen der im März 1915 bewilligte Militärkredit von 200 Millio­nen auf 600 Millionen Lei erhöht wird. Die Deckung soll durch Schatzscheine, durch innere oder äußere Anleihe, oder irgend welcher anderer Mittel erfolgen.

Ein anderer Gesetzentwurf verlangt eine Genehmigung aller Ausfuhrverbote, die die Regierung im März, April und Mai 1915 im Berordnungswege erließ.

An» dem englischen Parlament.

London, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Sitzung des Oberhauses vom 17. Februar. Lord Cranmore erörterte Äste Zeppelin ge fahr unä> fragte die Regierung, «velche Maß­regeln sie. plane, die künftig eine größere Sicherheit gegen diese Angriffe geben würden, und ob die Regierung den Ban einer Luft­schiff-Flotte beabsichtige oder andere bessere Mittel für die Ver­teidigung habe. Der Redner erklärte es für wünschenswert, daß ein Minister für Luftfahrwesen ernannt werde. Lord Peel fragte, «ob die Regierung sicher sei, daß sie den besten Flugzeugtyp besitze, arm gegen die deutschen Fokkermaschinen Mlsiukommen. Er, der Redner, habe erfahren, daß der Bau von Flugzeugen in Farnbo- rvugh nicht in den Händen von Männern liege, die eine prak­tische Kenntnis für die BMtrsnisse der Armee besäßen. Die an der Front beffndlichen Flugzeuge seien nicht die für Manöver und einen Angriff geeignetsten.

Lord Kitchener erwiderte, eine öffentliche Erörterung die­ser Dinge könne dem Feinde Informationen und Beistand geben. Bei dem Bau von Flugzeugen werde alle praktische Erfahrung zu Rate gezogen Und alle neuen Typen würden im Felde ausgeprobt. Die Bespvschimg des Luftkrieges im Parlament und in der Presse darf beim Feinde nicht den ErndrUck hinterlaffen, als ob der durch Luftangriffe angerichtete materielle und mo­ralische Schaden größer sei als er wirklich ist, denn das würde die Deutschen zu weiteren An­griffen ermutigen. Die bisherigen Angriffe haben die Kriegsführung nicht beeinflussen können. Ich glaube nicht, daß die Nation wünscht, ihnen eine allzu große Bedeutung beizulegen und die Kriegsoperationen durch sie beeinflussen zu lassen. Wir haben das Vertrauen zu dem Volke, daß es seine bisherige Kaltblütig­keit bewahren wird, denn im Kriege kann man nicht immer und überall Sicherheit gewähren, sondern muß hier Und da Gefahr laufen, um an den Punkten, auf die es ankommt, genügend stark sein -U können. Das Kriegsamt hat beim Flug- ioesen zunächst an die Bedürfnisse der verschiedenen Kriegsschau­plätze gedacht. Dos Fliegerkorps verdient alle Anerkennung. Den britischen Inseln können wir nicht verbürgen, daß sich die Luft­angriffe nicht wiederholen. Der Informationsdienst wird über das ganze Land eingerichtet, um das Publikum zu warnen und sich bei der Verteidigung zu organisieren. Die Herstellung von Ab­wehrgeschützen machte große Schwierigkeiten, sie hat aber jetzt den Vorrang vor allem anderen Gesckiützwesen. Sobald die Geschütze fertig sind, werden sie über das ganze Land verteilt. 'Das Flugzeugmaterial vermehrt sich schnell. Das Kriegsamt wird nichts ungetan lassen, um die Verteidigung gegen Luftangriffe im höchsten Maße zu vervollkommnen. Wir werden fortfahren, in der Entwicklung des Luftdienstes energische Schritte zu tun, die uuS ermöglichen, den Angreifern schwersten Schaden zuzufügen.

London, 19. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Unterhaus vom 17 Februar. In Fortsetzung der Adreßde batte bean­tragt Peto iUnionift), das Unterhaus solle sein Bedauern darüber an «spreck>en, daß die Regierung nicht die Handelsflotte un­ter Staaiskontrolle gestellt und die Bewegungen der

Frachtraten beihmmt habe. Der Reoner suhrie aus. daß «ast zwei Drittel der Handelsmarine für Kriegszwecke requiriert seien, daß aber von ih.i>en kein ökonomischer Gebrauch gemacht worden sei. Eine sehr beträckstliche Anzahl von Schissen sei durch feindliche Kreu­zer und später durch Unterjecboote zerstört worden. Tie Handels­flotte der Mittelmächte war ausgeschaltet, jeder Bau von neuen Schiffen habe ausgehört und es sei nichts geschehen, um ldic durch den Krieg erlittmen Verluste wett zu ma^-en. Ter Schis ssmangel sei durch eine Ueberfüllnng der Häfen -vermehrt worden; es herrsche eine Chaos in der Schiffahrtswelt. Ein Verbot der Einflihr dieser oder jener Artikel löse das Problem nicht. Nachdem die Regierung zwei Drittel der Handelsflotte requiriert habe, dürfe der Rest nicht nach dem Grundsätze des laissez Zaire fort- bestehen. Balfour sagt, die Mmiralität handle in Schisfahrts- fragen nach dem Rate von 18 bedeutendem Reedern. Der Vorschlag, der Handelsschiffahrt, Frachtraten voozuschräben, sei unmögich solange Schisse der Alliierten und Neutralen die Marktkoajunttur benützen dürsten. Die Admiralität sei für die Verschwendung des Schiffsraumes für Regierungszwecke nicht verantwortlich, weil sie nicht die Kontrolle über andere beteiligte Ressorts besitze. Die Verschwendung des Schiffsraumes könnte vermindert werden, wenn jeder General oder Admiral, der bflspielsweise Operationen im Mittelmeer ausführt, die volle Kenntnis eines erfahrenen Reeders besitzen würde. Es bestehe ein vollständiaer Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Schiffsraumes und den Bedürfnissen der Kriegführung. Der Schifssmang.'l sei wesentlich eine Folge der un­geheuren Anforderungen der allgemeinen Militärpolitik der Al.iier- ten insgesamt, nicht Englands allein. Es wäre jedoch der größte denkbare Fehler, die Militärpolitik zu beschränken oder zu ändern, selbst wenn es sich um die wichtigsten subidären Rücksichten handele. Hufton (Unionift) sagte, die ganze Schwierigkeit des unzureichm- den Schisssraumes sei dadurch entstanden, daß die Admiralität früher die kleinen Kriegsschiffe abgeschafft habe, nur Dreadnoughts, Ueberdreadnoughts und Kreuzer baute und die Handels ittaßen un- beschützt ließ. Infolgedessen war die Admiralität bei Ausbruch des .Krieges genötigt, eine große Zahl von Ozeanfahrern von der .Handelsflotte ivegzunehmen und sie als Kreuzer und für andere Zwecke auszurüsten. Der Redner kritisierte es. daß I t ali e n britische Schiffe beanspruche, statt die in italienischen Häsen liegen­den deutschen Schiffe zu benutzen. Der Redner führte Beispiel" großer Verschwendung von Schiffsraum durch die Admiralität an. So wurden Oel dumpfer in Transportdampser verwandelt und später wieder zu Oeldampfern gemacht; dies war eine verrückte, verbrecherische Verschwendung So viele Schiffe seien für mili tärische Zwecke beansprucht worden, daß, England in der Zufuhr von Lebensmitteln fast ganz von den Neutralm: abhange. Run ei man sagte, von 100 Schis,>en, die vor dem Kriege für den Handel verftigbar waren, seien jetzt nur etwa 67 verfügbar. Davon seinen 21 bis 24 neutrale Schiffe. Das zeige, in welch gewaltigem Maße England von freu Diensten der neutralen Schiffahrt obhänge. Die Festsetzung von Höchstsrachtraten gehe nicht an.. Eine der größ­ten Gefahren wäre das Eintreten von Schiffs Mangel, >nn die Vor­räte für England. Italien, Frankreich und Rußland zu beschaffen. Die Staatstdntrolle der Schiffahrt sei jetzt so lveit. daß kein Schiff ohne Erlaubnis ansreisen dürfe. Der Anttag Peto wurde obgelehnt.

Ellis Griffith bestritt, daß die Erörterung dem Zwecke diene, eine Panik hervorzurufen. Er trichterte die häufigen Aen- derungen der Politik der Regierung, die keine Verbesserungen wären. Balfour sagte, sei bekannt, daß England unvor­bereitet in den Krieg gegangen sei. Die Regierung habe nicht versäumt, das Kriegsmaterial zu 'bestellen, aber sie habe nichts erhalten. Balfour erwähnte, daß auch die Kriegsflottenicht alle Geschütze habe, die sie brauche. Henny Dal ziel fragte, wann die Reaierung Geschütze bestellt habe. Dies sei nicht 18, nicht 12, nicht 6 Monate her. Vor 6 Monaten waren viele Werkstätten des Landes nur halb be­schäftigt. Sie hätten gern Aufträge für Flugzeuge angenommen. «Es sei unrecht, dem Parlament zu sagen, daß man Maschinell und Flieger nicht bekommen könnte. Das wahre Geheimnis sei die völlige Nachlässigkeit der Regierung. Man könne nichts tun als Geduld empfehlen. Der Redner wünsche, daß eine Abstimmung stattsinde. Bonar Law versprach, dem Hanse neue Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Die Regierung sei keines­wegs mit dem Luftdienste daheim zufrieden und versuche dem Uebelstande abzuhelfen. Darauf zog Johnson Hicks seinen An­trag zurück. Die Liberalen waren sehr besorgt, daß eine Abstim­mung über den Antrag stattftnden könne. Auf ihre Veranlassung gestand Asguith Kn, daß die Frage nochmals zur Aussprache gelangen solle.

Der englische SchiffSmarrqel.

London, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieGa­zette" zeigt an, daß vom 1. Mär- ab kein britisches Schiff über 500 Tonnen ohne Erlaubnis aus- fahren darf.

Die Ausfuhr von Kaffee aus Schweden verboten.

Stockholm, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ausfuhr von Kaffee aus Schweden ist vom 20. Fe­bruar ab verboten.

LebcnSmittelspekulantentum in der Schweiz.

Bern, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Da sich die Spekulanten darauf verlegen, große Vorräte notwen- diger Lebensmittel aufKukausen, um dadurch einerseits die Preise hincruszuschrauben uno anderseits Waren dem Kon­sum zn entziehen, ermächtigte der Bundesrat das Volks- tvirtschaftsdepartement, die Beschlagnahme solcher Vorräte vorzunehmen und diese zu angemessenen Preisen nach Festsetzung der Schätzungskommission für den Bund zu erwerben. Abgeschlossene, noch nicht vollzogene Kauf­verträge über beschlagnahmte Waren werden für nichtig erklärt.

Das Lügentrommelfeuer der Feinde.

Berlin, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Rotter­dam liegen Meldungen vor, daß die Agenee Havas in dem neutralen Ausland die Nachricht verbreitet, zwei der größ­ten süddeutschen Banken mit 500 Millionen Passiven hätten falliert. DieN or d d. Al lg. Z tg." schreibt hierzu:

Die Entstehungsgeschichte des HavaS-Delegramms ist charak­teristisch für die bei der Entente üblich gewordenen Methoden der Fabrikation und des Berttiebes von Preßlügen. Die Londoner Financial Times" vom 14. Februar berichten bezugnehmend auf dieGazette de Lausanne", daß zwei der größten Banken Süddeutschlands mit Verbindlichkeiten von 25 Millionen Pfund in Liquidation getreten seien. Die Namen der zwei Banken seien zwar nicht angegeben (das würde derGalette de Lausanne" auch schwer fallen. D. R.), aber wenn das Schweizer Blatt nicht hoffnungslos irregeführt sei,hoholeßly misinformed", sei das ein Zusammenbruch, worüber man bald viel mehr hören werde. Wir haben eine Notiz der angezogenen Att in derGazette de Lausanne" bisher nicht feststellen können, wollen aber annehmen, daß das genannte, nach süßer Gewohnheit unter neutraler Flagge segelnde Ententeblatt sein Nest willig für ein solches Kuckucksei geliehen hat. Von dort geht die Erfindung nach London, wo sie noch mit einem leichten Vorbehalt wiedergegeben wird. Von London geht sie nach Paris und wird von dort als positive Tat­sache in dem neutralen Lande verbreitet. Der Schwindel ist eine gradlinige Fortsetzung des vor einigen Tagen von Reuter verbreiteten Telegramms, angeblich aus Montevideo, daß auf Grundguter Autorität" festgestellt sei, daß vier deutsche Firmen in Uruguay mit 12 Mill. Franken falliert hätten. In deutschen Kreisen, die mit Südamerika gute Fühlung haben, ist davon nicht das mindeste bekannt. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß der seit kurzem verdoppelte Eifer in der Tätigkeit der Entente- ylgcnturcn uumittelbar veranlaßt ist durch die Ankündigung, daß die Ausgabe einer vierten deutschen Kriegsanleihe bevorsteht. Da Frankreich mit seinerSiegesanleihe" schlecht abgeschnitten hat und da England die seit November dringend notwendige dritte Kriegs anlei \yc immer wieder mangels Vertrauen auf Erfolg hinaus- J schieben muß, kommt für die Entente alles darauf an, wenigstens

Den Irrung der bevorstehenden Dienen deuticb n zcriegsanleihe um jeden Preis verhindern. Die Herren mögen sich beruhigen: das deutsche Volk wird auch diesmal seine Schuldigkeit tun und sich durch kein Lügcntrommelfeuer einschüchtern lassen.

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Das Schicksal des letzten deutschen Stützpunktes in Kamerun.

Loüdon, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die deutsche Garnison in Mora (Nordkamerun) hat sich ergeben. Damit ist die Eroberung der Kolonie vollendet.

(Notiz: Am 27. August 1914 hatten englische Truppen die in Mora stehende 3. Kompagnie unter Hauptmann von Raben angegriffen, waren jedoch unter schweren Verlusten zuruckgeschlagen worden. Die Kompagnie hatte sich daraus rn eine Bergstellung in der Nähe von Mora zurückgezogen, in welcher sie von englischen und französischen Truppen eingeschlossen wurde. Ein im Dezember 1914 von Garua aus unternommener Versuch, Hauptmann von Raben zu ent­setzen, mißlang. Andererseits scheiterten auch die vielen feindlichen Versuche, die Stellung zu erstürmen, an der Wachsamkeit und dem Heldenmut der Besatzung. Anfang September unternahm diese einen glücklichen Ausfall. Wie ein Kundschafter berichtet, sollen in dem Kampfe der eng­lische Befehlshaber und mehrere seiner Offiziere gefallen sein. Die letzten Nachrichten aus Mora trafen im Oktober 1915 in Jaunde ein. Sie zeugten von dem vortrefflichen Geiste, der die Besatzung, Europäer wie Farbige, beseelte. Die Nachricht von dem Fall von Garua, die kurz zuvor nach Mora gelangte, vermochte nicht den Mut der Ver­teidiger zu erschüttern; sie hatte nur den einmütigen Willen bestärkt, auszuharren bis zum äußersten. Doch ging aus den Berichten auch hervor, daß Mangel an Munitton drohte und die Lebensmittel, obwohl sie durch einen glücklichen Ausfall der Besatzung um 27 Rinder und Korn ergänzt worden waren, nur noch für einige Monate reichten. Das unentbehrliche Chinin und andere wichtige Medikamente waren fast verbraucht. Der Gesundheitszustand der Be­satzung hatte sich verschlechtert; infolge der einförmigen Kost wütete unter den Eingeborenen der Skorbut. Noch wertere sechs Monate hielt die heldennrüttge Besatzmrg in dem ungleichen Kampfe stand. Zu den mannigfachen Noten wird jetzt in der heißen Zeit noch Wassermangel getreteir sein. Da sind den kraftlosen Händen die Waffen entglitten. Die deutsche Flagge, die so lange über dem trotzigen Mora- Berge flatterte, sank vom Maste. Mangel an Munition, Lebensmitteln und Wasser vermochte, was der Uebermacht der Feinde in eineinhalbjährigem Ansturm nicht gelungen war.)

Der Seekrieg. -

Haag, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Ministeriurm des Aeußern hat dem Korrespondenzbureau mitgeteilt, daß nach einer Mitteilung der deutschen Regierung auch die von dieser angestellte Untersuchung ergeben hat, daß an der Hal­tung des MotorschiffesArtemis", das in der Nacht zum 2. Fe­bruar torpediert wurde, nichts auszusetzen toar. Die deutsche Re­gierung erkennt an, daß die Torpedierung ein Fehler des Komman- danken des Torpedobootes war. Sie verurteilt das Borgehen des .Kommandanten und hat dementsprechend Maßregeln getroffen.! Die deutsch Regierung sprach ferner ihr Bedauern über den Vor­fall aus, bot Entschuldigungen an und erklärte sich bereit, den Schaden zu ersetzen.

Kristiania, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das deut­sche Auswärtige Amt teilte der norwegischen Gesandt­schaft in Berlin mit, daß über den Untevaang des norwegischen DampfersBoheur" eine sorgfältige Untersuchung an­gestellt worden ist. Die Mitteilungen, die von dem Kapitän des Dampfers seinerzeit Über die nähmen Umstände bei dem Unter­gänge gemacht und von der Gesandtschaft dem deutschen Aus­wärtigen Amt übermittelt wurden, sind mit den letzten Berichten sämtlicher Führer derjenigen Unterseeboote verglichen worden, die zur Zeit des Unterganges in dem betreffenden Gebiete Dienst taten. Nach dem Ergebnis der Untersuchung kann kein deutsches Unterseeboot an dem UntMgange des Dampfers schuld sein.

AU 5 dem Reiche.

Die Vereinigung der schwarzburaischen Länder.

Rudolstadt, 19. Febr. (WTB. Nichtamttich.) Ter Land­tag hat heute dem Regienmgsanttaae gemäß einstimmig be­schlossen, aus seiner Mitte einen sechsgliedrigen Ausschuß zu wählen und ihn zu beauftragen, mit dem gleichen Ausschuß des Scmderhäuser Landtages Vorberatungen darüber zu pflegen, wie eine Vereinigung der beiden Fürstenhäuser m einem Staate oder wenigstens eine teilweise Vereinigirng der beiden Ministerien zu einer gemeinsamen Bchörde und eine gleichmäßige Fottentwicklung der Gesetzgebung in den Schwarzburgischen Ländern zu schaffen sei. Ter Landtag wurde darauf geschlossen.

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Zur beyorsfphpndpn Vprp/n/gi/ng der Fürstentümer Sch narz bürg -Rudo/s fad/ und-Sanders hausPrt

Vom Beirat für Volksernührung.

Berlin, 20. Febr. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitznng des Beirats für V o l k s e r n ä h r u n g wurden die Vorkehrungen zur Versorgung mit frischem und gedörr-