Jahrgang 
2 (1819)
Seite
795
Einzelbild herunterladen

Aus dem Meclenhurgiſchen, den 13. Auguſt 1819.

Die nachſiehende Bemerkung möchte vielleicht für manche unter, unſern Mergelfreunden nicht ohne Intereſſe ſeyn.

Mein Feld liegt in ſieben Schlägen. Vor 15 Jahren lieg ih in dem Schlage, der zur Win- terſaat beſtellt werden follce ,. einen kleinen Teich ausmodden, Als die Arbeiter auf den Grund ka- men, fand ſich ein Strich harter Erde, qſchgrau von Farbe, die wir alle nicht kannten. Weil man indeſſen ſchon damals an einigen Orten anfingy/ mit dem Mergel Aufſehen zu machen, ſo gerieth ich auf den Gedanfen! es möchte. dieſe Erde vielleicht Mergel ſeyu... Die Proben mit-Eſſig und auch mit Scheidewaſſer beſtätigten meine Vermuthung; ich ſäumte daher nicht, alles, was von dieſer Erde vor- handen war, ſogleich auf den Acker zu ſchaffen. Es mochten wohl etwa 18 Scheffel Ausfaat Landes ſeyn, die damit defahren wurden. ES iſt dies kand ein grandiger Rockenboden, wo nie Weizen und Gerſte geſiguden. Der Schlag ward alſo wieder mit Rocken beſäet, daher ſollten die 18 Scheffel Ausſaat eben ſo beſiellt. werden. Auf vieles Zure- den meines.Wirthſchaftsführers entſchloß ich mich, ihn mit Weizen zu, beſäen. Der Weizen gerieth vortrefflich;. eben ſo zeichneten ſich die folgenden Saaten gegen alles übrige Getraide ſichtlich aus. Auch die Weide war werklich beſſer. So blieb dies. zwey Roulfancen durch unverändert. Vor zwey Jahren war eben. dieſer Schlag wieder Braache., Ic<-war Hun. ſchon mit dem Mergelgeſchäfte ver- crauter geworden; der ganze Schlag ward alſo ge- mergelt-und in Herbſt mit Weizen. beſäet. Dieſer Mergel war Thonmergel. Die voy 14 Jahren ge- mergelte Stelle ward wieder mit dem übrigen Lande gleichförmig übergemergelt. Dey Weizen im Schlage war ohne Tadel; auf dieſey Stelle aber ſand er

45.06