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Dies paßt aber nicht in mein Syſtem; denn dies behauptet, aller Gewohnheit zum Trotz:
Man laſſe ungeſtoͤrt und ohne uͤber⸗ kluges Umdrehen die aͤußere Flaͤche allein Frucht tragen.
Nachſtehendes Fuͤr und Wider ſey zur Verthei⸗ digung meiner Meinung geſagt. Ein Urtheil uͤber das Ganze erwart' ich aber von aufgeklaͤrten be⸗ ſcheidenen Leſern dieſer Blaͤtter, und mir ſelbſt er⸗ laube man, bis dahin unerkannt, Korn und Spreu hieruͤber geruhig zu ſichten, und nur fruchtbrin⸗ genden Tadel oder Lob nach Verdienſt zu benutzen.
Bei unſerer alten Ackerbeſtellung, dem Wen⸗ den des Bodens nach jedesmaliger Frucht, kann wegen undenklichen Alters des Gebrauchs, Nichts zur Urſache angegeben werden, als:
Benutzung der Ruhe. Denn Unterbringung des Duͤngers, Verfaulung der Stoppel und Vertilgung des Unkrauts kann eine ſo gewaltſame Maaßregel darum nicht allein zum Grunde haben, weil ſich auch ohne dieſe Eins wie das Andere um ſo ſicherer bewerkſtelligen laͤßt.
Was aber die ſo geprieſene Ruhe anbetrifft, ſo
duͤrfte deren Nutzen wohl mehr in dem Vorurtheil
als in der Wahrheit zu ſuchen ſeyn. Denn was giebt einem geruheten Acker anders ſeine groͤßere


