Mecklenburg verhältnißmäßig micht ſo viel Kühe weiden kann, ſo bleibt es dennoch gewiß, daß jede Kuh für ſich einen eben ſo hohen Ertrag geben kann, als in Holſiein. Daß dieſes aber nicht ge- ſchieht, liegt lediglich in der Weidefütterung, in der ſchlechten Viehrace, in dem Gebrauch der Ochſen und dem Behüten mit Kühen und mit Schaa- fen. Die gewöhnliche Benußung der Kühe in Mecklenburg iſt, ſie an einen Holländer zu verhäue ren. Day wo Ochſen gehalten werden, wird die? fen dann das meiſie und beſte Heu gereicht; es bleibt alſo für die Kühe wenig nach, als ausgedro- ſchenes Stroh, und wenn man ſie recht bewirthen will, Strohhäc>ſel mit Kaff vermengt. Dies füllt den Magen, bringt aber keine Kraft und daher auch feine Milch. Es kann daher der Holländer keinen ſo hohen Ertrag daraus machen, als in Holſtein; wo von dem eingeworbenen Heu nur das- jenige abgehet, welches die Pferde in der Saatzeit und auf Reiſen bedürfen. In Mecklenburg hin- gegen erhalten die Kühe im Winter auf vielen Gütern gewöhnlich gar nichts vom Heu- Vorrath; fondern ſtatt deſſen nur Stroh allerhand Art. In Hölſtein hingegen wird ihnen ein bedeutendes an Korn gereicht, entweder in unausgedroſchenen Gar- ben, welches am beſten iſt, oder man läßt den Hafer yy halb ausdyeſchen und giebt den Kühen
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