Druckschrift 
Die landwirthschaftliche Buchführung : basirt auf alles umfassende Register oder Tagebücher aus einem noch ungedruckten größeren Werke über das Privat- und Staats-Rechnungs-Wesen, letzteres mit besonderer Hinsicht auf das im österreichischen Kaiserstaate eingeführte Staats-Casse- und Rechnungs-Verfahren ; im Lichte unserer Zeit / dargest. von Franz Skarpil
Entstehung
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Bemerkungen.

Die Inventarial⸗Geräthe und Neqniſiten ſind in jeder etwas bedeutenden Wirthſchaft, gleich dem Maſchinenwerke einer großen im Betriebe ſtehenden Fabrik, weil bei der Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit desſelben davon ganz vorzüglich der gute Erfolg und der gehoffte Vortheil abhängt, von einer ſolchen Erheblichkeit, daß ſie der bedeutenden Koſten wegen, die ihre jährliche Beiſchaffung und Reparatur verurſacht, die volle Aufmerkſamkeit jedes denkenden Oconomen im hohen Grade verdienen. Man denke ſich unſere heutigen neueren, zweckmäßigen Pflüge gegen die fehlerhaft conſtruirten, wohl gar verlumpten alten Ackerwerkzeuge. Wie ſehr wird durch die erſtern die Arbeit gefördert und erleichtert, und wie rein geſchieht ſie, wie ſehr dagegen hängen letztere dem Zugviehe und den Führern an. Es wird damit nur ſchlechte Arbeit verrichtet, Zeit und Mühe gehen ohne Förderung des eigent⸗ lichen Zweckes gleich den dadurch verurſachten Auslagen nutzlos verloren; der eigentliche Betrag, welcher davon auf Koſten der jähr⸗ lichen Production fällt, bleibt in den meiſten Fällen unbekannt, und muß es bleiben, ſo lange man nach der bisherigen allgemeinen Übung von Jahr zu Jahr ſämmtliche Koſten der neuen Beiſchaffung und Reparirung dem Wirthſchaftsjahre zur Laſt ſchreibt, nicht gedenkend, daß in einem Jahre ungleich mehr an neuen und koſtſpieligen Beiſchaffungen behufs der Invent. Geräthe und Requi⸗ ſiten als in dem andern geſchehen können, und, der Erfahrung gemäß, wirklich geſchehen. Auf die Abnützung wird nicht die entfernteſte Rückſicht genommen; ſei es, daß man dieſe zu erheben für unmöglich, oder aber mit zu vieler Mühe und Zeit⸗ aufwand verbunden hält.

Die verſchiedenen Meinungen über dieſen Punct einander entgegen haltend und prüfend, ſoll hier ein dießfalls beſtimmter und ſicherer zum Ziele führender Weg gezeigt werden.

Die Geräthe⸗Abnützung in Rechnung zu bringen, gibt es verſchiedene Art und Weiſen.

Die eine davon beſteht darin, die unbrauchbar gewordenen Stücke im Anſchaffungspreiſe von dem Inventarium in Abzug zu bringen, ſelbe nämlich dem laufenden Jahre(den verſchiedenen Wirthſchaftszweigen) zur Laſt zu ſchreiben, und nur den dann verbleibenden Inventarial⸗Werth dem künftigen Jahre zu übertragen. Es treten jedoch hiebei Unrichtigkeiten dergeſtalt ein, daß in einem Jahre viele Stücke unbrauchbar ausfallen, im nächſten aber wenig oder gar nichts.

Eine zweite Art dießfalls vorzugehen iſt, von dem übertragenen Werthe des Beſtandes 10 oder ſo viele Prozente in Abzug zu bringen, und dem dann entfallenden Reſte die Jahreskoſten der neuen Nachſchaffung ſo wie jene der Reparatur der alten Inventar⸗ Effekten hinzu zu ſchlagen, und den ſich ſo geſtalten ergebenden Werth als ſchließlichen Beſtand für das nächſte Jahr fürzutragen.

Da bei der Abnützung und Unbrauchbarwerdung eine große Verſchiedenheit Statt findet, ſo zwar, daß gewiſſe Requiſiten im Jahre öfters ganz oder theilweiſe abgenützt werden, wodurch zahlreiche neue Beiſchaffungen und Reparaturen veranlaßt werden, ſo dürfte ſich dieß in vielen Fällen nicht ausgleichen. Um was an ein und dem andern Stücke mehr nachzuſchaffen und zu repariren iſt, tritt bei andern dieſer Fall nur ſelten, oft kaum in 5 Jahren einmal ein.

Viele ſchätzen das Inventarium von Jahr zu Jahr ab. Abgeſehen davon, daß ſehr viele Übung und Geſchicklichleit dazu gehört, den wahren wirthſchaftlichen Werth desſelben zu ermitteln; ſo führt ein ſolcher Fürgang nicht minder große, und vielleicht im Laufe der Zeit noch größere unrichtigkeiten herbei, als die beiden erſten Arten, weil man in Ermanglung ſicherer Anhaltspuncte, welche nur gut gefuhrte, über alle Zweige des Haushaltes und der Wirthſchaftsführung ſich erſtreckende Rechnungen liefern können, das Mehr und Weniger des Wahren und Zutreffenden nicht zu ermitteln weiß.

Die Preiſe des Inventariums eiſern oder ſich immer gleich bleibend anzunehmen, wie Viele thun, indem ſie den verſchiedenen Productionen oder Wirthſchaftszweigen die im Jahre ſich ergebenden Koſten der neuen Nachſchaffung und Reparatur der Inventarial⸗Geräthe anrechnen, i*ſt eben ſo unrichtig, und vielleicht am unrichtigſten.

Dieſen Übelſtänden wenigſtens für die Folge ſo viel als möglich auszuweichen, und minder fühlbar zu machen, habe ich das Requiſiten⸗ und Inventarial⸗Geräthe⸗Regiſter dergeſtalt eingerichtet, daß von beiden erſten Arten die Reſultate ſich ge⸗ genüber ſtehen, wodurch man nach mehreren Jahren für ſeine Wirthſchaftsführung eine ſichere Norm dießfalls erlangen dürfte, und mindeſtens wiſſen kann, um was die beiden Arten in den End⸗ Reſultaten nach einem Turnus und dgl. differiren, und wie, und auf welche Art man ſich der Wahrheit, vielleicht durch Annahme des Mittels zwiſchen beiden, mehr annähern könne.

Dasſelbe zerfällt nach den verſchiedenen Wirthſchafts⸗Abtheilungen, je nachdem es das Zugvieh, als: ihr Geſchirr, die derlei Stall⸗Requiſiten und die Ackergeräthſchaften das Milchvieh die Haushaltung ꝛc. betrifft, in 4 durch Einlagsbögen für ſich abgeſonderte Darſtellungen oder Abtheilungen.