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Erstes Blatt * 66 . Jahrgang
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Künzöfische SteHiiiigen bei Tahure erstürmt. Km von den Bulgaren besetzt.
(WTB.) Großes Hauptquartier. 14.Februar. (Amttich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die lebhaften Artilleriekümpfe dauerten auf einem großen Teile der Front an. Der Feind richtete nachts sein Feuer wieder auf L e n s und L i 6 v i n.
Südlich der Somme entwickelten sich heftige Kämpfe um einen vorspringenden erweiterten Sappenkopf unserer Stellung. Wir gaben den umfassenden Angriffen ausgesetzten Graben aus.
In der Champagne wurden zwei feindliche Gegenangriffe südlich von St. Marie 5 Py glatt abgewiesen. Nordwestlich von Tahure entrissen wir den Franzosen im Sturm über 7 0 0 Meter ihrer Stek- 'lung. Der Feind ließ sieben Offiziere, überdrei- hundert Mann gefangen in unserer Haiä) und büßte Drei Maschinengewehre, fünf Minenwerfer ein. Die Hand- granatenkämpfc östlich von Maison de Champagne sind zum Stillstand gekommen.
Südlich von Lusfe (östlich von St.Die) zerstörten wir Durch eine Sprengung einen Teil der feindlichen Stellung.
Bei Obersept (nahe der französischen Grenze, nordwestlich von Pfirt) nahnien unsere Truppen die französischen Gräben in einer Ausdehnung von etwa 4 00 Metern und wiesen nächtliche Gegenangriffe ab. Einige Dutzend Gefangene, zwei Maschinengewehre und drei Minenwerfer sind in unsere Hand gefallen.
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Die deutschen Flugzeuggeschwader griffen Bahnanlagen und Truppenlager des Feindes auf dem nördlichen Teile der Front an.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
AbgeselM von einigen für uns erfolgreichen Pa- tromllen-Getzchten hat sich nichts von Bedeutung ereignet.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Die strategische Lage in Albanien hat sich in den letzten Tagen scharf zugespitzt, und dort scheint die n ä ch st e Entscheidung fallen zu sollen, die geeignet sein wird, in den Wein an der Tafel Salandras und Briands eine große Dosis Wasser zu mischen. Wie in einem Teil der gestrigen Auslage bereits gemeldet wurde, haben die Bulgaren die etwa 10 000 Einwohner beherbergende Stadt E l b a s s a n besetzt. Sie liegt in südöstlicher Richtung von Durazzo; es ist das alte Skam- pia oder Skampa, von dem der Fluß Skumbi seinen Namen erhalten hat. Me Stadt verfügt über drei Moscheen ?rnd eine griechische Kirche, hat Kupfer- und Eisenwarenfabriken: sie ist bekannt als Stätte sehr lebhafter Märkte. In der Nähe befinden sich warme Schwefelquellen. Von Durazzo ist Elbasfan in der Luftlinie annähernd 60 Kilometer entfernt, von Tirana, das die k. und k. Truppen bereits vor einigen Tagen eingenommen haben, liegt es südöstlich, r.ur 32 Kilometer .in der Luftlinie entfernt. Längs des S/kumbiflusses, der unweit vonElbassan vorbeifließt, ergibtlsich ein verhältnismäßig bequemer Vormarschweg zur Adriaküsti.', so daß den in Durazzo bereits von den Oesterreichern und Ungarn bedrängten feindlichen Truppen der Rückzug noch Balona unschwer verlegt werden kann, sofern es ihnen nidjt gelingt, zu Schiff aus Duräzzo zu entkommen. Das Schicksal von Durazzo muß sich in kürzester Frist entscheiden.
Dazu kommt heute noch die sehr überraschende Meldung, daß die Bulgaren auch im beschleunigten Anmarsch auf Balona sind! Sie haben Fieri besetzt, das nur 25Kilometer nördlich von der vielgenannten' Hafenstadt liegt. Die Bulgaren sind von Berat aus Zunächst in westlicher Richtung marschiert, und sie haben nun einen bequemen Kustenweg zum Vormarsch auf Valona. Dort muß es sich enffcheiden, ob die verantwortlichen Männer in Italien einen festen Willen haben oder ob fff, wie die einstmaligen Machthaber in Serbien und Montenegro, ihr Heil und Gut in der Adria dem Endabschluß der Entente anvertranen wollen. r
Der Ssterreichisch-rrngavtsche Tagesbericht.
Wien. 14. Fedr. (WTB. 'Nichtamtlich.) Amtlich wird öerlautbart: 14. Februar 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Italienischer (üriegsschauplatz.
Die G e s ch ü tz k ä m p f e an der t ü st e n l ä n d i s ch e n Front waren gestern an innigen Stellen sehr heftig. Unsere neugewonnene Stellung irR o m b o n q e b i e t wurde gegen mehrere feindliche AnqriH/e behauptet.
S ü d o st l i ch e . r Kriegsschauplatz.
Die in Albanien operierenden k. und k. Slreitkräste
haben mit Vortruppen denunterenArzongewonnen. Der Feind wich auf das Südufcr zurück.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Elbafan und Fieri von den Bulgaren besetzt.
Sofia, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier gibt bekannt: Die bulgarischen Truppen besetzten gestern Elbas an. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen warmen Empfang. Die Stadt ist beflaggt.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Athen, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Bulgaren haben Fieri, 25 Kilometer von Balona, besetzt.
Essad Pascha.
Berlin, 14. Febr. (Priv-Tel.) Das „Bert. Tagebt." meldet aus Lugano: Es wird bestätigt, daß E s s a d P a sch a sich samt seinen Soldnern nach Korfu eingeschifft hat. Sein zahlreiches Gepäck ist bereits dort angekommen.
Der gefangen igehaltene österreichisch-ungarische Konsul in Korfu ist an Bord einer griechischen Fischerbarte geflohen. Gr hat viele wichtige Dokumente mitgenommen.
Griechenland und Italien.
Athen, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus.- Der Kontrakt mit der italienisch e n M i s s i o n zur Reorganisation der Gendarmerie ist heute erloschen. Er wird nicht erneuert, da die vor geschlagenen Bedingungen von Griechenland nicht angenommen werden.
Athen, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Bericht des „Corriere della Sera" vom 9. d. M. macht darauf aufmerksam, daß die Stimmung gegen Italien in ganz Griechenland sehr gereizt ist. Nicht nur die Deutschfreundlichen, sondern sogar die Venizelisten seien gegen die Italiener. Das Hauptorgan der Anhänger von Venizelos, „Nea Hellas", will keinerlei Besetzung griechischen Bodens durch italienische Soldaten dulden und kündigt ail, daß hierin die Venizelisten die Regierung ohne Einschränkung unterstützen werden.
Der Besuch BriandS in Italien.
Rom, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Briand und die französische Mission sind im italienischen Hauptquartier vom König zur Tafel gezogen worden. Me Mission besichtigte mehrere Punkte der italienischen Front <rtn mittleren und un
teren I son zo sowie in der' karnischen Zone und verließ am Sonntag abend im Sonderzug die Kriegszone.
Bern, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter enthalten die Nachricht, Salandra werde den B c s n ch B r i a n d s nach Erledigung der parlamentarischen Arbeiten erwidern. Er werde'von Zuppelli, Däne» und Barzilai begleitet sein.
Der französische Bericht.
Paris, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 13. Februar abends': Im Artois war der Tag bemerkenswert durch eine Reihe von dentschen Angriffen von der Höhe 140 bis zur Straße von Neuville nach La Folie. Am Morgen war der erste Versuch westlich der Höhe 140 vergeblich. Am Nachmittag griff der Feind nach einer heftigen Beschießung unserer Stellungen vier verschiedene Punkte unserer Front an. Drei von diesen 2ln- grisfen wurden durch unser Sperrfeuer und das Feuer der Infanterie glatt angehalten. Im Laufe des vierten gelang es dem Feinde,' in unseren Graben der ersten Linie westlich der Höhe 140 einzudringen. Er wurde durch einen sofortigen Gegenangriff, der ihm merkliche Verluste au Toten und Verwundeten beibrachte, wieder daraus vertrieben. — Ein deutsches Flugzeug, das von unseren Batterien getroffen, wurde, siel bei Flammes östlich von Givenchy herab. Südlich Frise scheiterte ein Handgranatenangriff auf unsere Werte. Oest- lich der Oise haben wir die feindlichen Verschanzungen vor Fontenov beschossen. Zwischen Soissons und Reims war die deutsche Artillerie besonders tätig in den Abschnitten voh Soissons, Ehassemy und Pambelle. Unser Sperrfeuer hielt die Tätigkeit der Infanterie während der Vorbereitung nieder. In der Champagne machten wir während eines EinzelaescchteZ zwischen der Straße von Navarin und von St.-Svnplet Gefangene. Ocstlich der Straße von Tahure nach Somme-Py faßte der Feind in einigen Teilen unserer vorgeschobenen Gräben Fuß. In den Argon neu vernichtendes Feuer auf die feindliäien Verschau- zungen nördlich von Four de Paris. Im Ober-Elsaß wurde ein feindlicher Angriff östlich von Scppois durch das Feuer unserer Artillerie angehalten.
Belgischer Bericht: Sehr heftige Artillerietätigkeit iin Abschnitte von Dixmuiden und an einem Teil der Front, der sich nördlich von dieser Stadt ansdehnt,. Zur Vergeltung für die von deutschen Flugzeugen in den lebten Tagen ausgeführte Beschießung von Orten, die von Zivilbevölkerung bewvhnt sind, haben unsere Flieger während der letzten Nacht mit Erfolg den Flugplatz E hi stell cs angegriffen und dort einen Brand hervorgerufen.
Amtlicher Bericht vom Sonntag nachmittag: Nördlich von Nic-sur-Aisne zerstreute unsere Artillerie einige feindliche Gruppen, die gegen unsere Drahtverhaue vorgingen. Nordöstlich von Soissons konnten die Dentschen infolge eines Bombardements unfern Sch üden grabeni n d cr U m g e b un g der Straße nach C u o u y erreichen. Ein Gegenangriff warf sie alsbald wieder zurück: der r'eemd ließ Tote aus dem Gelände, auch machten wir einige Gefangene, darunter einen Os-


