Druckschrift 
Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle. Spinnmaſchine nicht wieder gutgemacht werden. Die Vor⸗ bereitungen haben den Zweck, die von der Kämmerei gelie⸗ ferten Bänder durch Doublieren und Strecken auf den Grad von Feinheit und Gleichmäßigkeit zu bringen, wie es unbedingt erforderlich iſt, um auf der Feinſpinnmaſchine ein den An⸗ forderungen der Weberei entſprechendes Garn zu liefern. Iſt das Vorgarn normal, ſo hat der Spinner bloß ſeine Maſchine richtig zu ſtellen, um ein gutes Garn zu liefern. Iſt das Vorgarn ſchlecht, ſo mag die Maſchine noch ſo genau arbeiten, das Reſultat wird doch mangelhaft ſein. Die Vorarbeiten beſtehen nur der Hauptſache nach in einem vielfach wiederholten Strecken, um ein Band mit vollkommenen, parallel liegenden Wollhaaren von ſolcher Beſchaffenheit zu erzielen, daß ſich in jedem Querſchnitte ſo annähernd als möglich eine gleich große Anzahl von Wollhaaren vorfindet, d. h. daß das Band überall gleiche Stärke beſitzt. Das Band, welches die Käm⸗ merei liefert, hat meiſtens ein Gewicht von 15 20 g pro Meter. Die Beſchaffenheit der Wollfaſer verlangt, daß das Vorſtrecken nicht zu gewaltſam vor ſich geht. Dadurch wird notwendig, daß eine gewiſſe Anzahl von Maſchinen ſich in die Arbeit teile und die nachfolgende das Produkt der vorher⸗ gehenden übernimmt, um es dann in immer verbeſſertem Zuſtande der nächſtfolgenden zu übergeben. Eine ſolche Zu⸗ ſammenſtellung von Maſchinen nennt man ein Sortiment.

Die Verarbeitung der Bänder geſchieht auf allen Ma⸗ ſchinen in gleicher Weiſe. Hinter der Maſchine befindet ſich ein Spulengeſtell, welches bei den erſten Paſſagen durch eine Kette vom Hinterzylinder der Maſchine aus getrieben wird. Hier werden die von der Kämmerei gelieferten Bänder auf ſenkrecht ſtehenden Spindeln aufgeſteckt. Das ſich abwickelnde Band gelangt über ſich drehenden Walzen nach dem Speiſe⸗ zylinder, welcher mit einer eiſernen Druckwalze belaſtet iſt. Zwiſchen beiden hindurchgehend, kommt es zu dem ſogen. Führungszylinder, der ebenfalls eine kleine Druckwalze hat. Dicht hinter dieſem legt ſich das Band in die Zähne der Nadel⸗ walzen und wird vom Haupte der Ausgangszylinder ergriffen. Dieſe ſind geriffelt; das hier austretende Band geht durch einen Trichter, wird zwiſchen den Frottiers oder Reibledern gerollt, paſſiert einen zweiten Trichter, gelangt zum Spulen⸗ wagen und wird von dieſem auf Holzſpulen aufgerollt. Dieſer