6 Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane ꝛc.
3. Die Geſchlechtsreife weiblicher Tiere. g8 Erſt in einem gewiſſen Lebensalter ſind die Tiere ſo weit entwickelt, daß ſie imſtande ſind, ſich fortzupflanzen; man nennt de ſie dann geſchlechtsreif. Die Geſchlechtsreife tritt bereits ein, ldu bevor die Tiere ausgewachſen ſind und zwar je nach ihrer Art I und Raſſe, aber auch je nach Haltung, Ernährung, Klima und Da Jahreszeit verſchieden früh. Durch gute Pflege, reichliche Ernährung ſe und durch das Zuſammenleben von männlichen und weiblichen A Tieren wird im allgemeinen der Eintritt der Geſchlechtsreife be⸗ ſchleunigt. we Die Reife wird in der Regel erreicht: A beim Pferd im Alter von 1 ½ Jahren, di „ Nind„„„ 1 Jahr, „ Schaf u. d. Ziege im Alter von 6— 8 Monaten, ti „ Schwein im Alter von 5—6 Monaten. in Mitunter gelangen die Tiere in einem noch weſentlich jüngeren de Alter in den Zuſtand der Geſchlechtsreife. So hat man beobachtet, daß Stutfohlen im Alter von 10— 12 Monaten, Kälber von kaum d5 6 Monaten und Schweine von 4 Monaten brünſtig waren und zr erfolgreich befruchtet wurden. d In höherem Alter hört die Fortpflanzungsfähigkeit auf, und 1 zwar meiſtens bei der Stute mit 25, bei der Kuh mit 20, bei dem Schaf mit 8 und bei dem Schwein mit 6 Jahren. Allein ſc die Raſſe, Haltung und Ernährung üben auf das frühere oder fn ſpätere Erlöſchen der Fortpflanzungsfähigkeit großen Einfluß aus.
4. Die Brunſt.
Sobald ein Tier geſchlechtsreif geworden iſt, ſtellen ſich in gewiſſen Zwiſchenräumen Erſcheinungen ein, die man als Brunſt bezeichnet; beim Pferde wird dieſelbe„Roſſigkeit“, beim Rinde „Rindern“, bei dem Schweine„Rauſchen“ genannt.
Die äußeren Erſcheinungen der Brunſt ſind namentlich Schwellung und Rötung der Scham und der Scheidenſchleimhaut, häufiges Urinieren, Unruhe, veränderte Milchabſonderung(bei milchgebenden Tieren).
Die Stute wiehert öfters, beſonders wenn ſie andere Pferde ſieht, wedelt mit dem Schweif, hat Schleimabfluß und ſtellt ſich häufiger zum Urinieren, ſetzt aber nur in kleineren Mengen Harn ab. Viele Stuten ſind kitzliger als gewöhnlich, andere da⸗ gegen laſſen ſich Berührungen mit dem Striegel, den Zugſträngen
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