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10.1.1916 Erstes Blatt
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iii) Hervel gesungenen Runen Uefimicn «ich ein Oberst unö 10 andere Lfnziere. Unsere Linien am Dnjestr standen laa^- aber meist unter starkem Geschützferrer. An der b e s s a r a b i - ! ^ cS ".^/"tete der Gegner seine Angriffe kurz vor Mit tag durch Artillerie-Trommelfeuer ein. Seine Anstrengungen waren abermals gegen unsere Stellungen bei Toporoub und östlich von R a r a n c z e gerichtet. Die Kämpfe waren wieder außerordentlich erbittert. Teile seiner Angriff kolonnen vermochten in unsere Gräben einzudringen, wurden AVer durch Reserven im Handgemenge wieder zurückgetrie ben. Wir nahmen hierbei einen Offizier und 250 Mann ge­fangen.

Bei Berestiany in Wolhynien wiesen unsere Trup­pen russische Erkundungsabteilungcn ab. Am Styr ver­eitelte die Artillerie durch konzentrisches Feuer einen Versuch der Russen, den Kirchhof nördlich von Czartorysk zurück- Czugewinnen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Italiener hielten den Nordteil des Tockm einer Brückenkopfes und unsere Stellungen nördlich davon, besonders den unlängst genommenen Graben, gegen den sich auch gestern wieder mehrere Angriffsversuche richteten, unter »ehr lebhaftem Artilleriefeuer. Auch bei Oslavija und stellenweise im Abschnitte der Hochfläche von D o b e r d o fan­den ziemlich heftige Geschützkäurpfe statt.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine Aenderung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die englischen Verluste an itcc Westfront.

Berlin, 9. Jan. (MTB. Ricküamtlitz.) Der Parlaments unter,ekpetar tm englischen Kriegsamt. Xenix aut, teilte in Be­antwortung einer Anfrage im UntRkhcmse mit, daß die engli­schen Verluste an der Westfront zwischen dem.25. Sep­tember und dem 8. Oktober 2378 Offiziere und 57.288 Mann be- , trugen. Die Gesamtzahl beträgt also 59 666 Mann

Die engliiche Eingabe über die eigenen Verluste deckt sich genau I mit den Angaben im Berichte der deutschen Obersten Heeresleitung vom 3. Oktober, welcher nach vorsichtiger. Berechnung die engli scheu Verluste mit 60 000 Manu einschäßte und ist sonrtt ein er neuter Beweis für die Zuverlässigkeit der deutschen Berichterstat­tung. ^.ie Tatsachen, das; die englischen Angaben die Zeit bis zum d. Oktober uinwssen, und der deutsche Bericht dte Verlustzahl aber schon am 3. Oktober auf 60 000 errcchnete, erklärt sich dadurch, dak der englische Parlamentsnntersekretär ohne Zweifel die Ver­luste an Farbigen außer Berechnung ließ, die der deutsche Bericht ln seine Berechnung einbezieht.

Frankreichs Lustschiffahrtskrise.

DerPetit Parisien" vom 5. meldet:Die Krise, in der sich das Luftschiffahrtswesen befindet, hat den Gegen­stand einer besonderen Beratung des Heeres ans schusses des Senates gebildet. Beunruhigt über den Zustand unserer fünften Waffe hat der Ausschuß beschlossen, den Minister­präsidenten und den Unterstaatssekretär des Luftschiffahrts­wesens zu einer baldigen Sitzung einzuberufen."

Aus Nancy.

Amsterdam, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt dieTimes" aus Paris, daß die Stadtbehörden in Nancy beschlossen haben, den Mu-

wird

Wien, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich verlautbart: 9. Januar 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Vor zwei Tagen neuerlich an allen Punkten Ostgaliziens and der bessarabischen Grenze unter großen Verlusten zurück- geschlagen, hat der Feind gestern seine Angriffe nicht wieder­holt. sondern nur zeitweise sein Geschützfeuer gegen unsere Linien gerichtet. Er zieht Verstärkungen heran. Am Kor- minbach in Wolhynien versprengten unsere Truppen russische Aufklärungsabteilungen. Sonst keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

S ü d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Nordöstlich von B e r a n e haben sich die Montenegriner erneut gestellt. Die von ihnen besetzten Höhen wurden er­stürmt, wobei wir ein Geschütz erbeuteten. An der Tara Ge­plänkel. An der herzegowinischcn Grenze und im Gebiete der Bocche di Cattaro sind unsere Truppen im Kampfe gegen die montenegrinischen Stellungen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

tet

Italienische Einberufungen.

Bern, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Italienische Blät enthalten ein Dekret über die Einberufung der

ersten und zweiten Kategorie der dauernd beurlaubten Jahr­gänge 1882/83 der schweren Artillerie, 1887/83 der *&***-

artillerie und 1882/83 der Küstenartillerie, termin ist der 12. Januar.

Feld- Der Gesttttungs-

Die LebenSmittelnot in Rußland.

Kopenhagen, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Wie die Nowoje Wrenffa" meldet, erörterte die Moskauer Stadt­verwaltung die Frage der Gewährung einer bestimmten Summe an den Stadtvorstand, mit der E i s e n b a h n b e a nt t e

zurSteuerungderLebensinittelnotbestochenwer- den sollten. Begründet wurde die Erötterung mit den Verhält­nissen des russischen Lebens. Die Stadtvertreter rechneten aber nicht mit den russischen Gesetzen, die Bestechung mit Kriminal­strafe bedrohen. Deshalb kam die Frage nicht zur Abstimmung, Das Blatt fügt hinAu, die skandalösen Debatten würden die völlige Hilflosigkeit der russischen Regierung kennzeichnen, die Lebens­mittelversorgung zu organisieren und von dem Krebsschaden der Bestechung zu befreien.Rußkoje Slowo" stellt fest, daß im Budgetansschuß keine Einigkeit zu erzielen war. da die Regierung und die Parlamentarier eine durchaus verschiedene Sprache reden und keiner den andern versteht. Deshalb tragen die Debatten einen ganz hoffnungslosen Charakter. Die Uneinigkeit zwischen Regierung und Parlament kommt zu besonders scharfem Aus­drucke.

Weitere Uebergriffe der Entente.

Athen, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Aaenoe Havas": Aus Mytilene wird gemeldet: Eine Ab­teilung von Truppen des Vierverb and es hat den deutschen Vizekonsul Courtgie, der griechischer Untertan ist, und seinen Sohn, den Dragonran des Kon­sulats, festgenommen. (A-enso wurden der ö-sterreichisch-unga- rische Konsularagent Bartz i ti, ein osmanischer Würden­träger, der deutsche Agent Hoffner und mehrere andere Personen, die verdächtig erschienen, verhaftet. Alle wurden auf ein Kriegsschiff der Alliierten gebracht.

Athen, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Reuter- telegMnrm aus Mytilene bestätigt, daß die Militär­behörden der Miierten die dortigen österreichischen, deut­schen und türkischen Konsularvertreter aus denselben Grün­den wie in Saloniki verhaftet haben

Konstantinopel, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Athener Meldung haben die Gesandten des Vierbnndes gegen die vqsn >den Franzosen auf Myti­lene vorgenommenen Verhaftungen Protest eingelegt Die Verhaftungen lassen vernnrten, daß Mytilene zur Opera­tionsbasis gemacht wird.

Die Gegenmatzregeln der Türkei.

Konstantinopel, 8. Jan. (WTBl. Nichtamtlich, .Meldung des Wiener K. K. Telegraphen- und Kvrrespon- denzhureaus. Als erste Vergeltungsmaßnahme für die Verhaftung der .Konsuln in Saloniki hat die Regierung die Verhaftung der hier KUrückgebliebenen Beamten

der englischen und der französischen Botschaft

und einiger anderer Personen angeordnet und insgesamt Zehn Personen verhaften lassen. Man glaubt, daß die Regierung noch zu weiteren Verhaftungen schreiten wird als Vergeltungsmaßregel für die in Saloniki erfolgte Internierung von tausend Untertanen der Mächte des Vierbundes.

seumsinhalt zu entfernen, da die Deutschen begannen, die Stadt mit Schiffsgeschützen zu beschießen.

Das Zeugnis einer englischen Aerztin.

London, 9. Jan. (WTB. Nichtanttlich.) Das Wochenblatt The Nation" veröffentlicht einen Brief der englischen Aerztin Ella Scarlett Sytxge, die aits Serbien über Berlin nach England zurückgekehtt ist. Sie befand sich während des deutschen Einmarsches in Serbien und erlebteden ganzen Feldzug. Sie schreibt: Gegen alle meine Erwar­tungen war das Bdrhalten der deutschen Armee in I e d e r Hinsicht ausgezeichnet. Die Soldaten betraten kein bewohntes Haus ohne Erlaubnis des Besitzers und nahmen nichts ohne Bezahlung oder Requisitionsschein. Niemals habe ich vergebens einen, deutschen Soldaten gebeten. Mir die Hälfte 1 eines Brotes für die serbischen verwundeten Soldaten zu geben; meist gaben sie mir das ganze. Ich schnitt die Halste ab und gab die andere zurück. Nachdem tich eitrige 'Wochen mit deutschen Aerzten vom Roten Kreuz zusammen gewesen war und zil erkennen begann, ernen wie falschen Eindruck alle Engländer von unseren Feinden haben, beschloß ich, um die Erlaubnis lnachzusuchen, i;ach Deutsch- kJ* S £ & e n i u dürfen, um selbst zu sehen, ob ebenso falsche Vorstellungen über die Behandlung von britischen Ge- fangenen in den Gefangenenlagern herrschten. Ich erhielt die Erlaubnis und fand meine Annahme gerechtfertigt, daß es unteren Leuten aut geht. Ein kanadischer Sergeant in Gießen sagte mir: Wenn einer sich gut aufführt, wird er über Nichts zu -klagen haben. Fräulein Sygne schließt, nach ihren Beobachtungen seien,D e u t schl a n d s Hilfsquellen noch me i t o a v o n entfernt, erschöpft zu sein. Es herrsche kein Mangel an Lebensmitteln und auch nicht an Luxusartikeln.

Eine englische Heldentat" auf dem Tanganyika-See.

London, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Die nach dem Tanganyika-See entsandte Marine­expedition griff am 26. Dezember das bewaffnete Dampf l ch i f sKingani" an und zwang es nach einem zehn Minuten dauernden Gefecht, sich zu ergeben. Alle deut scheu Offiziere fielen. Das Schiff wurde, obwohl in sinkendem Zustande, an Land gebracht.

Der DauipferKingani", den die Engländer auf dem Tan- ganyi-See angeblich zerstött haben, ist ein kleines Schis von 16 Meter Länge und 3,5 Meter Breite. Die Besatzung besteht im Frieden aus einem europäischen Maschinisten und eini­gen farbigen Bedienungsmannschaften. Von einer für. kriegerische Zwecke in Betracht kommenden Bewaffnung des Schiffchens kann schon wegen seiner Bauart tricht die Rede sein. Es diente früher an der ostasrikanischen Küste als Zollwachtschiff und wurde nach Kriegsausbruch in unzerlegtem Zustande mit der Bahn von Dar­essalam nach Udjidji auf den Tanganyika-See gebracht. Ein Um stand, der zeigt, um wie ein unbedetttetides Fahrzeug es sich han­delt. Tort war er zusammen mit dem den Tanganyika seit 1900 befahrenden DampferHedwig von Wißmann", der am 22. No­vember 1914 von den englischen DampfernCeeil Rhodes" mtb "Govd News" zerstört wurde, beim Abtranspvtt des in Kas kalawe erbeuteten englischen Telegraphenmaterials beteiligt. - Auf welche Art den Englättdern die Zerstörung dieses Schiffes gelungen ist, steht noch nicht einwandfrei fest.

Nach einer werteren Reutermeldung sollen die Engländer neue bewaffnete, besonders ausgerüstete Fahrzeuge mit einer Marines expedttion nach dem^ Tanganyika-See gesandt haben. Diese können dorthin entweder auf dem Wiege über den Zantbese-Schireffluß zum Njassa-See und von dort über Land oder über den Kongo und) mit der 1914 ferttg gewordenen Lukuga-Bahn gelangt sein. Es ist zu hoffen, daß unsere jetzt noch auf See befindlichen größeren! Dampfer diesen englischetl Fahrzeugen gewachsen sein werden

Ans England.

Berlin, 8. Fan. (Priv.-Del.) DieB. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Eine Konferenz von Regie- rnngsvertretern aller englischen Kolonien ist nach London ernbernfen worden, um Stell'img zu nehmen, in welck)er Weise die Kolonien zukünftig ihre dem englischen Heere geleisteten Dienste noch erweitern können. Es soll fest­gestellt werden, wieviel Mannschaften, Mnnitton, Lebens­mittel usw. die Kolonien im Höchstfälle für das eng­lische Heer liefern können.

Seit Anfang voriger Woche macht sich in England ein großer Ansturm auf die Standesämter be­merkbar. In London wirr den in den letzten Tagen über 2 5 00 Ehen geschlossen. Das bedeutet eine Zunahme von 30 bis 40 Prozent gegenüber normalen Zeiten. Zweifellos hängt dies mit dem Militärgesetz zusammen, nach welchem zuerst die Unverheirateten erngezogen werden sotten.

gegen den Minmandauven unö die Mannschaft desBara- vvn geringer Bedeutung im Vergleich mit den Freveltaten^

Eine Prophezeiung Sasonows.

London, 9. Jan. ^WTB. Nichtamtlich.)Daily Chro­nic !e" gibt nach. dem New Yorker ,F>utlook" ein Interview seines Korrespondenten mit Sasonow wieder. Sasonow erklärte die Bal­kanwage als Nebensache. Der Krieg werde in Belgien und Lolen entschieden werden.

Ein englisches Weißpapier über den FallBaralong".

London, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Die englische Regierung hat ein Weiß Pa­pi er über die Beschwerden der deutschen Regierung gegen die Besatzung des englischen HilfskreuzersBara- loug" ausgegeben. Staatssekretär Grey sagt darin, die eng­lische Regierung habe mit großer Genugtmmg, aber auch mit Er­staunen gesehen, daß Deutschland sich ernsthaft für die Grund- lagert der zivilisierten Kriegsführung einsetze und für diejenigen, welche sie mit Vorbedacht beiseite setzen, eine Bestrafung for­derte. Der Vorfall, der die deutsche Regierung plötzlich daran erinnerte, daß es derarttge Grundlagen gebe, sei ia allerdings einer, bei welchem die Englärrder und nicht die Deutschen die Uebeltäter sein sollten: aber die englische Regierung nehme nicht an. daß beabsichtigt werde, das Gebret gerichtlicher Untersuchungen willkürlich zu beschränken. Es würde ungereimt sein, denBara- long"-Fall allein als Gegenstand der Untersuchung auszuwählen. Selbst wenn die Beschuldigungen der deutschen Regierung zugegeben würden, was die englische Regierung jedoch nicht tue, wäre die Lkw-

klage bong"

welche, von deutschen Offizieren zu Lande und zur See absichtlich gegenüber Kämpfern und Nichtkämpfern begangen worden seien.

Grey erwähnt sodann drei Fälle, die sich in denselben! -tagen lme derBaralong"-Fall ereigneten: 1. die Versenkung derAra b r c" durch ein deutsches Unterseeboot, welches ohne vor­herige Warnung handelte und keinen Versuch machte, die Besatzung derürabic", die keinen Widerstand leistete, zu retten: 2. den ceutschen Torpedoboots^exstörer, der ein englisches Unter- seeboot an der dänischen Küste, wo es gestrandet war. entdeckt und, obgleich er es vorher nicht verfolgt, und obgleich es sich ins neutralen Gewässern befand und außerstande war, sich zu ver- terdigen, beschossen hätte: auch die Mannschaft des Unterseebootes iei ber dein Versuche, zu schwimmen, beschossen worden. Der dritte Vorfall spielte sich ungefähr 46 Stunden später ab. Der Dampfer at u er wurde durch ein deutsches Unterseeboot angegriffen und versuchte nicht den geringsten Widerstand, um sich zu retten. Er wurde mrt Kartäffchen und- Gewehren beschossen, rvodurch ein Mann getötet und acht, darunter der Kapitän, schwer verletzt wurdem z^er unter Eid erstattete Bericht, worauf diese Mitteilungen ge­gründet seien, gebe keine Ursache an, welche diese rohe, kühlest Blutes begangene Missetat rechtfertiget! würde.

. M britische Regierung sei der Ansicht, daß diese drei Fälle zusammen mrt demBaralong"-Fall vor einen unpartei- lschen Untersuchungsrat gebracht werden könnten, z. B. vor einen aus amerikanischen Marineoffizieren zu­sammengesetzten Ausschuß. Würde dieser Vorschlag an- genommen, so würde die englffchc Regierung alles tun, was in ihrer Macht liege, um die weitere Uutethuchung zu erleichtern und

Athrütt zu tun, ivelche die Gerechtigkeit erfordere. Die bribi- sch-e Regierung eracht« es nicht für tuNwendig, «auf die Beschuldigung zu Liitivorten, daß sich die englische Flotte der Unmenschlichkett schuldig mache. Die letzten Statistiken erwiesen, daß 1150 deut­sche Matrosen gerettet worden seien. Die deuffche Flotte könne Akord nicht schlagen, wahrscheinlich, weil sich ihr nicht die gleiche Gelegenheit biete.

Aus Amerika.

Washington. 8. Jan. MTB.'Nichtamtlich.,) Durch Funk- svruch von dem Berichterstatter des WTB. Im Senat bracht- D i ch c o ck eine Eiltschliehung ein, welche sich mit der Zurückweisung der ausländischen Störung amerikanischer Postsendun­gen aus hoher See beschäftigt. Die Entschließung fordert den Generalpostmeister auf, alle in seinem Besitz befindlichen Schrift­stücke über diesen Gegenstmrd dem Senat vorzulegen. Im Ne Präsentanten Hause griffen die Republikaner Staf- s o r d und C o o p e r aus Wisconsin den Republikaner Gardner aus Massachusetts lebhaft wegen seiner Rede an, in der er die Deutsch-Amerikaner und die deutsche Nation tadelte. Cooper, der zum offisschuß für auswärtige Angelegenheiten gehört, rief aus: Tre Bemerkungen, die wir gehört häben, waren so heftig, als waren sie im englischeit Parlament getan worden." Äafford erklärte in einem erregten Zuruf: Gardner ist mehr Engländer als Amertkaner. Er tadelte ihn wegen der Natur seiner Bemerkungen, wahrend jedes Mitglied seine Worte sorgfälttg abwägen sollte. ~ C J-' Redner verteidigte entschieden die Deutsch-Amerikaner. Staf- sord ging insbesondere auf die Behauptung ein, die Deutsch- Amerikaner zerstörten amerikanische Munitionsfabriken mtt Goü> und Dynamit. Stafford sagte, die Anschuldigungen könnten nicht gegen acht Millionen Deuffch-Amerikaner dieses Landes gemacht werden. Ich bin nicht ein Anwalt der deutschen Sache, aber ich weiß, daß in meinen eigenen Bezttken Munttionssabriken, in deren Umgebung tausende Deutsch-Amerikaner wohnen, täglich ohne Un­terbrechung im Betrieb sind. Die grundlose Anschuldigung, die ledes Mannes unwürdig ist, bringt mich in Erregung.

Eine Beschwerdenote Amerikas an England.

Washington, 6. Jan. (WTB. Nichtanillich.) DvL Regierung hat an Großbritannien eine Note ge­richtet, in der Wer die von der britischen Behöiüte ausgeübte Zensur der Postsendungen von den Vereinigten Staaten nach neutralen Ländern Klage geführt wind

AuSstandSunruhen in Amerika.

New Dork, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus: Während des Ausstandes in den Stahl­werken East Youngs Town steckten die Streikenden fed# Gruppen von Häusern in Brand und plünderten. Drei Personen wurden getötet und neunzehn verletzt. Um zu verhindern, daß die revoltterenden Arbeiter in den andern Stadttett gelangten, wurde die Brücke in Brand gesteckt. Aus der Umgegend heran­gezogene Truppen kamen am Sonnabend früh an. Die Arbeiter bemächttgten sich 500 Pfund Pulver, sprengten mehrere Ge­bäude und drohten die Wohnhäuser zu zerstören, hieraus stahlen sie Whisky und bettanken sich. Zahlreiche Verhaftungen wur­den vor genommen.

, Der Seekrieg.

Zum Untergang derPerfia".

Washington, 8. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen Bureaus. Das Staatsdepartement gibt bekannt, daß nach einer Mitteilung des amerikanischen Botschafters in Wien die österreichisch-ungarische Regierung bis zum 4. Januar keine Mitteilung über dert Untergärig derPersia" besaß.

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Cetinje, 7. Fan. (WTB. Nichtanttlich.) Meldung der l^ence Havas": Ein italienischer Dampfer aus Brindisi, mit mehreren hundert Tonnen Lebensmitteln und 425 montenegrinischen, aus Amerika konnnenden Rekruten ist gan^ nahe St. Giovanni di Medua auf eine Mine gestoßen. Das Schiff ist sofort gesunken. Zwei Mann sind umgekommen.

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Aus

Stadt und Land.

Gießen, 10. Januar 1916.

Seid sparsamer!

Das zweite Weihnachtssest liegt hinter uns. Die Er­innerung an das erste Weihnachtssest ist wieder wach ge­worden und damit die Erinnerung an eine Zeit, in der Viele, sehr Viele mit voller Berechtigung sorgenvoll in die Zukunft sahen. Denn damals war unsere Kriegsernährung rwch nicht in dem Maße sichergestellt wie heute. Inzwischen ist uns zur Gewißheit geworden, daß wir diesen Krieg auf )em Gebiete der Ernährung durchhalten können, wenn wir 'parsam sind, vom Brot angefangen bis zu allen übrigen Nahrungsmitteln. Es scheint aber fast, als ob man in weiten Kreisen dieseswenn" vergessen hat. Wer im vorigen Jahr glaubte, daß der Kuchen aus den deutschen Häusern verschwinden würde, wer erwartet hat, daß mit den fleisch- osen Tagen der Fleischverbrauch wesentlich abnehmen werde, cheint sich geirrt zu haben. Wir haben es erlebt, daß die Zerbraucher massenhaft sich am Abend vor dem fleischlosen Tage mit Fleisch versorgten, und es gibt keine Konditorei, eine Bäckerei in den großen Städten, in der nicht Kuchen und süße Waren in den größten Mengen zum Verkaufe tünden. Die Verantwortung scheint auf denStaa?^ und )iePolizei" abgewälzt zu sein und der Verbraucher vergißt, daß alle staatliche Regelung letzten Endes vergeblich ist, wenn er nicht selb st mit eisernem Willen uird iarker Opserwilligkeit das Seine beiträgt. Vielfach haben die Verbraucher vergessen, daß die Brotration, welche doch lediglich als oberste Verbrauchsarenze gedacht st, keineswegs für den Einzelnen die moralische Erlaubnis bedeutet, nun tatsächlich soviel Brot zu essen, lvic er auf die