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nach der diesjaͤhrigen Schur ſo ausdaurend ſeyn wer⸗ den, iſt freilich nicht zu erwarten, und wer ſich da⸗ von zu uͤbertriebene Hoffnungen macht, eine Steige⸗ rung von 50 bis 100 p. C. gegen voriges Jahr ver⸗ ſpricht, moͤgte ſich truͤgen. Aber ſo viel iſt klar, daß die Produktion unſerer Wolle den bisherigen Begehr
nooch nicht befriedigt hat, und daß dieſer bei den ge⸗
waltigen Schwung, den der europaͤiſche Fabrikaten⸗ handel gewonnen hat, noch mehr zunehmen werde. Fuͤr den Abſatz ſeiner Wolle braucht alſo niemand beſorgt zu ſeyn, noch fuͤr die Maſſe, die er auf dem Markte findet— wie ſo oft der Fall war— zu er⸗ ſchrecken.—
Sehr bedeutende Schuren ſind in Oberſchleſien ſchon vor Weihnachten, in Pommern, Oſt⸗ und Weſtpreußen, der Neumark ſeit den letzten Monaten voraus verkauft, mehrentheils mit einer Preiserhö⸗ hung von 20 bis 25 p. C. gegen voriges Jahr. Nach heute erhaltenen Nachrichten erneuert ſich die⸗ ſer vorlaͤufige Handelsbetrieb an vielen Orten wieder. Mir ſcheint er kaum zweckmaͤßig ſtatt finden zu koͤn⸗ nen, als wo ſich Kaͤufer und Verkaͤufer ſo genau kennen, daß bei keinem von beiden der geringſte Zwei⸗ fel an der Rechtlichkeit und Billigkeit des Anderen
uͤbrig bleibt, und der Kaͤufer auf alle Einreden, we⸗
gen der Waͤſche u. ſ. w., Verzicht leiſtet. Bei dieſen Ausſichten iſt nun der Begehr nach Mutterſchaafen und ſelbſt jungen Hammeln dringen⸗


