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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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2 Von welchen Stoffen lebt die Pflanze?

fruchtbarſten Ackerboden. Läßt man aber beiſpielsweiſe das Eiſenoxyd fehlen, ſo verliert die Pflanze ihre grüne Farbe, ſie wird bleichſüchtig und hört auf zu wachſen. Wie der rote Farbſtoff des Blutes nicht ohne Eiſenoxyd entſtehen kann, ſo iſt die Erzeugung des grünen Farbſtoffes in der Pflan⸗ zenzelle von der Ernährung mit Eiſenoxyd abhängig. Oder läßt man etwa den Stickſtoff fehlen, ſo entwickelt ſich die Pflanze nur ſo lange normal, als die im Samenkorn ent⸗ haltene Stickſtofffubſtanz zur Bildung von Blättern und Wurzeln reicht. Iſt dieſe verbraucht, ſo hungert die Pflanze; ſie wird gelb, die Wurzelfaſern verlängern ſich und ſuchen nach Stickſtoff. Stoffe, die aus dem Samenkorn in die Zllätter gewandert ſind, treten jetzt in die Wurzeln zurück.

Die unterſten Blätter werden von Tag zu Tag dünner, ſie ſchrumpfen ein, werden förmlich ausgeſogen und vertrock⸗ nen. Die Wurzeln wachſen auf Koſten der Blattſubſtanz, und einzelne Faſern erreichen oft eine Länge von mehreren Metern, während der oberirdiſche Teil der Pflanze immer weiter zurückgeht. Dabei aber erſchöpft ſie ſich nicht ganz. Finden die ausgeſandten Wurzelfaſern keine Nahrung, ſo gibt die Pflanze ſchließlich das Suchen auf, ſie zieht die den Wurzeln geliehenen Stoffe wieder zurück, ſie bildet noch ein paar Blätter und ſucht, wenn irgend möglich, den Ab⸗ ſcchluß ihrer zwerghaften Entwicklung durch Bildung eines wenn auch nur winzigen Samenkorns zu erreichen. Das Gewicht ihrer Geſamttrockenſubſtanz beträgt dann kaum mehr, als das Ganrentvrn gewogen hat, aus welchem ſie entſtanden iſt.

Ähnliche Erſcheinungen treten auf, wenn man eine kalifreie Nahrung oder eine kalkfreie oder phosphorſäure⸗ freie bietet. Die Pflanze wächſt nicht, d. h. ſie erzeugt keine organiſche Subſtanz. Sie wandelt nur die im Samenkorn enthaltenen Stoffe um in Blatt⸗ und Wurzelmaſſe. Sie