Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1740
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4</>>»Höpkens Gedanken

Noch eine gleichwichtige Urſache zu einer ſolchen vor- gängigen Rathspflegung, iſt die Wichtigkeit des Endzwe- >es, deſſen Beſchaffenheit, und ein wiederholtes Nachdenken, als welches allem andern vorgehet.

Andere Proben und Verſuche in der Natur können, oßne ſonderliche Empfindung, als nur des Verluſtes der darauf gewendeten Mühe und. Koſten,welche doch bald genug wieder einzuholen ſind, mislingen; ein unglüclicher Verſuch aber an eines Menſchen Körper läſſet viel ſchwerere Folgen hinter ſich. Es iſt kein geringes, eines Menſchen Feib und Geſundheit auf die Wage zu ſeßen, oder durch einen unzeitigen Rath ſein eigen Gewiſſen zu verleßen,

Es iſt unleugbar/ daß die Geſundheit, unter den zeit- lichen Vortheilen, die größte Wohlthat iſt, die wir von dem Himmel erbitten können; ſie würde aber für weniger unſchäßbar angeſehen werden, wenn die Ungeſundheit der- ſelben.nicht entgegen ſtünde. Wenn aber pflegen wohl die Menſchen zu erkennen, wie unbehutſam ſie jene betrachtet? Selten eher, als wenn ſelbige verloren, und ſie in einen kränklichen Zuſtand gerathen ſind.|

Hierinnen ſowohl, als in allen andern Dingen ſind wir einander gleich, Wir genießen der Früchte des Landes, als wenn wir Leben und Arbeit dazu gegeben hätten. Wir verſchwenden ein reichliches Gewächs eines ganzen Jahres, als wenn wir verſichert wären, daß uns in dem nächſt dar- auf folgenden nichts mangeln könnte. Ohne Bedachtſam- keit im Wohlſtande, richten wir die Augen nur auf uns ſelbſt, und laſſen dasjenige aus der Acht, was wir zu be- trachten, zu bedenken und hochzuſchäßen nöthig haben,

Niedergeſchlagen inv Unglück, zweifeln wir an der Hülfe, um welche wir gleichwohl flehen. Wir ſind, nicht über unſere. vorhergegangene Unachtſamkeit, ſondern nur dar- Über. gerühret und betrübet, daß wir das Vergnügen, ſo wir In vorigen Zeiten genoſſen haben, nicht mit glefcher Unacht- ſamkeit fernerweit genießen können, So. iſt der Menſch!

Eine