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Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
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1 40 Krankheiten und Fehler neugeborener Tiere.

c) Die Afterſperre iſt eine Mißbildung, bei der der Maſt⸗ darm nicht nach außen mündet, da die Afteröffnung fehlt. Das Übel findet ſich öfters bei Ferkeln, jedoch vereinzelt auch bei anderen Jungen.

Der Zuſtand wird gewöhnlich erſt bemerkt, wenn das Junge wegen der behinderten Kotentleerung heftig und andauernd drängt. Bald wird der Hinterleib aufgetrieben, und es ſtellen ſich bei den Jungen der größeren Haustiere in kurzer Zeit erhebliche Störungen im Allgemeinbefinden ein. Ferkel, die mit Afterſperre behaftet ſind, bleiben jedoch auffallend lange munter. Sie ſaugen, wachſen aber nur wenig und werden immer dicker, bleiben jedoch manchmal mehrere Wochen am Leben.

Die Behandlung beſteht in der Herſtellung einer künſtlichen

Afteröffnung. Die zu dieſem Zweck erforderliche Operation iſt von einem Tierarzt auszuführen. Wenn das Maſtdarmende zu weit von der Haut der Aftergegend entfernt liegt, iſt die Operation er⸗ folglos.

Bei weiblichen Jungen, namentlich bei Schweinen, fehlt mit⸗ unter zwar der After, der Maſtdarm mündet aber in die Scheide. Ein ſolcher Fehler wird in der Regel in den erſten Lebenswochen des Jungen gar nicht bemerkt, da der Kot, der anfänglich, ins⸗ beſondere ſo lange die Saugperiode dauert, noch weich iſt und ohne Schwierigkeit ſeinen Weg durch die Scheide nimmt. Später tritt indeſſen gewöhnlich Verſtopfung ein, und dann uniß durch eine Operation Hilfe geſchafft werden.

d) Karpfenmaul oder Karpfengebiß nennt man einen angeborenen Fehler beim Pferd, der darin beſteht, daß der Ober⸗ kiefer zu lang oder der Unterkiefer zu kurz iſt. Infolge deſſen ragen die Schneidezähne des Oberkiefers mehr oder weniger weit über die Schneidezähne des Unterkiefers hervor.

Geringe Grade dieſes Fehlers ſind nicht von erheblicher Be⸗ deutung. Bei ſtärker ausgebildetem Karpfengebiß berühren ſich jedoch die Schneidezähne nicht an ihren Reibflächen, und in ſpäterem Alter drücken die Zähne des Unterkiefers auf den Gaumen, und die Zähne des Oberkiefers ſtehen über die des Unterkiefers hervor und werden mit der Zeit ſehr lang.

Eine ähnliche unregelmäßige Bildung iſt das Hechtsmaul, bei dem der Unterkiefer über den Oberkiefer hinausragt.

Pferde mit derartigen mangelhaften Gebiſſen können ſchlecht freſſen, und es iſt daher die Aufzucht ſolcher Füllen mitunter nicht lohnend.

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