Jahrgang 
1816
Seite
738
Einzelbild herunterladen

++ FB ir ein. Es war nämlich ein in dieſer Jahrszeit ohn- gewöhnlich heißer Tag, an welchem dies Schaaf nicht ſo recht freſſen wollte. Der Strahl der Sonne hatte auf die von Wolle entblößte und ohnehin kranke Stelle des Gehirns ſo heftig gewürkt, wel-

<es ſich. bald im Schatten des Stalles zeigte, woe

ſelbſt der Patient die vorige Munterkeit und Luſt zum Freſſen wieder bekam.

Das Drehen dieſer Thiere verlohr ſich nach und;

nach, und erſt in der dritten Woche nach der lekten Operation hörte dies ganz auf. Gegenwärtig ſind beyde Schaafe völlig geſund, und iſt nicht die mindeſte Spur der Drehe- Kranfheit ſichtbar.

Am 1oten April trocarirte ich das vom Schäfer in Hohen- Demzin erhaltene Drehe- Schaaf mit gutem Erfolg, das heißt, ich brachte nicht allein Waſſer aus der mit. dem Trocar gemachten Oef- nung durch die Röhre heraus, ſondern dies in ſo großer Menge, daß ich es zu behaupten wage, von dieſem einem Thiere ſo viel Waſſer abgezapft zu haben, wie von denen beyden erſten zuſammen. Nun glaubte ich ganz Meiſter in der Kunſt gewor» den zu ſeyn, und ward von dem dabey ſeyenden Schäfer ſehr bewundert. Die Simptome nach der Operation waren denen der erſien Patienten einige Tage hinter einander gleihm, Allein jeßt zeigten ſich Zufälle, die ich früherhin nicht gekannt, und