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der Froſt ganz aufhoͤrte und auch bald voͤllig im Boden zerging.
Der April hatte ſich mit temperirter, trockner und windſtiller Witterung angefangen, wobei Aecker
und Anger zu begruͤnen begannen, ohne jedoch ſtark
auszutreiben.
Die Winterſaaten ſind zweimal in großer Ge⸗ fahr geweſen: einmal bei der bis zur Mitte Januars anhaltenden großen Naͤſſe, wobei ſie ſich freilich auf hohem, durchlaſſenden Boden noch immer ſehr gut befanden und zu wachſen nicht aufhoͤrten; aber auf niedrigen und undurchlaſſenden Aeckern ſo zu leiden anfingen, daß ſie bei laͤnger anhaltender Naͤſſe, oder wenn den vom Waſſer aufgequollenen Boden ein plotzlicher ſtrenger Froſt betroffen haͤtte, ganz vernichtet worden waͤren. Da aber eine guͤnſtige trockne und milde Witterung erfolgte, wobei die uͤbermaͤßige Naͤſſe verdunſten konnte, und die Lebensthaͤtigkeit der Pflan⸗ zen erregt ward, ſo erholten ſie ſich und vermogten in dem abgetrockneten Boden dem erſt zu Ende Fe⸗ bruars eintretenden Froſte zu widerſtehen. Die zweite Gefahr brachte ihnen der Maͤrzſchnee, welcher am Tage durch die Kraft der Sonne zerging und Nachts wieder gefror. Das wechſelnde Thauen und Frieren vom 16ten bis 22ſten Maͤrz haͤtte nicht laͤnger an⸗ halten duͤrfen, ohne den Saaten ſehr großen Nach⸗ theil zu bringen. Da nun aber der Froſt aufhoͤrte und milde Witterung eintrat, ſo haben ſie auch da—


