derMittagslinie. 297
den Scheitelfreis Z: 8 G verſtreicht, der Stern F den Bogen GF durchlaufen hat, welcher ſich alſo, durch Beobachtung dieſer. Durchgänge, in Graden beſtimmen läßt. Wenn-nun dabey der Bogen E L bekannt iſt, der ſo viel beträgt, als die Polhöhe, und man auch die Abweichung des Sternes FS weiß, ſo fällt es nicht ſchwer, den Bogen E G durch eine bekannte trigonometriſche Rechnung zu finden, und wenn EG bekannt iſt, kann man leicht durch eine dergleichen Rech- nung finden, wie viel Grade äuf dem Horizonte'der Schei- telfreis vom Meridian abweicht, auch wie viel man in der Zeit fehlen würde, wenn man den Augenblick des Mittags in die Zeit ſeßte, da ſich die Sonne in dieſem Scheitelkreiſe befände. Denn wenn S alsdenn der Ort der Sonne wäre, ſo kömmt es darauf an, aus der bekannten Abweichung der Sonne FS, und den Bogen EZ, und EG, den Bogen EF zu finden,
Die Sache leichter begreiflich zu machen, habe ich ge- ſagt, dieſe beyden Sterne, deren Durchgang man beobach- te, ſollen einerley gerade Aufſteigung haben, Aber man wird finden, daß es darauf nicht änkömmt, wenn nur der Unterſchied zwiſchen den Rectaſcenſionen der Sterne genau bekannt iſt.
I< will dieſe Art durch ein Beyſpiel begreiflicher zu ma- <en ſuchen. Den 4 Chriſim. um Uhr 46 M, 26 S. beob- achtete ich den erſten Stern im Gürtel Orions ,. oder 3,(der einen ſehr geringen Abſtand vom Meridian hat,) durch eine Scheitelfläche gehen, die ziemlich genau nach dem Meridian gerichtet war, und darauf um 12 Uhr 51 M, 50. S. folgete der helle im Fuße der Zwillinge y, durch eben den Schei- telfreis. Wenn man nun ſekt, der Unterſchied zwiſchen den Rectaſcenſionen beyder Sterne ſey nach wahrer Zeit 3 M. 57 S. und ſolches zur mittlern Zeit macht, welche die Uhr wies, daß ſolches 4 M. 8 S. beträgt, ſo iſt der Punkt des Aequinoctials, deſſen Rectaſcenſion mit der Zwillinge y ei- nerley war, ſchon um 12 Uhr 50 M, 34 S. und alſo 1 M, 16 S. eher, als der Stern durch den Scheitelkreis gegan-
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