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Vorrede,
Die Gedanken des Herrn Linnäus, von der Wichtigkeit der Naturlehre bey der Haushaltungs- kunſt* könnten vielleicht manchen Gelehrten Anlaß geben, über den Nuten ihrer Bemühungen nachzu- denfen. Wenn der Rang in einem Staate nach dem, was jedes Mitglied zum gemeinen Beſten bey» trägt, beurtheiket wird, was für eine Stelle würden wohl verſchiedene Studirte einnehmen müſſen, die weder die Bequemlichkeiten unſeres Lebens, noch die Vergnügungen des Verſtandes durch ihre Wiſ: ſenſchaft zu vermehren vermögend ſind? Doch ich ſchreibe dentſch, und will es den Ungelehrten eben nicht verrathen, was mir man<mal, wenn ſich ein Paar ſo genannte Gelehrten einander begegnen, für ein Ausſpruch des Cato beyfällt, den wir Gelehr- te beym Cicero im I1 B, de diuinatione nachleſen können. Bey Herrn Linnäus Vorſchlage aber, die Naturgeſchichte für ſo ndthig, als die Metaphyſik, Logik und Moral bey Erlangung akademiſcher Wür- den änzuſchen**, finde ich keinen Vortheil, wenn die Umſtände in Schweden nicht etwan ganz anders ſind, als in einem großen Theile von dem übrigen Europa, wo die Herren Magiſtri deswegen eben nicht alle Logik, Metaphyſik und Moral verſtehen, weil ſie Lehrer der Philoſophie heißen, und von den ſieben freyen Künſten, bisweilen die vier mathema- tiſchen kaum dem Namen nach, und die drey andert
auch nicht allezeit aus dem Grunde kennen. YCV Die x 187 Seite, KE1205'S;


