2 J. Th. I. Cap. I. Abth. Von denen Maſchinen, welche die Hinderniß
Schacht hineinfaͤllet und aus dem andern wieder ausziehet. Da denn die Erfah⸗ rung lehret, daß im Winter die Wetter in die niedriger liegenden Schaͤchte ein⸗ fallen, und aus den hoͤher liegenden wieder ausziehen, im Sommer ſolches aber um⸗
gekehrt iſt.()
— 2. 1—
Wo diſabihen Wo lange Stollen, oder Feldorter zu treiben ſind, da haͤufen ſich in der ſtille mangelu. ſichenden Luft Dampfe, die von dem Grubenlicht, oder der Dunſtung der Arbei⸗ ter, oder der Erde ſelbſt herruͤhren, und die Luft zur Unterhaltung des Lichtes und
der Reſpiration untauglich machen. Dieſes geſchiehet auch in denen Schaͤchten,
die mit keinem tiefen Stollen, oder mit keinen andern Schaͤchten in der Naͤhe durchſchlaͤgig ſind, auch, wenn ein oder mehr Schaͤchte unter dem Stollen, oder
einer Strecke, ſehr tief abgeſunken ſind. Man nennet dieſes, keine Wetter oder
matte Wetter haben.
§. 3. 4—
Sbieuuf gent Um nun auf einem Stollen den Luftwechſel zu befoͤrdern, ſo werden Treckwerke Wertermangel und Windfaͤnge in den Stollen angelegt, welche der Bergmann Getrepperich durch Treckwer nennet. Die Sohle des Stollens wird in der Mitte 20 Zoll hoch zu beyden ke abgeholfen Seiten mit halben Schalen, oder geſpaltenem Holh beſetzet, welche auf der Sohle ., I. zu beyden Seiten 4A Zoll weiter heraus als oben ſtehen, daher ſie auf der Sohle 26 bis 28, oben äber nur 18 bis 20 Zoll von einander ſtehen, damit die Schalen
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unten von dem neben geſtuͤrzeten Berg nicht hineingedruͤcket werden. Dieſe bey⸗
den Schalen werden nach jedem Lachter mit zwiſchen gelegten Zwingen(das iſt
Kloͤtzern, die an beyden Enden zu halben Holz 4 bis 6 Zoll abgeſchnitten ſind, daß das volle Holz zwiſchen die Schalen tritt, und die zu halben Holz abgeſchnittene Ende auf den Schalen liegen,) fuͤr dem Ein⸗und Zuſammendruck verwahret, und mit halben Brettern, oder geſpaltenem Holze, zugeleget. Der Raum zu beyden Seiten, wie auch die aufgelegten Bretter/ werden 4 bis 5 Zoll hoch mit Berg be⸗ ſtuͤrzet/ daß nirgend Luft ein⸗ oder ausdringen kann. Auf dem Berg uͤber dem Treckwerke werden Pfoſten, das iſt etwa 24 bis 3 Zoll dicke Bretter M. geleget, daß der Berg mit dem Karrn daruͤber weogeuſen werden kann. Dieſes iſt das
Treckwerk an ſich ſelbſt, welches einer Abzucht gleichet dadurch die Stollenwaſſer
aus dem Mundloche E. abflieſſen. Es wird ſo weit fortgefuͤhret, bis ein Durch⸗ ſchlag gemacht, und friſche Wetter erhalten werden, oder der Stollen aus bewegen⸗ den Urſachen nicht weiter fortgetrieben wirrdt. Am Tage wird uͤber dem Stollen einige Lachter hinter deſſen Mundloch ein Loch A. dohnlaͤgig gegen den Stollen bis auf die Foerſte, oder in den Stollen, nieder gebrochen, und wie ein Schacht ins Gevierte ausgezimmert, zuletzt in der Weite, daß ein Mann durchkriechen kann: oder es wird auch wol in dem Loche erſt 3 bis 4 Lachter ausgelenket und fortgeſtellet, und denn dohnlaͤgig nach der Foerſt das Loch zugekehret bis 4 Lachter, das iſt 20 Zoll, hinter eine vor ein paar Thuͤrſtoͤcke recht vortretende und in den Stollen hineinwerts auf⸗ gehende
0) Dieſes Phänomenon iſt eigentlich alſo zu erklären: Im Winter iſt die äuſſere kuft külter als die Erde, und die in ihren Schachten befindliche Luft iſt alſo auch wärmer, dünner und leichter als die äuſſere. Im Sommer iſt es gerade umgekehrt. Nun ſind(Tab. 1. F. 1.) be und ed zwey ungleich hohe durchſchlägige Schächte, wovon der niedrigere bis zur Höhe des andern von d nach a verlängert worden. Im Winter iſt der Druck der Saäule be kleiner als der Druck der Säule ca, welche von d bis a aus der äuſſern, kalten and ſchwerern Luft beſtehet, mithin zieht die Luft durch d hinein und durch bheraus. Im Sommer aber findet das Gegentheil ſtatt,
9 weil nun der Theil ad von der Säule ed ans der äuſſern leichtern Luft beſteht. Wenn hinge⸗ gen die äuſſere und innere Luft von gleicher Dichtigkeit ſind, wie ſolches im Frühlinge und Herb⸗ ſte zu erfolgen pflegt: So wird die Luft in e von beyden Seiten gleich ſtark gedruckt, und der Luft⸗ zug muß ſo lange inne ſtehen; wie dieſes die Erfahrung bekräftiget.


