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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
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26 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung und Ernährung des Schafes.

Elternſchafen iſt von Einfluß auf ihren Charakter bei der Nach⸗ kommenſchaft; matte, glanzloſe Wolle gibt ſchlechte Vererbung. Die Bruſt des Bockes muß tief, die Schultern rund, der Leib und Rücken breit und gedrungen, die Beine kurz, der Hoden⸗ ſack groß und ſtraff herabhängend ſein. Er muß einen korrekten Gang haben und ſelbſt bei ſtarkem Drucke auf das Kreuz ſteif auf den Beinen ſtehen. Man unterſcheidet in der Wollzucht a) Normal⸗ und Korrektionsböcke, welche die Fehler und Mängel der Muttertiere verbeſſern ſollen; b) Maſſenböcke; ſie müſſen ein dichtes Vlies haben und dem Mangel an Körpergewicht und Wollmaſſe abhelfen; c) Regulierungsböcke; dieſe haben die Aufgabe, in der Nachzucht Unregelmäßigkeiten der Woll⸗ eigenſchaften auszugleichen; d) die Veredelungsböcke; ſie ſollen den Wolladel in ihren Nachkommen vermehren.

Rlaſſifikation der Mutterſchafe.

Was die Mutterſchafe betrifft, ſo werden alte, kranke, in den Zeugungsorganen und Eutern fehlerhafte Individuen von der Zucht ausgeſchloſſen. Die Klaſſifikation derſelben iſt nicht leicht; ſie erfordert große Aufmerkſamkeit und genaue Kenntnis aller in Betracht kommenden Eigenſchaften. Läßt man z. B. eine Herde wild, d. h. in beliebiger Weiſe ſich begatten, ſo wird die Einwirkung der Böcke niemals ſo ausgleichende Reſultate liefern als bei beſonnener Einteilung der Herde in Klaſſen; denn durch dieſe kommt jeder Bock zu dem Mutter⸗ ſchafe, bei welchem ſeine Eigenſchaften zu ihrer vollen Wirkung gelangen. Deshalb iſt die Klaſſifikation der Schafe beinahe überall eingeführt und wird meiſt von erprobten Fachleuten (Schafklaſſifikatoren, Schäfereidirektoren, Züchtern) vorgenommen. Beſonderen Ruf hierin haben erlangt: in England Backwell, in Deutſchland Kunitz, Behmer, Adolf Heyne, Buchwald, Thilo und andere. Soll die Klaſſifikation ihren Zweck erreichen, ſo muß der Züchter ein beſtimmtes, aber nicht ein zu hohes Ziel verfolgen. Von den verſchiedenen Klaſſifikationsſyſtemen will ich nur eins hervorheben, welches meiner Meinung nach allen Anforderungen entſpricht und jeder Zuchtrichtung ſich leicht an⸗ paßt. Nimmt man an, daß man eine völlig unausgeglichene, aus den heterogenſten Tieren zuſammengeſetzte Herde vor ſich hat, ſo teilt man dieſe in folgende Klaſſen ein: