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Das Kieler Stadtfeld.
Die Stadt Kiel hat ziemlich viele Ackerlaͤndereien, wovon vor einigen Jahren ein Theil in kleine Kop⸗ peln gelegt und eingefriediget iſt*); der uͤbrige liegt aber noch in gemeinſchaftlichen Feldern. Es iſt ein guter Kornboden, deſſen Hauptbeſtandtheile aus Sand, wenig Thon und vielen vegetabiliſch⸗ animaliſchen Theilen beſtehen, daher er auch an der Oberflaͤche, ſo tief wie der Pflug geht, ein ſchwaͤrzliches Anſehen hat. An einigen Stellen naͤhert er ſich bald mehr, bald weniger dem ſchwe⸗ rern Boden, der, wenn es ihm nicht an Dung⸗ kraͤften mangelt, gut fuͤr den Weizen iſt. Es wird eine bunte Wirthſchaft darauf getrieben, aus der man nicht leicht klug werden kann, doch werden alle Jahre regelmaͤßig einige Schläͤge geweidet, und abwechſelnd einige mit Korn beſtellt. Da das Land nicht ſchlecht und Ueberfluß von Duͤnger in der Stadt zu haben iſt, ſo ſollte man denken, daß es auch alle Jahre reichlich tragen muͤßte; aber das iſt bei weitem nicht immer der Fall, ſondern das Korn ſteht mitunter nur mittelmäßig: denn eine Menge Unkraͤuter, Sommerruͤbſen, Hederich,
*) Dies gehoͤrte nicht der Stadt, ſondern einzel⸗ nen Buͤrgern. Uu 2


