Jahrgang 
8 (1821)
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bleiben kann. Sie beſtehen gewiß nicht bloß in vernachlaͤſſigter Aufſicht, in Geiz, in verſaumter Beſtellung, Saat und Erndte, wie der gute Wirth⸗ ſchaftsbetrieb keinesweges nothwendig die Befol⸗ gung irgend eines von der reinen Dreifelder⸗Wirth⸗ ſchaft abweichenden Wirthſchaftsſyſtems uͤberhaupt vorausſetzt. Rein, der Unterſchied zwiſchen beiden liegt allgemein darin, daß der gute Wirth ratio⸗ nell, der ſchlechte ohne Ueberlegung wirth⸗ ſchaftet. Damit iſt der Sinn des Vaters unſrer Wiſſenſchaft getroffen und wohl gewiß, daß der Staatsrath Thaer und mehr noch ſeine Schuͤler mit weniger Anfeindungen zu kaͤmpfen gehabt ha⸗ ben wuͤrden, wenn die oͤffentliche Meinung, ſo weit ſie Theil genommen, nur wenigſtens das nie ver⸗ geſſen haͤtte, daß Thaer nun und nimmermehr die Natur ſeines Vorwurfs, Erfahrungs⸗ Wiſſenſchaft, aus den Augen verlor. Er will mit Ueberlegung gewirthſchaftet wiſſen; auch er verſucht und hat noch nie geſagt, daß ihm alle Verſuche gelungen, wohl aber bewieſen, was man eigentlich ohne Beweis haͤtte glauben follen, daß

Fein ſchlechter Wirth iſt, wer nicht mit Ueberlegung

wirthſchaftet. Dieſen Gutmeſſer wollen wir bei unſerer Beſchreibung feſthalten und nebenher wuͤn⸗ ſchen, daß ihre ſtaatswirthſchaftlichen Dismembra⸗ tionen einiger Pruͤfung werth geachtet werden moͤchten.