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fuͤr die Viehzucht, beſonders fuͤr die Schaafe, unguͤn⸗ ſtige Witterung, durch das an vielen Orten ſchlecht eingebrachte Stroh und Futter, wird unſere Furcht vor Viehkrankheiten und Viehſterben immer groͤßer. Schon haben wir aus einigen Gegenden bittere Kla⸗ gen uͤber ſehr bedeutenden Verluſt in den Schaafheer⸗ den vernommen, und es iſt ohne Zweifel, daß in Lo⸗ kalitaͤten, welche ihrer Natur nach fuͤr Schaafe nicht ganz beſonders guͤnſtig ſind, dergleichen Verluſte uoch ungleich bedeutender im kommenden Winter ſeyn wer⸗ den.— Auch auf das Rindvieh, obgleich weniger als auf die Schaafe, werden die diesjaͤhrigen Witterungs⸗ umſtaͤnde mehr oder weniger, je nachdem die Aufmerk⸗ ſamkeit und Umſicht des Viehzuͤchters mehr oder we⸗ niger groß iſt, nachtheilig einwirken. Salz, bittere Kraͤuter, uͤberhaupt faͤulnißwidrige Mittel, auf das Futter geſtreut, moͤchte wohl in dieſem Jahre uͤberaus rathſam, wie auch von Zeit zu Zeit ein kraͤftiges Korn⸗ futter ſehr zu empfehlen ſeyn. So große Vorſicht alſo der umſichtige Landwirth im vergangenen Som⸗ mer auf die Auswahl ſeiner Weide und Huͤtung wen⸗ den mußte, eben ſo groß, wo nicht noch groͤßer, muß dieſelbe in dieſem Winter auf ſeinen Viehſtand ſeyn, und bei aller nur moͤglichen Aufmerkſamkeit wird doch in mancher Heerde der Keim zu Krankheiten ſich ſchon ſo weit entwickelt haben, daß er durch kein Mittel mehr ganz erſtickt werden kann.
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