der Sonne und der Planeten, 5
nach welcher ſie der ſieht, der bey C ſtille ſteht, und da ha« ben die Gegenſtände keine Parallaxe, ſie mögen nahe oder entfernt ſeyn. Jn allen andern Fällen machen ihre Ge- ſichtslinien einen Winkel mit einander, der eigentlich Parals- laye genannt wird. Dieſer Winkel DAC iſt ſo groß, als cAd, und ſein Maaß iſt der Bogen cd, welchen man bes obachten, und daraus die Entfernung des Gegenſtandes vom Mittelpuncte C finden kann. Weiß man des Kreiſes Durche meſſer nicht, ſo.läßt ſich doch berechnen, wie ſich die Linien CD, CA, CB verhalten, d. i. wie vielmal CA oder CB größer als CD iſt.
Nun ſey C in dieſer Zeichnung die Sonne; DEFG der Kreis, den die Erde jährlich um die Sonne durchläuft z A, B zweene Planeten, HK ein Stüc eines Kreiſes unter dem Himmalsgewölbe: ſo folget aus dem nur gewieſenen, daß die Planeten aus der Erde und aus der Sonne nicht allezeit-an einer Stelle des Himmels geſehen werden können, ſondern daß ſie, wegen der Bewegung der Erde, einer Parallaxe unterworfen ſeyn müſſen, und außer ihrer wirks lichen und beſtändigen, faſt gleichformigen Bewegung, den Bewohnern der Erde eine andere unordentliche zu haben, bald-ſehr ſchnell, bald langſamer zu gehen, bald ſtille zu ſtehen, bald wieder gar zurüf zu gehen ſcheinen, wie Schiffe, die der Wind treibt, ſich lavirend bewegen. Dieſe ſcheinbaren Unordnungen machten den alten Sternkundigen ſehr viel Kopfbrechens, weil ſelbige einſtimmig glaubten, die Erde ſey im Mittelpuncte der Welt unbeweglich. Die Planeten erhielten daher unverdienter Weiſe den Namen de“ Jrrſterne: Ropernik aber hat ſolches leicht durch die eigene Bewegung der Erde und einer Art von Parallaxe er- fläret, die man zum Unterſchiede von der täglichen oder horizontalen, die jährliche nennet, weil ſie von der Erde jährlichen Bewegung um die Sonne herrühret.
Dieſe jährliche Parallaxe ausführlicher zu erklären, ge« höret nicht zu meinem gegenwärtigen Vorſaße: ſo viel muß ich gleichwol erinnern, daß ſie groß iſt, und daß man ſie
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