die flüchtigen kaliſchen Salze. 329
Vitriols, des Eßig8, zu einem flüchtigen kaliſchen Salze ſeßet.;
? Salmiak rauchet im Feuer weg, ohne zu ſchmelzen, eben wie das weiße glasachtige Arſenik. Aber was aus flüchti- gem Kali und Salpetergeiſte gemacht wird, ſchmelzet ganz leicht, und rauchet weg, wobey es eine Flamme zeiget, die im Scherben unter der Muffel ſo lange über dieſem im Fluſſe ſtehenden Salze ſchwebet, als etwas davon rückſtändig iſt, Dieſe Flamme iſt derjenigen vollkommen ähnlich, die über Arſenik ſchwebet, nämlich über Arſenikfönige, oder ſolchem Arſenik, das nicht verglaſet iſt, Man kann. dieſes Salz in cryſtalliſcher Geſtalt erlangen, da es denn langſtrahlicht'an- ſchießt, aber in der Kälte einige Feuchtigkeit an ſich zieht, wie feuerbeſtändiges Kali oder Potaſche.
Das Salz, welches von feuerbeſtändigem Kali und Vis triolſaure erlanget wird, läßt ſich noch beſſer cryſtalliſiren, und bekömmt die Geſtalt von langen, dünnen und ſchmalen Scheiben, oder um einander ohne Ordnung geleget und ge- ſtellet. Dieſes flüchtige Mittelſalz zerfließt nicht in der Kälte, ſchmelzt aber im Feuer, obwohl nicht ſo leicht als jenes, und raucher nach und nach fort, ohne Flamme zu bekommen.
Was aus flüßigem Kali und übergetriebenem Eßige ge» machet wird, läßt ſich nicht zu einem feſten Körper, wie ein Salz, bringen, ſondern behält beſtändig ſeine feuchte Be- ſchaffenheit.
Aus dieſen Verſuchen fließt unter andern Wahrheiten folgendes: Daß ein Mittelſalz aus flüchtigem Kali, Salpe- terſaure und Salzſäure, mit Golde vereiniget, ein Knallgold machet, und daß folglich dieſe wunderbare Wirkung bey einem ſonſt für ſich ſo feuerbeſtändigen Metalle, mehr dem Waſſer, als dem flüchtigen Kali zuzuſchreiben iſt. So erhellet auch aus dieſen Verſuchen, daß Silber und Kupfer, außer-ihren vor- hin bekannten Auflöſungsmitteln, ſich auch in einem flüchtigen Mittelſalze auflöſen laſſen, das aus flüchtigem kaliſchen Salze und Salpeterſäure beſteht, welches daher offenbar iſt, weil dieſe in Salpetergeiſte aufgelöſete Metalle mit ſlüchtigem
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