Jahrgang 
2 (1811)
Seite
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von Bıera, beide Benediktiner-Ordens. Ersterer hat um die Mitte des vo- rigen Jahrhunderts einen für damalige Zeiten trefflichen Apparat und kostbare Werke angekauft und einem Geistlichen des besagten Konvents, GOTTHARD Sıegert, von dem damals berühmten Gorpon in Erfurt Unterricht in der Phy- sik auf seine Kosten ertheilen lassen; letzterer that ein Gleiches und CoLUMBAN BEckEr, aus dem nämlichen Konvente, studirte bei HEmmer in Mannheim und Succow in Heidelberg. Zu dieser Zeit wurden in der Physik, Chemie und Yaturgeschichte so rasche Fortschritte in Europa gemacht, dafs keine dieser Wissenschaften die andere entbehren konnte, die Grenzen der Physik und Chemie liefen in einander iiber und man wurde Ignorant, wenn man bei einer allein stehen bleiben wollte. Ich liefs den trefflichen Fürsten Hernrıca durch den damaligen Rektor der Universität hiervon in Kenntnils setzen, und Er war sogleich willig, mich auf seine Kosten Chemie und Naturgeschichte bei Succow studiren zu lassen. Er starb, leider, während meines Aufenthalts in Heidelberg. Bei meiner Rückkunft lehrte ich einige Jahre Naturgeschichte, war aber nicht so glücklich, derselben viel Eingang zu verschaffen, noch viel weniger der Chemie, unter welcher man sich immer nichts anders, als Apothekerwesen dachte, wozu schon ein eigner Lehrer angestellt war. Co- LUMBAN BECKER, seither Professor der Experimental- Physik in Fulda, wurde kräinklich, und da sich seine Kränklichkeit immer mehr und mehr verschlim- merte, wurde ich 1790 bei dieser Stelle angestellt. Dafs ich nicht ganz un- thätig. dabei geblieben, beweisen meine Abhandlungen, sowohl in GrENs Jonrnal, als Gıeserrs Annalen der Physik, wenigstens bin ich mit fortge- schritten. Im J. 1803 wurde das adeliche Konvent, und 1605 die Universi- tät aufgehoben. Durch beide unnütze Vorgänge verlor ich unendlich viel. Es wurde ein Lyzeum errichtet und ich wieder dabei angestellt: allein die jetzigen unrubigen Zeiten gestatten nicht, dafs es merklich in Aufnahme- me und nur eine bessere Zukunft lälst ein freudiges Gedeihen desselben er- warten: entblöfst von vielen Unterstützungsmitteln beschränkt sich mein Le- ben jetzt auf den Schlendrian gewöhnlicher Schulmänner. Dixi. Fulda d. 26sten Juni 1809. Tu. E. Heer, Prof. d. Experimental- Physik und Na- turgeschichte in Fulda.

Hrıter starb apoplektisch am 19ten Oktober 1810, nachdem Seine- nigliche Hoheit der Grofsherzog von Frankfurt den verdienstvollen Mann zum Rath ernannt hatte und sich ihm, unter des weisen Fürsten segensvoller Re- gierung, die schönsten Aussichten hinsichtlich seines Wirkungskreises für die Zukunft öffneten.