A. Innerer Bau der Pflanze. 5
ſchüſſigen, die Nährſtoffe enthaltenden Waſſerteilchen zwiſchen dem Plasma an. Je mehr die Zelle ſich vergrößert, deſto mehr nehmen dieſe Waſſeranſammlungen an Umfang zu. Die Räume, welche ſie ausfüllen, heißen Safträume(vgl.§ 1 Nr. 2, S. 1) und ſind ge⸗ wöhnlich von ungleicher Größe und Form(Fig. 2 und 3). Ihren Inhalt nennt man Zellſaft. Das Plasma bildet dann oft nur noch einen Wandbelag.
Die Zellteilung und das Wachstum hören in den Zellen auf, ſobald das Plasma abſtirbt. Es bleiben dann die toten Zellen zurück, die gleichwohl, wie z. B. die Holzzellen, noch weiter der Pflanze Nutzen bringen können. Der Zellinhalt wird dann durch Luft oder andere Stoffe gebildet.
6. Die Form und die Größe der Zellen ſind je nach den verſchiedenen Pflanzen und nach den verſchiedenen Teilen ein und der⸗ ſelben Pflanze ſehr verſchieden; ſie richten ſich nach dem Zwecke, den die Zellen im Pflanzenteil zu erfüllen haben.
§ 2. Das Zellgewebe.
Zellgewebe ſind Gruppen gleicher Zellen, die alle denſelben Zweck haben.
1. Das Bildungsgewebe(Urmeriſtem), das ſtets aus jungen Zellen beſteht, findet ſich an denjenigen Stellen der Pflanze vor, die im Wachstum begriffen ſind, ſo an der Spitze jedes Stengels und Zweiges, in den Knoſpen(Fig. 7V, S. 6) und in der Wurzelſpitze. An dieſen Orten dient es dem Längenwachstum. Der Keimling beſteht ganz aus Bildungsgewebe. Um das Wachstum der Pflanzen in die Dicke zu be⸗ wirken, geſtaltet ſich das Bildungsgewebe als Kambium(Fig. 70). Aus dieſem Bildungsgewebe entwickeln ſich alle anderen Gewebeformen.
2. Das Parenchymgewebe beſteht aus Zellen, die meiſtens faſt ebenſolang als dick ſind(z. B. die Zellen des Markes und der Rinde, Fig. 7M und RP). Sie können aber auch erheblich länger als dick ſein, haben dann aber niemals zugeſpitzte Enden(Fig. 9 M, c, R, S. 7).
3. Das Prosenchym iſt aus Zellen zuſammengeſetzt, die eine oft vielfach größere Länge als Dicke haben und mit ihren ſpitzen Enden ineinandergeſchoben ſind. Aus ſolchem Gewebe beſtehen zu einem weſent⸗ lichen Teile das Holz und der Baſt(Fig. 9h und b, S. 7).
4. Das Steingewebe(Sklerenchym) enthält Zellen, deren Häute ſo ſtark verdickt erſcheinen, daß oft nur ein kleiner Hohlraum für den Zellinhalt übrig iſt(Fig. 10, S. 8). Dieſe dicken Wände haben Poren, welche von dem Zellinnern nach außen gehen und die Nahrungszufuhr zum Plasma ermöglichen. Die Steinzellen bilden die harte Schale der Steinfrüchte, z. B. der Kirſch⸗ und der Pflaumenkerne. Auch in


