Ausgabe 
3.2.1916 Erstes Blatt
Seite
11
 
Einzelbild herunterladen

beul)mem einet öjiitiu) i> ul Dt üUcijtuiift auj

i>en Golf von Speke sich erstreckenden Secengeti. Daß die eng- Itt che Zweigbalm von Voi das erstgenannte Serengetr bei Maltau erreicht hat, ist rckon seit Monaten bekannt. Es macht den Ein druck, als ob der^ neue englische Oberbefehlshaber Smith- - 0 **? 1 L n<r L ' er iibrigens nach anderen englischen Meldungen iraniyeitsl-alber das Kapland noch nicht verlassen konnte, zunächst nur etwas von sich reden machen will. Aus der Meldung über die Kampfe m Kamerun ist nur zu entnehmen, daß es den Eng- landern und Franzosen bisher noch immer nicht gelungen ist, ^e sich tapfer wehrenden Reste.der Schutztruppe vom spanischen Gebiet abzudrängen.

Der Seekrieg.

London, 2 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds' berichtet, baß. der belgische FischdampferM a r a u e r i t e", die Barkasse ,,D t1 p a" aus Lowejloft und die BarkasseR a d i u m" g e s u n « i c n jutb. 33*m allen Fahrzeugen ist die Besatzung gerettet worden.

Berlin, 3. Febr. Aus dem K. K. Kriegspresseguartier wird denrBerliner Tageblatt" gemeldet: Ter DampferKönig Albert", der dem Norddeutschen Llot>d gehört, seinerzeit von den Engländern gekapert und dann den Italienern überlassen wurde, ist jetzt von einem österreichisch-ungarischen Unterseeboot aufgebracht worden. Das Schiff, das von den Italienern zur Aufnahme von 3 00 serbischen Flüchtlingen nach San Grovanm di Medua abgeschickt tvar, tvnrde dort im Hafen von einem Wasserflugzeug entdeckt, nach der Ausfahrt von einem Unterseeboot gestellt und von einern Torpedobootszer­störer in die Bösche di Cattaro gebracht.

Aus Stabi und Land.

Gießen, 3. Februar 1916.

** Das heutige Familienblatt mußte infolg! wichtiger amtlicher Bekanntmachungen ausfallen.

*

" Auszeichnung. Wehrmann Heinrich D e e g von Gießen im Landweyr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116 erhielt das Eiserne Kreuz 2. K.asse.

** Kriegerfamilien-Fürsvrge. Unsere Stadt hat feit Ende November bis 31. Januar 6110 Zentner Brenn material und 1222 Zentner Kartoffeln an bedürftige Fa­milien von Kriegsteilnehmern kostenlos verabfolgt. Bon den rund 1800 Familien, die in Gießen Kriegsunterstütznna in Anspruch nehmen, haben etwa % von der gewährten städtischen Hilfe in Brennmaterial und Kartoffeln Gebrauch genracht.

** Kriegskinderspende. Der Alice - Frauenverein, Zweigverein Gießen, hofft, auch den bedürftigen Frauen, deren Kinder vom 1. August 1914 bis 1. Januar 1915 geboren wurden eine kleine Spende aus seinen Dritteln zuwenden zu können. An­meldungen werden bis zum 9. Februar entgegengenommen. Näheres ist im Anzeigenteile zu ersehen.

** Beschlagnahme und Bestandserhebung von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken. Gleichzeitig mit der neuen Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Web- und Wirtwaren (W. M. 1000/11. 15 K. R. A.) tritt am 1. Februar 1916 eine Bekanntmachung, be­treffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken für Heer, Marine und Feldpost (W. M. 1300/12. 15. K. R. A.) in Kraft. Durch diese Bekanntmachung werden eine ganze Reih.' einzeln aufgeführte fertige Gegen­stände. die als Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände für Heer, Marine und Feldpost in Betracht kommen, beschlag­nahmt, gleichviel, aus welchen Rohstoffen die dazu verwandten Webwaren hergestellt sind und ohne Rücksicht auf Farbe und Her­stellungsart. So sind beschlagnahmt: Uniformröcke, Litewken, Feld­blusen, Mäntel, Hosen, Feldmützen, Halsbinden: Kriegsgesang enen- Anzüge: Drillichjacken, Drillichröcke, Drillichhosen: Männerhemden lnickt Oberhemden und Nachthemden), Männerunterhosen: Helm­bezüge, Tornister, Militär-Rucksäcke, Brotbeutel, Zeltzubehörbeutel, Packtaschen, Schanz-zeug- und Drahtscheren-Futterale, Feldflaschcn- überzüge; Munittvns- und Wassertragesäcke, Reiterfuttersäckc, Tränkeimer, Protzschlitzsäcke, Zeltsäcke: Zeltbahnen, Zelte, Fuhr­parkpläne aus Segeltuch, Sandsäcke. Veränderungen an den beschlagnahmten Gegenständen und Verfügungen über diese ftnd nur mtt ausdrücklicher Zustimmung des Webstvfffneldeamts des Königlich Preuß. Kriegsministeriums, Berlin, zulMig. Ausge­nommen von der Beschlagnahme sind: im Gebrauch gewesene oder im Gebrauch befindliche Gegenstände: Gegenstände, welche sich am 1. Februar 1916 im Eigentum von staatlichen oder kommunalen Behörden oder Anstalten, sowie von Vereinigungen für unentgelt­liche Liebesgabenbeschaffung, Vereinslazaretten und privaten Kran­kenhäusern befinden: Gegenstände, fiir welche Lieferungsvertrüge mit einer Stelle des Heeres, der Marine oder der Feldpost bis zum 1. Februar 1916 abgeschlossen sind, wenn auch alle aus die Liefe­rungen bezüglichen Zwischen- und Unteroerträge bereits bis zum 1. Februar 1916 abgeschlossen waren: Männerhemden und Männer­unterhosen, welche nach dem 6. Dezember 1915 aus dem Reichs­ausland eingeführt sind: Gegenstände, für die bis zum 8. Der. 1915 eme Ausfuhrbewilligung des Reichskanzlers erteilt worden ist. Abgesehen von der Festsetzung von Ausnahmen von der Beschlag­nahme sind bestimmte Vorräte einer jeden Person, deren Mengen im einzelnen in der Bekanntmachung aufgeführt find, für den Kleinverkauf frei gegeben. Diese Mengen smd ledoch nur freigegeben, wenn sie unmittelbar an den Ver­braucher veräußert werden und der Verkaufspreis den vor dem Inkrafttreten der Bekanntmachung erzielten Preis nicht übersteigt. Das Webstoffmeldeamt des Königlich Preußischen Kriegsministe­rrums ist ermächtigt, das Eigentum an den beschlag-nalynten Gegenständen gemäß der Bundesratsverordnung über die Sicher­stellung von Kriegsbedarf auf von ihm bezeichnet Personen zu übertragen. Eine bei dem Königlich Preußischen Kriegs- nnnisterium gebildete Bewer tu ngs stelle für Webstoffe wird zunächst eine gütliche Einigung über den Uebernahmevreis mit dem Eigentümer der beschlagnahmten Gegenstände zu erzielen versuchen. Soweit eine Einigung nicht zustande kommt, muß die Preisfestsetzung durch das ReicheSchiedsgericht gemäß der erwähnten Bunedratsverordnung erfolgen. Die Bekanntmachung ordnet gleich­zeitig eine monatliche Meldepflicht für alle am 1. Februar 1916 vorhandenen Vorräte der beschlagnahmten Gegenstände an. Die erste Meldung hat bis zum 15. Februar 1916, die folgenden Meldungen haben bis zum 8. eines jeden Monats (erstmalig bis zum 8. April 1916) an das Webstosfmeldeamt der Kriegs-Robstoff- Abteilung zu geschehen. Für die Meldungen sind amtliche Melde­karten fiir Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke beim Webstoff- meldcamt durch Postkarte anzufordern. Bei der Meldung von Sandsäcken ist gleichzeitig ein Muster zu ühersenden. Außer­dem niuß jeder Meldepflichtige ein L a g e r b u ch führen, aus dem wde Aenderung der Vorratsmengen und ihre Verwendung zu ersehen ist. Der Wortlaut der Bekanntmachung, die eine ganze Reibe von Einzelvorschriften enthält, ist am Bürgermeisteramt angeschlagen und in unserem heutigen Blatts einzusehen.

** Web- und Wirkwaren. Am 1. Februar 191fr tritt eine neue Bekanntmachung Beschlagnahme und Bestands- erHebung von Web- und Wirkwaren (W. M. 1000/11. 15. K. R. A.) in Kraft. Diese Bekanntmachung, die anstelle der frühe­ren Bekanntmachungen Nr. W. I. 734/8. 15. K. R. A, W M. 231/9. 15 K. R. A.. W. M. 1097 10. 15. K. R. A. und IV. M. 9p9/11.15. K.R A. tritt, umfaßt alle Web- und Wirkwaren, gleich-- vrel ob ne aus Schafwolle, Mohair, Kamelhaaren, Alpaka, Kaschmir °u sonstigen Tier haaren, Kunstwolle, Baumwolle, Kunstbaum- Bastfasern oder sonstigen Pslanzenfasern, aus Abfällen oder Mischungen der genannten Spinnstoffe allein oder aus einer Zusammensetzung verschiedener Spinnstoffe, bei Sandsack- und Sttohsackgeweben auch unter Mitverwendung von Papier her- gestellt smd insbesondere bettifft die Bekanntmachung: I. Stoffe zur Obuuleldung für Heer, Marine, Beamte und Gefangene, II- Pferdedecken (Woi lache) und Deckenstoffe,

III. Männer-Trikotagen, IV. farbige Wäschestoffe und farbige Stoffe für. K^ankenbelleidung, V. farbige Futterstoffe, VI. rohe i und gebleichte Wäsche- und Futterstoffe, Drillichanzugstoffe,!

Vll. Segettuche uno Plärr,rojfe. VIII. Sandsackstoffe. Ave vor­genannten Gegenstände werden beschlagnahmt. Die Art der Be­schlagnahme und die von ihr betroffenen Mengen sind bei den einzelnen Gegenständen verschieden, wie sich im einzelnen aus euiet der Bekanntmachung beigefügten ausführlichen lieber- Nchtstafel ^ersehen läßt. Tie Beschlagnahme umfaßt auch /e in der Herstellung begriffenen Gegenstände, sobald ihre Hcr- beendet ist, sowie die Gegenstände, welche von einer Äbnahmestelle des Heeres oder der Marine zurückgewiesen werden oder unerlaubt hergestellt sind. Bei der einschneidenden Wirkung vreser Bekanntmachung ist eine ganze Reihe von Ausnahme- b . e ft n 9 e 11 öan ^ er Beschlagnahme aufgestellt. U. a. sind

? l r Gebrauch gewesenen oder im Gebrauch

befindlichen Gegenstände: diejenigen Vorräte eines Ägentümers, oie geringer sind als die in der Uebersichtstafel für die einzelnen Klassen festgesetzten Mindestvorräte: alle am 1. Februar 1916 vorhandenen Stoffzuschnitte, alle Gegenstände, für welche Lie­ferungsverträge mit einer deutschen Heeres- oder Marinebehördc brs zum 1. Februar 1916 abgeschlossen worden sind, 25 Prozent v r a Ü lc ^ 1111 die Beschlagnahme fallenden Stvffmengen, ore fich am 1. Februar 1916 im Besitz von Konsettionsbetrieben oder gemeinnützigen Nähstuben befinden, Gegenstände, die nach 8. Dezember 1915 vom Ausland eingefülwt werden. Tie telchlagnahmteu Gegenstände, die bis auf weiteres getrennt von den beschlagnahmesreien Vorräten zu verwahren sind, unterliegen einer Meldepflicht. Maßgebend für die Meldepflicht ist bei der ersten bis zum 1. März 1916 an das Webstoffmeldeamt der Kriegs-Rohstoff-Abttilung des Königlich Preußischen Kriegs- miNlsteriums einzusendenden Meldung der am Beginn des 1. Fe- vorhandene Bestand. Außer den Meldungen, für die amtliche Meldescheine bei den Vertretungen des Handels (Handels­kammern u,mj anzufordern sind, ist von jeder meldepflichtigen Qualität ein Muster dem Webstoffmeldeamt einzusenden. Außer­dem hat icbcr Meldepflichtige ein Lagerbuch zu führen, aus dem rede Aenderung in den Vorratsmengen und ihre Verwendung Mchtlich sein muß.^ Das Webswffmeldeamt der Ka:iegs-Rohstoff- übteilung des Königlich Preilßischen Kriegsministeriums i,t er- machtigt worden, das Eigentum an den beschlagnahmten Ge­genständen gemäß der Bundesratsvervrdnung über die Sicher­stellung von Kriegsbedarf auf die ihm bezcichneten Personen zu übertragen. Durch eine beim Königlich Preußischen Kriegs- chlNisterrum gebildete Bewertungsstelle für Webstosfe wird zu­nächst grundsätzlich eine gütliche Einigung mit dem Eigentümer der beschlagnahmten Gegenstände angestrebt werden. Soweit diese nicht zustande kommt, muß die Preisfestsetzung durch das Rcichs- schrcdsgericht für Kriegsbedarf gemäß der Bundesratsverordnung über die Sicherstellung von.Kriegsbedarf erfolgen. Die Bekannt­machung enthält eine besonders große^ Anzahl von Einzelbestim- wungen, die für jeden durch sie Betroffenen von Wichtigkeit sind. Ihr Wortlaut kann im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes eingesehen werden.

** Von der Feuerwehr. Gestern abend wurde die städtische Feuerwache zweimal alarmiert. 8.49 Uhr wurde die Wache nach dem Melder 321, Ecke Wilhelm- und Ebel­straße, gerufen, traf 8.54 Uhr dort ein und mußte seststellen, daß es sich um eine böswillige Alarmierung Han beite; ein Unfug, der in der jetzigen ernsten Zeit kaum glaub lich erscheint. Die zweite Meldung lief 10.55 Uhr durch den Melder 234, Ecke BergstraßeSelfiffenberaer Weg, ein. Bei der Anfahrt an den Melder, 11.02 Uhr, wurde die Wache verständigt, daß in Steins Garten ein kleiner Z i m merbrand ausgebrochen sei. Die Wache löschte mit zwei kleinen Schläuchen, die mittelst Klemme an den Zapfhalin der Wasserleitung angeschlosfen wurden, den Brand und rückte 11.34 Uhr wieder ein.

Landkreis Gießen.

t Ober-Bessingen. 3. Febr. Mit dem Eisernen Krenz 2. Klasse ansgezeicknict wnrde der Reservist Gnstgv Keil, Sohn des (Gastwirts IohS. KeU II.. im Jnianterieuliegiment 9lr. 116. Er wurde im Anglist 1914 ver vnndet nnd steht nun wieder seil November 1914 im Felde. Im Anglist v. Js. ivnrde er zum Unier° osfizier befördert.. Unso-r Tors yar mit ihm vier Ritter des Eiserneii Kreuzes 2. Klasse und zwei Inhaber der Hessischen Tapserkeits- nrcdaillc.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 2 Ftbr. Mit der S t r a ß e n e r in e i t e r i\ w g am Hauscrtor verschwindet wieder ein Stück von Altwetzlar. Tie das früher Aldeseldsche Grundstück umgebende Malier lvird an der Hansertorstraße uingelegt, dazn ,verden die altehrwürdtgen Bäunie gefällt. Das Hauscrtor bleibt jedoch als Mahrzeicheu unversehrt.

Hessen-Nassau.

Die Frankfurter Modewoche.

---.Frankfurt a. M., 2. Febr. Unter starker Beteiligung wurde heute mittag in der LogeSokrates" die Frankfurter- Mode Woche nnd Modeausstellnng durch den Vorsitzen­den des Modebundes, Professor Leven- Hanau, eröffnet. Pro­fessor Leven wies in seiner Begrüßimg auf die Bedeuttmg der Tagung hin, die einerseits eine erzieherische nnd andererseits eine wittsck>afltiche Aufgabe erfüllen solle. Stadttat Dr. Saran, der­ben Gruß der Stadt Frankfurt brachte, gab der Hoffnung Ansdruck, daß die Modewvck)e den Anfang zur Unabhängigmachnng der deut­schen Mode vom Ansland bilden möge. Für denWerkbnttd" prach Hofiat Brnckmanm Hierauf wurde die M ode a us- 'tellnng in der Neuen Börse eröffnet. Sie steht unter der LosungNach Osten", ein Versuch, die Schnitte und Farben un­serer Verbündeten in der Idee deutschem Erfindergeilt und der glücklicherr Hand unserer Modeschöpfer Mithelfer zu sein. Diesen Richtlinien, jedoch unter starker Betonung deutscher Eigenart, ind in ihre,: ausgestellten Modellen mit besonderem Geschick nachgekommen Frau Professor Leven-Hanau, die Geschäfte Al­bert Frank, Gebr. R o b i n s o h n , Geschwister Wetter Hahn, O d e n h e i m e r, C. Gins, O h n r e r s - M a u k s ch und Theis-Guthmann. Eine sehenswerte historische Schau von Sport- nnd Schneiderlrachten hat die Firma C. I u x e i t aus­gestellt. Hervorragenden Geschnrack verrät ferirer die Ausstellung von zahlreichen Hüten. In den vberen Räumen sind Spitzen, Besätze, Stoffe, Stickereien ünd Schuhwerk zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Ausstellung kunstgewerblicher Arbeiten, an der sich neben dem kgl. Kunstgewerbenruseum in Berlin fast alle Knn stg e wer beschulen Deutschlands und zahlreiche Vereme ans deutschen Städten beteiligen. Sehr seltene Stickereic.n aus Assyrien, Aegypten und der kleinasiatischen Türkei stellten das DüsseldorferMuseum und die hiesige Firma Reißer aus.

vermischtes.

Ein schweres Eisn:bahnunglnck in Frankreich.

St. Denis, 2. Febr. (WTB. ?iichtamtlich.) Der Schnei z it q von Calais Kt auf dem hiesigen Bahnhof e n t g l e i st. D Zahl der Verunglückten beträgt 10 Tote lind 15 Verletzt Der Schnellzug von Calais, welcher den Bahnhof nm 7 Ul abends passieren sollte, hatte eine Viertelstunde Verspätm und 80 bis 90 Kilonwter Stundengeschivindigkeit, als i jenseits des Bahnhoses an der Brücke entgleiste. Die Lok> nwtive stürzte nach links um, der Tender nnd der Packwagc schoben sich ineinander, der ihnen solgcnde Wagen erster Klas wurde zerdrückt, ein Wagen zweiter und drei Wagen drikter Klas stürzten gleichfalls nach links nm und die drei Schlnßwagen na rechts. Sie bilden einen unentwirrbaren Hansen von Eisenteile Fast augenblicklich singen die Gasbehälter Feuer und binnen kurze, brannten alle Wagen. Die Feuerwehr von St.-Denis kani zner zu Hille, sodann Truppen und Fabrikarbeiter. Die Schwerverletzte wurdei^ nach St.-Dents. die übrigen mit der Eisenbahn nach Par gebracht und die Toten aus dem Bahnhof geborgen.

Handel.

- Gewerkschaft Gießener Braunstein-Berg- werke vorm. F e r n i e in Gießen. In der gestern zu Frankfurt a. 9)1. abgehaltenen Grubenvorstandssitzung wurde be­schlossen, als ALlsbente für das 4. Vierteljahr 1915 Mk. 125,- pro Kux zu zahlen. Die alljährliche Getverkenverfammlung findet voraussichtlich Mitte März d. I. statt.

Witteruugsverrcht.

(Oeffentlicher Wetterdienst.)

Auf der Grenze zwischen einem südlichen Hochdruckgebiet und einem nördlichen Tiefdruckgebiet, doch mehr unter dem Einfluß des ersteren, hgtten wir am Anfang dieser Berichtswoche 26. Januar bis 1. Februar zeitweise aufklärendes Wetter mit Temperaturen (Tagesmittel), die nur etwas über 0 Grad lagen. Allmählich gewann jedoch das Tiefdruckgebiet in unserm Bezirk etwas mehr an Ausdehnung, so daß die Bewölkung wieder zu- nahm und die Temperaturen wieder anstiegen. Waren am Anfang der Woche die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht recht groß (bis 8 Grad), so glichen sich diese Unterschiede nunmehr bei dem bedeckten Himnrel mehr aus (zeitweise nur 3 Grad). Die Temperaturen hatten wieder eine ungewöhnliche Höhe erreicht: so betrug das Tagesmittel von Donnerstag, den 27. Januar, auf Freitag, den 26. Januar, in Gießen 7 Grad über Null. Doch schon am Donnerstag zog das nördliche Tiefdruckgebiet östlich ab, so daß sich der südwestliche hohe Druck nach Nordosten hin aus­dehnen konnte. Schon am Freitag bedeckte dies Hochdruckgebiet czanz Deutschland, ja fast ganz Mitteleuropa. Zunächst l>errschte ledoch noch wolkiges Wetter mit besonders bei Tage verhältnis­mäßig hohen Temperaturen. Nachdem an: Samstag früh leichte Niederschläge niedergegangen >varea,-llärte sich jedoch der.Himmel zeitweife vollständig auf, so daß die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag, den 30 Januar, auf etwas unter Null sanken. Der Druck verstärkte sich in den nächsten Tagen weiter und ver­lagerte sich allmählich nach Osten. Bei Winden aus östlichen Richtungen sanken daher die Temperaturen weiter; so betrug das Tagesmittel von Montag früh bis Dienstag früh sogar 0,75 Grad unter Null. Dem nach Osten abziehmden hohen Druck folgt vom Westen her eine Depression, unter deren Einfluß die Bewölkung wieder zunimmt und die Temperaturen wieder alb mählich steigen werden .

Gießen, den 1. Februar 1916.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 4. Februar 1916 Trüb, zeitweise Niederschläge, iväriner

KsrAIid)c Nachrichten«

Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Zynagoge (Süd-Anlage).

S a in s t n g , beit 5. Februar 191b: Vorabend: 5.15 Uhr Morgens: 9.00 Uhr. Predigt. Nachinittags: 3.3) Uhr.

S a b b a t a ns ga n g: 6.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschast.

^ Gottesdienst.

Sabbatieier am 5. Februar 1916: Freitag abend 5.00 Uhr.

Samsmg vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Samstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbatansgang 6.15 Uhr.

Wochengoltesdienst inorgens 7.00, abends 4.30 Uhr.

Letzte Nachrichten.

Die Vierverbandsvertreter verlassen Valona.

Sofia, 3. Febr. Die Vertreter des Vierverbarc- des verlassen Valona, wo nur der italienisch-e Konsu.^ mit Familie zurückbleibt.

Die Gründe des Rücktritts Goremykins.

Stockholni, 3. Febr. lieber die Gründe des RückttittS Goremykins wird aus Petersburg genrcldet: Am 29. Januar fand eine beondere M i n i st e r r a t s k o n fe r e n z statt, auf der über die Wiedereröffnung der Duma' beraten, die Dauer und das Programm der Tagung festgesetzt werden sollten. Der größte Teil der Kabinettsmitglieder war für sosorttge Einberufung, ohne von vornherein die Tauer und das Programm der parlamentari­schen Arbeiten vorher festzulegen. Mehrere Mitglieder sprachen sich auch für Zusammcirarbeit zwischen Regierung und Duma aus. Die Minister, mit Goremykin an der Spitze, erllärten, derart von der Stärke der jetzigen Regierung überzeugt zu sein, dckß diese selbständig ohne Hilfe der Duma alles erledigen könnte. Falls die Duma durck-aus einberufen nierden müsse, solle sich die Dauer ihrer Beratung aiK die Erledigung des Budgets be­schränken. Da die Mehrheit siegte, reiste Goremykin sofort am nächsten Tage zum Zaren ins Hauptguartter, um sein Abschieds­gesuch zu überreichen.

Zeppelindebatte in der französischen Kammer.

Genf, 3. Febr. Der Zeppelinangriff auf Paris führte in der gestrigen Sitzung der Kammer zu Interpellationen, die laut dem in dem LyonerProgrös" veröffentlichten Kammer­bericht eine bewegte Aussprache hervorriesen. Der Pariser Depu­tierte De j e a n te, dessen Wahlbezirk am tneisten unter den Bomben des Zeppelins litt, eröffnete die Besprechung, die der Kriegsminister unter der Begründung ablehirte, daß die geforderten Erllärungen über die Verteidigung von Paris gegen Luftangriffe die Landes­verteidigung gefährdeten. Der Deputiette Benoist, dem die Er­klärung Gallienis nicht genügte, griff die Leitung des Flugnwsens an, die unfähig sei. Er erllärte, was nützt uns eine Regierung, die nicht da ist, wenn wir Auskünfte von ihr verlangen, und sich durch Ausflüchte den gerechtfertigten Forderungen entzieht. Ter Ministerpräsident, durch diese Erllärung oes Vorrsd- necs sehr aufgebracht, protestierte ^lebhaft gegen die ausge­stellte Behauptung, daßbie Luftschiffahrt unter etitcr großen Krise leide. Die Regierung könne derartige Beschuldigungen unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht dulden. Wenn das Par­lament glaube, daß die Regierung ihre Pflicht nur unvollständig erfülle, sei es besser, sie zu wechseln, als durch zweideutige Angriffe ihre Autorität zu untergraben und das Land zu beunruhigen. Wenn der Kriegs­minister erklärt, daß er im Interesse der Landesverteidigung keine näheren Auskünfte geben könne, müsse sich die Kammer fügen. Eine Aussprache hierüber sei daher unmöglich. Tie Annahnre des Vorschlages des Generals Pedoya, der Galliens ersuchte, den Zuständen entsprechend morgen die gewünschte Erklärung zu geben, beendet diese Erörterung. Es folgen Anfragen über das Verbot der M i l it ä rZ> e h ö r d e n bezüglich der A l k o h o l v e r a b - reichuna an Soldaten, das in gewissen Kreisen Unzufriedenhat der Bevölkerung Hervorrufe. Die Anfrage gibt dmr Fragesteller Anlaß zu heftigen .Vorwürfen gegen General d ' A m a d e, der die französischen Soldaten auf Galli- poli ohne Zweck geopfett und gegen die Verfasser des Rund­schreibens, das für die Soldaten Südfrankreichs beleidigend sei. G a l l i ö n i, der General d'Anlades Verordnung gegen den Al­koholausschank verteidigen will, die durch den zunehmenden Al- koyolgenAß hinter der Front gereckiffertigt sei, wird am Sprechen durch lärmenden Protest gehindert. Der Redner ergreift plötzlich sein Portefeuille und verläßt unter allgemeiner Bestürzung die Rednertribüne. Durch Vivianr unter lebl^rftem Beifall der Kammer zurückgefützrt, erklärt Gallieni tief bewegt, er verstehe nicht, wanim man ihn am Sprechen hindere. Er verspreche, den Umstän­den gemäß Aenderungen zu treffen. Ein ehrender Nachruf Tescha- nels für den verstorbenen Abgeordneten Jules Telafoffe beschließ» die erregte Sitzung.

Unruhen in Lissabon '

i. Köln, 3. Febr. Laut ,Föln. Ztg." meldet Havas aus Madrid: Von aus Lissabon kommenden Reisenden wird berich­tet, der I u st iz m i n i st er sei mit R e v o l v e. r s ch ü s s e n an­gegriffen nwrden und habe sich ebenfalls mit dem Revolver verteidigt. Im Palast sei ein Brand auSgcbrochen. Bomben ex­plodierten in verschiebeiren Stadtteilen. Polizellichc Nachforschungen! führten zur Entdeckung von Waffen, Bomben mid Ti^pamät. 17 Soldaten wurden bei den letzttn U twrhen verletz!