10 VomNußgen der jährlichen Berzeichniſſe
fe eine anſehnliche Vermehrung zugeſteht, ſo hat man wohl nicht Urſache zu zweifeln, die Menſchen könnten ſich noch überall vermehren, und wenigſtens habe ihnen die Vorſicht feine unüberwindliche Hinderniſſe in den Weg geleget. Peſt und Krieg, die beyden ſchwerſten Hinderniſſe der natürlichen Vermehrungen ſind nicht nothwendige Plagen 3 man kann ihnen oft vorfommen, oder fie dämpfen, Sina weiß gar ntc<hts von der Peſt. Es iſt wahr, in einem Lande, das noch leerer iſt, und folglich mehr Plas hat, geht die Ver- mehrung geſchwinder vor fich, und dieſes kann die Urſache feyn ,- warum die Verdoppelung eher in Finnland, als in Schweden und in Deutſchland geſchieht, und in dieſen Län- dern wiederum eher erfo!get, als in England: aber es wird doch fein Land geben, das gar keinen Zuwachs vertrüge. Es iſt auch noch nicht bewieſen, daß in einem Lande zu viel Volk ſeyn könnte, daß es nicht möglich wäre, ſolchem unter einer guten Regierung, vermittelſt Fleißes, Emſig- keit und Mäßigkeit, zulängliche Nahrung zu verſchaffen gegentheils wachſen die Bedürfniſſe, und folglich die Gele- genheiten, ſein Brodt zu verdienen, mit der Menge des Vol» fes. Wenigſtens könnten noch viele hundert Jahre in be- ſtändigem Friede und Glücſeligkeit verſtreichen, ehe alle Länder auf der Erde, in Vergleichung mit ihren natürlichen Vortheilen, ſo volkfreich würden, als Sina ſchon iſt, wo 200 Millionen Menſchen in einem Lande, das nicht vielmehr als fünfmal größer iſt, als Schweden, gleichwol nicht klagen, daß es ihnen zu enge ſey, ſondern ſich für das glüFlichſte Volk der Welt halten, und dieſerwegen es in gewiſſer Abſicht ſind. Außerdem werden nie alle Völker zu einer Zeit klug wirth= ſ.haften. Wenn einige mehr zunehmen, als daß fie ſich alle von dem, was ihr Land hervorbringt, ernähren könnten, ſo werden andere ſeyn, deren Verſäumniß, oder Ueberfluß je nen Brodt giebt. Wenigſtens haben wir hier in Norden noh in langen Zeiten„feinen Ueberfluß am Volke zu be- fürchten. Man findet hier noch Plaß für eine vielmal größ: Jere Menge. Wenn ſich i in vorigen Zeiten große Mengen von
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