Jahrgang 
4 (1819)
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597 derſelben zur Fabrik bedienen kann, welches uͤber⸗ all den Fabrikanten zum Kauf des Produkts ani⸗ miren wird, aber hier zu Lande, wo gar zu vielerlei Wolle am Markt gebracht wird und man gar nicht zum Sortiren eingerichtet, von ganz beſonderer Wichtigkeit iſt.

Zum Beweis fuͤr das, was wir hier ange⸗ fuͤhrt haben, koͤnnen Ihnen folgende Thatſachen dienen. Die Spaniſche Wolle ſtehet bei uns etliche zwanzig Prozent niedriger als die Deut⸗ ſche, obſchon dieſe, wegen ihrer Waͤſche vor der Schur, einen großen Abfall am Gewicht noch giebt. Sogar in der zeitherigen Criſis des Woll⸗ handels hat man hier Electoral⸗Wolle der dies⸗ jaͤhrigen Schur aus Sachſen, wofuͤr der Ver⸗ kaufspreis mit zehn Schilling Sterling pro Pfund limitirt wurde, weil ſie aus ganz ſchoͤner Waare beſtand, drei Pence hoͤher verkauft. Von ſolchen Umſtaͤnden und dem bewaͤhrten Vortheil fuͤr die Deutſche Wolle, laͤßt ſich abnehmen, daß andere Wolle durch ihre Concurrenz auf den großen Maͤrkten in Europa nicht ſo ſchaden kann, als man fruͤher vermuthet haben moͤchte, ehe die gegenwaͤrtige Criſis des Handels uns durch Erfahrungen belehrte. Dieſes guͤnſtige Re⸗ ſultat wird gewiß ein Sporn fuͤr den Deutſchen Wollerzeuger ſeyn, immer mehr Sorgfalt auf