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Preisaufgabe in Anſehung der Pferdezucht.
Einer der Hauptzwecke des landwirthſchaftlichen Vereins in Baiern iſt die Verbeſſerung der Pferdezucht.— Man weiß es, daß manche Maͤngel der Pferde entweder in Lokal⸗ oder ſelbſt in klimatiſchen Urſachen gegruͤndet ſind, und daß man vergebens ſich bemuͤht, dieſelben fuͤr im⸗ mer zu verdraͤngen; ſo belehren uns zahlreiche Ver⸗ ſuche der Vorzeit und Gegenwart. Die taͤgliche Erfahrung lehrt aber auch, daß ſehr viele Maͤngel und Gebrechen der Pferde die Folgen von fehler⸗
hafter Wartung und Pflege, ſonſtiger übler Behandlung, ſelbſt von gewiſſen Vorurtheilen ſind, und daß viele Pferdezuͤchter dieſe ihnen ſo nachtheiligen Maͤngel und Gebrechen nicht etwa vorſaͤtzlich ſelbſt verſchulden, ſondern deßhalb, weil es ihnen an den nothwendigen Kenntniſſen fehlt, die Pferde von der Geburt an bis wenigſtens ins vierte Jahr ſo zu behandeln, daß ſie ſich nach ihren natuͤrlichen Anlagen gemäß ausbilden koͤnnen.
Das General⸗Comiteé des landwirthſchaftlichen Vereins iſt daher uͤberzeugt, daß die Maͤngel, welche auf der Landes⸗Pferdezucht haften, großentheils durch einen zweckmaͤßigen Unterricht nach und nach beſeitigt werden koͤnnen.
Indem es dieſe Ueberzeugung hiemit oͤffentlich ausſpricht, verkuͤndet es zugleich, daß es von Seiner Majeſtaͤt dem Koͤnig beauftragt iſt, einen Preis von
Ein hundert Dukaten
auf die Bearbeitung eines„vollſtaͤndigen, leicht faßlichen Unterrichts uͤber die Zucht, Behandlung und Veredlung der Pferde“ auszuſetzen.


