Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1755
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12 BVommNugßen der jährlichen Berzeichniſſe

Vermehrung des Volkes durch einen langwierigen Krieg in größere Unordnung gebracht, a!s durch eine ſchnel! vorüber- gehende Deſt. Fius allen diefen zuſammen genommen, ev» heller, daß die vorſtchtigſten Anſtalten von beſonders glückli- <en Umſtänden müſſen unterſtüßet werden, wenn ein Land innerhalb 100, oder 159 Jahren, durch die natürliche Ver- mehrung noch einmal ſo volfreich werden ſoll.

3. Das Wachsthum des Volkes zu beſchleunigen, hilft zwar ſehr viel, daß Heirathen aufgemuntert und befördert werden, aber noch mehr, daß Anſtalten gemacht werden, in allen Städten und Gegenden des Landes, eine zulängliche Anzahl geſchiter Aerzte zu ſeßen,und einen gehörigen Vorrath von Arztneyen anzuſchaffen, damit nicht ſo viel junges und friſches Volk, bey anſtoßenden Krankheiten, unrechrer War- tung wegen verderbe. Könnte man nur den fünften Theil von denen heilen, welche jährlich in Schweden ſterben, und verhielte ſich übrigens die Zahl der Gebohrnen zu der Zahl der Verſtorbenen, wie 1749, ſo würden zur Verdoppelung nur 57 Jahre ſtatt 100 vonnöthen ſeyn. Nun ſterben jähr» lich an den Pocken nicht viel weniger, als ein Fünfrheil, wel- che vielleicht bloß durch die außer Landes ſo wohl verſuchte Einpfropfung der Pocken könnten geheilet werden, wenn ſie auch noch bey uns in Gebrauch käme. Eben ſo iſt nicht zu zweifeln, daß von jungen Leuten, oder von Leuten von mitt- lerem Alter, welche an hißigen Krankheiten, Stechen, den ſogenannten unbekannten Kinderkrankheiten u. fw. ſterben,im 5ten Theile durch gute Wartung beym Leben könnte erhalten werden, Gewiß wird es eine Regierung mehr koſten, jährlich einige tauſend Heirathen mehr zu ſtiften, als auf vorerwähn- te Art noch einmal ſo viel Leben ſchon gebohrner Menſchen zu retten. Und was hilft es, die Fortpflanzung zu beför- dern, wenn man ſich ſolchergeſtalt um die ſchon Gebohrnen nicht bekümmert! Geſchieht es, die Kirchhöfe zu füllen? Unſer<riſtiicher Glaube verbietet, uns ein unvermeidliches Schickſal zu fürchten, und leget uns auf, erlaubte Mittel, zu Beförderung des allgemeinen Wohlſtandes zu gebrauchen.

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