Druckschrift 
Geburtshilfe : für Landwirte / bearb. von A. Tapken
Entstehung
Einzelbild herunterladen

IV Vorwort.

nehmen, es ſei dies den Tierärzten zu Gefallen geſchehen. Sicherlich würde mancher Tierarzt gern darauf verzichten, die oftmals außerordentlich ſchwierigen Geburtshilfen auszuführen, wenn er ſich nicht aus Intereſſe für ſeinen Beruf und in dem Beſtreben, dem Beſitzer zu nützen und einem leidenden Tier zu helfen, dazu bereit fände. Dem Landwirt aber würden nähere Angaben über künſtliche Operationen nicht von Nutzen ſein, da er dieſe doch nicht ſachgemäß ausführen könnte. Aus dieſem Grunde und um nicht Gefahr zu laufen, zu mißlungenen Ver⸗ ſuchen Anlaß zu geben, die häufig Nachteile verurſachen, die nicht wieder gut zu machen ſind, ſind weitergehende Beleh⸗ rungen unterblieben.

Manche Leſer werden nähere Mitteilungen über arzneiliche Behandlung vermiſſen, die Erfahrung zeigt jedoch, wie großen Schaden ſich viele Tierbeſitzer zufügen, indem ſie Arzneimittel, die in populären Büchern, in Zeitſchriften oder durch An⸗ preiſungen empfohlen werden, anwenden, und noch dazu in un⸗ paſſenden Fällen oder in unrichtiger Weiſe anwenden. Deshalb iſt von einer Beigabe von Rezepten abgeſehen worden.

Eine erhebliche Bedeutung für die Landwirtſchaft haben auch die Krankheiten und Fehler der neugeborenen Tiere; ſie ſind in dieſem Buch nach den gleichen Grundſätzen wie die der Muttertiere beſprochen worden.

Varel, den 13. Januar 1899. Tapken.