32 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung und Ernährung des Schafes.
eine Einteilung viele Fehler ausgemerzt und die Vorteile raſcher zur Geltung kommen. Man darf nun nicht an⸗ nehmen, daß nach einer einmaligen Klaſſifikation ſämtliche Nachzucht ſchon normal ſei; dieſelbe wird dem Muttertiere erſt ähnlicher; die Natur macht keine Sprünge; je ruhiger man vorſchreitet, deſto ſchneller gelangt man zum Ziele. Hat eine Herde durch richtig geleitete Gruppenzüchtung einen ſolchen Höhepunkt erreicht, daß eine gewiſſe Vererbungsſicherheit vor⸗ handen iſt, ſo genügt die Klaſſeneinteilung nicht mehr; hier greift die Hochzucht Platz; das Individuum muß ſelbſt beurteilt werden. Zu dieſem Zwecke legt man Bonitierungsregiſter an, welche dem Züchter zu Hilfe kommen. Freilich bin ich der feſten Überzeugung, daß alles Schreiben in dieſe Liſten wenig Zweck hat, wenn die Grundlage nicht vorhanden iſt, d. h. das Sehen und die Anſchauung des lebenden Weſens. Dieſe Verzeichniſſe ſollen die Abſtammung und Vererbung des Indi— viduums kennen lehren. Bei den Bonitur⸗Tabellen gebraucht man ſtatt der Worte Zeichen und Abkürzungen; es muß dabei ein leicht faßliches Syſtem vorherrſchen. Bekannt ſind die Bonitur⸗Syſteme von Kunitz, Behmer und anderen. Nach⸗ folgend(S. 33) gebe ich mein Syſtem an.
Außer dem Stammbuche ſollte von jedem Schafmeiſter ein kurz gefaßtes Sprung⸗ und Zucht⸗Regiſter geführt werden. Es müßte folgende Rubriken enthalten: 1. Nummer der Mutter, die lammen ſoll, 2. Geburtsjahr der Mutter, 3. Nummer des zugeteilten Bockes, 4. Tag der Zulaſſung, 5. Tag der Geburt, 6. Geſchlecht des Lammes, 7. Bemerkung.
Die Numerierung der Schafe geſchieht entweder durch Kerbung, ſog. alte Schäfer-Nummern(ſiehe Abb. 18) oder zweckmäßiger durch Tätowierung im Ohre. Man drückt die Nummer ins Ohr ein und reibt dieſe Stelle mit einer aus Ruß, Pulver und Spiritus gemiſchten Flüſſigkeit gut ein. Dieſes Verfahren iſt der Bezeichnung mit Marken ohne Zweifel vorzuziehen.


