Jahrgang 
27 (1831)
Einzelbild herunterladen

Anfange des verfloſſenen Jahrhunderts daſelbſt den Roggen in den Gaͤrten als eine Seltenheit erzog.

Man hielt nur etwas weniges Land, welches den Doͤrfern am naͤchſten lag, anhaltend unter dem Pfluge, uͤberließ das uͤbrige, Ausland genannt, der Natur, und rodete ſolches alle 10 oder 20. Jahre fuͤr ein paar Ernten auf. Der Klee war noch un⸗ bekannter als Spargel und Blumenkohl. Die kahle Haide war alſo des Viehes einzige und kuͤmmerliche Weide. Was zu dieſer Nichtkultur am meiſten bei⸗ trug, waren ohne Zweifel die niedern Kornpreiſe, welche nur in mehr geſegneten Laͤndern die Koſten der Kultur decken koͤnnen, aber die unter einem herberen Himmelsſtriche darauf fallenden nicht zu decken ver⸗ mögen. Man zog alſo nicht allein nicht ſo viel als man brauchte, ſondern noch weniger. So lange Loth⸗ ringen noch mit Deutſchland vereinigt war, wurde ſo viel Getreide die Moſel herabgeſchifft, daß der Bauer es wohlfeiler kaufen als erzielen konnte. Allzu niedere Kornpreiſe ſind fuͤr den Ackerbau, was die Einfuͤhrung fremder Fabrikate fuͤr die inlaͤndiſchen Fabrikanten iſt.

Die Zeiten aͤnderten ſich; die Produkte ſtiegen, und ſomit der Gewerbfleiß, wie der Ackerbau. Der Kalk, welcher von der Saar in die Moſel eingefuͤhrt wurde, kam als kraͤftiges Mittel dem erwachten gu⸗ ten Willen zu ſtatten. Durch ſeine bindende Kraft zeigte er ſich auf dem leichten Grunde des aufgeriſſe⸗