Bau und Verrichtungen des Beckens und der Fortpflanzungsorgane weiblicher Tiere.
1. Das Becken.
Das Becken wird aus den beiden Beckenknochen, dem Kreuz⸗ bein und den erſten drei oder vier Schwanzwirbeln gebildet. Die beiden Beckenknochen ſind nach unten hin, in der Beckenfuge, unbe⸗ weglich mit einander verbunden und oben durch das Kreuzbein, einen Teil der Wirbelſäule, miteinander vereinigt. Hinter dem Kreuzbein befinden ſich die Schwanzwirbel.
Dieſe Knochen ſtellen eine geräumige Höhle, die Beckenhöhle her, die jedoch nicht allein durch Knochen, ſondern zum Teil auch durch häutige und muskulöſe Gebilde abgeſchloſſen wird. Nach oben und unten wird die Beckenhöhle hauptſächlich durch Knochen begrenzt. In ſeinem vorderen Teile, dem Beckeneingang, wo es mit der Bauchhöhle in Verbindung ſteht, bildet das Becken einen vollſtändig geſchloſſenen Knochenring, während die hintere Offnung, der Beckenausgang, zum Teil durch Sehnen und Muskeln her⸗ geſtellt wird.
In der Beckenhöhle befindet ſich die Scheide, der hintere Abſchnitt der Gebärmutter, ſowie der Maſtdarm und die Harnblaſe. Die Beſchaffenheit der Beckenhöhle iſt bei der Geburt von der größten Bedeutung, da die Frucht ihren Weg durch das Becken nehmen muß; dieſes ſtellt demnach den knöchernen Geburtskanal für das Junge dar. Eine geräumige Beckenhöhle iſt daher von Wichtigkeit, namentlich da der Beckeneingang einer nennenswerten Erweiterung während der Geburt nicht fähig iſt. Das Pferd hat ein verhältnismäßig weites, rundes, das Rind am häufigſten ein engeres, ſchmäleres Becken.(Fig. 1.)
Tapken, Geburtshilfe. 2. Auflage. 4


