Jahrgang 
22 (1828)
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Die Wollpreiſe ſind, obgleich einem Londo⸗ ner Berichte vom 26. Auguſt zufolge bedeutende Poſten von Wolle zu hoͤheren Preiſen verkauft wurden, als man im Allgemeinen erwartet hatte, dennoch jetzt flau, allein es iſt auch jetzt nicht die Zeit, wo Wolle geſucht wird. Der große Fabrikant hat ſich ſeinen Vorrath bereits eingekauft, und der kleine hat zu wenig Einfluß auf die Regulirung des Preiſes. Je⸗ doch ſollen die wollenen Waaren, Tuͤcher, Merino's u. ſ. w. ſehr gut gehen, und namentlich auf der letzten Meſſe zu Frankfurt a. O. ſehr viel Tuch ver⸗ kauft ſeyn. Die Vorraͤthe an Wolle ſind, den Nach⸗ richten zufolge, nicht ſehr bedeutend, und alſo die Ausſicht auf Leben im Wollhandel und annehmliche Preiſe zur Zeit der Wollmaͤrkte, ſehr gut.

Viehzucht. An vielen Orten hat man in die⸗ ſem Herbſte das Aufblaͤhen des Rindviehes haͤufiger beobachtet als ſonſt, ohne allen Zweifel Folge des ſehr waͤßrigen, maſtig gewachſenen Futters. Bei dem zweckmaͤßigen Gebrauch des Trockars iſt jedoch, ſo viel uns bekannt geworden, kein bedeutendes Un⸗ gluͤck geſchehen. Im Auguſt zeigte ſich hier und da in den Schaͤfereien Laͤmmerlaͤhme und die ſogenannte weiße Lunge. Die feuchte Witterung und der meh⸗ rentheils kothige Zuſtand der Wege und Felder hat haͤufiger als ſonſt Fußleiden bei einzelnen Thieren verurſacht, welches nur zu oft, ohne hinlaͤngliche Unterſuchung, fuͤr die boͤsartige Klauenſeuche gehalten