Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1755
Seite
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276 Urſachen ver Fieber, und ihre

ſo geſchieht ſolches entweder im Frühjahre, oder auch im Herbſte, welche Jahreszeiten meiſtens falt, naß und feuch= te ſind. Wenn die Witterung heiter und trocken iſt, ſo iſt man allezeit vom Fieber freyz iſt aber der Sommer kalt und feuchte, ſo wird man entweder von Fiebern geplaget, oder es entſtehen Flußſieber, welche ſich ſehr nach der ge« wöhnlichen Art der Fieber richten. Ja man findet auch, daß im Winter bey kaltem und heiterm Wetter, ſelten oder nie kalte Fieber auffommen. Kömmt man dadurch nicht auf die Gedanken, daß eben die feuchte Kalte das iſt, was eine ſo ſchädliche Wirkung thut? Jſt nun das Fieber eine kandkrankheit, ſo befindet ſich ſolches allemal an den Oer- tern, welche ſehr niedrig liegen, und folglich mit Feuchtig- keit erfüllet ſind. Alſo ſieht man, daß im niedrigen Hol» lande die Fieber ſehr herum gehen, und ſchwer zu heben ſind, beſonders bey denen, welche in den unterſten Zimmern wohnen., Wollen ſie die Krankheit los werden, ſo müſſen ſie entweder in höhere Wohnungen ziehen, oder auc, wenn nichts anders hilft, Holland verlaſſen, und nach England übergehen, da ſich ihre Krankheit verliert, ſobald ſie in trockene Luft kommen. Hat man hier nicht Urſache, die ganze Schuld der Feuchtigkeit zuzuſchreiben?

G. 6. Die Wirkung feuchter und kalter Luft auf un- ſern Körper, findet derjenige am leichteſten, dem die Ge» ſeße bekannt ſind, nach welchen ſich die Ausdünſtung aus unſerm Körper richtet. Niemand kann läugnen, daß ſie ebenfalls durch eine ſolche Witterung vermindert wird. So ſieht man aus den Unterſuchungen dererjenigen, welche ſich fleißig mit dieſer Sache beſchäfftiget haben, daß die Aus» dünſtung um Weihnachten ſehr geringe iſt, und gegen das Frühjahr immer vermehret wird, doch iſt ſie noch im April und May nicht größer, als daß ſie nur ſo viel, als die Aus- leerung durch den Harn beträgt, je weiter es aber auf den Sommer kömmt, deſto merklicher wird die Zunahme der Ausdünſtung, und deſtomehr vermindert ſich der Harn in eben der Verhältniß, Gegentheils fängt der Harn gegen den

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