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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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126 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.

Weſtfäliſche Wolle 54 60% Thüringiſche 60 65

Poſenſche 58 63 Schleſiſche 60 75 Ruſſiſche 60 65 Auſtraliſche 45 60 Kap⸗ 6168

Buenos Aires⸗, 60 73 Montevideo⸗ 55 66

Bei Feſtſtellung der Waſchergebniſſe bildet 12 ſtündige Arbeitszeit die Grundlage. Zur Bedienung der Wäſcherei gehört ein Meiſter, ein Wolfer, ein Aufleger, ein Einweicher und ein Arbeiter an der Trockenmaſchine.

Nachdem die Wolle die Trockenmaſchine verlaſſen hat, muß dieſelbe, bevor ſie weiterverarbeitet wird, geölt werden. Man verwendet gewöhnlich auf 100 Teile Wolle 56 Teile Ol, oder in Kilogrammen auf 5 kg Wolle ½ kg Ol; man kann dazu Olivenöl oder auch zerlaſſene Butter gebrauchen.

Das Krempeln der Wolle.

Die von den Waſchmaſchinen kommende, auch ſchon geölte Wolle gelangt zu den Krempeln, welche die Aufgabe haben, die Wolle vollends zu zerreißen, ſie alſo ganz und gar zu öffnen, die einzelnen Faſern parallel zu legen(Fig. 42), Kletten und noch vorhandene Holzteile zu entfernen und die ſo verarbeitete Wolle als ein gleichmäßiges Vlies zu entlaſſen, einem ſich drehenden Trichter zuzuführen, wodurch jenes zu einem loſen Bande vereinigt wird. Bei dem Krempel⸗ prozeß handelt es ſich fortwährend um Ver⸗ ziehen und Strecken der Wollflocken; deshalb bringt man die Wolle etwas feucht auf die Krempel, um einerſeits ein leichteres Offnen zu bewirken, anderſeits das Zerreißen der ein⸗

Abb. 42. zelnen Wollfaſern zu verhüten, was bekanntlich bei ganz trockener Wolle eher vorkommt. Man muß immer darauf achten, daß die Kammgarnfabrikation parallele Fäden erzielen will. Würde dagegen die Wolle zu naß auf die